Die anderen Probleme sind ja auch nicht weg,…

Symbolbild: Pixabay

… nur weil Krieg in der Ukraine herrscht.

Ich höre oder lese in den letzten Tagen immer häufiger, wenn jemand sich um Klimakrise, Rassismus oder andere drängende Probleme unserer Zeit kümmert: „Aber in der Ukraine ist Krieg, wie kannst du dich da um […] scheren.“

Ich kann bis zu einem gewissen Punkt den Impuls verstehen, der dazu führt. Aber andererseits sage ich mir: Wenn immer dann, wenn irgendwo auf der Welt etwas schreckliches passiert, alle anderen Baustellen pausieren würden, so dass man schön eins nach dem anderen abarbeiten kann, wäre die Bemerkung vielleicht gerechtfertigt. Aber so ist es nun mal nicht. Und es ist auch niemandem damit gedient, wenn alle in Sack und Asche gehen, immer mit dem Gedanken an den Krieg im Kopf. Nicht jede/r von uns hat die Möglichkeit, dagegen etwas sinnvolles zu tun. Deswegen begrüße ich es, wenn viele Menschen einfach weiterhin ihr Talent, Wissen oder Interesse dort einbringen, wo sie für sich und andere die Möglichkeit sehen, etwas zu bewirken. Für die vielfältigen Krisen, von denen es einfach reichlich gibt.

Autor: Annuschka

Ostwestfälisch beharrlich, meistens gut gelaunt, Buchhändlerin, Ehefrau, Mutter von drei tollen Töchtern, Hundemama, Jugendarbeiterin (in zeitlicher Reihenfolge des Auftretens). Mit vielen Interessen gesegnet oder geschlagen, je nach Sichtweise ;-)

16 Kommentare zu „Die anderen Probleme sind ja auch nicht weg,…“

  1. Im Falle „drängender“ Probleme bin ich ganz bei dir, eine Pandemie oder der Klimawandel machen nicht plötzlich Pause, weil sich in einiger Entfernung Menschen erschießen.

    Aber es gibt so Dinge, da wundere ich mich dann doch.

    Wenn die Außenministerin eine „Luftbrücke“ zur Verteilung der Flüchtlinge in Europa zur Sprache bringt, gleichzeitig aber das Sicherheitspersonal an den Flughäfen wegen eines f*****g Euro pro Stunde streikt, wenn in der Ukraine Menschen sterben, hierzulande aber weiterhin Menschen montags auf die Straße gehen, weil man soooo gemein zu ihnen ist und ihnen ihre Grundrechte auf alle Zeiten unwiderruflich weggenommen hat, wenn ALDI Nord Babynahrung weitgehend aus dem Sortiment nimmt, was von langer Hand geplant war, und entschließt, die Restbestände nicht abzuverkaufen sondern in die Ukraine zu spenden und dafür einen Shitstorm erntet, und Menschen bei Twitter schreiben: „Deutsche Kinder aus armen Familien, die auf günstige Aldi-Babynahrung angewiesen sind, können ja verhungern. Diese Gesellschaft kotzt mich so an“, dann habe ich allerdings Fragen …

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    1. Da hast du vollkommen recht. Ich hab es nicht geschrieben, aber ich bezog mich definitiv auf Probleme wie Pandemie, Klima etc.
      Das mit der Babynahrung hatte ich bisher nicht einmal mitbekommen, vielleicht weil ich keine Aldi-Kundin bin oder weil ich meinen Nachrichtenkonsum bewusst eingeschränkt habe.
      Und in Minden haben entweder die Montagsspaziergänge aufgehört oder, was ich wahrscheinlicher finde, die Lokalzeitung berichtet einfach nicht darüber.

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  2. Ich habe größtes Mitleid mit den Menschen. Aber unser Leben geht weiter. Das ist seit vielen Jahren so. Denn irgendwo auf der Welt war immer Krieg. Nur noch nicht so nah.Ich bin dafür zu helfen wo es geht, aber wir dürfen auch an uns und unsere Kinder denken. Wenn es auch sicher schwer fällt.

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    1. Genau. Gestern las ich noch irgendwo, dass wir die vielen Kriege im nahen Osten, Afrika oder auch auf dem Balkan mehr oder weniger gleichgültig hingenommen haben, ohne uns so aus dem Gleichgewicht werfen zu lassen.
      Die vielen Sondersendungen, minütliche Updates bei fb, insta und Co. sind nicht immer hilfreich. Andererseits: würden diese Sendungen keine Quote machen, wären sie auch schnell wieder weg.
      Reines Medienbashing würde also auch zu kurz greifen, wir sind schon irgendwie sensationsgeiler denn je.

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      1. Keine Ursache. Denn es ist ja so. In der Richtung lag übrigens auch mein Anstoß für den Beitrag, weil eine konservativ-katholische Journalistin, die ich eigentlich schätze für ihr Engagement gegen Rechtsaußen, auf fb in den letzten Tagen verbal um sich schlug und dabei deutlich über das Ziel hinasschoss (was ich übrigens auch entsprechend kommentiert habe, leider keine Antwort bekommen🙄).

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    1. Das ist der Unterschied zwischen Mitgefühl und Mitleid. Gefühlt fühlen Menschen immer weniger mit, aber zelebrieren das Mit-Leiden. Das ist vielleicht ein bisschen sehr hart ausgedrückt, aber leider eine Beobachtung, die ich zu oft mache.

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      1. Ich freue mich richtig, dass du das sagst, denn ich sehe das genauso. Die Menschen, die wirklich hilfreich sind und sein können, sind im Normalfall ganz anders unterwegs als die Zelebrierer ihres Mitleid und ihrer Güte…

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    1. Danke. In den letzten Tagen kam ich mir manchmal vor wie ein Alien, weil ich mir dachte: Aber wir können doch jetzt nicht alles andere bleiben lassen, weil Krieg ist. Wir können eben nur, jeder nach seinen persönlichen Möglichkeiten, versuchen ein Leben zu führen, das anderen wenig schadet.

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  3. Absolut, so sehr mir das Geschehen aktuell auf die Antenne geht, müssen er/sie sich dann auf fragen, wie emotional man denn zum Syrienkrieg, zu Hong Kong oder Kriegen in Afrika steht. Wir müssen mit den kleinen Dingen des Alltags und den großen Fragen weiter machen, gar keine Frage!!

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