Noch ein paar Überlegungen zur Mobilität

Immer, wenn ich über das Thema „eigenes Auto – ja oder nein?“ nachdenke, ist mein erster Impuls: Klar kann ich das abschaffen, denn wir haben ja noch den großen Familienwagen (wo auch die Hunde Platz drin finden). Aber ab und zu ist die Familienkutsche nicht vor Ort, weil damit eine Firmenfahrt oder ein Kurztrip Richtung Wasser unternommen wird. (Das ist auch so eine Sache: mit der Bahn nach Heiligenhafen ist eine kleine Weltreise…) Und wenn diese Fahrten mit meinen Arztterminen oder unvorhergesehenen Zwischenfällen kollidieren, dann kann die Sache ganz anders aussehen.

Ich bin eigentlich der Meinung, dass wir hier zwar ländlich wohnen, aber die Stadt gut angebunden ist. Solange die Stadt Minden ist, stimmt das auch. Allerdings muss ich ab und zu Facharzttermine wahrnehmen, die Ärzte sind aber in Rinteln, Bückeburg und Bad Oeynhausen. Da sieht die Sache schon ganz anders aus. Oder der Mittwochsausflug zum Therapietermin der Tochter: Ist zwar in Minden, aber auf der anderen Seite der Stadt, ohne Umsteigen nicht machbar und damit nach der Schule nicht mehr zu erreichen.

Oder das Klimaticket: Das gibt es in Minden, Bad Oeynhausen, Löhne, Herford. Diese Städte liegen alle in der Tarifgemeinschaft OWL, aber Porta Westfalica ist an dem Klimaticket-System nicht beteiligt, also nutzt mir der Verkehrsverbund überhaupt nichts, denn ich muss ja von Porta aus erstmal hinkommen in eine der Städte rundum. Und das Klimaticket gilt immer nur für die jeweilige Kommune.

Drittes, frustrierendes Beispiel ist unser Wohnwagen: wir haben den nicht unbedingt, weil wir jedes Wochenende damit unterwegs sind. Für den Urlaub einen WoWa mieten wäre sicher sinnvoll. Wenn da nicht Lucy und Kalle wären… Denn ich habe bisher nur einen Vermieter von Wohnmobilen (nicht Caravans) gefunden, der an Hundebesitzer vermietet – und der ist irgendwo in Süddeutschland!

Beim letzten Beitrag „Autokorrektur“ hat Martha sehr eindrücklich kommentiert, welche Probleme sie beim Thema Mobilität hat. Als ich ihr geantwortet habe, fiel mir eine Bahnfahrt vor Jahren mit zwei Kindern ein, die ich jahrelang wahrscheinlich absichtlich aus meinem Gedächtnis verbannt hatte. Mich würde jetzt einmal interessieren, welche Erlebnisse ihr hattet, die im Zusammenhang mit Mobilität und ihren Hindernissen stehen. Oder auch, welche Innovation euch besonders beeindruckt hat (so wie Fahrradparkhäuser in den Niederlanden oder freie Fahrt für Fahrräder in Kopenhagen…).

Autor: Annuschka

Ostwestfälisch beharrlich, meistens gut gelaunt, Buchhändlerin, Ehefrau, Mutter von drei tollen Töchtern, Hundemama, Jugendarbeiterin (in zeitlicher Reihenfolge des Auftretens). Mit vielen Interessen gesegnet oder geschlagen, je nach Sichtweise ;-)

3 Kommentare zu „Noch ein paar Überlegungen zur Mobilität“

  1. Ich wohne mitten in der Großstadt und brauche für die täglichen Wege ganz bestimmt kein Auto. Manche Reisen sind aber ohne Auto schwierig bis unmöglich. Da ich aber – aus Gründen – nicht Auto fahre, muss ich sehr gut planen, mehr Zeit einrechnen und auf das eine oder andere verzichten (wenn z.B. ein Ziel nicht mit öffentlichen Verkehrsmitteln zu erreichen ist). Nun gut, man kann nicht alles haben.

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    1. Danke für den Kommentar. Wenn es nur „man kann nicht alles haben“ wäre, dann hätte ich weniger Probleme, auf meinen Cityflitzer zu verzichten. Das Hauptproblem ist die Gesundheit, denn meine Fachärzte kann ich zum Beispiel nicht einfach wechseln, weil entweder nicht vorhanden oder aber Neupatientensperre😥. Selbst mit dem e-bike wäre es teilweise sehr schwierig, die bei Wind und Wetter zu erreichen. Und wenn schlichtweg kein verfügbarer ÖPNV in die benötigte Richtung vorhanden ist, dann hilft selbst Planung und Zeitpuffer leider nicht.
      Was ich nicht begreife: Mit EDV-Unterstützung wäre es heutzutage so einfach wie nie zuvor, solche Hindernisse oder überhaupt erstmal die Verkehrsflüsse statistisch zu erfassen. Es gibt auch Mobilitätskonzepte, die deutlich näher am Bedarf sind (Bürgerbusse. Anruf-Sammeltaxis etc.), die aber zu oft aus politischen oder verwaltungstechnischen Gründen nicht eingeführt werden.
      Und dann dieses ewige Henne-Ei-Spiel: Muss zuerst ein Angebot da sein oder erst der Bedarf? Es ermüdet leider sehr…

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