Die Nähsaison kann jetzt auch kommen….

 

…und ich freue mich schon auf die stürmischen Herbsttage, an denen ich an der Nähmaschine sitzen und dabei aus dem Fenster gucken kann.

Jetzt, wo Kathrin ihre eigene Etage im Haus bezogen hat, wird aus dem ehemaligen Kinderzimmer ein kombiniertes Näh- und Gästezimmer.

Dann müssen wir „nur“ noch zusehen, wo wir eine Heimwerkerwerkstatt unterbringen….

Die Schönheit von Regen

Ein Sonntagmorgen im August, nicht mal halb sieben. Ich wache auf und höre es draußen leicht tröpfeln.

Es regnet ganz sachte vor sich hin, der Regen murmelt eine leise Melodie.

Wie schön wäre es, wenn ich jetzt mit dem Foto die Geräuschkulisse und den würzigen, frischen Geruch nach Erde hier einstellen könnte…..

Dieser Regen tut gut, lässt durchatmen , wäscht den Staub aus der Luft.

Ich wünsche allen ein schönes Wochenende 😊

Deutschland – Land der (Selber-) Macher

Baumärkte gibt es (nicht nur in Deutschland…) wie Sand am Meer. Heimwerker-Zeitschriften und Renovierungsbücher sind auch ein Dauerbrenner, seit ich in der Buchhändlerausbildung war (in den 80ern des 20. Jahrhunderts). Ganze Verlage haben darauf ihr Geschäftsmodell gegründet.
Heute haben wir YouTube-Tutorials, Dawanda, Etsy, Pinterest….

Einerseits finde ich das gut, da macht man doch etwas Sinnvolles in seiner Freizeit. Ich selbst bin ja auch gern kreativ, es macht Spaß, spart Geld, man verwertet im besten Fall alte Dinge. Andererseits wundere ich mich, dass durch die „Selbermacheritis“ im Großen und Ganzen anscheinend nicht die Wertschätzung für das Handwerk wächst:

Kochen und Essen ist ein totaler Trend, aber niemand will Koch werden. Alle schwärmen von wunderbarem Brotgenuss, aber keiner will zu den Zeiten einer Backstube arbeiten. Bäder als Wellnesstempel werden regelrecht gehypt, aber was gilt der Sanitärinstallateur? Von Dachdeckern will ich erst gar nicht anfangen, ihr ahnt es sicher: kein Nachwuchs in der Branche. Alle nicht schwindelfrei?

In einer Zeit, in der immer mehr Menschen (ja, auch ich mitunter) stolz ihre selbstgemachten Werke und Produkte im Netz präsentieren, will aber kaum jemand ein Handwerk lernen.
Bitte versteht mich nicht falsch, ich freue mich auch, wenn ich ein „Projekt“ in Angriff genommen und zu einem ansehnlichen Abschluss gebracht habe. Ich nähe und koche gern, und ich liebe es, mit meinen Eigenkreationen anderen eine Freude zu machen (oder auch mal nur mir selbst 😉).
Ich bin zum Beispiel auch neugierig, wie man gutes, richtig leckeres handwerkliches Brot backt, wie man Frischkäse oder sogar Gouda herstellen kann ohne Nahrungsmittelindustrie. Weil es eine Kunst ist, weil dabei Menschen mit Hochachtung vor den Lebensmitteln und mit viel Zeit und Liebe zum Detail arbeiten. Aber ganz ehrlich, ich vermute mal stark, ich werde deswegen höchstwahrscheinlich nicht zur passionierten Brotbäckerin werden, die morgens vor Tau und Tag den Teig knetet, damit es um 7 Uhr frische Brötchen gibt…

Und nun kommt das „ABER“: Ich frage mich auch, was passiert, wenn wir als gründliche deutsche Macher diese Kultur des Selbermachens übertreiben. Graben wir nicht eventuell so manchem kleinen Handwerksbetrieb, mancher liebevoll geführten Manufaktur das Wasser ab?
OK. Im großen Stil vermutlich nicht. Es gibt ja auch die große „schweigende Masse“ derer, die keine Zeit zum Tapezieren haben, kein Talent zum Teppichverlegen, keine Lust zum Gardinennähen und bei denen sogar das Nudelwasser anbrennt, ehe die Nudeln auch nur drin sind…. (Diese Menschen haben dann halt andere Begabungen, sie können vielleicht unsere Steuererklärungen machen, Brüche schienen, Blinddärme entfernen oder andere wichtige Dinge, die überhaupt nicht in DIY möglich sind.)
Ich wünsche mir einfach, dass beim Selbermachen nicht nur die Freude über das zustande gebrachte wächst, sondern parallel dazu auch gesamtgesellschaftlich die Wertschätzung für bestimmte Berufe wächst.

Wenn wir es honorieren, dass in einem Restaurant alles etwas länger dauert, ein wenig teurer ist und auch mal gesagt wird „Forelle ist leider schon aus, tut mir leid“ – nämlich dann, wenn in diesem Restaurant echte Menschen frische Kartoffeln schälen (vielleicht sogar Menschen, die sonst keine Arbeit bekommen), weil nicht auf Convenience-Produkte aus dem Großmarkt zurückgegriffen wird, weil der Küchenchef bei der kleinen Forellenzucht bewusst nicht zu viel einkauft, um am Ende des Abends nichts wegschmeißen zu müssen.
Wenn wir uns nicht darüber ärgern, dass eine bestimmte Brotsorte eine halbe Stunde vor Ladenschluss ausverkauft ist – denn es bedeutet, dass dieses Brot nicht nur uns, sondern auch anderen vorzüglich schmeckt und einfach gut gemacht ist.
Wenn wir unseren Handwerkern Kaffee und Kuchen hinstellen, weil wir es zu schätzen wissen, dass sie unser Badezimmer renovieren (und dabei viel unappetitliches zu sehen bekommen, worüber wir froh sind, dass wir es nicht selbst beseitigen müssen) oder weil wir uns freuen, dass es Männer gibt, die auf unseren Dächern herumkraxeln, um den letzten Sturmschaden zu reparieren.

Ich erinnere mich an einen Maurer, der bei unserem Haus einige Fachwerkgefache neu gemauert hat, mit den alten Steinen, die herausgenommen worden waren. Es musste ein Schwellbalken ersetzt werden (das ist beim Fachwerk der bodenebene Balken, auf dem der Rest des Fachwerks steht), Edgar und ich hatten nur noch Fragezeichen im Gesicht und konnten uns das gar nicht vorstellen. Die Fachhandwerker aber wussten genau, was sie taten. Die Zimmerleute bauten Stützen (die das ganze Haus stützten), entfernten den maroden Balken, bauten einen neuen ein, und dann kam der Maurer.
Stein für Stein nahm er sich die 200 Jahre alten Ziegel vor, klopfte den alten Mörtel ab und baute sie wieder ein. Da das Haus vor Jahrzehnten mal mit Kupfervitriol gestrichen wurde, drehte er die Steine um, die Innenseiten kamen nach außen. Und er beschwerte sich nicht einmal über diese Handarbeit, im Gegenteil, er freute sich total über die Möglichkeit, mit diesem alten Material ganz liebevoll etwas Schönes zu schaffen. Wenn ich das Geld dafür hätte, würde ich diesen Maurer ein ganzes Jahr beschäftigen, unser gesamtes Fachwerk auf diese Weise zu restaurieren…. (Auf dem Beitragsbild seht ihr die „schöne“ untere Fachwerkreihe und die darüber mit dem ollen Anstrich)

Wie wäre es, wenn wir zu den Vertreterinnen und Vertretern des Handwerks und auch der ungeliebten Dienstleistungsberufe (Müllabfuhr, Stadtreinigung…) mal öfter raufschauen statt auf sie herabzublicken?

Im Endeffekt geht es doch um gegenseitige Wertschätzung, darum, dass jeder Mensch eine Aufgabe erfüllt, mit mehr oder weniger Talent, mit mehr oder weniger Leidenschaft oder auch einfach nur, um über die Runden zu kommen.
Wenn ich mich beispielsweise freue, dass ich einen großen Bettüberwurf fertiggenäht habe, mit vielen Stunden, in denen ich zugeschnitten, genäht, gebügelt, manchmal auch schiefe Nähte grummelnd wieder aufgetrennt habe – dann kann ich doch nicht guten Gewissens meine T-Shirts beim Textildiscounter kaufen.
Und nein, ich lasse das Totschlagargument nicht zu, dass alles das nur möglich ist, wenn man relativ wohlhabend ist.
Den Satz „Ich habe zu wenig Geld, um mir billige Sachen zu kaufen“ habe ich auch nicht von Anfang an verstanden. Aber ich habe lieber 3 Lieblingsshirts, die ich waschen, anziehen, waschen…. kann und das zwei Jahre lang, als dass ich mich bei 6 Shirts ärgere, dass die Nähte nach ein paar Wäschen statt an meinen Seiten über Bauch und Rücken verlaufen und dann ganz den Geist aufgeben.

Wenn ich jetzt nochmal so über das Geschriebene lese, dann ist für mich das Wesentliche, dass es, selbst gemacht oder nicht, doch einfach schöner und auch produktiver ist für eine Gesellschaft, wenn sie die Fähigkeiten, Talent und Begabungen und das Erreichte Lebenswerk der anderen achtet und wertschätzt. Wenn nicht der Blick voller Neid zum Nachbarn geht, was der (vermeintlich oder real) mehr hat.

Was natürlich auch bedeutet, dass nicht andere Teile der Gesellschaft herablassend auf diejenigen sehen, die (vermeintlich oder real) nicht so erfolgreich, begabt und begütert sind, die nichts auf die Reihe kriegen, die ihr Leben nicht im Griff haben.

Sozialromantik oder Vision?

„Was bringt mir Kirche/Gottesdienst?“

(…und was hat das Mondfoto damit zu tun? Aber dazu später.)

Die Frage in der Überschrift stellen sich viele Menschen. Immer mehr betrachten Kirche als Dienstleistungsunternehmen und den Gottesdienst als überflüssig. Es gibt schon Überlegungen (bei denen ich mich frage, ob so etwas ernst gemeint sein kann…) den Gottesdienst sozusagen auf Abruf stattfinden zu lassen. Meiner Meinung nach kann das nicht die Lösung sein, denn damit ist ja noch weniger Verlässlichkeit im Terminkalender, und an verlässlichen Verabredungen, an Verbindlichkeit mangelt es der Gesellschaft zunehmend.

Aber: Ich gestehe, dass ich auch nicht sicher bin vor dieser Frage. Am vergangenen Samstag, mitten beim Staubsaugen (worüber man so bei Hausarbeit nachdenkt…) überfiel mich die Frage: Warum gehst du eigentlich so stur sonntags in den Gottesdienst? Was könntest du in der Zeit alles machen? Du könntest doch auch still vor dich hin in der Bibel lesen, ein bisschen journalen (bible art journaling, kannst du auch im Netz finden), ein paar schöne Worship-Songs anhören und deine Zeit mit Gott ist perfekt. Oder du liest einfach mal den dicken Schmöker zuende oder bügelst oder… oder… oder…

Am Sonntag bin ich mit Edgar trotzdem zum Gottesdienst gegangen. Teils aus Gewohnheit, teils aus Bedürfnis. Irgendetwas sagte mir ganz eindeutig: Geh hin!

Der Gottesdienst war, abgesehen davon, dass Ferienzeit ist und alles etwas kleiner, ein ganz normaler Sonntagsgottesdienst mit Abendmahl. In der Predigt ging es um einen Text aus Jesaja 2. Jesaja lebte 700 vor Christus. Und es sah offensichtlich ähnlich aus wie heute bei uns in der Glaubenslandschaft: Viele Israeliten hatten den Glauben verloren, er hatte keine Relevanz für ihr Leben oder war zur Gewohnheit verkommen, weil „man das eben tat“. Die Menschen erwarteten aber nicht Gottes Eingreifen in das eigene Leben. So nehmen auch heute viele die Kirche wahr: Tradition ohne Realitätsbezug, leere Rituale, die nix bringen, verstaubte Musik….

Das brachte mich ins Grübeln: denn 700 Jahre nach Jesaja schickte Gott seinen Sohn zu diesen geistlich müden Menschen, um seine Geschichte mit ihnen weiterzuschreiben. Und weitere 2000 Jahre später schenkte er mir, in einem ganz normalen Gottesdienst, mit unserem Gemeindepfarrer, eine Predigt, die zu mir persönlich sprach und die ich an diesem Tag unbedingt brauchte. Und das so ganz ohne Bombast, nicht auf einem großen Kirchenevent, einer Pro-Christ-Massenveranstaltung, auf einem mitreißenden Lobpreis-Konzert. Schlichter Gottesdienst, schlichte Worte und als Symbole zur Verdeutlichung ein „Katzenauge“ (Reflektor) und der Hinweis, dass der schöne Sommer-Mond auch nicht mehr scheint, wenn die Sonne ihn nicht anscheint.

So ist es auch mit uns: Wenn Gottes Licht uns anscheint, dann scheinen wir zurück. Und wir scheinen auch, wie der Mond, in das Leben vieler hinein.

PS: Das ist jetzt kein Plädoyer komplett gegen Großveranstaltungen, auch die haben oft ihre Berechtigung, sie ermutigen zum Beispiel dadurch, dass wir sehen: wir sind doch viel mehr, als es sonntags den Eindruck macht. Aber wir brauchen auch das normale, das Kleinformat. Manchmal sicher etwas langweilig, aber dabei können wir „runterkommen“. Auch das hat seinen Platz im Leben, nein: es IST Leben! Und manchmal, um überrascht zu werden an Stellen, wo wir es nicht unbedingt vermuten….

Nur die Harten kommen in den Garten?

Nicht mal Mittag, im Schatten 30 Grad, und unser Dicker will nach draußen. Am liebsten in die Sonne legen. Wenn man dann auf seinem Fell Spiegeleier braten kann und ihn wieder reinlotst, legt er sich wieder vor die Tür und jammert. Lucy übrigens auch. Aber die ist alt, schwarz und muss zurzeit auch noch einen Kragen tragen. Alles keine guten Voraussetzungen für draußen.

Überall in den sozialen Medien, In Fernsehen und Tagespresse wird darauf hingewiesen, dass man seine Hunde nicht der prallen Sonne aussetzen soll und sie nicht im Auto lassen usw. Alles gute und richtige Tipps, die ich unseren beiden Spezialisten vielleicht mal vorlesen sollte. Aber ob sie dann besser verstehen, warum ich sie damit quäle, dass sie lieber in der Waschküche (da ist „nur“ 26 Grad) auf dem relativ kühlen Steinboden liegen sollen? Ich wage es zu bezweifeln…

Fundstück: Werdet arm! — gemigblog

Heute vormittag habe ich so ein bisschen gestöbert in den Blogs, denen ich folge und diese Geschichte hat mich total geflasht. Ich wusste schon immer, dass Gudrun Pausewang eine begnadete Kinder- und Jugendbuchautorin ist, aber ich hatte sie bisher weniger als Visionärin wahrgenommen. Obwohl, „die letzten Kinder von Schewenborn“… Aber lies ganz einfach selbst. Die komplette Geschichte findest du über den Link. Danke an Bithya für diese Mahnung, die ganz dringend um die Welt gehen und beherzigt werden sollte!

Als es die Menschen in Übermut und Maßlosigkeit so weit getrieben haben, dass Wälder, Böden und Gewässer starben, die Winter keine Winter mehr waren, die schützende Hülle um die Erde zerriss, wurde ihnen klar, dass es so nicht weiter gehen konnte. Da stiegen sie auf einen Berg und riefen in den Himmel hinaus: „Hallo Gott, […]

über Fundstück: Werdet arm! — gemigblog

Auf das Wesentliche besinnen

Stell dir einen Springbrunnen vor. Eigentlich hat er eine kraftvolle Fontäne. Aber die Düse, durch die das Wasser in die Höhe katapultiert wird, ist verstopft. Es brodelt, sprotzelt und zischt, aber der Druck, der sich im Inneren aufbaut, kann nicht weg. Aus der Düse tröpfelt es nur noch ein wenig. Irgendwann werden die Leitungen platzen, es gibt einen Wasserrohrbruch und eine riesige Pfütze ergießt sich.

So fühle ich mich momentan. Das hat verschiedene Gründe, einer davon ist medialer Overflow. Ich habe so viele Gedanken im Kopf. Noch dazu leider sehr viele ungebetene destruktive Gedanken. Über Missstände allerorten. Über das, was nicht so läuft. Über Dinge, die dringend geändert werden müssten…

Facebook, Instagram, Nachrichten, Tageszeitung, Change.org, Gespräche mit den unterschiedlichsten Leuten… Von überall her fluten übelriechende Gedankenströme wie Lava auf mich zu. Ich schätze, ein Buddhist würde mir jetzt sagen, dass ich gerade schlechtes Karma ansammle.

Es brodelt, sprotzelt und zischt in mir, es droht zu platzen und trotzdem raubt es mir die Energie, die gute, positive Energie, die ich zum erfolgreichen Sprudeln der Gedankenfontäne brauche.

Ich hatte mal ein T-Shirt, das hatte vorne den Spruch drauf: „Today I choose joy!“

So etwas brauche ich jetzt, und so etwas liegt zum Glück vor mir. Am Samstag starten wir zur Kinderfreizeit. Mit den Kindern fahren eine Jugendreferentin, 10 junge MitarbeiterInnen und zwei Köchinnen. Unser aller Ziel ist es, den Kids eine tolle Woche zu schenken. In dieser Woche bekommt all das doofe von außen einen ganz klaren Zaungastplatz. Wichtig sind ganz elementare Dinge. Gemeinschaft, Erlebnisse, Zeit mit Gott, Zeit mit den uns anvertrauten jungen Menschen. Klar, es wird eine Woche mit wenig Schlaf, viel Kochlöffelgerühre, es wird die eine oder andere Unstimmigkeit geben, hoffentlich keine größeren Verletzungen, aber kleinere Wunden (in der Küche ist frau auch gern mal für Pflaster, Kühlpack und Trost zuständig). Aber diese Woche im Jahr zeigt mir immer wieder, wofür es sich wirklich lohnt, Energie zu investieren, sie sprudeln zu lassen. Der Sommer kann kommen!

Die Welt bekommt uns früh genug zurück…

Übrigens: wenn du dich wunderst, was das Foto mit einem Springbrunnen gemeinsam hat: nüscht!!! Aber es zeigt den Beginn eines Tages auf der Freizeit, es ist eine Momentaufnahme vom Aufbau des Frühstücksbüffets. Ruhe und positive Energie gehen für mich davon aus.