Unverhoffte Zeit

Wer hat eigentlich den unsäglichen Ausdruck „die Zeit totschlagen“ erfunden? Ich meine, da klagen wir im Allgemeinen ständig darüber, dass wir zu wenig Zeit für dieses oder jenes haben. Wir würden mehr Sport machen, mehr lesen, öfter ins Theater oder Kino gehen, wenn wir denn nur die Zeit hätten…

Ich hatte heute Nachmittag unverhofft ein bisschen Zeit für mich, nur eine knappe Stunde, aber wegen der Entfernung und der Verkehrsdichte lohnte es sich nicht, während des Termins der Tochter nach Hause zu fahren und kaum angekommen, wieder zum Abholen fahren zu müssen. Eine Stunde im Auto sitzen, ohne Schatten (und leider auch ohne Wasser) war auch nicht so eine prickelnde Alternative.

Also fuhr ich zum Wasserstraßenkreuz, das ist nur eine kurze Strecke vom Standort des Termins entfernt, und spielte dort einfach mal Touristin. Schaute mir die Kombi aus alter Schachtschleuse und dem neuen Schleusenmonstrum daneben an,

spazierte Richtung Mittellandkanal, schaute einmal Richtung Schaumburg/Hannover, wo sowohl die „alte“ als auch die „neue Fahrt“ die Weser überqueren, und der Vollständigkeit halber auch einmal gen Westen, da geht es nach Osnabrück.

Und machte ganz viele Handyfotos. Beobachtete ein Schiff beim Abwärtsschleusen:

Und einiges in der Umgebung hab ich auch noch geknipst, unter anderem einen Schaukasten, der dringend mal einen Fensterputzer bräuchte und einen noch relativ jungen Mammutbaum:

Zwischendurch spuckte ein Passagierschiff drei Busladungen Rentner aus, die dann in der vollen Breite (ungefähr 5 Meter) die Promenade beschlagnahmten, wer daran vorbei wollte (ob mit oder ohne Abstand), musste einen Miniabhang hoch und über den Rasen schlurfen. Ein zweites Schiff der weißen Flotte war anscheinend mit einem Betriebsausflug unterwegs: eine Menge Männer jeden Alters und dazu eine Handvoll mittelalterliche Frauen. Was soll es sonst gewesen sein bei der Zusammensetzung der Passagiere?

Meine Zeit habe ich jedenfalls nicht totgeschlagen, sondern gut genutzt. Zum Entspannen.

Autor: Annuschka

Ostwestfälisch beharrlich, meistens gut gelaunt, Buchhändlerin, Ehefrau, Mutter von drei tollen Töchtern, Hundemama, Jugendarbeiterin (in zeitlicher Reihenfolge des Auftretens). Mit vielen Interessen gesegnet oder geschlagen, je nach Sichtweise ;-)

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