Zug um Zug

Heute früh beim Zeitunglesen kam ganz spontan die zweite Idee für die aktuelle Etüdenrunde, hier die Einladung von Christiane. Lasst euch mal überraschen, wie ich einen Yachtklub auch komplett ohne Wassersport in ein aktuelles gesellschaftliches Thema hineinbugsiert habe😄!

Pfingsten ist „abgearbeitet“. Moment mal, Pfingsten ist doch ein hohes christliches Fest, wie kann man das abarbeiten? Doch, man kann. Zumindest, wenn man „Deutsche Bahn“ heißt. Mit Ach und Krach, viel zusätzlicher Arbeit für Zugpersonal und Bundespolizei und unvermeidlicher Meckerei von einigen Fahrgästen, die doch tatsächlich geglaubt hatten, außer ihnen wolle niemand für 9 € an die See oder ins Gebirge. Sorry, die Bahn ist doch kein exklusiver Yachtklub, zu dem nur ausgewählte Mitglieder Zutritt haben.
Jahrzehntelang mussten Material und Strecken nach dem Willen von Konzernleitung und Verkehrsministerium massiv abspecken, (stattdessen wurde weltweit in Logistikfirmen investiert), aber jetzt wird händeringend spekuliert, was zuerst vorhanden sein müsse: Mehr Züge, mehr Gleise oder mehr Fahrgäste.
Meine persönliche und sehr bescheidene Meinung: Zug um Zug. Fahrgäste bekommt man nur mit Platzangebot, also muss das als erstes ausgeweitet werden. Und wenn es auch langsam ist (Züge fallen schließlich nicht einfach so vom Himmel), aber es muss endlich begonnen werden, statt nur immer zu debattieren. Und vor allem muss der Service stimmen: funktionierende Toiletten, mehr Pünktlichkeit, sinnvolle (aber nicht überambitionierte und auf Kante genähte) Taktung, passende Durchsagen und genügend Mitarbeiter überall, um Barrierefreiheit zu garantieren. Dann kommen auch mehr Fahrgäste. Die Ertüchtigung von Gleisen und Bahnhöfen muss nebenher angeschoben werden, denn die dauert vermutlich am längsten.
Da bin ich schon beim nächsten Punkt: Bahnhöfe. Seit Jahrzehnten wurden Bahnhöfe geschlossen und mitunter nicht mal besenrein hinterlassen; sie wurden verkauft, zu Eventhalls oder so umgebaut, stattdessen wurde auf „Haltepunkte“ mit klitzekleinen Wetterschutzdächern gesetzt. Nun wächst die Erkenntnis: Das Tafelsilber, das man einmal verscherbelt hat, das ist nun futsch! Es ist wie so oft: Schäden werden vergesellschaftet, während die Gewinne vorher privatisiert wurden. Leider.

Autor: Annuschka

Ostwestfälisch beharrlich, meistens gut gelaunt, Buchhändlerin, Ehefrau, Mutter von drei tollen Töchtern, Hundemama, Jugendarbeiterin (in zeitlicher Reihenfolge des Auftretens). Mit vielen Interessen gesegnet oder geschlagen, je nach Sichtweise ;-)

11 Kommentare zu „Zug um Zug“

  1. Es ist bei der Bahn wie überall: Erst wird kaputtgespart und abgesahnt, und wenn dann alles den Bach runtergegangen ist, reißt man die Augen auf und konnte es vorher ja nicht wissen. Die Bahn ist ein prima Beispiel dafür.
    Ich denke, dass die größten Probleme in den langsam sehr maroden Gleisbetten liegen, das sind die eigentlichen Milliardengräber, sowohl die Unterhaltung als auch der dann wieder dringend benötigte Ausbau (nicht Abbau). Und natürlich haben wir keine Zeit dafür, so wie für alles.
    Danke für die zweite Etüde! 😀
    Erschöpfte Nachmittagskaffeegrüße ☁️🌳☕🍪🌼👍

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    1. Wenn man nicht so auf Prestige-Objekte wie Stuttgart 21 gesetzt hätte, sähe s deutlich besser aus. Gut und funktionierend ist halt besser als perfekt geplant und mau gelaufen…
      Erschöpft klingt nicht so toll. Erholungsgrüße…

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      1. Oder so. Das hatte ich schon gar nicht mehr auf dem Schirm. Aber du hast recht. Im kleinen sind das die ehemals verkauften und später von den kommunen für teuer Geld zurückgekauften Stadtwerke. Aber wenn der Staat die Bahn wieder zurückkaufen wollte, würde Herr Lindner ja sofort kollabieren🤣

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    1. Das ist ja leider auch eine Neverending Story. Ich freue mich schon darauf, wenn ich einmal nicht mehr das Bedürfnis haben werde, in solchen Themen zu prokeln. Aber wetten, dann gibt es anderes?😳

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  2. Die Deutsche Bahn ist nicht privatisiert, Christiane. Sie ist zu 100 Prozent in Staatsbesitz, aber wie ein privates Unternehmen organisiert. Insofern ist der Staat (das Land BW) an Stuttgart 21 keineswegs „unschuldig“, sondern der ausschließliche Verantwortliche.

    Gefällt 2 Personen

    1. Vermutlich nicht genug. Genau so ist es nämlich. Und wie beim Klimawandel auch gibt es seit Jahrzehnten Mahner in jedem einzelnen Bereich, die sich die Münder fusselig geredet haben. Das Hauptproblem scheint mir zu sein, dass egal ob im Bund oder in den Bundesländern immer nur in Legislaturperioden gedacht wird. Nach uns die Sintflut, wir haben ja noch Zeit, sollen sich mal die Nächsten darum kümmern.
      Es ist mitunter so ermüdend…

      Gefällt 1 Person

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