Gottesdienst in Corona-Zeiten

Ja, es ist anders und auch gewöhnungsbedürftig. Und ja, es ist merkwürdig, mit Maske in die Kirche zu gehen, sich dort namentlich registrieren zu lassen und sich dann auf vorher definierte, gleichmäßig verteilte Plätze zu setzen. Und statt zu singen, sich Vorträge von Orgel, Klavier oder Gitarre anzuhören.

Aber andererseits: verteilt haben die Besucher schon immer gesessen, nur eben auf ihren „Stammplätzen“, am liebsten möglichst weit weg vom Pfarrer. Durch die gleichmäßige Verteilung und die „Abstandsdeko“ in unserer Kirche sieht es von hinten aus gesehen sogar voller aus als sonst.

Naja, und was den Gemeindegesang angeht, wenn 40 Menschen in einer Kirche sitzen, die über 1000 Leute fasst, und dann noch die Orgel gespielt wird, man wird dann gerade bei Liedern, die nicht so geläufig sind, meist vom Instrument übertönt.

Deswegen mag ich an unserem Corona-Gottesdienst-Konzept, dass sich Musiker aus den Bereichen Organisten, Chorleuten, Lobpreis abwechseln und dass dadurch eine größere Vielfalt an Musikstilen vorkommt. Auch ungewöhnliche musikalische Allianzen entstehen. Und dadurch bekommt der Gottesdienst auch eine Dimension von Kulturvermittlung: ohne mich auf einen Text konzentrieren zu müssen, kann ich die Musik genießen, verinnerlichen, einfach wirken lassen.

Also gilt hier wie in vielen Lebensbereichen: nicht nur beklagen, was alles nicht so klappt oder Nachteile bringt, sondern einfach mal darauf einlassen und ganz neue Schätze entdecken😊.

Autor: Annuschka

Ostwestfälisch beharrlich, meistens gut gelaunt, Buchhändlerin, Ehefrau, Mutter von drei tollen Töchtern, Hundemama, Jugendarbeiterin (in zeitlicher Reihenfolge des Auftretens). Mit vielen Interessen gesegnet oder geschlagen, je nach Sichtweise ;-)

9 Kommentare zu „Gottesdienst in Corona-Zeiten“

  1. Das finde ich ja eine nette Geste, die Bänke so zu schmücken.
    Die katholische Fraktion bei mir bietet:
    26 Plätze mit Anmeldung, Mund-Nasen-Schutz, kein Gesang, nicht mal Summen, aber die Orgel spielt und ja – es ist nicht wie sonst, aber es tut trotzdem gut.

    In meiner eigentlichen Zu-Hause-Pfarrei (ich gehe momentan fremd) geht es erst ab kommenden Sonntag los, mit einem Gottesdienst für max. 30 Leute. Allerdings haben die einzelnen Kreise auch schon Wortgottesdienste vorbereitet und durchgeführt und das war sowohl berührend als auch von der Vorbereitung sehr schön.
    Diese neuen Formen gehören jetzt einfach dazu!

    Liebe Grüße dir!

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    1. Die Kreise sind dafür bei uns noch abgetaucht und das Presbyterium überlegt aktuell, in welchem Umfang man da langsam wieder starten könnte. Es sind ja häufig viele Risikogruppen vertreten, da gilt es also, vorsichtig zu sein. Aber die Hauptsache, es finden überhaupt wieder Begegnungen statt. Besser langsam als gar nicht und erst recht besser als überstürzt.
      Dir auch liebe

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      1. Die Vorsicht unterstütze ich auch!

        Ich habe eine Internetfreundin, sie ist auch evangelisch und in deren Kirche könnten nur 10 Leute zusammen kommen. Nun hat der Pfarrer eine Andacht in privaten Gärten vorgeschlagen, zu denen er selbst auch kommt und die von Ehrenamtlichen vorbereitet werden. Finde ich eine tolle Alternative! (nur so als Anregung) 🙂

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  2. Schön in Text und Bild.
    Ich sehe die Situation auch als Chance, neue, andere Formen auszuprobieren. Wann, wenn nicht jetzt? Denn in vielen Gemeinden ist die Bereitschaft dazu nicht besonders ausgeprägt.
    Mal sehen, vielleicht mache ich nächstens auch mal ein kleines, feines Andachts-Angebot.
    Liebe Grüße
    Judith

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    1. Liebe Judith, danke für deine Einschätzung. Leider kleben zu viele an der Einstellung, neue Möglichkeiten zu nutzen, bedeute „Anbiederung an den Zeitgeist“. Dieser Zeitgeist muss etwas sehr übles sein😉. Oder es fehlt auch einfach Medienkompetenz.
      Und: au ja, kleines feines Andachts-Angebot finde ich total gut.
      Liebe Grüße auch dir,
      Anja

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      1. Echt? Das sind so Sachen, darüber brauchen sich Protestanten keine Gedanken machen. Da sind wir nur unserem eigenen Gewissen und eben Gott selbst verpflichtet. Macht einiges einfacher, dieser „kurze Dienstweg“. Dafür machen wir es uns mit anderen Sachen schwer(er)🤷‍♀️. So hat jeder sein Päckchen zu tragen.

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