Auf zu neuen Ufern: Folge 1

Wie versprochen, ein kleiner Einblick in die Exkursion vom letzten Mittwoch.

Was ihr auf dem Beitragsbild seht, ist das Rad des Lebens. Es spielt im Buddhismus eine große Rolle. Aber ehrlich gesagt, im buddhistischen Zentrum gab es für uns so viel Neues und Informationen, dass ich mir nicht alles merken konnte, daher kann ich dieses Rad jetzt auch nicht näher beschreiben. Aber dafür gibt es gute Quellen im Netz.

Im Inneren des Rades finden sich die drei Grundübel: Die Gier (symbolisiert durch den Hahn), der Hass (Schlange) und die Verblendung (Schwein). Auch als Christ kann man das nachvollziehen, denn abgesehen von den tierischen Symbolen (mir tut ja irgendwie das Schwein leid…) sind wir uns denke ich ziemlich einig, dass diese Eigenschaften für sehr viel Ärger in der Welt sorgen. Braucht man nur mal bei Facebook online gehen…

Dann gibt es sechs Daseinsformen: Götter, eifersüchtige Götter (Titanen), Menschen, Tiere, Hungergeister und Höllenwesen. Und nun ratet mal, welche Daseinsform die erstrebenswerteste ist? Es ist (tätä!!!): der Mensch. Krone der Schöpfung? Nein. Das eher nicht, das ist die christliche Sichtweise. Die menschliche Lebensweise ist zwar geprägt von Altern, Krankheit, Leiden, aber die Lebensform, die es am ehesten ermöglicht, die Lehren Buddhas zu hören, aufzunehmen und zu verinnerlichen, also gemäß der Lehre zu leben und so eventuell sogar den Ausstieg aus dem unendlichen Kreislauf zu finden (ins Nirwana einzugehen).

Die Götter sind dagegen ziemlich egozentrisch. Sie sind zwar auch nicht unsterblich, nicht frei von Leiden und Tod, aber sie haben eine ziemlich glückliche Daseinsform und sehen daher erstmal gar nicht ein, dass sie irgendwas ändern sollten bzw. etwas lernen sollten.

Die eifersüchtigen Götter sind sowas wie Götter zweiter Klasse oder Halbgötter. Sie hadern ständig damit, dass sie nicht zu den Göttern gehören und haben durch diese Eifersucht keine Zeit, belehrt zu werden.

Die Tiere haben kein Bewusstsein wie die Menschen und auch nicht die Fähigkeit zur Selbstreflektion (wenn ihr mich fragt, fehlt die allerdings auch vielen Menschen…). Es ist deshalb sehr schwierig, sich aus dem Tierdasein zu befreien.

Die Hungergeister heißen so, weil ihr vorheriges Dasein (gern als Mensch) von Gier, Neid und Unersättlichkeit geprägt war. Noch Fragen?

Und die Höllenwesen finden sich in heftigen Qualen wieder, sie sind voller Hass, durch unheilvolles Karma hierhergelangt.

Karma habt ihr ja sicher schon gehört. Karma wird einem Wesen mitgegeben, aber es wird auch verbraucht. Durch seine Taten kann man Karma auch wieder aufbauen, und je nachdem, was man tut oder lässt, kann es gutes oder schlechtes Karma sein.

Buddhismus ist eine ziemlich anstrengende Weltanschauung, denn um gutes Karma aufzubauen, soll der Buddhist sich bemühen, in seinem Leben weder Mensch, Tier noch Umwelt zu schaden, möglichst nur gutes zu tun und gelassen zu werden. Alle negativen Emotionen soll man überwinden. Daher ist es eigentlich ziemlich widersinnig, dass in Deutschland in vielen Wellness-Oasen Buddhas herumstehen. Klar, ist dieses Ziel erstmal erreicht, hat jemand den Bewusstseinszustand erreicht, ohne Bedürfnisse, ohne Begierden, ohne Hass und Leid ein vollkommen glückliches und losgelöstes Leben zu führen, dann ist es sicherlich entspannend. Aber der Weg…. Uff!

Es kommt nur auf die Fähigkeit des einzelnen Menschen an, alles muss Mensch selbst tun, und wenn ich als Mensch schwach bin, dann stehen meine Chancen einfach ziemlich schlecht. Das ist etwas, was ich als Christ nur mit Schwierigkeiten denken kann, denn ich lebe aus der Vergebung, die mir zuteil wird, wenn ich mein Leben Christus anvertraue. Die Wahrscheinlichkeit, als Mensch an hohen Ansprüchen zu scheitern, grenzt an 100%, während die Wahrscheinlichkeit, alles, aber auch alles richtig zu machen, eher gegen NULL tendiert. Ohne einen Erlöser möchte ich persönlich nicht leben müssen…

Interessant war es aber auf jeden Fall, sich einmal Gedanken darüber zu machen. Wir haben vieles gesehen, das uns sehr exotisch erschien, vor allem aber wurden wir sehr nett aufgenommen.

Die Vorstellungen von Judentum und Hinduismus folgen. Übrigens habe ich an allen drei Orten nicht fotografiert. Wenn ich in eine Kirche komme und es ist dort gerade kein Gottesdienst, es halten sich möglicherweise außer mir keine Leute dort auf, dann weiß ich einigermaßen, was ich fotografieren kann und was nicht. In den Räumen der „fremden“ Religionsgemeinschaften habe ich diese Sicherheit nicht und dann verzichte ich lieber.

 

Autor: Annuschka

Ostwestfälisch beharrlich, meistens gut gelaunt, Ehefrau von Edgar, Mutter von drei tollen Töchtern. Mit vielen Interessen gesegnet oder geschlagen, je nach Sichtweise ;-)

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