„Gesundheit!“

Danke. Aber wo steckt die eigentlich dieses Jahr? Langsam gehe ich auf dem Zahnfleisch. Seit Anfang des Jahres bin ich erkältet. habe Grippe, seit drei Wochen plagt mich eine Bandscheibe extrem (das böse V-Wort), und jetzt bin ich schon wieder mit Bronchitis und Nebenhöhlenentzündung am kämpfen. Fühle mich wie Wackelpudding mit verspannter Gelatine….

Ich weiß, verglichen mit anderen ist das Jammern auf sehr hohem Niveau, aber es nervt einfach. Ich hatte mir für die ersten Monate so viel vorgenommen. Auf mich wartet meine Abschlussarbeit, die Buchführung für die Firma muss mal wieder fertigwerden, weil der Steuertermin bevorsteht, der Garten schreit mich förmlich an und im Haus gibt es auch so viel zu tun. Davon abgesehen sind da noch die Termine, zu denen ich ehrenamtlich tätig bin und die mir wirklich wehtun, wenn ich sie absagen müsste.

Meinen Plan, mit einer Freundin eine Wochenendpilgertour zu machen, habe ich vorsichtshalber erst mal ad acta gelegt.

Und mein bester aller Ehemänner meint, ich solle mehr auf meinen Körper hören. Ganz hinten im Kopf sitzt ein schüchternes kleines Mädchen, das wispert: „Ja, recht hat er. Du hast nur die eine Gesundheit, dein Körper sagt deutlich STOPP zu dir.“ Aber vordergründig steht eine derbe alte Bäuerin, die mir zu verstehen gibt, dass die Arbeit nun mal getan werden muss, wenn sie anliegt, nun stell dich nicht so an, Mädel. Hat noch niemandem geschadet.

Kennst du das auch? Mein innerer Schweinehund sagt nicht zu mir „Was du heute kannst besorgen, das verschiebe gleich auf morgen“, sondern „Warum hast du noch nicht gestern erledigt, was du heute vorhast???“ Ist das unsere Erziehung oder machen wir uns diesen Druck selbst? Ich bin da bestimmt vorbelastet durch meine Herkunft, aber ist es nicht auch unsere ganz eigene Verantwortung, wie wir mit uns umgehen?

Ich bin mal gespannt auf den Ausgang meines inneren Kampfes David gegen Goliath. Ich traue mir selbst nicht, weil ich hin und her gerissen bin. Und ich schreibe das hier nicht aus Selbstmitleid (denn ich habe mir meine Situation ja zum größten Teil aktiv ausgesucht), sondern um dich zum Nachdenken anzuregen, ob es dir nicht auch von Fall zu Fall so geht. Gerade wir Frauen, aber mit etwas anderer Gewichtung auch die Männer, wir stehen doch alle immer wieder vor der Entscheidung, wie wir mit uns umgehen, oder ob uns die äußeren Umstände wichtiger sind.

Autor: Annuschka

Ostwestfälisch beharrlich, meistens gut gelaunt, Ehefrau von Edgar, Mutter von drei tollen Töchtern. Mit vielen Interessen gesegnet oder geschlagen, je nach Sichtweise ;-)

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