Frühling heißt Wildkräutersoße

Am Wochenende bin ich über unsere Wiese gegangen und habe mich gefreut, dass wir vergessen hatten, die Batterie vom Rasentraktor aufzuladen.

Da stand so viel wunderschöner Sauerampfer zwischen dem Gras und die anderen Wildkräuter wachsen auch schon, sind aber noch zart genug, um zu schmecken. Das ist seit meiner Kindheit so, einmal im Jahr, ganz zu Beginn des Frühlings, wird eine Soße quer durch den Garten zubereitet. Aber nicht wie die Frankfurter grüne Soße, sondern mit einer Mehlschwitze und Gemüsebrühe, etwas Milch und dann halt hartgekochte Eier hinein. Zu den Wildkräutern kommen dann auch noch „zahme“ wie Petersilie, Schnittlauch, Dill… Borretsch finde ich so früh im Jahr noch nicht, (auch nicht im Supermarkt bei den frischen Kräutern), aber der kommt dann später zum Einsatz.

Damit haben wir eine Mahlzeit mit viel Kalzium, Vitamin C und Provitamin A, denn ganz wichtig: Die Kräuter werden auf keinen Fall mitgekocht, sondern erst ganz zum Schluss, vor dem Servieren, in die Soße gerührt. Und wer empfindlich ist wegen der Brennesseln, braust die vor dem Hacken kurz mit einem heißen Wasserstrahl über, fertig.

Heute ist es soweit. Kathrin und ich waren eben draußen zum Sammeln, und gleich wird gehackt, geköchelt und dann genossen!

Wie bei Hitchcock…

Ich hatte heute früh den Fotoapparat zur Hand, weil ich die Mondfinsternis fotografiert hatte. Aber diese Szene fand ich dann noch krasser! Mehr als 50 Krähen hatten unseren Hof gekapert, hinten im Garten waren nochmal genauso viele, und in der Nachbarschaft saßen auch überall welche herum. Gut, bei uns finden sie noch viele Nüsse, die ich eigentlich für unsere Eichhörnchen liegengelassen hatte, aber in solchen Mengen sind sie sonst nur im Feld zu finden…

krähen in der birke
Noch mehr Krähen…

Auf lange Zeit angelegt…

…ist (hoffentlich, wenn die alte Leiter nicht schlappmacht) mein Projekt Rosenbogen.

Ich habe ihn vor 3 Jahren angelegt, auf einer gerodeten Fläche, und ich habe dafür eine uralte Holzleiter zersägt und neu zusammengebaut. Die Leiter diente ursprünglich dazu, auf unserem Dach herumzuklettern. Deswegen war sie auch über 10 Meter lang. Nun liegt immer noch ein Stück der Leiter an unserer Schuppenwand und wartet darauf, welche Bestimmung sie bekommt.

Mein zusammengebastelter Rosenbogen sah zunächst ziemlich nackt und merkwürdig aus, aber ich hatte ein Bild im Kopf, wo ich mir eine üppige Rosenpracht an diesem Bogen vorstellte. Ich nehme an, in dieser Zeit, als ich hochmotiviert baute und buddelte, kam ich meiner Familie und Umwelt etwas durchgeknallt vor (vermutlich passiert das sogar öfter, wenn ich an meinen Gartenvisionen werkele 😉 ).

Drei Jahre später hat ein großer Teil der Leiter seine neue Bestimmung, die Rosen wachsen und blühen, ich kann mich jeden Abend nach der Tagesarbeit daran freuen. Und in diesem Frühjahr habe ich zusätzlich an die Innenseiten des Gerüstes zwei Clematis gepflanzt. Die sollen im nächsten Jahr mit den Rosen gemeinsam oder abwechselnd blühen und uns erfreuen. In meinem Kopf sehe ich es schon wieder. Mal sehen, was passiert. Wenn der Boden, die Licht- und Wasserverhältnisse stimmen und die Wühlmäuse mir gnädig sind, werde ich mich an dem erweiterten Bild freuen können.

Ich glaube, Gott hält es ebenso mit uns Menschen. Er plant, werkelt und baut an unserem Leben und hofft auf gutes Gelingen. Er hat ein Bild von uns vor Augen und freut sich daran, wenn das Bild Gestalt annimmt. Aber auch er weiß bestimmt, dass es manchmal auf äußere Umstände ankommt, auf die Wühlmäuse unserer Existenz, ob sein Bild sich verwirklicht.

Und wenn es nicht so klappt, fängt er wieder von vorne an. So wie ich, nachdem ich feststellen musste, dass an eben dieser Stelle ein Heidegarten einfach nicht funktionierte…

PS: Leider haben die Clematis den Irrsinns-Sommer 2018 nicht überlebt. Trotz fleißigem Gießen. Neues Jahr, neuer Versuch….