Nachtisch

Dieses Mal hat es etwas länger gedauert, bis mich die Muse küsste (mit Waldmeistergeschmack…). Die Schreibeinladung von Christiane ist schon fast eine Woche alt. Naja, besser spät als nie…

„Wir hatten lange keinen Wackelpudding mehr als Nachtisch. Kann ich welchen kochen?“ Mit dieser Frage stürmte Lisas Sohn ins Büro. Lisa schaute vollkommen verwirrt vom Bildschirm hoch. Die Internetverbindung war mal wieder so schlecht, dass sie bei der Zoom-Konferenz immer wieder nur ein Knistern in der Leitung hatte. Und hatte sie nicht sogar ein Schild an die Tür gehängt, dass sie die nächste Stunde nicht gestört werden dürfe?

Nun hatte er wohl selbst bemerkt, dass er im unpassenden Augenblick erschienen war. „Ups!?“ rutschte ihm heraus, ein schiefes Grinsen begleitete den Ton. Schnell schaltete Lisa Ton und Kamera ab, ehe sie sich zu ihm drehte. Wenn sie Glück hatte, bemerkte das noch nicht einmal jemand. Der Chef hielt gerade wieder einen seiner Monologe, bei denen er sich selbst so gut gefiel und die gesamte Belegschaft hatte in den Schlummermodus geswitcht…

Unverdrossen, ja sogar ein bisschen dankbar für die Unterbrechung, meinte sie nur: „Wenn im Vorratsschrank noch Pulver ist, gerne. Aber denk bitte dran: Nur erhitzen, nicht kochen. Und immer schön rühren. Und am liebsten mit Waldmeistergeschmack, ok?“

176 Wörter, für mehr hat die kleine Szene nicht gereicht🤷‍♀️

Eine besondere Naht

Neues Jahr, neue Etüden. Auch wenn ich vor Weihnachten mit meinem Adventskalender ausgelastet war, den Überblick verloren habe und den Adventüden deswegen nicht gefolgt bin, freue ich mich und bin gern wieder dabei. Zur Schreibeinladung von Christiane geht es hier, die Wortspende stammt von Ludwig Zeidler. Vielen Dank an die Beiden, vor allem Christiane für die viele administrative Arbeit.

„Unverzeihlich! Einfach unverzeihlich!!!“ Dieser Ausruf hallte in meinen Ohren wider. Es beschäftigte mich nun schon seit Stunden, seit meine beste Freundin mich besucht und ganz unvermittelt diesen temperamentvollen und tränenreichen Gefühlsausbruch hatte. Eigentlich wollte sie mir nur einen Stapel alter Jeans vorbeibringen, die hatte sie gesammelt, damit ich eine Hundedecke daraus nähe. Im Rhythmus meiner Gedanken und ihres Ausrufes hatte ich Quadrate aus den Hosen geschnitten. Nun saß ich an der Nähmaschine, fädelte das Garn ein und ließ das Gespräch, wenn man es denn so nennen konnte, Revue passieren.

Sicher, die feine englische Art war es nicht, dass ihr Freund sich heimlich mit seiner Ex-Frau getroffen hatte. Er hatte aber nun mal zwei Kinder mit ihr, bei dem Jungen stand eine Klassenfahrt an und die beiden hatten einiges zu besprechen. Es wäre auch sicher alles in Ordnung gewesen, wenn er vorher wenigstens Bescheid gegeben hätte. Dass meine Freundin ihn dann in ihrem gemeinsamen Lieblingscafé sah, wie er mit seiner Ex „die Köpfe vertraut zusammensteckte“, wie sie es formulierte, war mehr als dumm gelaufen. Und nun war sie nicht nur stinkig, sondern noch mehr, sie sah einen nicht wieder gutzumachenden Vertrauensbruch darin.

Ich wusste aber von ihm bereits ganz felsenfest, dass meine Freundin die Liebe seines Lebens war. Er hatte es schlicht und einfach ungeschickt angestellt, um ihr nicht wehzutun; mehr steckte nicht dahinter. Und nun saß ich hier, mit den Stoffstücken aus ihren und seinen Jeans, um eine Decke für den jungen Labrador zu nähen, den er ihr zum letzten Geburtstag geschenkt hatte und den sie beide liebten wie ihr eigenes Kind.

Ich sah einen letzten Hoffnungsschimmer, als ich den Nähfuß senkte und mit dem Faden ein Segensgebet für die beiden als Halt in die Naht einarbeitete. Obwohl unverfügbar, hatten die eingenähten Segenswünsche schon des Öfteren in aussichtslosen Fällen geholfen.

300 Wörter

Kürbiskochbuch

Nächste Runde, nächstes Glück! Christiane hat wieder eingeladen, die drei Wörter stammen vom Wortverdr3her. Jahreszeitenkonform geht es um Kürbisse. Mal sehen, was mir dazu einfällt…

„Was krakelst du denn da so emsig in deine Kladde?“ fragte Fridolin neugierig. „Schreibst du oder zeichnest du den Kürbis ab?“ Abwesend sah ich hoch: „Beides. Wir haben so viele Kürbisse auf dem Kompost dieses Jahr, ich weiß nicht mehr, was ich alles damit anfangen soll. Große, kleine, welche für Deko und andere zum Essen, Spaghetti und Hokkaido, Bischofsmützen und Butternut… Da habe ich mir gedacht, ich schau mal, wie viele Rezepte mir einfallen und wie ich diese Sammlung an Rezepten illustrieren kann. Wer weiß, vielleicht finde ich einen Verleger dafür?“

Fridolin beugte sich von hinten über meine Schulter, um besser sehen zu können. „Hey, nicht in mein Ohr atmen, da bin ich extrem kitzlig!“ kicherte ich. Zu spät. Meine Lage schamlos ausnutzend, schnappte er sich die Kladde, um nachzusehen, was ich schon alles gesammelt und skizziert hatte:

Kürbissuppe mit Ingwer und Orange, kandierter Kürbis, gebackene Kürbisspalten mit Olivenöl, Kürbislasagne, Apfel-Kürbis-Marmelade, Kürbiskuchen, Tischdeko mit Zierkürbissen, Kürbisrisotto, gefüllter Kürbis, Kürbis-Tomaten-Chutney, geröstete Kürbiskerne, Kürbiswindlichter, geschnitzte Fratzen…

„Boah, ich bin beeindruckt. Hast du das alles schon selbst ausprobiert?“ „Nicht alles, aber einiges. Anderes habe ich auf die Nachbarinnen aufgeteilt, verbunden mit einer Kürbisspende und der Bitte, die Rezepte auszuprobieren. Ich kann nur sagen: Für dieses Jahr mag ich langsam kein gelb-orange mehr sehen und die Kinder haben mir auch schon angedroht, in den Hungerstreik zu treten, wenn ich noch einmal etwas mit Kürbis auf den Tisch bringe. Deswegen zeichne ich jetzt die schönsten Exemplare noch schnell ab, ehe ich den ganzen Rest an die Tafel spende. Da gibt es sicher Menschen, die sich noch so richtig darüber freuen können.“ „Ja, das ist eine prima Idee. Und bis zur nächsten Kürbis-Saison hast du dein Kürbisbuch fertig und stürmst damit die Kochbuch-Bestsellerliste!“ „Naja, mal sehen, ob es nächstes Jahr wieder mehr Papier zum Drucken gibt…“

Punktlandung. 300 Wörter, nicht gänzlich zusammenhanglos😅

Biedermeier – Annuschkapedia

Eine neue Etüdenrunde. Herausfordernd empfinde ich die Wortspende von Puzzleblume. Zur Einladung bei Christiane geht es übrigens hier.

Oje, dachte ich zunächst. Einen Biedermeier-Sekretär hat vielleicht ja noch so mancher von uns im Wohnzimmer oder zumindest auf dem Dachboden stehen, aber wie ich den mit niederträchtigem flöten in Verbindung setzen sollte, das entzog sich meiner Kenntnis. Bis mir heute der Zettel wieder ins Auge fiel, den ich auf meinem Schreibtisch vor den Monitor gelegt hatte, um immer wieder an diese drei Worte erinnert zu werden. Was weiß ich eigentlich so wirklich über diese Epoche, außer dass ich das Bild vom armen Poeten (Spitzweg) natürlich gut kenne, denn aus irgendeinem Grund bekommen Buchhändler das immer mal wieder vor die Nase gesetzt. (Ja gut, wir verdienen uns im Allgemeinen nicht so dumm und dusselig wie Herr Bezos, aber wenn man nicht zum Mond fliegen will, was soll’s, es regnet doch bei den meisten von uns nicht durch.)

Also sichtete ich erstmal den Wikipedia-Eintrag, der mir als Quelle für meinen nicht ganz ernst gemeinten Lexikon-Eintrag dient:

„Die Zeit des Biedermeier ist eine Epoche, die es nur in Deutschland, Österreich und Skandinavien gibt. Sie wird heute, ich weiß nicht recht, ist es eher niederträchtig oder nur folgerichtig, abschätzig als eine spießbürgerliche und kleinliche Zeit angesehen.

Ein Ursprung der Bezeichnung der Epoche dürfte in diesem Gedicht von Ludwig Pfau liegen:

Schau, dort spaziert Herr Biedermeier
und seine Frau, den Sohn am Arm;
sein Tritt ist sachte wie auf Eier,

sein Wahlspruch: Weder kalt noch warm.

Die letzte Zeile inspiriert mich kurz zu der Frage: Gibt es in Teilen unserer Gesellschaft vielleicht eine Biedermeier-Renaissance-Bewegung? Ein Schelm, wer böses dabei denkt…

Zum politischen Hintergrund: Die Völkerschlacht bei Leipzig und die Schlacht von Waterloo waren zu dem sprichwörtlich letzteren von Kaiser Napoleon geworden. Die konservativen Kräfte Europas, namentlich Franz I. von Österreich, der russische Zar Alexander I. sowie der Preußenkönig Friedrich Wilhelm III. wünschten sich eine Restauration. Klar, dass diese drei sich Zustände wie vor der französischen Revolution wünschten. Den Ausspruch ihres Zeitgenossen Sören Kierkegaard „Verstehen kann man das Leben rückwärts; leben muss man es aber vorwärts.“ kannten sie offensichtlich nicht, es ist nämlich sehr wahrscheinlich, dass der dänische Philosoph diesen Ausspruch noch nicht im zarten Kindesalter getätigt hatte.

Wie dem auch sei: Hoch lebte die Gemütlichkeit des heimischen Herdes, auch die Hausmusik. Wie viele Kinder mussten wohl ein Instrument erlernen, um abendlich zu flöten und damit die gestrengen Eltern zu erfreuen? Kinder und Mütter haben sich ganz bestimmt entspannt zurückgelehnt, wenn der Patriarch des Hauses zum Stammtisch ging, der ebenfalls in dieser Zeitspanne seinen Anfang nahm.  Und auch das ist eine Parallele zu bestimmten Milieus heute: Die Frau war die Herrin am Herd, der Mann hatte außerhalb des Hauses das Sagen.

Positiv: Kindererziehung wurde wichtig, es gab die ersten Spielzeugfabriken, Kindermode, Kinderliteratur und der Pädagoge Fröbel gründete den ersten Kindergarten.“

300 Wörter. Puh!

Klassenfahrt

Diese Schreibeinladung bringt Erinnerungen

Juhu! Es ist September und es geht weiter mit den abc.etüden bei Christiane. Nachdem ich mich im Frühsommer etwas zurückgehalten habe – manch einer ahnt es, es gibt auch noch ein analoges Leben da draußen, freue ich mich so richtig darauf. Und gleich die erste Schreibeinladung ruft bei mir unweigerlich eine Erinnerung an längst vergangene Zeiten wach. Hier ist sie:

Es war im Frühsommer 1980. Anfang Juni schätzungsweise, da machte die damalige Klasse 6d des Portagymnasiums eine Klassenfahrt, nach Carolinensiel in die dortige Jugendherberge.

Jugendherbergen, das waren zu der Zeit noch so ominöse Quartiere, mit alten Metallstockbetten, Küchendienst und merkwürdigen, süß-klebrigen Kaltgetränken. Von der kulinarischen Versorgung mal ganz abgesehen. Gut, dass das heute ganz anders ist, da haben manche sogar ein „Resort“ im Namen.

Jedenfalls war eine ganz wichtige Sache, die wir im Gepäck haben mussten, ein Paar funktionsfähige Gummistiefel. Wir fuhren mit einer Parallelklasse zusammen, und deren Klassenlehrer hatte eine Wattwanderung für uns geplant, damit wir auch etwas über diese wunderbare norddeutsche Kulturlandschaft lernen. Er war nämlich Biolehrer mit Leib und Seele. Unserer war Mathe- und Physiklehrer; zum Glück mussten wir wenigstens nicht die Kraft berechnen, die notwendig ist, um 100 Krabben fürs Brötchen zu pulen.

Aber zurück zu den Gummistiefeln: Eines schönen Morgens stapften wir also los, ca. 60 SchülerInnen, 2 Lehrer und 2 mitreisende Mütter. Plus ein Wattführer. Was wir nicht wussten (zum Glück), war die Tatsache, dass vor Carolinensiel und Harlesiel im Watt viele recht tiefe Priele lagen, ich weiß nicht, wie sich das seitdem entwickelt hat. Und dort war eher Matschwatt, weniger Sandwatt. Niemals werde ich vergessen (mit Hilfe von „Beweisfotos“), wie wir einige Stunden später erschöpft zur Jugendherberge zurückkehrten, voller Schlick, den wir mühselig nicht nur außen von den Gummistiefeln putzen mussten. Einige Stiefel waren vollgelaufen, einige fehlten auch gleich ganz, die waren irgendwo da draußen steckengeblieben. Und unsere Jeans mussten wir fast alle waschen (es gab nicht wenige, die beinahe bis zu den Hüften eingesunken waren), in Ermangelung von Waschpulver mit dem Apfelshampoo einer Mitschülerin, ihr könnt euch vielleicht vorstellen, wie wir alle den Rest der Reise rochen…

(285 Wörter)

Aus gegebenem Anlass hier ein Off-Topic, kam in der Diskussion auf:

Das weckt noch mehr Erinnerungen, genau wie Langnese:


Teekesselchen?

Neue Runde, neuer Text. Danke wie immer an Christiane, die dieses Mal nicht nur für die Organisation, sondern mit Ludwig Zeiler gemeinsam auch für die Wörter sorgt. Sie lauten dieses Mal: Sonnenhut, haltlos, massieren

And here we go:

Nachdenklich stand Luise im Garten vor dem Staudenbeet. Ganz nebenbei griff sie mit der linken Hand zur rechten Schulter, um den verspannten Nacken zu massieren. Georg trat zu ihr und fragte neugierig: “ Was geht dir durch den Kopf? Ich sehe doch, dass es in dir arbeitet.“ „Einen ganz bestimmten Sonnenhut könnte ich noch gebrauchen, den habe ich neulich in der Gärtnerei gesehen und die Farbe fehlt mir noch in meiner Sammlung. In der Mitte ist er rotbraun, außen herum orange bis lachsfarben mit cremefarbenen Spitzen. Ich glaube, ‚Flamingo‘ heißt er.“

„Aha“, meinte Georg nur. Nach einer Minute Schweigen dann: „Du, ich habe beim Einkaufen etwas vergessen, das fehlt mir dann nachher, ich muss nochmal los.“ Und weg war er. Luise hörte noch den Wagen vom Hof fahren, dann herrschte Ruhe. Sie schnitt hier ein wenig, zupfte dort, überlegte, wie Lücken im Beet zu füllen seien und suchte deswegen im Schuppen nach Saatgut für rasch wachsende einjährige Sommerblumen, als Georg schnaufend zurückkam. Er hielt eine große Hutschachtel in den Händen und strahlte übers ganze Gesicht.

„Schau mal, der sieht zwar nicht ganz so aus wie du ihn beschrieben hast, aber das war der einzige, der irgendwie ähnlich aussah. Heißt allerdings ‚Sombrero‘ und nicht ‚Flamingo‘. Er steht dir aber bestimmt sehr gut und er hält auch mit der breiten Krempe super die Sonne vom Gesicht fern!“ Etwas hilfesuchend schaute Luise ihn an, öffnete dann die Hutschachtel und begann nach einem Blick haltlos zu lachen. „Georg!“ prustete sie, „Ich meinte doch nicht einen Sonnenhut zum Aufsetzen! Ich meinte eine ganz bestimmte Sorte Echinacea…“

261 Wörter

Tädäää! Ich habe es tatsächlich mal geschafft und mir etwas fiktionales ausgedacht. Naja, obwohl diese Echinacea „Flamingo“ mich tatsächlich reizt. Aber im Moment ist wettertechnisch überhaupt noch nicht an Pflanzen zu denken, die eigentlich in der Prärie zuhause sind. Kommt Zeit, kommt Sonnenhut😉.

Sonntagmorgenfrühstücksetüde

Danke für die Schreibeinladung von Christiane und die Wörter von Puzzleblume. Nachdem ich eine Runde ausgesetzt hatte (tut mir leid, mit „Klassenkeile“ fiel mir nichts ein, das ich schreiben mochte), fällt mir hier prompt ein Sonntagmorgenquickie ein. Der Brötchenduft aus meinem Backofen hat mich inspiriert und anders als in der Geschichte habe ich sie auch soeben ohne Pfoten verbrennen aus dem Ofen genommen😄

Scheppernd lasse ich das heiße Backblech auf die Herdoberfläche fallen. Mist, schon wieder neben dem Topflappen hergefasst…! Ich blicke zu den Hunden. Lucy putzt sich unbeeindruckt, wie eigentlich immer. Kalle dagegen versucht, ob des unerhörten Lärms seine Stirn in Dackelfalten zu legen, was einem Aussie naturgemäß eher mäßig gelingen kann. Egal. Alles ist vergessen, wenn auf dem frischen, knusprigen Brötchen die fruchtige Marmelade zum Reinbeißen einlädt.

66 Wörter

Frühling

Zu den abc.Etüden von Christiane kommst du hier. Danke für die Schreibeinladung. Es juckt mich in den Fingern, die Wörter von Sabine der Jahreszeit entsprechend umzusetzen:

„Mama, ich gehe ins Feld. Ein bisschen Spazierengehen kann nicht schaden. Es ist so tolles Wetter heute. Kaum zu glauben, dass letzte Woche noch Schnee lag.“ Ich freue mich, dass sie raus will. Nicht immer nur im Zimmer sitzen, vor dem Tablet, in Videokonferenzen. Oder Aufgaben bearbeiten. Freizeit und frische Luft muss auch sein. Die erwachende Natur neu entdecken. Und es ist ja auch tatsächlich so: Innerhalb einer Woche sind die Temperaturen um 30 Grad gestiegen.

Doch dann sehe ich, was sie für Klamotten anhat und das Muttertier kommt mit Macht durch: „Kind, nimm wenigstens deine Strickjacke mit. Die Sonne ist trügerisch. Wo sie noch nicht so hinkommt, ist die Luft noch ganz schön kalt. Du bekommst es noch an den Nieren!“ „Ach Mama. Du immer…!“

125 Wörter. (Auto-)biografisch. Das ist tatsächlich der Punkt, an dem ich mich original anhöre wie meine eigene Mutter. Und das schon drei Töchter lang😅. Sie leben alle noch. Ich ja auch.

Affen sind auch nur Menschen

Zur Schreibeinladung von Christiane geht es hier . Die Wortspende (Affe, neu, blockieren) stammt dieses Mal von Wortman. Viel Spaß beim Lesen und beim Mitmachen!

„Wo ist er denn schon wieder? Ich habe das gesamte Gehege abgesucht mit sämtlichen Verstecken! Ein richtiger Lausebengel ist das!“ schimpfte Lisa, die Tierpflegerin im Affenhaus. Merle, ihre Kollegin, rief vom anderen Ende des Geheges: „Schau mal hier, das Nebentörchen. Da hat er den Riegel irgendwie betätigt. Ganz schön schlau und anscheinend mit gehöriger Geschicklichkeit ausgestattet, der junge Mann.“ Fachmännisch betrachteten die beiden Frauen das Riegelschloss und den Stift, den der neueste Bewohner, ein junger Rhesusaffe, aus der Konstruktion gezogen hatte.

„Es hilft nichts, erstmal müssen wir ihn finden. Und dann das Schloss doppelt sichern und am besten blockieren, damit er nicht immer wieder ausbüxt.“ Kaum hatten sich die Pflegerinnen auf den Weg gemacht, schlich der kleine Affe hinter ihnen her und flitzte noch ganz schnell aus der Tür zur Quarantänestation, ehe sie zufiel. Alle neuen Tiere im Zoo mussten hier erst ein paar Wochen beobachtet werden, damit sie nicht eventuell Seuchen unter die wertvollen Nachzuchtbestände brachten. Aber er wollte einfach nicht mehr allein sein. Er wollte so gern in das große Rhesusgehege, in dem die anderen gemeinsam spielen, streiten und sich gegenseitig pflegen konnten.

Und so fanden Lisa und Merle ihn, wie er geduldig vor der Tür zum großen Gehege saß und die Artgenossen sehnsüchtig beobachtete. Lisa lachte: „Warum sollte es ihm anders gehen als uns Menschen?“ – „Eben“, meinte Merle verschmitzt. „Affen sind auch nur Menschen!“

227 Wörter. Eigentlich wollte ich mal etwas ganz erfundenes und unverfängliches schreiben. Irgendwie hat sich die aktuelle Situation dann doch ganz ungefragt hineingemogelt🙈.

Vitaminstoß im Januar

Zur Schreibeinladung von Christiane geht es hier. Dort findest du auch die Vorgaben für die Textgestaltung, falls du die Etüden noch nicht kennst. Alles wichtige kannst du dort nachlesen, also lege ich sofort los:

Der Januar gehört nicht zu den vitaminreichen Monaten. Es sei denn, man isst abwechselnd Rotkohl, Grünkohl und Sauerkraut. Alle diese Kohlgerichte schmecken gut, aber irgendwie muss doch auch noch etwas anderes den Vitaminspiegel und die Laune hochhalten.

Also beschließe ich, Orangengelee zu kochen. Am nervigsten dabei sind immer die Vorbereitungen, doch heute kann mich das nicht erschüttern. Ich hole alles aus dem Keller, was ich brauche, also saubere Marmeladengläser und den großen 17-Liter-Kochtopf. Der ist so schön hoch, dass es garantiert keine Geleespritzer an den Wänden gibt und gleichzeitig sehr breit, so dass die Flüssigkeit gut einkochen kann.

In der Küche schließe ich das Smartphone an den Bluetooth-Lautsprecher an und suche mir eine fröhliche Playlist aus. Dann baue ich die Zitruspresse auf die Küchenmaschine, hole Orangen aus dem kühlen Vorbau* und lege los. Erstmal eine oder zwei Bioorangen heiß abwaschen und mit einem Zestenreißer von der äußeren Schale befreien, die brauche ich später noch.

Dann so viele Apfelsinen auspressen, dass 750 ml Saft entsteht. Manchmal presse ich auch noch eine Limette dazu, wenn ich gerade eine habe.

Der Saft wird mit einem Paket 2.1-Gelierzucker aufgekocht und 4-5 Minuten bei ständigem Rühren sprudelnd weitergekocht. Kurz vor Ende der Kochzeit gebe ich die Zesten dazu und für eine intensivere orange Farbe ein Schnapsgläschen Campari oder Granatapfelsirup, je nach Geschmack und Vorliebe. Wenn die Gelierprobe nach meiner Vorstellung ausfällt, fülle ich das Gelee zügig in die vorbereiteten (das heißt heiß ausgespülten) Gläser und verschließe sie fest. Auskühlen lassen und am liebsten auf frischen Brötchen genießen. Aber auch in Quark oder Joghurt gerührt mit etwas (selbstgemachtem) Knuspermüsli lecker. Das tröstet dann auch darüber hinweg, dass nach dem Kochen der Vitamingehalt vermutlich doch eher übersichtlich ist😉.

Nachkochen erwünscht. Guten Appetit und bleibt gesund!

(288 Wörter)

*Vorbau: so heißt bei uns in der Familie schon seit Generationen etwas, das auch als (Hauseingangs-)Erker oder Windfang bekannt ist. Denn er ist eben vor das Haus vorgebaut. Da er zwar geschlossen, aber nicht isoliert ist, kann ich ihn im Winter immer sehr gut als begehbaren Kühlraum benutzen, das ist echt praktisch.

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