Los geht’s!

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Ich beginne mal ganz sachte, mit ein paar Statements aus dem Vorwort und dem ersten Kapitel des Buches. Achtet bitte trotzdem darauf, dass ihr gut und fest irgendwo sitzt, denn auch dieser Einstieg hat es in sich!

„Was hinterlassen wir, die Kinder von Wirtschaftswunder, Wachstumsglaube, Freiheit und Frieden, den nächsten Generationen? Wie viele Ressourcen darf jeder von uns verbrauchen? Stimmt es, dass wir in den letzten fünfzig Jahren so viele fossile Brennstoffe in die Luft gejagt haben wie noch nie zuvor in der Menschheitsgeschichte, dass so viele Arten ausgerottet wurden wie seit den Dinosauriern nicht mehr und wir vor einem Kollaps unserer Zivilisation stehen, den wir uns selber eingebrockt haben? Und wenn das so ist: Warum regt das nur so wenige wirklich auf? Haben wir das Thema gezielt ausgeblendet oder falsch kommuniziert?“ (S. 16)

Regt es tatsächlich nur wenige auf oder haben wir resigniert? Aus dem Gefühl heraus, dass wir selbst doch viel zu klein und unbedeutend sind, um einen Unterschied zu machen? Hat es vielleicht auch, gerade in Deutschland, mit unserer Neigung, wenn wir etwas anpacken, dann aber bitte perfekt – und im Gegensatz dazu der Erkenntnis, dass wir „perfekt“ einfach nicht hinbekommen, zu tun? Das sind Fragen, die mir dazu durch den Kopf gehen.

„Ständig stieß ich auf Probleme, von deren Existenz ich vorher noch nicht einmal wusste, geschweige denn, wie sehr wir gerade auf dem Holzweg sind. Da konnte auch einem Berufskomiker das Lachen vergehen. Aber vielleicht fehlte ja auch gerade der Humor, der Perspektivwechsel, das Um-die-Ecke-Denken, um zu verstehen, wie tief wir in der Tinte sitzen?“ (S. 18)

Hm. Mit Humor geht alles besser. Auch wenn es manchmal Galgenhumor ist. Humor befreit, hoffentlich auch das Denken. Auf jeden Fall kann es helfen, auch bei so schwerer Kost mal herzhaft zu lachen. Danke dafür.

Im ersten Kapitel schreibt Eckart von Hirschhausen von einigen Begegnungen mit Menschen, die sich schon sehr lange mit verschiedenen Facetten von Natur, Naturschutz und deren Problemen auseinandersetzten. Zum Beispiel hat er sich mit Jane Goodall unterhalten, der berühmten Schimpansenforscherin, die im hohen Alter immer noch all ihre Energie aufbringt, um für das zu kämpfen, was sie als wichtig und richtig erkannt hat. Sie stellt die Frage: „Wie kann es sein, dass die intellektuellste Kreatur, die jemals auf diesem Planeten gewandelt ist, dabei ist, ihr eigenes Zuhause zu zerstören?“ (S. 30) Außerdem finde ich in ihren Aussagen wenigstens eine mögliche Antwort auf meine Fragen von oben: „Vielleicht erscheint es als ein kaum spürbarer Unterschied bei jedem Einzelnen, aber es ist ein großer, wenn eine Milliarde Menschen ethisch bessere Entscheidungen treffen.“ (S. 32)

Zoologie ist vielleicht nicht so deine Wissenschaft? Bitte, auch ein Physiker gibt Anregungen. Im Gespräch mit Prof. Dr. Ernst Ulrich von Weizsäcker, der zum Beispiel Präsident des Wuppertal Instituts war und auch dem Club of Rome verbunden ist. Sein Ansatz ist entsprechend ganzheitlich physikalisch und da zitiert er Herman Daly (langjähriger führender Ökonom bei der Weltbank) : „Alle Religionen und auch ökonomischen Leitgedanken sind in einer leeren Welt entstanden. Die Menschen lebten verstreut, die Ozeane und die Urwälder blieben stets intakt. Der Anspruch >Macht euch die Erde untertan< war gar nicht anstößig, denn die Natur war unermesslich groß und die Menschheit sehr klein. […]“ (S. 35) Das Zitat geht noch weiter und bietet einen spannenden Einblick, aber ich will ja hier nicht nur spoilern…

Einen hab ich noch, denn dieser Gedanke, den Hirschhausen aufwirft, ist uns in den letzten Monaten und insbesondere Wochen schmerzlich bewusst geworden und er ist immens wichtig, damit wir den Hintern hoch bekommen und zu handeln beginnen:

Wenn wir von>globalen Entwicklungen< sprechen, meinen wir immer: irgendwo anders, Hauptsache nicht hier bei uns. Es ist ein großer Sprung für uns, aus unserem Wohnzimmer, über unserern Stamm, unsere >hood<, unser >Veedel<, unseren >Kiez< hinauszudenken. Global ist nicht irgendwo, sondern überall und damit eben auch hier. (S. 43)

So, einige Denkanreize aus dem Beginn des Buches habe ich euch für heute „aufgegeben“. Ich bin inzwischen schon einige Seiten weiter, es geht ans Eingemachte, aber: mit einer guten Prise Humor und vor allem sehr anschaulichen Beispielen, die schwierige Zusammenhänge begreifbar machen.

Ich erspare mir die bibliographischen Angaben an dieser Stelle, schaut einfach hier nach.

Autor: Annuschka

Ostwestfälisch beharrlich, meistens gut gelaunt, Buchhändlerin, Ehefrau, Mutter von drei tollen Töchtern, Hundemama, Jugendarbeiterin (in zeitlicher Reihenfolge des Auftretens). Mit vielen Interessen gesegnet oder geschlagen, je nach Sichtweise ;-)

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