Es ist Donnerstag…

… und es regnet. Unspektakulär, meinst du? Beides empfinde ich augenblicklich als wohltuend. (Bis auf die Tatsache, dass auf meiner Tastatur das „N“ klemmt, entspannt mich nämlich beides gerade enorm)

Fange ich mal mit dem Regen an. Der DWD hatte für gestern Abend über OWL Gewitter angekündigt. Aus Sorge um meine schönen Rosen im Garten hab ich deshalb alle mal fotografiert, so ist die Collage oben entstanden. Aber so oft ich auch das Regenradar befragte, es regnete im Südwesten, es regnete nordöstlich von uns, aber einige unbeugsame Gegenden: Ostfriesland, Münsterland und Ostwestfalen, bekamen nix ab. Ich mag nicht glauben, dass es an dem Menschenschlag dort liegt. Das eigentliche Problem für mich: meine Wassertanks sind fast leer, und ich habe begonnen, überall dort, wo Kalle buddelt, etwas zu pflanzen (wenn er das sowieso schon tut, kann es ja auch gleich zu etwas nütze sein, oder?) Ich muss also viel gießen. Es soll ja auch anwachsen. Heute früh verriet mir Google, dass ab 8:00 Uhr in Porta Westfalica Regen erwartet wird. Er kam dann wohl mit der deutschen Bahn, also zeitlich etwas großzügig ausgelegt pünktlich😁. Aber die Hauptsache: zurzeit zumindest ist es ein richtig schöner Landregen, nicht zu schwach, aber auch nicht zu stark. Meinetwegen darf das jetzt gern zwei Tage dauern.

Und es ist Donnerstag. Toll. Gibt es jede Woche, na und? Zur Erklärung: Donnerstag ist seit letzter Woche der einzige „normale“ Tag der Woche. Weil Kathrin donnerstags Präsenzunterricht in der Schule hat. Es ist ja nicht so, dass wir uns den Rest der Woche auf der Pelle hocken oder so, jeder von uns dreien sitzt meist im eigenen Zimmer und macht seinen Kram, aber irgendwie treffen wir uns zwischendurch immer mal wieder in der Küche oder auf der Terrasse und machen einen Schwatz, spielen mit den Hunden, also es ist irgendwie auch immer etwas Ferienatmosphäre dabei. Zumindest mein Tagesablauf ist davon immer wieder aus dem Trott gerissen. Das ist gar nicht unbedingt schlecht, ich habe nur öfter mal das Gefühl, ich schaffe dadurch nicht so viel. Andererseits hat es aber auch eine Qualität, denn die vier Jahre bis zu Kathrins Abi werden so schnell vorbei sein, und dann verlässt auch das letzte unserer Küken das Nest. Darüber denke ich lieber nicht so nach.

Und sonst so? Über Pfingsten habe ich bei meinen Stoffen eine spezielle Art von „Inventur“ gemacht. Also nicht so klassisch mit zählen und notieren, wovon wieviel da ist, sondern ich habe mir eine Kiste nach der anderen vorgenommen, ausgeleert, alle kleinen oder größeren Stücke gebügelt und bewertet, ob sie noch groß genug sind (so ab 4×4 cm), um damit zu nähen. Lange dünne Streifen wurden aussortiert, damit kann ich auch noch was anfangen, und durcheinander geratene Farben kamen wieder in die richtigen Kisten. Dabei kamen Erinnerungen an zurückliegende Nähprojekte, an Orte, wo ich die Stoffe erworben habe oder auch Aha-Momente: Ach, da habe ich also doch noch einen schlicht gelben Stoff für eine Rückseite? Hätte ich nicht gedacht… Die nächste Herausforderung, die im Hinterkopf lauert: Ich brauche eine vernünftige Preiskalkulation und die entsprechende Liste. Und zwar so, dass nicht alle potentiellen Käufer hinten rüberfallen, Stoffpreise und Arbeit aber trotz allem einen angemessenen Platz finden. Eine Idee habe ich schon, muss die aber jetzt in ein Excel-Kalkulationsschema gießen. Uff. Aber auch sowas gehört dazu. Die Nähmaschine muss noch ein paar Tage warten, aber zumindest habe ich das Quilttop für meinen ersten Auftrag schon soweit fertig. Es muss noch gequiltet werden und dann die Rückseite für das Kissen genäht werden.

Wieder Themenwechsel. Das geht hier zu wie in meinem Kopf, sorry. Seit einigen Tagen habe ich schon ein paar Zeitungsseiten auf dem Schreibtisch liegen, weil mir Themen aufgefallen sind, die in der letzten Woche in der Lokalpresse hochkamen und die ich ziemlich erwähnenswert fand. Um hier wieder Ordnung zu bekommen, verbrate ich die jetzt noch kurz und knackig:

Als erstes: Beim Kompostwerk unseres Entsorgers beklagt man, dass immer mehr Restmüll und Wertstoffe in den Biotonnen landen. Ich frage mich: Warum? Es liegt doch auf der Hand, dass am Ende alle Haushalte dafür zahlen müssen, wenn wegen des erhöhten Sortierbedarfs die Gebühren steigen und zudem die Qualität des gewonnenen Komposts deutlich sinkt. Klar kann es passieren, dass man mal den falschen Tonnendeckel hebt, aber wenn ich am Abend vor der Leerung der Biotonnen mit den Hunden durchs Dorf gehe, dann sehe ich aus manchen Biotonnen sogar oben die Restmülltüten mit nicht kompostierbaren Abfällen herausragen. Da die Tonnen nicht mehr von Müllwerkern an die LKWs gefahren werden, sondern mit automatischen Seitenladern gearbeitet wird, fällt das den Fahrern sicher nicht immer auf. Denn diese Tonnen müssten eigentlich stehen bleiben mit dem Vermerk an die Besitzer, sie mögen bitte erst mal selbst ihren Müll ordentlich sortieren…

Minden hat Busfahrermangel. Und es wird damit gerechnet, dass dieser sich verschärft. Aber gerade der ÖPNV sollte doch eine Hauptsäule der sich wandelnden Mobilität werden. Hm. Wenn sich die Lufthansa verkleinert, könnten doch Piloten …, aber die sind eindeutig überqualifiziert (obwohl, ein bisschen erinnert es schon manchmal an Tiefflüge, wenn die Busfahrer in die Kurven brettern, weil sie noch die Ampelphase erwischen wollen) und hätten dann wesentlich geringere Gehälter. A propos Lufthansa, ich hoffe schwer, dass die Bundesregierung als Anteilshalter der Lufthansa sich zwar nicht in die Flugpläne, dafür aber in die Steuergestaltung einmischt. Denn ein Konzern, der letztendlich von jedem einzelnen Steuerzahler gestützt wird, der sollte auch verdammt nochmal alle seine Steuern hier zahlen und sich fair verhalten. Punkt!

Die Rubrik „Mittagstisch“ ist eine Sammlung von Restaurants und Bistros in der Stadt, die mittags Essen (zum Mitnehmen) für alle anbieten, die nicht selbst kochen mögen oder bei der Arbeit etwas nahrhaftes in der Mittagspause essen wollen. Ich schaue da gern durch, auch zur eigenen Inspiration. Aber mit einer Vegetarierin im Haus und zwei Menschen, die nicht mehr bereit sind, Schlachthauskonzerne zu unterstützen, hat es nur noch wenig Wert. Fast jeder Anbieter (außer dem Fischbäcker) hat Fleisch an jedem Tag im Angebot. Und alles andere ist „Sättigungsbeilage“. Da steht noch viel Umdenken bevor.

Insgesamt stelle ich fest, dass mich in den Lockdownzeiten das Zeitunglesen mehr entspannt hat. Klar gab es die täglichen Corona-Meldungen, aber die Redaktion hat in der Zeit unheimlich viel Ermutigendes geschrieben, positive Dinge, die Menschen in unserer Region auf die Beine gestellt haben. Jetzt, wo immer mehr gelockert wird, kommt der alltägliche Wahnsinn aus Vor-Corona-Zeiten wieder: Meckerei an der Regierung, an Deutschland, an jedem Pups, der quer sitzt. Begehrlichkeiten von großen Lobbygruppen, Wirtschaftsverbänden, neoliberalen Akteuren. Alles weiter, höher, schneller! Weg ist die Demut, die Erkenntnis, dass es nicht immer so weitergehen kann.

Ich höre jetzt auf. Sonst ist meine positive Grundstimmung vom Anfang des Artikels völlig im Eimer. In diesem Sinne: Ich hoffe, du kannst auch das Geräusch von sanft fallendem Regen genießen und musst nicht fürchten, dass ein Sturzbach durch deinen Keller fließt. Einen schönen, ganz normalen Donnerstag!

Autor: Annuschka

Ostwestfälisch beharrlich, meistens gut gelaunt, Buchhändlerin, Ehefrau, Mutter von drei tollen Töchtern, Hundemama, Jugendarbeiterin (in zeitlicher Reihenfolge des Auftretens). Mit vielen Interessen gesegnet oder geschlagen, je nach Sichtweise ;-)

Ein Gedanke zu „Es ist Donnerstag…“

Kommentar verfassen

Bitte logge dich mit einer dieser Methoden ein, um deinen Kommentar zu veröffentlichen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s

Schnippelboy

Ein Tagebuch unserer Alltagsküche-Leicht zum Nachkochen

Birthes bunter Blog-Garten

Grüner Garten-Frische Küche-Bunte Alltagswelt

Stachelbeermond

Wie das Leben - schön und stachelig

Wortman

Willkommen in den WortWelteN

CoffeeNewstom

Toms Welt des Kaffees

Freidenkerins Weblog

Bilder, Gedanken, und Geschichten.

MRS SQUIRREL I WOHNEN - KREATIVES - LIFESTYLE

WOHNEN I GARTEN I DIY I LIFESTYLE

mutter-und-sohn.blog

Kluge Gedanken. Aus dem echten Leben

wortverdreher

Texte und Gedichte zu den Themen Tanzen und Leben

Kulturbowle

KulturGenuss, Bücherlust und Lebensfreude

reisswolfblog

"Bücher bieten keine wirkliche Rettung, aber sie können den Geist davon abhalten, sich wund zu kratzen." - David Mitchell

Spinnradl

... den Faden aufnehmen und weben und schreiben ...

wortwabe

Lies mich! Read me!

Naturgeflüster

Impulse für ein natürliches Leben mit einer seltenen Erkrankung

Taufrisch war gestern

Birgit Jaklitsch: Journalistin, Bloggerin, Autorin

romanticker-carolinecaspar-autorenblog.com

Vorstellung meiner Bücher - Blog: Romanti(c)ker

Linsenfutter

Tier-, Naturbeobachtungen und mehr. Als Hobbyfotograf berichte ich. Stets suche ich Futter für die Linse meines Fotoapparates.

Künstlerhof Lavesum

Einblicke, Geschichten und mehr

Natis Gartentraum

Alles rund um den Garten, Ausflüge und mehr

Meine literarische Visitenkarte

Aus der Feder geflossen und vor die Linse gesprungen

-Naturliebe-

Im Fluss Des Lebens - Altes und Neues wissen

Steinegarten

Pflanzen, Steine und mehr

Die gnädige Frau wundert sich

Szenen eines unordentlichen Lebens

Querbeet

Bücher, Rezensionen, Rezepte, Katzen und mehr

Mein innerer Garten

Leben in emotionaler Instabilität

Wildgans's Weblog

Lese- und Lebensdinge

wupperpostille

...in Verbindung bleiben...

Sustainability

plastic free

Puzzleblume ❀

mit Wurzeln und Flügeln

Reginas Geschichten und Gedichte

Neu: viele Geschichten auch als HÖRGESCHICHTEN

watt & meer

Der Blog watt & meer erzählt von den kleinen und großen Wellen, von Alltag und Urlaub und dem Glück auf 4 Pfoten.

Webgeflüster mit Seele

Der etwas andere Blickwinkel

Hinter den Türen der Stadt

Geschichten mitten aus dem Leben; über Momente die uns prägen, Freude, Schmerz, Hoffnung und Schicksal dem wir täglich begegnen. Ein kleiner Blick ins Innere, ein Blick hinter die Tür.

Tutto paletti

Perfekt auf die entspannte Art

Kaya - Border Corgi

Hundeblog - Alltag mit Hund, DIY, Erziehung, Tricks, Produkttests

anwolf.blog

Unterwegs auch mit Hund

7geisslein

Ein Blog über das Leben einer Familie mit allem was zu uns gehört: fünf Kinder, der beste Ehemann von allen, der alltägliche Wahnsinn und das große Glück in den kleinen Dingen gemäß unserem Trauspruch "Ubi Caritas et amor ibi deus est"

ein Anfang und kein Ende

meine gelesenen Bücher und Rezensionen

Wortverloren

Rezensionen und mehr

%d Bloggern gefällt das: