Nicht auf dem Wunschzettel

Weihnachten kam mal wieder alles anders als geplant. Das sollte mich nicht wirklich überraschen, tat es aber doch. Ich hatte mich die letzten Tage schon nicht wohlgefühlt, aber im Bewusstsein, dass nicht sein kann, was nicht sein darf, hoffte ich, das Tief würde an mir vorüber gehen.

Heiligabend brachte ich noch über die Bühne, Familiengottesdienst, Essen, ein gemütliches abendliches Beisammensein mit Mann, Kind und Hund und auch den Spätgottesdienst um 22 Uhr. Aber am Morgen des ersten Weihnachtstages ging nichts mehr.

Heftige Hustenattacken, Schüttelfrost, der Kreislauf drehte Loopings, das ganze Programm halt. Ich hoffte, ein Tag Ruhe würde alles wieder ins Lot bringen, aber nö. Mitnichten. Es wurde noch heftiger, und nachts war wegen des Hustens kaum Schlaf zu finden.

Gestern verfrachtete mein Bester mich zum Arzt und die Diagnose lautete wie insgeheim schon befürchtet: Lungenentzündung. Na prima. Nicht der erste Jahreswechsel, der mich auf diese Weise aus dem Rennen zieht. Da mir auch die Nachwirkungen der Covid-Infektion zu schaffen machen und mit Asthma im Gepäck ist es aber auch nicht trivial. Und das Antibiotikum der ersten Wahl ist längerfristig nicht lieferbar.

Mit zwei unterschiedlichen Mitteln – die eine Tablette muss ich längs schlucken, es kommt mir vor, als ob ich eine Raumstation einnehmen muss – Bettruhe, viel Trinken und Schlaf, wenn immer möglich, verbringe ich jetzt meine Zeit.

Wenn ich dermaßen ausgebremst bin, passiert fast immer dasselbe: ein bis zwei Tage Denkpause und Dämmerzustand, währenddessen mein Hirn defragmentiert wird. Wie bei Windows XP, wo man so schön den bunten Klötzchen zuschauen konnte, die hin- und hersortiert wurden.

Seit gestern ist meine Festplatte offensichtlich wieder nutzbar, denn seither jagen die unterschiedlichsten Gedanken wie auf einer Carrerabahn durch meinen Kopf. Mir fiel das Stichwort INVENTUR ein und daran knuspere ich seither herum. Das vorläufige Ergebnis muss noch etwas sacken und reifen, aber es wird wohl eine Art Jahresrückblick. Oder so.

Wenn man dann noch so schön von der Tochter bemuttert wird, kann ja alles nur noch besser werden, oder? Sicher ist nur, dass ich Silvester um Mitternacht nicht vor die Tür gehen werde, die Nebenwirkungen der Knallerei lösen schon in gesunden Zeiten fast einen Asthma-Anfall aus.

So. Genug geschrieben, jetzt nutze ich das Krankheitsprivileg und gucke Der Herr der Ringe. Mitten am Tag. Im Bett auf dem Notebook. Dekadent…🤭

Autor: Annuschka

Ostwestfälisch beharrlich, meistens gut gelaunt, Buchhändlerin, Ehefrau, Mutter von drei tollen Töchtern, Hundemama, Jugendarbeiterin (in zeitlicher Reihenfolge des Auftretens). Mit vielen Interessen gesegnet oder geschlagen, je nach Sichtweise ;-)

20 Kommentare zu „Nicht auf dem Wunschzettel“

  1. Oh wie doof, das tut mir leid. Kurier dich gut aus!
    Wird wieder geknallt in Deutschland? Ich erinnere mich, dass es zwei Jahre lang verboten war. Da werden viele etwas nachholen wollen. Behalte besser auch die Fenster geschlossen.
    Alles Gute!

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    1. Danke und ja, ist leider wieder erlaubt, gegen jede Vernunft. Ich mag gern Feuerwerk, mit einer schönen Choreo, von Profis. Aber dieses sinnlose Geballer, wo innerhalb von Minuten so viel Geld und Ressourcen verbrannt werden, nee. Fenster bleiben sowieso wegen des Hundes zu. Hier wurde gestern Nacht schon vereinzelt geknallt. Obwohl noch gar nicht verkauft werden darf. Dir ebenfalls alles Gute.

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      1. Danke dir! Deine Meinung teile ich voll und ganz. Ein professionelles Feuerwerk an schönen Orten mit guter Sicht, wo alle etwas davon haben. Unterschreibe ich sofort.

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  2. Du machst ja Sachen!!! Ich wünsche dir viel Geduld, eine schnelle Genesung und alles, was du jetzt brauchst.
    Lass dich umsorgen und verwöhnen und komm gut ins neue Jahr! Warum nicht auch mal im Liegen … ?

    Von herzen,
    Anna-Lena

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    1. Danke Reiner, deswegen habe ich mich dieses Mal auch selbst konsequent ins Bett verfrachtet und lottere da jetzt seit Sonntag herum.
      Das blöde ist, dass der Husten nachts am stärksten ist und ziemlich hartnäckig, aber es wird. Filme, Bücher und Tee machen es erträglich.
      Bloß der Kaffee schmeckt noch nicht wieder, aber das ist Jammern auf hohem Niveau🙃.
      Liebe Grüße und nicht zu schnell wieder loslegen nach der Infektion. Tipp aus eigener Erfahrung.

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  3. Ach du meine Güte. Ich hab auch starken Husten mit Fieber gehabt, aber ich wäre nicht auf die Idee gekommen, dass es eine Lungenentzündung ist. Es ist auf jeden Fall sehr hartnäckig.

    Ich sende dir ganz viel Genesungswünsche.

    Grüsse

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    1. Ist nicht meine erste, deswegen habe ich inzwischen eine Ahnung, wie sich das im Brustkorb anfühlt.
      Der Arzt hat es durch CRP und Abhorchen bestätigt.
      Die Gesamtkonstellation ist auch gerade nicht so günstig. Fünf Tage freiwillig im Bett ist definitiv meine Premiere. Aber schon, wenn ich etwas gegessen habe, bin ich durch.
      Danke für deine guten Wünsche und dir auch viel Gesundheit.

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