Challenge Woche 7

In dieser Woche gibt es zwei Aussetzer: am Montag sind Daniela und ich gemeinsam mit „Sabine“ durch die Materialsammlung der Jugendarbeit gefegt und haben sozusagen fremdgeräumt. Kreativmaterial wurde (aus)sortiert, Stifte zu anderen Stiften gepackt, alle Bälle und anderen Sportsachen kamen in eine große Alukiste…

Danach war bei mir die Luft raus.

Und am Donnerstag haben Julia und ich einen Ausflug nach Bremen und zum Freizeitheim gemacht. Für die Freizeit im Sommer recherchiert. Das Universum Bremen ist ein tolles Mitmach-Museum, wo man ganz schnell wieder zum Kind wird … . Unser Freizeitheim haben wir auch unter die Lupe genommen. Letztes Ziel war der Landpark in Lauenbrück, aber als wir dort ankamen, regnete es dermaßen, dass wir uns den nicht mehr angesehen haben… Jedenfalls war ich abends so voller Eindrücke, dass nix mehr ging😏.

An den restlichen Tagen gab es ein buntes Durcheinander von Schubladenkram und Einzelteilen. Trotzdem macht es nach wie vor Spaß, sich täglich mit dem angesammelten Krempel eines halben Lebens zu beschäftigen.

Challenge Woche 6

Echt jetzt? Wir sind schon bei Woche 6? Ich musste erst nochmal nachschauen…

Die Woche war ausmist-technisch etwas konfus. Seit November standen große Kartons bei mir im Büro, also richtig große. Und auch gleich sechs (!) Stück davon. In denen hatte Edgar von zwei Hardwarelieferanten neue PCs und Server für Kunden bekommen.  Aber als er zu den Buchhandlungen fuhr, packte er die Rechner ohne diese unförmigen Umverpackungen ins Auto, klar. Und die Kartons standen bei mir und bildeten eine Bastion vor dem Bücherregal. Aber vielleicht kann man sie ja noch gebrauchen?

Selbst wenn, und ich hätte da auch schon eine konkrete Idee, sie müssen auseinandergenommen und von jeglichem Kunststoff befreit werden. Also ran an die Arbeit: Eine Stunde später war aus dem Turmbau zu Lerbeck ein niedriger Stapel Pappe und ein gelber Sack voll Füllmaterial und Packband geworden. Bis einschließlich Freitag widmete ich mich dann wieder diversen Schubladen, sortierte Bedienungsanleitungen und Garantiebelege aus von Haushaltsgeräten, die schon längst über den Jordan sind (dabei fegt mir ganz ungefragt „Swing low, sweet chariot…“ durch den Kopf 🙂 ).

Und jetzt kommt es, tadaaa: ich habe endlich die Abschlussbilanz meiner Buchhandlung geschreddert, von der ich mich auch Jahre nach Ablauf der Aufbewahrungsfrist nie trennen mochte. Aber ganz ehrlich: Ich habe nichts davon, wenn ich das Dokument meines Scheiterns auch weiterhin aufbewahre. Es nützt niemandem, und außerdem habe ich auch inzwischen akzeptiert, dass Scheitern zum Leben dazugehört, ebenso wie das Gelingende. Zwei Seiten einer Medaille. (kleiner gedanklicher Ausflug: aber beide Seiten zu sehen und auch Scheitern zu akzeptieren, scheint im Moment nicht gerade Hochkonjunktur zu haben…)

Ein alter Schmuckkasten voller Modeschmuck meiner Mutter wurde auch gefilzt und erleichtert. Ich kann mit dem meisten Zeug eh nichts anfangen.

Zuletzt habe ich mich gestern und heute früh mit ganzen Jahrgängen des Hauskreis-Magazins beschäftigt. Ich hatte drei Stapel im Sinn: 1. Kann weg, 2. kann ich für FAQ/Osternacht gebrauchen, 3. Ist vielleicht was für die Kinderfreizeit dabei. Der erste Stapel war zum Glück der dickste. Und dann das Ringen: aber vielleicht kann ich die statt wegzuschmeißen noch fürs bible art journaling gebrauchen… NEIN! Hab ich jahrelang nicht reingeschaut, kommt weg. Und ich habe ja auch noch die Überreste der Stapel 2 und 3, die ich nicht brauche.

Es ist ein gutes Gefühl, etwas geschafft zu haben, auch wenn man es vielleicht nicht so unbedingt sieht wie bei den Kartons. Und in den Stehsammler kommen nun die Yacht-Zeitschriften von Edgar…

Challenge Woche 5

Ich wechsele jetzt mal den Schreibrhythmus aufs Wochenende. Da habe ich mehr Ruhe. Seit Dienstag widme ich mich täglich einer Schreibtisch-Schublade.

Was ich allein an Brillen aufbewahrt habe… die Zeiten kommen nie wieder, wo ich keine Gleitsichtgläser brauchte, also warum um alles in der Welt? Vermutlich weil ich jedes mal, wenn ich eine neue Brille bekomme, die davor als Ersatz an die Seite lege.

Und USB-Kabel, Mäuse, Disketten (könnten direkt ins Museum), Skatspiele (ich kann kein Skat und beabsichtige auch nicht, es zu lernen), Handys… aus den Augen, aus dem Sinn.

Im Augenblick finde ich es gerade ziemlich frustrierend, wie gedankenlos ich oft bin.

Denn ehrlicherweise ist es nichts anderes als die Vertagung einer Entscheidung: ist es wahrscheinlich, dass ich diesen Gegenstand, den ich in der Hand halte, weiterhin benutze? – Könnte ja eventuell irgendwann mal sein, und dann habe ich ihn ja und muss ihn nicht kaufen….

Nach 5-10 Jahren ist es meist in Vergessenheit geraten, dass das Teil existiert und es wird dann doch neu gekauft! Und ich bin eben nicht so super organisiert, dass ich eine Excelliste als Inventar anlege und darin vermerke, was sich wo befindet. Wenn ich so darüber nachdenke, möchte ich das eigentlich auch nicht sein. Nur etwas strukturierter täte mir gut.

Nobody ist perfect👩‍🎓

Challenge Woche 4

Ich hab das Gefühl, die Wochen gehen immer schneller vorbei. Schon wieder ist es Zeit für den wöchentlichen Rückblick.

Dieses Mal noch eine Porzellandose, von Mama. Früher war da immer entweder Fruchtgummi drin oder Salmiakpastillen oder diese schwarzen kleinen Hustenbonbons in der roten Dose (ich habe gerade akute Wortfindungsstörungen, mir fällt der Name einfach nicht ein). Es ist zu befürchten, dass es nicht die letzte ihrer Art sein wird, denn Mama hatte ein Schrankfach voll mit solchen Bonbonnieren und Co…

Der Kalender von 2018 kam endlich mal in den Müll, denn das längst vergangene Jahr kann auch er nicht zurückholen.

Ein Paar Buchstützen für Kinder (ach ja, auch noch von der Buchhandlung) musste ebenso dran glauben wie ein Paar Kerzenleuchter. Beides geht in die Kiste mit der Aufschrift „Spenden“, ebenso wie diese … Armbanduhr, von der ich nicht mal weiß, wie sie in meine Schreibtischschublade kam. Office-Tools von Tiki Küstenmacher inklusive Fax-Vorlagen hatten ebenfalls ein Dunkeldasein gefristet und sind eindeutig überholt.

Zu guter Letzt kommt heute mal wieder ein Topf Basilikum auf den Kompost. So gern wir alle Basilikum mögen, es scheint nicht auf Gegenseitigkeit zu beruhen. Egal ob in der warmen Küche oder in der kühleren Waschküche, länger als drei Wochen überlebt das Zeug einfach nicht bei mir.

Ermutigt durch zaghafte Erkundungen meiner Schreibtischschubladen habe ich mich nun entschlossen, ab jetzt eine Schippe draufzulegen: Ab heute nehme ich mir täglich EINE Schublade vor. Das scheint mir eine erträgliche Dosis zu sein, der Kompromiss zwischen „Da muss jetzt dringend mal Ordnung rein“ und „Aber alles auf einmal geht doch auch nicht und so viel Platz hab ich auch gar nicht in der Mülltonne“. Außerdem dürfte sich der Frustrationslevel, so viel unnötigen Kram gehamstert zu haben, im Zaum halten.

Challenge Woche 3

Und schon wieder ist eine Woche vorbei. Mit ihr kam die Erkenntnis, dass ich viel mehr Kochbücher besitze, als ich jemals „durchkochen“ kann. Als Buchhändlerin darf ich mich nicht beklagen, denn die Gestalter der Kochbücher leisten tolle Arbeit, was wohl alle nachvollziehen können, die sich der Magie des gefühlt dreihundertsten Kochbuchs zum selben Thema immer noch nicht entziehen können. Oder dem Sammeltrieb: Ich habe doch schon die Länderküchen aus Italien, Spanien, den USA und Europa aus der Reihe CULINARIA (die eher reich bebilderte Kulturgeschichten des Essens in den einzelnen Ländern darstellen als praktikable Kochbücher, aber halt einfach schöööön), da muss ich doch…

Kennst du, nicht wahr? Aber eben auch die kleinen Heftchen im Supermarkt an der Kasse, bei denen ich mich spätestens eine Stunde nach dem Kauf ärgere, weil das eindeutig beste Rezept auf der Titelseite erscheint und ich den Rest eigentlich überhaupt nicht bräuchte. Diese Dinger sind wie Chips.

Deswegen mussten in der vergangenen Woche auch 3 Bücher/Hefte aus dem Kochbuchregal verschwinden. Dazu eine alte Kinderzimmerlampe (kann man ja vielleicht noch irgendwo anbringen, seit mindestens 10 Jahren), eine Standuhr, die ich irgendwann mal ganz toll Retro fand (das war um die Jahrtausendwende herum), die mich aber nur noch ärgert, weil ich sie dauernd abstauben muss, eine Collegetasche vom kleinen Prinzen, aus der ich alterstechnisch echt raus bin und wo mein Notebook auch überhaupt nicht reinpasst (ein Tablet würde dagegen passen), ein ledernes Stifte-Etui, das noch nie eine andere Funktion hatte, als in der Schublade zu liegen und eine kleine Blechdose, in der ein Anspitzer vor sich hin brütet. Mir fällt gerade auf, fünf der Gegenstände stammen aus den Beständen meiner Buchhandlung, die ich vor ungefähr zwanzig Jahren hatte. Übrigbleibsel aus einer Zeit, die größtenteils abgehakt und fast vergessen ist. Time to say goodbye! Obwohl ich die Jahre nicht missen möchte, sind sie vorbei.

Ich merke, wenn ich so kleinteilig vorgehe wie bisher, wird diese Challenge eine Art Rückschau auf meine erste Lebenshälfte. Manches mit Bedauern, sehr vieles mit Dankbarkeit, die unterschiedlichsten Erfahrungen, schöne ebenso wie schmerzliche. Ich trenne mich von Dingen, die Anteil haben, wie ich die wurde, die ich heute bin.

Und ehe das hier jetzt zu rührselig wird, mach ich Schluss für heute und begebe mich an die Arbeit. Bis demnächst 🙂

PS: Ich muss der Vollständigkeit halber mindestens erwähnen, dass die anderen Mädels ebenfalls diszipliniert mit Aussortieren beschäftigt sind 😉

 

 

Challenge Woche 2

Immer noch von Erfolg gekrönt, und immer noch schleiche ich durchs Haus…

Allerdings wird das Herumgeschleiche inzwischen zielgerichteter. Der Blick ist langsam geschult und manchmal fallen mir sogar gleich mehrere Gegenstände ins Auge. Heute ist mir eine zusätzliche Herausforderung begegnet:

Mein bevorzugter Onlineshop für Patchworkstoffe und Quiltzubehör macht Schnäppchentage, quasi Winterschlussverkauf. Herrlich, um nicht zu sagen, es wäre ja Blödsinn, diese Schnäppchen nicht mitzunehmen, oder?

Ehe ich mich versah, hatte ich meinen virtuellen Einkaufswagen gefüllt, weil bekanntlich kann man ja nie genug Stoff haben, und wenn es nur kleine Fitzelchen sind 😉

Dann, kurz bevor es ans Bezahlen ging, schnappte ich nach Luft und dachte: Bist du eigentlich vollkommen bescheuert??? Du rufst eine Aktion ins Leben, bei der du dich jeden Tag von etwas trennen willst und kaufst im nächsten Atemzug meterweise Baumwollstoffe, obwohl die 14(!) Kisten mit den Stoffen alle gut gefüllt sind? Für die zwei Meter hellen Unistoff, die du für dein nächstes Projekt tatsächlich brauchst, kannst du auch nach Minden fahren! Schwupps, Einkaufswagen gelöscht, Shop verlassen. Und Tschüss! Ich hab mich selbst virtuell auf die Schulter geklopft und ganz feste gelobt!

Im einzelnen aussortiert habe ich:

8. Januar: ein alter Adventskalender, den ich einst bei einem Kaffeeröster gekauft habe (Julia hat sich auch sofort an ihn erinnert)

9. Januar: die letzten drei „SORT“-Tassen, alte Werbemittel meines ehemaligen Arbeitgebers

10. Januar: zwei Weihnachtsglocken aus Porzellan und Glas (von Mama)

11. Januar: zwei Dekoteller/Wandteller aus Porzellan, einer war ein Hochzeitsgeschenk

12. Januar: 1 uralte Porzellandose von Winterling mit Deckel (und Uroma-Muster), das Teil hat sogar eine Nummerierung unten drunter, also limitierte Auflage

13. Januar: Sorry, Yvonne, der kombinierte Kalender/Stundenplan von der Werbekuh Paula (mit den Flecken), den du Kathrin mal aus Bielefeld von dem Konzern mitgebracht hattest, der von einem Apotheker gegründet wurde, musste heute dran glauben…

14. Januar: Kathrins letzter Kindersitz, der aus irgendeinem Grund die letzten 3 Jahre auf dem Eisschrank verbrachte.

Übrigens: Die Teile, die ich wahlweise verschenke/spende oder noch über eBay Kleinanzeigen versuche loszuwerden, die wasche ich alle erstmal ab. Ohne Staubschicht sehen sie gleich viel besser aus 😉

PS: Es handelt sich keinesfalls um Werbung, wenn ich hier die eine oder andere Firma beim Namen nenne. Welcher Konzern würde denn in der Werbung ausdrücklich sagen, dass seine Produkte für die Tonne sind?

 

 

Challenge Woche 1 – bisher klappt es!

  1. Januar: eine Obstschale. Vor 27 1/2 Jahren zur Hochzeit bekommen. Über die Schale habe ich schon geschrieben.
  2.  Januar: Die Adventskranzgläser von Bofrost. Die gab es vor zig Jahren mal mit irgendeiner Eissorte gefüllt. Was denkt man sich dann so als Mama mit altersbedingt eher grobmotorischen Kindern? Prima, da packe ich Teelichter rein, und dann kann auch nix abfackeln. Ich glaube im Rückblick, mehr als eine Saison kamen sie nicht zum praktischen Einsatz. Seitdem wandern sie vor Weihnachten raus aus der Kiste mit dem Weihnachtsgeschirr und nach Weihnachten wieder hinein, ohne zwischendurch etwas anderes zu tun als Staub zu fangen. Resümeé: Die Firmen wissen schon, wie sie uns mit Marketinggags einfangen…
  3.  Januar: Mamas Fondue vom Anfang der 70er Jahre des vergangenen Jahrtausendshunderts. Geschmackvoll, ohne Frage, wenn man auf diesen unverfälschten Retrochic steht. Ich denn doch nicht so sehr. Aber es hängen doch glatt ein paar schöne Kindheitserinnerungen daran. Zum Beispiel, dass es früher immer nur Fettfondue gab. Und die Wohnung eine Woche danach „duftete“. Das restliche Fett hat meine Mutter die nächsten Wochen noch für den Sonntagsbraten genutzt, für was anderes taugte es nicht mehr… (Und alles schmeckte irgendwie nach Fondue 😉 )
  4.  Januar: Drei DIY-Bücher meiner Schwiegermutter, ebenfalls vom Anfang der 70er. Einige Bücher aus der Reihe konnte ich sogar bei Momox loswerden, aber diese drei eben nicht. Obwohl in einem der Bücher gezeigt wird, wie man (auch ohne Joghurtbereiter) Joghurt, Quark und anderen Käse selber herstellen kann. Total im Trend wieder. Aber den Fotos (schwarzweiß, pixelig und mit riesigen Kragenecken an der Bluse der Hausfrau) sieht man ihr Alter halt an.
  5.  Januar: Ich habe zwei breite Stehsammler voll Patchworkzeitschriften dermaßen dezimiert, dass insgesamt 16 Anleitungen übrig blieben, die ich demnächst gezielt projektieren werde. Und weil das so eine schwere Arbeit war und außerdem Sonntag, dachte ich, ich tu‘ mir was gutes und lade „Thor“ ein, mir mit Marvel-Superheldenkräften dabei zu helfen. Ob es an ihm lag oder an der Erkenntnis, dass 8 oder 9 Jahre alte Patchworkanleitungen zum großen Teil einfach überaltert sind, es ging mir ganz leicht von der Hand.
  6.  Januar: 6 Flaschen Rotkäppchen-Sekt. Auch ein Erbstück von SchwieMu. Die ist aber vor 3 Jahren hingeschieden und ich weiß auch nicht, wie lange sie die Pullen schon vorher gehortet hatte. Bisher waren alle Versuche, sie an potentielle Hochzeitspaare oder andere nette Mitmenschen loszuwerden, vergeblich. Da ich aber auch nicht weiß, wie lange sich so ein Fusel hält, werde ich sie wohl wegkippen.
  7.  Januar: eine vor zig Jahren mal angefangene Flasche Southern Comfort. Da kommen auch Erinnerungen: Als unsere großen Töchter noch kleine Töchter waren, habe ich traditionell am späten Abend des 23. Dezember die Weihnachtsgeschenke verpackt und mir dabei jedes Jahr ein Gläschen Southern gegönnt. Bis ich den Pflaumen-Zimt-Likör für mich entdeckte. Und dann kam auch noch meine Rheuma-Karriere, seither gar kein Alk mehr. Wenn der Southern seit ungefähr 15 Jahren nicht mehr angefasst wurde, wird er das auch in Zukunft nicht mehr, außerdem: Haltbarkeit und so (obwohl, Alkohol konserviert…)

Meine Mitstreiterinnen waren in derselben Zeit teilweise deutlich produktiver beim Aussortieren, Chapeau. Bei mir wird da auch noch einiges folgen, wo ich jetzt schon weiß, das wird mehr als ein Teil pro Tag. Aber für den Anfang wollte ich schon erstmal bei dem Prinzip bleiben, um mir bei jedem Teil in Erinnerung zu rufen, wie dieses bestimmte Teil zu uns gefunden hat, ob es eine Geschichte hat oder einfach nur ein Fehlkauf war. Oder ob es eher zufällig den Weg in unser Haus gefunden hat. Wenn ich das beim größeren Entrümpeln machen wollte, würde ich ja nie fertig.

Deswegen werden die alten Weinvorräte meiner Eltern, die ebenfalls in den 70er Jahren auf einem rheinhessischen Weingut eingekauft wurden und in Teilen immer noch im Keller liegen, dann demnächst in einer konzertierten Aktion, aber ohne große Publicity, ins Außenspülbecken gekippt, damit wir in der Küche nicht vom Geruch besoffen werden. Ebenso die ganzen Sektflaschen mit Werbeetiketten von Auto- und Caravanhändlern, die man bis vor einigen Jahren immer beim Kauf eines Vehikels dazubekam. Da Edgar in den Zeiten vor TeamViewer und Co. viel unterwegs war und deswegen alle zwei Jahre einen neuen Firmenwagen bekam, hat sich einiges angesammelt.

Was mir bisher aufgefallen ist: Wenn ich nicht ganz gezielt sage: „Heute nehme ich mir den Vorratskeller vor“ oder ähnlich, schleiche ich jeden Tag irgendwie durchs Haus und denke „Hm, was könntest du denn heute mal…“. Für mich ein Zeichen dafür, dass viel zu viele Dinge überhaupt nicht in meinem Bewusstsein existieren. Sie halten sich in Schränken, Regalen, Räumen irgendwo versteckt und üben keine Funktion aus, sie sind so sehr austauschbar, dass ich sie vergessen habe. Traurig eigentlich.

Die zweite Woche hat heute schon begonnen. Mal sehen, wie es weitergeht. Ich melde mich…