Die spinnen,…

© picture alliance / Associated Press / Patrick Semansky

https://www.boersenblatt.net/news/literaturszene/schule-florida-verbietet-gormans-hill-we-climb-287891

Der Einwand einer einzigen Mutter hat gereicht. Mir fehlen die Worte.

Im 1984 gedrehten Film Footloose, der auch das eingeschränkte Leben von Teenagern in einer sehr konservativ geprägten Kleinstadt thematisiert, gibt es eine Szene einer kleinen Bücherverbrennung aus Bibliotheksbeständen, weil amerikanische Klassiker manchen Eltern nicht passten. Ich hielt das damals für komisch, weil total überzogen.
Inzwischen wundert mich ja fast gar nichts mehr. Florida wird zum failed State.

Ich frage mich, wie dort heutzutage aktuelle Folgen von Miami Vice aussähen: Sonny Crockett muss seine Ex-Frau wieder heiraten, Rico Tubbs wird von Elvis, dem Alligator aufgefressen, die Latinos unter den Ermittlern in ein Ghetto gesperrt und pastellfarbene Klamotten gehen ja gar nicht, weil die „schwul“ aussehen? Ach nee, das darf man ja nicht sagen. „Don’t say gay.“

Da gibt es also ziemlich viele Leute, die deutlich mehr als ein Rad ab haben. Armes Amerika! Hat denen eigentlich mal jemand gesagt, dass für Kinder alles interessant ist, sobald es verboten wird?

Heute vor 90 Jahren brannten die Bücher

Quelle: https://www.bpb.de/kurz-knapp/taegliche-dosis-politik/520838/heute-vor-90-jahren/

Hätten die Nazis dauerhaften Erfolg gehabt mit ihrer Aktion, jegliche „undeutsche“ Schriften zu verbieten, dann könnten wir heute unseren Kindern nicht Pünktchen und Anton vorlesen (Emil und die Detektive dagegen schon, sehr merkwürdig), es hätte auch die filmische Sommerromanze Schloss Gripsholm aus dem Jahr 1963 nicht gegeben, weil die Vorlage nicht mehr existiert hätte. Berlin Alexanderplatz, Der Untertan, Im Westen nichts Neues, die Dreigroschenoper, Schachnovelle und vieles andere würde zwar keine Schülergenerationen im Deutschunterricht stöhnen lassen, käme aber zum großen Schaden der Kultur weder in den Bücherregalen noch in Filmotheken vor.

Aber auch Sach- und Fachliteratur zu politischen, geschichtlichen oder künstlerischen Themen wäre unwiederbringlich verloren gegangen, darunter Bücher, die für eine Einordnung geschichtlicher Ereignisse in aktuelle Zusammenhänge wichtig sind.

Für mich nach wie vor unverständlich, dass die Aktion unter anderem nicht nur von einem Bibliothekar jahrelang akribisch vorbereitet, sondern auch von Studenten begeistert durchgeführt wurde.

Wenn ich heute hören und lesen muss, dass beispielsweise in den USA in einzelnen Bundesstaaten wieder missliebige Literatur verboten wird, zunächst in den Curriculen der Schulen und deren Bibliotheken, dann frage ich mich:
Wo soll das enden? Wer gebietet dem Einhalt?
Gibt es immer noch allen Ernstes Menschen, die der Meinung sind, auf diese Weise Gedanken verbieten zu können? Leider, leider lautet die Antwort: Ja.

Weitere Informationen findet ihr hier:

https://www.bpb.de/kurz-knapp/taegliche-dosis-politik/520838/heute-vor-90-jahren/

https://de.wikipedia.org/wiki/B%C3%BCcherverbrennung_1933_in_Deutschland

https://de.wikipedia.org/wiki/Liste_der_1933_verbrannten_B%C3%BCcher

Nur mal kurz zwischendurch

Heute kam der neue Newsletter vom Zukunftsinstitut. Ich habe mich mal wieder köstlich amüsiert, ab und zu beifällig genickt und frage mich, wer zum Kuckuck denn wohl der distinguierte Herr mit dem stets sehr ernsthaften (klingt doch um einiges eleganter als sauertöpfisch, oder?) Gesichtsausdruck gewesen sein mag, der die letzten Monate jede ökologisch angehauchte Forderung in Grund und Boden geredet hat?

„Dieser Text stammt aus der Zukunfts-Kolumne von Matthias Horx:
www.horx.com/die-zukunfts-kolumne
Siehe auch: www.zukunftsinstitut.de

Übrigens, Klaus Töpfer, der erst der zweite Bundesumweltminister überhaupt war, ist CDU-Mitglied und ich habe Hochachtung vor ihm. Es geht doch.
Dem Herrn Merz und seiner Partei wünsche ich (wirklich) viel Erfolg beim Konstruktivismus und beim Perspektivwechsel.

Immerhin kann er auf eine beeindruckende Literaturauswahl zurückgreifen😉

Herzblatt

Ich habe die Recherchearbeit übernommen, um ein kreatives Element im nächsten Einmal Anders-Gottesdienst zu gestalten. Die Recherche beinhaltet, sich alte Folgen von Herzblatt auf Youtube anzusehen (Selbst schuld, war meine Idee…).

Was soll ich sagen, gleich die erste Folge, die ich gefunden habe, ist ein Erlebnis zwischen leichter Fremdscham, peinlich berührt sein und der Erkenntnis, dass vor 32 Jahren über sehr merkwürdige und grenzwertige Kalauer gelacht wurde. Und die Mode🤢 erst, sowohl Klamotten als auch Frisuren. Da muss ich euch unbedingt dran teilhaben lassen, damit ich nicht so allein dastehe mit diesen Empfindungen. Und eine Person, die als Kandidat in die Sendung kam, hat unsere Wohnzimmer auch später regelmäßig besucht…

Trendsetter?

Heute früh spülte der WhatsApp-Status einer meiner Töchter dieses Video in mein Leben. (Sie ist Erzieherin und hat von daher einen ganz guten Einblick in die Materie, zum Beispiel was Lunchboxen, ach nee, sorry, neuerdings Bento-Boxen angeht.)
Klar, natürlich ist es (hoffentlich) Übertreibung pur. Aber irgendwie kennen wir doch alle diese angeblich perfekten Familien, in denen immer alles Tippitoppi ist, oder?
Im Rückblick, wenn ich genauer darüber nachdenke, ist es anscheinend nicht einmal schwierig, nach außen hin perfekt organisiert zu wirken. Wenn ich daran denke, wie oft mir als berufstätiger Mutter von drei Kindern mit großem Haus und Garten und teilweise pflegebedürftigen Angehörigen attestiert wurde, eine „Powerfrau“ zu sein, weil ich nach außen hin immer funktionierte, aber niemand meine Baustellen zu Gesicht bekam. (Bis ich einen formidablen Nervenzusammenbruch hatte, der als Rundumschlag alle betraf! Nicht erstrebenswert.)

Contenance war das Stichwort, die Engländer würden sagen „stiff upper lip“, der schöne Schein war anerzogen. Zum Glück gab es Homestories damals nur in der bunten Presse, wenn man das Unglück hatte, sehr prominent zu sein, weil man Gunter Sachs oder Farah Diba oder ähnlich hieß. Menschen, die heute übrigens niemand mehr kennt. So ist das eben. Heute hip, morgen vergessen.

Also, mein (gefühltes) mütterliches Versagen und meine Unzulänglichkeit, meine Ungeduld, die ungebügelte Wäsche, der angebrannte Milchreis und der fleckige Fußboden – kurz gesagt: alles, was im ganz normalen Familienleben vorkommt, aber ungern gezeigt wird – war nicht sichtbar. Und vor allem wurden unsere Kinder nicht so gnadenlos in die Öffentlichkeit gezerrt. Ich frage mich ja heute noch jedes Mal, wenn ich eine von ihnen hier im Blog auch nur erwähne, ob das eventuell übergriffig sein könnte. Ein einziges Mal hatte ich ein Foto unserer Jüngsten, damals noch ein Kleinkind, im Rahmen einer Urlaubserinnerung auf Facebook gepostet und bekam von der Ältesten, die zu der Zeit eine schulinterne Weiterbildung zum Cybercop machte, einen Rüffel. Vollkommen zu Recht! Ich hatte mir schlicht und ergreifend keine Gedanken darüber gemacht.

Aus meinen Erfahrungen heraus hinterfrage ich einfach mal die wunderschönen, inzwischen nicht mehr reinweißen, sondern (dem aktuellen Trend folgend) hellbeigen, naturfarbenen Zuckerfilmchen mit den sorgsam kuratierten Werbebotschaften. Möchte ich eigentlich wissen, wie es hinter den gut ausgeleuchteten Wohnkulissen aussieht? Vermutlich eher nicht.

Jungen Müttern und Vätern und überhaupt allen, die sich für das gelingende Aufwachsen von Kindern engagieren, rate ich einfach nur: Lebt euer Leben, wie es für euch passt. Man muss nicht vom Boden essen können, ich gehe davon aus, dass es ein Minimum an Geschirr gibt. Das lässt sich auch anschließend viel besser in die Spülmaschine oder ins Abwaschbecken stecken als Laminat oder teure italienische Terracottafliesen. Und wenn die Hemden knitterig sind, dann bügelt zur Not die Körperwärme🤷‍♀️.
Lest den Kindern lieber ganz in Ruhe Geschichten vor, die euch allen Spaß machen. Und jetzt lehnt euch zurück und hört und seht selbst:

Nobody is perfect – verkacken ist Alltag. Herrlich. Klingt nach einem passablen Lebensmotto😉 Habt einen schönen Tag.

PS: Solche Dinge wie Meal Prep (früher: Vorkochen oder Vorbereiten) und andere Lifehacks sind praktisch. Keine Frage. Und ein ungesunder Snack dann und wann gehört dazu. Aber der altmodische Ausdruck Maßhalten übt immer mehr Anziehungskraft auf mich aus.

Die Würfel sind gefallen!

Naja, eher die Entscheidung ist gefallen. Würfel waren nicht im Spiel. Bis heute Mittag hatte ich mir eine Frist gesetzt, ausprobiert und Feuer gefangen. Und dann sagte ich zu meinem Angetrauten: „Ja, ich will.“ Und das, obwohl wir schon mehr als ein Vierteljahrhundert verheiratet sind. Ausnahmsweise handelte es sich aber heute nicht um die Verlängerung eines Eheversprechens, sondern um die Willensbekundung: Ich möchte dieses Fernstudium weitermachen. Und dann habe ich die erste Einsendeaufgabe, die schon ein paar Tage im Ordner gespeichert war, noch ein paar Male kritisch gelesen, mit den notwendigen Angaben versehen und abgeschickt.

Eine ganz und gar altmodische Kartei habe ich mir auch schon angelegt – für alle Notizen, die ich offline sammele. Ebenso ein Verzeichnis auf der Festplatte, wo alle möglichen und unmöglichen digitalen Schnipsel, Artikel und Fotos landen, die ich als Inspirationsquellen gebrauchen könnte. Im Konjunktiv. Ich weiß ja schließlich noch nicht, in welche Richtung der literarische Wind mich wehen wird.

Und weil ich schon dabei bin, das Abenteuer Schreiben so gründlich durchzuorganisieren, bekommt der Terminkalender auch noch eine wöchentliche Erinnerung verpasst, meine geschriebenen und gesprochenen Notizen von den diversen Medien (Handy und Notizheft) ordentlich zu archivieren, damit ich sie dann auch bei Bedarf wiederfinde.

Übrigens könnte ich das natürlich ganz heimlich im stillen Kämmerlein machen – und dann irgendwann: „TADAAA!“ – aber ich halte es eher wie beim Sport: Rede drüber, such dir Gleichgesinnte, triff Verabredungen, dann bleibst du besser dran ;-). Zumindest so lange, bis sich die Gewohnheit verfestigt hat.

Oje – Erkenntnisgewinn

Die Heute-Show hat mich neugierig gemacht. Deswegen musste ich doch eben glatt mal nachsehen, was in der „Hart, aber fair“-Sendung am vergangenen Montag los war.

https://www.ardmediathek.de/video/hart-aber-fair/der-grosse-streiktag-gerecht-oder-gefahr-fuer-die-wirtschaft/das-erste/Y3JpZDovL3dkci5kZS9CZWl0cmFnLTkzMjM1MGEwLTI5ODUtNGY0MC1iMTg1LTM1MjExYzcxMTAzMA

(Ui, was für ein Bandwurmlink🙄)
Jetzt habe ich eine mögliche Antwort auf eine Frage, die ich mir insgeheim schon des Öfteren beim Ansehen von Talkshows gestellt habe:
Warum sind immer so wenig Frauen bei der Diskussion dabei?
Ein eventueller Grund schaukelt sich ab Minute 42 auf. Obwohl, wenn ich es mir so richtig überlege, machen das die Männer oft auch nicht wirklich besser. Nur in einer angenehmeren Tonlage.

Da bleibt mir die Spucke weg

Ich bin bei den Jahresrückblicken des ZDF inzwischen bei 1975 angekommen. Dazu ist bemerkenswert, dass der offizielle, zeitgenössische Jahresrückblick-Film offensichtlich verlorengegangen ist, was sich meiner Meinung nach aber als hilfreich erweist.
Denn statt eines relativ zahmen Rückblicks aus der Sichtweise der Journalisten von Ende 1975 gibt es für das Jahr der Frau (!?) einen aus heutiger Perspektive kuratierten Beitrag, der sich sicher kritischer mit der damaligen herr-lichen Dominanz und den reichlich sexistischen Ansichten zu diesem Jahresmotto auseinandersetzt. Ohne weitere Worte…😤

Es lohnt sich also, hier einmal genauer hinzusehen:

https://www.zdf.de/dokumentation/zeitreise-bilder-aus-60-jahren/1975-zre-100.html#autoplay=true

Nach müde kommt doof

Nur mal so zwischendurch. Es ist Montagmittag. Gerade habe ich mal bei „Tagesschau“ nachgesehen, die Ampel hockt immer noch im Kanzleramt zusammen. Und das auch noch, nachdem die Nacht zuvor ebenfalls um eine Stunde gekürzt wurde. Ich frage mich, ob das so sinnvoll ist, so etwas wichtiges wie eine Koalitionsgruppentherapiesitzung an einem Sonntag spätnachmittags zu starten.
Mir fällt die Terra X-Sendung von gestern Abend ein. Mai Thi Nguyen-Kim berichtete über Erkenntnisse aus unserer Schaltzentrale, dem Hirn, unter anderem was bei Schlafentzug passiert.

Den Satz, den ich als Überschrift gewählt habe, sagte ein Proband bei einer klinischen Studie zur Leistungsfähigkeit bzw. Leistungseinbuße bei Schlafmangel. Eigene Erfahrungen (zum Beispiel bei Kinderfreizeiten, wo wir als Betreuer eine Woche mit wenig Schlaf auskommen mussten) tun ihr übriges. Und wenn dann in Minute 40:47 Mai Thi sagt: „Wichtige Entscheidungen sollten wir niemals fällen, wenn wir übermüdet sind. Auch nicht mit einer Extradosis Koffein.“, gefolgt von: „Besser ist, bei komplizierten Fragen erstmal ’ne Nacht drüber schlafen.“, dann habe ich Fragen.

Hm🤔. Oje, mir schwant dunkles…

Schilda? Mal wieder eine kleine Presseschau

Oje, du fröhliche. Es ist erst Montag und ich weiß gerade nicht, ob ich wissen möchte, was die Woche noch so bringt:

In NRW müssen Schülerinnen und Schüler, die ihre EDV-Kenntnisse für Bewerbungen unter Beweis stellen wollen, den entsprechenden Test („EDV-Führerschein) seit dem Sommer wieder offline ablegen🤦‍♀️. Mit Stift und Papier. Es gab dafür ein Online-Angebot, welches abgeschaltet wurde, wahlweise wegen datenschutzrechtlicher Probleme oder Sicherheitslücken. Sucht euch aus, was am besten gefällt, offensichtlich streiten Experten und Landesbildungsministerium noch darüber, was nun zutrifft. Es hat ja schon etwas von der Quadratur des Kreises, wenn man seine Online-Kompetenzen offline unter Beweis stellen soll. Vielleicht der Stoff für einen neuen Monty-Python-Film? Mit Terry Jones als NRW-Bildungsministerin (immerhin hat er Mutter Cohen ja schon sehr überzeugend dargestellt).

In Deutschland wird mehr Windkraft erzeugt als ins Netz eingespeist werden kann. Weil der Ausbau der Stromnetze so lange dauert, musste der Bund bisher 807 Millionen Euro an Entschädigungen zahlen, weil Stromerzeuger auf dem Strom sitzenblieben. 2021 waren es 761 Millionen. Ja klar, kann man nun sagen, immerhin keine Milliarden und es war ja kein Kohlestrom, also was soll’s.
Wenn ich das Ganze aber mit – sagen wir mal Milch vergleiche: Wenn die Landwirte die Milch nach dem Melken direkt in den Abfluss laufen lassen würden, gleichzeitig aber von den Molkereien Entschädigungszahlungen für die Nichtabnahme der Milch bekämen, wäre der Aufschrei groß. Zu Recht, denn es würden wertvolle Lebensmittel verschwendet. Nun kostet es oberflächlich betrachtet nichts, wenn sich Windanlagen drehen, weil der Wind weht.
Aber sollten wir nicht grundsätzlich mit erzeugter Energie besser umgehen? Auch hier zeigt sich wieder, dass Ressourcen, die wir als selbstverständlich vorhanden hinnehmen, nicht mit gerechten Preisen und der notwendigen Wertschätzung versehen werden. Und ich frage mich mal wieder, warum Stromtrassen nicht unter den Autobahnen verlegt werden?

Wie komme ich denn jetzt aus dieser Abwärtsspirale wieder raus? Ah, da fällt mir ein Beitrag aus der letzten Heute-Show (natürlich nebst Faktencheck bei der FAZ😁) ein: Das vielversprechende Start-Up BILD TV stellt die Live-Berichterstattung weitestgehend ein. Nicht, dass ich das Ganze jemals gesehen hätte, aber es werden demnächst 0,2 % Marktanteile frei. Wer will noch mal, wer hat noch nicht?

Funktioniert in beide Richtungen

Wenn ich morgens aufstehe und Kaffee koche, halte ich bereits das erste Buch des Tages in der Hand. Zurzeit ist das von Susanne Götze und Annika Joeres
Die Klimaschmutzlobby
und zwar die aktualisierte Ausgabe, erschienen im Januar 2022 (also vor dem Ukraine-Krieg), redaktionell wurde es vor allem in der Zeit der neuen Koalitionsbildung bearbeitet. Das sind kleine, aber nicht unwichtige Details.

Manche/r wird den Kopf schütteln und sich fragen, warum um alles in der Welt ich mir so etwas um 6 Uhr in der Frühe antue. Ganz einfach: ich stehe auf und mein Kopf möchte etwas zu tun haben. Denn morgens ist er noch aufgeräumt und aufnahmebereit. Die leichte Lektüre gibt es abends vor dem Einschlafen.

Heute bin ich über folgenden Abschnitt gestolpert: (Ab hier bitte ruhig und beherrscht weiterlesen, denn ich habe es auch ruhig geschrieben, selbst wenn es sich nicht durchgängig so anhört. Die Wutbrille verzerrt nur alles. Ein wenig Sarkasmus dagegen schadet nicht😉)

Götze / Joeres, Die Klimaschmutzlobby, S. 44

Also, kurz zusammengefasst: Da beschäftigt sich jemand sein gesamtes Berufsleben lang mit einem umfangreichen Themenkomplex, forscht, promoviert und habilitiert, gründet ein wissenschaftliches Institut mit internationaler Reputation, führt von Bundesministerien geförderte Studien durch, berät sogar die Bundesregierung. Im Rahmen seiner gesammelten Expertise kommt dieser Mensch zu Schlussfolgerungen, die er den maßgeblichen Akteuren in Politik und Wirtschaft vorstellt, und die kanzeln ihn ab und sagen quasi: „Ist ja alles ganz schön und gut, aber das wollten wir nicht hören. Thema verfehlt, sechs, setzen.“

Witzigerweise (nein, eigentlich traurigerweise) passiert hier dem studierten und erfahrenen Experten dasselbe, was den Aktivisten von FFF und speziell auch Greta Thunberg entgegenschlägt, nur mit dem gegenteiligen Argument. Schließlich kann man diesem gestandenen Mann ja nicht vorhalten: „Geh erstmal lernen und arbeite in einem anständigen Beruf, dann kannst du was dazu sagen.“
Was denn nun? Ob also aus dem Herzen oder aus dem Wissen:
Was die Entscheider nicht hören wollen, wollen sie nicht hören. Da wird Sorge ebenso abgebügelt wie Expertise, wie im Kindergarten kneifen sie die Augen zu, stecken sich die Finger in die Ohren und singen dagegen an „Nana nanana…“

Ach übrigens: Greta hat ja doch auf einmal voll den Durchblick und bekommt wohlwollenden Applaus von denen, die bisher ganz unverdächtig waren, auf sie zu hören.
(Und das, obwohl sie immer noch Schülerin ist und immer noch keine drölfzigtausend Jahre Berufserfahrung hat. Ich denke, das sagt enorm viel über die gespaltene Wahrnehmung der Politiker und Wirtschaftsleute aus.)
Weil sie Atomkraft als das kleinere Übel bezeichnet hat. Für diese Äußerung wird sie gefeiert, von erzkonservativen Journalisten, die vorher kein gutes Haar an ihr ließen, von neoliberalen Politikern, von fossilen Wirtschaftsbossen. Meist Männer, ja, so ist es.
Unter den Tisch fällt dabei aber, dass sie ihre Aussage dadurch relativierte, dass sie Windkraft als noch bessere Lösung ansieht. Und wieder haben die angeblich so plietschen Nadelstreifenträger nur das gehört, was sie hören wollten und vor dem Rest die Ohren verstopft. Ein Schelm …, ihr wisst schon.

Das ganze Interview ist hier zu finden:
https://www.ardmediathek.de/video/maischberger/klimaaktivistin-greta-thunberg-im-exklusiv-interview/das-erste/Y3JpZDovL2Rhc2Vyc3RlLmRlL21lbnNjaGVuIGJlaSBtYWlzY2hiZXJnZXIvYTBhNzg3MjItMmVlZC00YWJlLWFhNGQtOGRlNTBhMWQxMWE4
(Ab Minute 9 geht es um die AKWs)

Ich bin der Meinung, niemand hat in diesen ganzen komplexen Fragen allein die Weisheit mit Löffeln gefressen, es braucht viele verschiedene Ansätze, je nach konkreter Problemstellung. Und noch viel mehr braucht es sehr viele und noch mehr Menschen, die mitmachen. Aber es muss endlich ernsthaft losgehen, sonst wird das alles nichts.

Schwimmen oder Nichtschwimmen – das dürfte nicht die Frage sein

Sehr frei nach Shakespeare.

Unser Hallenbad soll im Winter aus Energiespargründen geschlossen bleiben. Das hat der Aufsichtsrat unserer Stadtwerke beschlossen, übrigens gegen das Votum des Geschäftsführers. Es hat natürlich Auswirkungen in weite Teile der Gesellschaft, nicht nur bei uns, dürfte diese oder eine ähnliche Diskussion doch in vielen Städten geführt werden.
Ich kann ein Stück weit sogar die Probleme verstehen, in denen die Verantwortlichen (die zumindest hier bei uns zum großen Teil aus ehrenamtlichen Lokalpolitikern bestehen) nichtschwimmerwassertief stecken:
Sie werden für ihre verantwortungsvolle Tätigkeit nicht „fürstlich“ bezahlt, sollen mit den Geldern der Allgemeinheit sparsam und ordentlich umgehen, ziehen sich viel Unmut aus der Bürgerschaft zu (egal, wie sie entscheiden), haben wenig Freizeit und vieles andere.

Aber es zeigt sich zunehmend, dass in den letzten Jahren immer mehr Gemeinschaftsgut (wie öffentliche Bibliotheken, Theater, Sport- und Freizeiteinrichtungen, Schulen, allgemeine Infrastruktur) kaputtgespart oder deren gesellschaftlicher Nutzen kleingeredet wurde.
Geld regiert(e) die Welt, Allgemeinvermögen wurde privatisiert, Prestigeobjekte (die in Deutschland zumindest ja auch regelmäßig eher für Spott als Prestige sorgen) durchgeboxt, aber Verluste materieller oder immaterieller Art wurden sozialisiert.
Und nun haben wir den Salat.

Heute hat es mir gereicht, ich habe einen Leserkommentar an unsere Lokalzeitung geschrieben. Ich weiß gar nicht so recht, aus welcher Motivation heraus, denn meist gehen mir die zwei Handvoll (meist) Männer fürchterlich auf den Keks, die gern und ausufernd ihren Senf zu allem dazugeben.

Kinder und Jugendliche, Menschen, die aus beruflichen oder ehrenamtlichen Gründen eine fundierte Schwimmausbildung (samt kontinuierlichem Training) benötigen, und übrigens auch Senioren oder chronisch Erkrankte, denen aus gesundheitlichen Gründen mitunter nur noch das gelenkschonende Schwimmen für die Fitness als sportliche Betätigung bleibt.
Das sind in allererster Linie die Betroffenen. Also wieder einmal diejenigen, die keine große Lobby haben oder für das Funktionieren von Sicherheit und Freizeitangeboten unverzichtbar sind.

Natürlich muss aus vielen Gründen an allen Stellen überlegt werden, wo und wie das Energiesparen sinnvoll und machbar ist, aber es muss auch immer die Zukunft der Gesellschaft im Blick sein. Und das sehe ich bei manchen Maßnahmen im Augenblick nicht.

Im Jahr 2022 haben wir so viele sinnvolle Möglichkeiten für ein großformatiges Brainstormen, für ein Sammeln und Sichten auch der unkonventionellsten, aber möglicherweise doch zielführenden Ideen. Wo ist das „Out of the Box“-Denken, das so gern gefordert wird?
Stattdessen wird an zu vielen Stellen auf Status Quo gepocht (gern nach dem St. Floriansprinzip), mit Maßnahmen aus dem letzten Jahrhundert auf Herausforderungen reagiert, Aktionismus statt besonnenem Nachdenken eingesetzt. Schade.

Jetzt lehne ich mich zurück und warte. Aber worauf? In erster Linie vermutlich darauf, dass sich (in unserem Land und anderswo) wieder mehr Mut zu ungewöhnlichen Aufbrüchen und der sprichwörtliche deutsche Erfindergeist breitmacht. Dass nicht hinter jeder Tür das Gespenst des „Das haben wir schon immer so gemacht“ und die zähneklappernde „German Angst“ sowie die Bärenfalle des „das funktioniert so nicht“ lauert. Dass reaktionäre Patentrezepte sich als die Sackgassen entlarven, die sie sind und nicht zuletzt auch auf das Ende so mancher Regulierungsorgie.

Ich hoffe schwer, dass ich dabei nicht Moos ansetze🙄.

Was wäre, wenn…

… die feuchten Träume von Hardcore-Nationalisten in Erfüllung gingen? Wenn die Grenzen geschlossen würden, jeder Staat sich selbst der Nächste wäre, jedes Land nur mit den eigenen Ressourcen arbeiten könnte?

Überspitzt ausgedrückt würden wir uns in absehbarer Zeit wieder von Kohlgerichten, Äpfeln, Schweinefleisch und Eiern ernähren, müssten aber dann konsequenterweise die Hähnchenhälse und Schweinepfoten wieder selbst verarbeiten, statt sie nach Westafrika zu exportieren. Apfelmus im Winter statt Erdbeeren aus Spanien und Spargel aus Chilé. Frankenwein statt kalifornischer Roter. Karpfen blau statt vietnamesicher Pangasius, Muckefuck statt Arabicabohnen. Glücklicherweise sind Kartoffeln, Tomaten und Mais ja schon seit ein paar Jahrhunderten eingebürgert, immerhin. Und heizen könnten wir mit den ungezählten Pupsen von Sauerkraut und Speckbohnen (sorry, der musste sein🙈).

Auf Billigklamotten aus Bangladesh müssten wir ebenso verzichten wie auf südamerikanisches Alpakagarn, dafür gäbe es möglicherweise wieder leinenartiges Gespinst aus Brennnesseln. Da wir aber ein rohstoffarmes Land sind, hieße das auch: kein Kobalt, kein Lithium, keine Smartphones aus Südkorea. Unseren Plastikmüll (auch endlich, da wir kaum eigenes Erdöl haben) könnten wir nicht mehr ins Ausland verschachern und auch nicht die vielen Autos, die nicht mehr durch den TÜV kommen.

Solche Gedanken kommen mir beim Weiterlesen meines aktuellen Sachbuches. Und schon zum zweiten Mal bin ich ganz geflasht davon, wie mich die Autorin zum Reflektieren bringt: Schrieb ich gestern früh über die Renaissance, las ich nachmittags darüber, wie sie die Renaissance selbst als Beispiel bringt. Notierte ich mir heute in aller Frühe so ungefähr das, was ich oben schrieb, staunte ich einen Absatz später darüber, dass sie eine Studie aufführt, in der unter anderem ein ähnliches Szenario durchgedacht wird.

Jedenfalls stelle ich fest, dass ich dieses Buch am Liebsten als Pflichtlektüre für Regierung und Opposition, für so manchen „alternativlosen“ Wirtschaftsboss und viele andere Entscheider vorsehen würde. Nach bestem Leistungskursverständnis: Das lesen wir jetzt alle und dann überlegen wir gemeinsam weiter. Inklusive Erörterung, Interpretation und Sachtextanalyse. Stelle ich mir fast schon spaßig vor😉. Ob ich das dem Verlag mal vorschlage?

Trotzdem Bürger – kurzer Gedanke am Morgen

Die Entscheidung für das Bürgergeld ist gefallen. Als allererstes gefällt mir daran, dass die Betroffenen künftig keine „Hartzer“ mehr sind, sondern „Bürger“ bleiben. Es mag eine klitzekleine Facette im Großen und Ganzen sein, aber ich finde die Wertschätzung, die darin liegt, enorm wichtig.

Und an alle Akteure der Politik gerichtet, die Angst haben, die „soziale Hängematte“ sei demnächst einfach zu verlockend, sei gemahnt:

Politikerinnen und Politiker legen bei Amtsantritt einen Eid ab, in dem sie, je nach Bundesland etwas unterschiedlich formuliert, „ihre ganze Kraft dem Wohle … widmen, seinen Nutzen mehren, Schaden von ihm wenden, das mir übertragene Amt nach bestem Wissen und Können unparteiisch verwalten, Verfassung und Gesetz wahren und verteidigen, meine Pflichten gewissenhaft erfüllen und Gerechtigkeit gegen jedermann üben werde. “
Und gerade konservative Personen legen großen Wert auf den Zusatz: „So wahr mir Gott helfe.“ Die allermeisten halten sich auch daran und tun das in ihren Kräften stehende zur Erfüllung. (Ich schreibe an dieser Stelle nicht über Meinungspluralität, Parteiprogramme und unterschiedliche Lebenserfahrungen, die zu unterschiedlichen Konzepten und Herangehensweisen führen, sondern das ehrliche Interesse daran, die Menschen ordentlich zu vertreten.)

Aber auch dort gibt es sie, die sogenannten „Schwarzen Schafe“, die sich selbst unrechtmäßig bereichern und sie schämen sich nicht einmal, den Namen ihres Schöpfers mit reinzuziehen. Vollkommen zu Recht möchte nicht jeder im Politikbetrieb mit diesen über einen Kamm geschoren werden. Dann sollte man es anderen auch nicht so unterstellen.

„Kehrtwende“ zur Rettung des Planeten nötig

https://www.tagesschau.de/wirtschaft/club-of-rome-studie-103.html

Vor 50 Jahren gab es den ersten bahnbrechenden Bericht des Club of Rome. Allen, die heute wieder abwiegeln und beschwichtigen, kann man nur eindrücklich empfehlen, sich darauf zu besinnen, dass vieles eingetroffen oder sogar übertroffen ist, was im ersten Bericht geschrieben stand.

Aber in einer Zeit, in der sich das globale Gleichgewicht mal wieder so sehr verschiebt wie augenblicklich, in der sich Autokratien/Diktaturen zusammenschließen, in den verschiedenen Regionen reaktionäre Parteien erstarken, schwindet die Hoffnung auf Einsicht.

Und sogar im immer noch recht stabilen Deutschland echauffieren sich gutverdienende Funktionäre darüber, dass rund 50 € mehr im Monat für die Ärmsten der Gesellschaft aus einer „Überlebenshilfe“ eine komfortable Hängematte machen würden … In welchem Paralleluniversum leben die eigentlich?

Bemerkenswert: In einem Online-Kommentar zu einem entsprechenden Zeitungsartikel merkte selbst ein bekennender Freidemokrat heute früh an, dass mit Sicherheit wesentlich mehr Menschen aus Scham oder Unwissenheit auf ihnen zustehende Sozialleistungen verzichten dürften als umgekehrt ungerechtfertigt dem Staat auf der Tasche liegen.

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