Tag 12 – Weihnachten bei Hoppenstedts

|Werbung, unbezahlt|

Leider müsst ihr heute wieder ohne Bild auskommen, es war gestern in der Buchhandlung ein Zustand erreicht, bei dem ich nicht fotografieren konnte. Aber wenn ihr eure bevorzugte Suchmaschine nach dem Titel fragt, findet ihr auf jeden Fall den zugehörigen Sketch. Der sorgt bei mir für einige Augenblicke Ablenkung und ein breites Grinsen im Gesicht:

Opa: „Früher war mehr Lametta…“ – Vater: „Dieses Jahr bleibt der Baum grün. Naturgrün!“ – Mutter: „Mit frischen Äpfeln.“ Das grüne Bewusstsein wird im nächsten Augenblick durch die Berge an Geschenken mit Massen von Verpackungsmaterial zunichte gemacht, das „Weihnachtsgedicht“ von Sohn Dickie (na, wer weiß es?) schenkt besinnliche Stimmung und spätestens, als das selbstgebastelte Atomkraftwerk explodiert, ist Weihnachten gelaufen.

Wisst ihr was, das ist gepflegte deutsche Spießer-Realsatire. Zwischendurch tut es der Seele gut, sich mit solcher Situationskomik zu beschäftigen, denn seien wir mal ehrlich, was in manchen deutschen Köpfen derzeit an Gedankengängen abläuft, hätte Loriot sich möglicherweise in seinen kühnsten Träumen nicht ersonnen. Vermutlich sitzt er irgendwo auf einer Wolke, schüttelt den Kopf und sagt zu seinen Kumpels „Kannste dir nicht ausdenken…!“

Im Buch findet ihr natürlich nicht nur diesen Sketch, sondern auch andere Einblicke in das Familienleben der Hoppenstedts. Ein skurriles Feuerwerk an allzu menschlichen Macken, die wir möglicherweise peinlich berührt auch bei uns selbst wiederfinden könnten. Und das ganz ohne Feinstaub, Krach und Müll.

Ein Tipp am Rande: Vermutlich habt ihr noch Montag und Dienstag Zeit, euch mit Weihnachts- und Jahreswechsellektüre bei eurem örtlichen Buchdealer persönlich einzudecken. Bitte zieht euch für einen Besuch in der Buchhandlung warm an und nehmt eventuell eine Thermoskanne Tee mit. Es ist damit zu rechnen, dass in den beiden kommenden Tagen eine Stimmung herrscht wie in anderen Jahren am 23. und 24. Dezember, nur eben für einen Kunden pro 20qm. (Wir konnten uns gestern endlich auch mal so ein bisschen fühlen wie ein Elektronikmarkt an dem Tag, wo ein neues iPhone rauskommt😁.) Übrigens: Auch in der Zeit eines Lockdowns werden euch eure BuchhändlerInnen telefonisch oder über ihre Onlinepräsenz mit Rat und Tat zur Seite stehen und auch zusehen, dass eure Bücher zu euch nach Hause geliefert werden.

Habt dann aber auch bitte Verständnis, wenn bei uns Buchverrückten dann und wann die Nerven blank liegen, wenn wir das drölftausendste Mal erklären müssen, dass der ausgesuchte A****n-Self-Publishing-Titel nicht von einem Tag auf den anderen bestellt und geliefert werden kann…

Bibliografische Angaben: Loriot, Weihnachten bei Hoppenstedts, Diogenes, ISBN 978-3-257-02167-7, € 12,- (Österreich € 12,40)

Autor: Annuschka

Ostwestfälisch beharrlich, meistens gut gelaunt, Buchhändlerin, Ehefrau, Mutter von drei tollen Töchtern, Hundemama, Jugendarbeiterin (in zeitlicher Reihenfolge des Auftretens). Mit vielen Interessen gesegnet oder geschlagen, je nach Sichtweise ;-)

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