Mein innerer Monk und ich

Wenn Leute aus meiner Familie Sachen in die Spülmaschine räumen, räume ich sie ziemlich häufig wieder um. Damit die Becher (nach Farben geordnet) nebeneinander stehen, die großen Gläser ganz links und die kleinen in der Mitte.

Beim Wäsche aufhängen sortiere ich grundsätzlich ähnliche Teile zueinander und ich achte akribisch darauf, dass die Wäscheklammern zueinander passen. Wenn ich für ein Teil zwei Klammern brauche und es ist nur eine in der Farbe da, benutze ich sie nicht. Jedenfalls beim Wäscheständer, denn da passen die naturfarbenen Buchenholz-Schiebe-Klammern nicht drauf.

Bücher sind nach Genre, innerhalb des Genres nach Autoren und innerhalb der Autoren nach Bandnummern (bei Serien) geordnet. Wenn im vollen Regal irgendwas dazukommt, wird wie wild hin- und hergeschoben, damit die Reihenfolge wieder passt.

Die DVDs sind nach Fantasy allgemein, Marvel (in der richtigen Reihenfolge zum Anschauen), Komödien, Thriller, Musicals, Dokumentation sortiert.

Im Gewürzregal haben alle Gewürze ihren festen Platz. Würde ich spontan erblinden, wüsste ich immer noch, wo ich Chilipulver, Pfeffer, Curry, Basilikum oder die restlichen ca. 25 Sorten finde (vorausgesetzt, es bringt niemand durcheinander). Ähnlich sieht es bei den sechs Essigsorten aus.

Ich habe bei Spotify diverse Playlists: Worship, Country, Filmmusik, 80er Jahre, Hardrock, Klassik, eine Sportplaylist für Hula Hoop… streng getrennt voneinander.

Meine Stoffe werden je nach Farbe in extra Boxen aufbewahrt, die verschiedenen Vliese haben ebenfalls eigene Boxen, alle Scheren und Rollschneider liegen in einer Schachtel, alle Schrägbänder ebenso.

Ich habe im Büro diverse ausgeklügelte Ablagesysteme, streng nach Lebens- und Arbeitsbereichen getrennt. Und trotzdem sitze ich schon seit heute Mittag hier und suche einen ganz bestimmten Vorgang. Weil sich allen Sortierkriterien zum Trotz ein Riesenwust an Unterlagen in den letzten Wochen auf dem Schreibtisch aufgetürmt hat. Weil ich deswegen den Überblick verloren habe. Und obwohl ich genau weiß, dass ich den gesuchten Ordner vor höchstens drei Wochen noch in der Hand hatte. Manchmal muss es einen Kobold in unserem Haus geben, der Dinge auf höchst geheimnisvolle Weise verschwinden lässt und sie nach ein paar Tagen wieder genau dort hinbeamt, wo ich sie drölfzigmal gesucht habe (Denn ich war mir ja felsenfest sicher, wo das Zeug sein muss!)…
Und augenblicklich denke ich, ich habe die Kontrolle über mein Leben verloren.

PS: Dieses ist der 600. veröffentlichte Beitrag. Drei weitere habe ich allerdings aus Gründen zurückgezogen und erstmal als Entwürfe abgespeichert. Zu den Inhalten stehe ich nach wie vor, habe aber ein paar Scherereien damit gehabt aus einem Bereich des politischen Spektrums, mit dem ich einfach nichts zu tun haben möchte.

Autor: Annuschka

Ostwestfälisch beharrlich, meistens gut gelaunt, Buchhändlerin, Ehefrau, Mutter von drei tollen Töchtern, Hundemama, Jugendarbeiterin (in zeitlicher Reihenfolge des Auftretens). Mit vielen Interessen gesegnet oder geschlagen, je nach Sichtweise ;-)

9 Kommentare zu „Mein innerer Monk und ich“

  1. So einen inneren Monk habe ich auch. 😉 Und nach jedem Besuch meiner guten Freundin aus Oberfranken habe ich ebenfalls für ein paar Tage das Gefühl, die Kontrolle über mein Leben verloren zu haben. Denn G. weiß natürlich nichts über meinen inneren Monk, und arrangiert die Dinge so, wie sie es gewohnt ist, und für richtig hält. 😉 Zum Glück kann ich damit sehr gelassen umgehen, und nach einer Weile der Aktivität des Monk ist ohnehin wieder alles so, wie es seine Richtigkeit hat. 😀

    1. Ich komme damit monatelang zurecht, aber manchmal kippt das in einer irren Geschwindigkeit und dann erwischt es mich kalt. Gestern war schon schwierig und heute suche ich mir einen Wolf. Es nervt irgendwie.

  2. Ach ja. Ist doch schon wenn man so einen Monk hat 😉
    Wäscheklammern nehme ich ausgesprochen gern von einer Farbe und das Wühlen danach kann dann schon mal ein bisschen dauern ….

    1. Lange Zeit habe ich das alles ganz unbewusst gemacht bzw. bei den Büchern bin ich einfach der Logik meiner Ausbildung gefolgt.
      Allerdings gibt es Gründe, weshalb ich mich mal näher damit auseinandersetze, was für Spleens ich in meinem Leben versammele und ich bin überrascht, was sich da so alles findet…
      Auch Sachen wie Assoziationen oder das Erkennen von graphischen/geometrischen Mustern in ganz alltäglichen Dingen.
      Ich finde es übrigens sehr beruhigend, dass ich mit so manchem nicht allein dastehe🙂

    2. Nach Farbe hat auch was. Eine Kollegin von mir hat ihren Bücherschrank wie einen Regenbogen sortiert. Das ist übrigens auch bei den Suhrkamp-Taschenbüchern lange Zeit sehr schön möglich gewesen.

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