„…das Leben ist Veränderung…“

…ist eine Liedzeile von Mark Forster. Recht hat er. Aber warum tun sich gerade Kirchengemeinden, die doch eigentlich das Leben schlechthin repräsentieren soll(t)en, so schwer damit?

Warum steht vor allem das Bewahren im Vordergrund, und jede Veränderung wird misstrauisch beäugt? Beides hat seine Berechtigung, sowohl die Tradition als auch der Wandel. Tradition hat ihre Berechtigung, solange sie mit Leben gefüllt ist und mit Sinn.

In einem anderen tollen Buch (Mein Jahr als biblische Frau von Rachel Held Evans) steht eine hilfreiche Anekdote, was Tradition eben NICHT sein sollte:

Eine junge Frau (Altmennonitin), frisch verheiratet, bereitet einen Sonntagsbraten zu. Ihr Mann sieht dabei zu und beobachtet, wie sie den Braten taxiert, eine kleine Ecke abschneidet und beiseite legt. Neugierig fragt er, warum sie das mache. Antwort: „Das habe ich so von meiner Mutter gelernt.“ Thema ad acta. Aber irgendwann nagt es an ihr, sie fragt ihre Mutter nach dem Grund. Kannst du dir die Antwort denken? – Richtig: „Das habe ich so von meiner Mutter gelernt.“ Nun werden diese beiden neugierig und gehen zur Großmutter, um sie zu befragen. Diese fängt an zu lachen und sagt: „aber das habe ich doch nur getan, weil mein Bratentopf so klein war. Und ihr macht das immer noch so?“

Platt gesagt, die Tradition sollte eben kein Sonntagsbraten sein, der irgendwann einmal nicht in den Topf passte. Oder differenzierter: Wenn zu einem Zeitpunkt X etwas begonnen wurde, das zu der Zeit einen bestimmten Sinn hatte, dann ist es unsere Pflicht, regelmäßig zu prüfen, ob der Sinn auch noch da ist. Sonst verschwenden wir irgendwann unverantwortlich Teile der Ressourcen (ob Rindfleisch oder was auch immer, Mitarbeiter zum Beispiel).

Und so komme ich zum Buch oben. Es beschreibt einen Zustand, der über viele Kirchengemeinden hereinbricht, und dieser Zustand ist international und überkonfessionell: „Die Jungen“ wollen alles anders haben, andere Musik, andere Formen des Gottesdienstes und der Anbetung etc. Und „die Alten“ sehen ihre Felle davonschwimmen. Die Musik ist zu laut und zu seicht, die Art moderner Gottesdienste, die mitunter eher an Rockkonzerte erinnern, das alles ist viel zu wenig gehaltvoll, es kommt zu wenig Bibel, zu wenig Lehre, ach eigentlich zu wenig von allem vor!

In diesem Buch erzählt Gordon MacDonald, selbst Pastor der fortgeschrittenen Generation, dass „der Wandel“ viel eher begonnen hat, dass daher ein einfaches „Weiter-so-wie-immer“ keine Lösung sein kann, dass es wichtig ist, die Generationen zusammenzubringen, damit Verständnis wächst für „die Anderen“. Besonders beeindruckt hat mich der Part über die Kirchenmusik, wo er darlegt, dass die Komponisten der Choräle, die meist von den Älteren geschätzt werden, auch mal junge Rebellen waren. Rebellen, deren Musik heute nicht mehr in Frage gestellt wird, die aber nie geschrieben worden wäre, hätten Ältere ihnen nicht die Chance dazu gegeben.

Die Gedanken in diesem Buch sollten Grundlagenlektüre sein für jede Gemeinde, die sich irgendwie im Umbruch befindet. Nicht als Rezept oder Allheilmittel, sondern als Denkanstoß, auch innerhalb einer Gemeinde vom jeweils anderen her zu denken.

 

Ein Hohelied aufs Landleben

Sowohl das Buch als auch die Wäscheklammern zeigen einen Trend. Bücher dieser Art verkaufen sich wie geschnitten Brot. Waren es in früheren Jahren Aussteigergeschichten, die in Kanada, Frankreich oder Spanien spielten, so sind es 2018 ganz viele Menschen, die sich literarisch nach Norddeutschland gezogen fühlen. Ob Friesenkrimis oder schöne Urlaubsgeschichten von Borkum im Westen bis Usedom im Osten, wir träumen uns aufs platte Land oder zu den oft tideabhängigen Inseln.

Ich glaube, wir sehnen uns nach einer Übersicht (in Ostfriesland sieht man angeblich schon morgens, wer am Nachmittag zum Tee kommt, so weit ist die Aussicht) in unserem unübersichtlichen  Alltag, nach der Verlässlichkeit der Gezeiten und nach der Unaufgeregtheit, mit der das Leben auf den Inseln gelebt wird. Ich schätze, wenn ich die ebenfalls zahlreichen Bazi-Krimis sehe, es ist in Süddeutschland ähnlich, aber mir sind die Norddeutschen näher in jeder Hinsicht.

Auch in einer (bemerkenswert für den schwierigen Markt gedruckter Presse-Erzeugnisse) wachsenden Zahl von Zeitschriften die das „Land“ mit wechselnden Namenszusätzen preisen, zeigt sich die Diskrepanz, dass immer mehr Menschen in Großstädten wohnen, aber sich nach dem Landleben sehnen. Ich weiß noch nicht, was das für die Zukunft letztlich bedeutet, denn klar ist auch: würden diese ganzen Großstadtpflanzen (ist nicht abwertend gemeint, aber auch echte Pflanzen haben ihren speziellen Lebensraum, den sie brauchen, um gut zu gedeihen) auf einmal ihre Träume wahr machen, dann wäre die Ruhe und der Ausblick in der Provinz auch futsch…

Aber wenn die vielen engagierten Autorinnen (selten Männer, wenn überhaupt, dann für die unfeinen Details zwischenmenschlicher Abgründe) dafür sorgen, dass wir zumindest per Kopfkino ein bisschen dieser Zuflucht finden, dann gerne mehr davon.

Um auf die Wäscheklammern zurückzukommen: Die habe ich mir aus ganz praktischen Gründen zugelegt, weil ich Probleme habe, die Klammern zu bedienen, die man zusammendrücken muss. Aber als ich dann in meinem Korb mit ungefähr 200 Holzklammern wühlte und die mit einem unbeschreiblichen Geräusch, das den Widerstand der nassen Wäsche wiedergab, auf die Wäschespinne steckte, das hörte sich so nach meiner Kindheit an, dass es mir einen Schauer den Rücken runterjagte…

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