Frühling

Zu den abc.Etüden von Christiane kommst du hier. Danke für die Schreibeinladung. Es juckt mich in den Fingern, die Wörter von Sabine der Jahreszeit entsprechend umzusetzen:

„Mama, ich gehe ins Feld. Ein bisschen Spazierengehen kann nicht schaden. Es ist so tolles Wetter heute. Kaum zu glauben, dass letzte Woche noch Schnee lag.“ Ich freue mich, dass sie raus will. Nicht immer nur im Zimmer sitzen, vor dem Tablet, in Videokonferenzen. Oder Aufgaben bearbeiten. Freizeit und frische Luft muss auch sein. Die erwachende Natur neu entdecken. Und es ist ja auch tatsächlich so: Innerhalb einer Woche sind die Temperaturen um 30 Grad gestiegen.

Doch dann sehe ich, was sie für Klamotten anhat und das Muttertier kommt mit Macht durch: „Kind, nimm wenigstens deine Strickjacke mit. Die Sonne ist trügerisch. Wo sie noch nicht so hinkommt, ist die Luft noch ganz schön kalt. Du bekommst es noch an den Nieren!“ „Ach Mama. Du immer…!“

125 Wörter. (Auto-)biografisch. Das ist tatsächlich der Punkt, an dem ich mich original anhöre wie meine eigene Mutter. Und das schon drei Töchter lang😅. Sie leben alle noch. Ich ja auch.

Autor: Annuschka

Ostwestfälisch beharrlich, meistens gut gelaunt, Buchhändlerin, Ehefrau, Mutter von drei tollen Töchtern, Hundemama, Jugendarbeiterin (in zeitlicher Reihenfolge des Auftretens). Mit vielen Interessen gesegnet oder geschlagen, je nach Sichtweise ;-)

13 Kommentare zu „Frühling“

  1. Man vergisst, wie man selbst in den Teenagerjahren und als Anfangszwanzigjährige „unter Dampf“ gestanden hat, während die Mütter die Tatsachen von fehlende Unterhemdchen und zu leichter Oberbekleidung beargwöhnten, und auf einmal hört man sich selbst dieselbe alte Leier anfangen. Ist schon witzig, von dir auf dem Etüdenwege daran erinnert zu werden.

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    1. Vergessen habe ich es nicht, nur (leider) selbst die Erfahrung mit der Nierenbettentzündung machen müssen. Ob das fehlende Unterhemd der Auslöser war, wer weiß. Aber es hat geprägt. Und jeden Frühling, wenn mir der Satz mindestens einmal rausrutscht, habe ich sowohl einen Dejà-vu-Effekt als auch einen Anflug von schlechtem Gewissen🙈

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    1. Danke. Manche Angewohnheiten sind eben vererbbar und nicht klein zu kriegen.
      Dabei fällt mir gerade ein, um die Jahrtausendwende gab es ein Buch „Trag immer eine saubere Unterhose“, es handelte von den verkorksten Liebeserklärungen von Müttern an ihre Kinder (denn wer möchte denn nicht seinem Kind die Blamage ersparen, im Falle des Falles in der Notaufnahme mit länger getragener Unterwäsche zu landen)😅

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