13. Dezember

Zieht ein durch die Tore der Stadt, zieht ein! Ebnet einen Weg für das Volk, das unterwegs ist zur Stadt. Baut eine Straße, räumt die Steine aus dem Weg! Stellt ein Feldzeichen auf, das alle Völker sehen können!« Hört, was der HERR verkündet! Seine Stimme dringt bis zum Ende der Erde: »Sagt den Menschen auf dem Berg Zion: Euer Retter kommt! Den Lohn für seine Mühe bringt er mit: sein Volk, das er sich erworben hat; es geht vor ihm her. (Jesaja 62,10-11)

Jetzt bist du dran! Lies den Text und schaue in dich, welches Bild oder welche Videosequenz sich vor deinem inneren Auge abspielt…

(Schließlich geht es hier nicht nur um vorgekaute Gedankenspiele 😉 )

 

12. Dezember

Heute ohne Beitragsbild. Ich hab zwar einige 1000 Fotos, aber hierfür ist leider kein passendes dabei, also ist Kopfkino angesagt:

Steh auf, Jerusalem, und leuchte! Denn das Licht ist gekommen, das deine Finsternis erhellt. Die Herrlichkeit des HERRN geht auf über dir wie die Sonne. Dunkle Wolken bedecken die Erde, alle Völker leben in tiefer Nacht. Doch über dir leuchtet das Licht des HERRN auf, und seine Herrlichkeit erscheint über dir. Andere Völker werden von diesem Licht angezogen, ihre Könige eilen herbei, um den strahlenden Glanz zu sehen, der über dir aufgegangen ist. (Jesaja 60,1-3)

Hey, das funktioniert! Beim Lesen entfaltet sich vor meinem inneren Auge das Bild von schlaftrunkenen Menschen im Dunkeln, nur in der Bildmitte wird ein Teelicht entzündet. So wie bei einer Kerze, deren Docht sehr kurz ist, flackert es zunächst klein und unsicher, jederzeit bereit, wieder zu erlöschen. Aber dann legt die entstehende Wärme mehr Docht frei, die Flamme wird selbstsicherer und heller und strahlt immer weiter in die Dunkelheit hinein. Und von überall her kommen staunende Menschen, die das Licht gesehen haben und nun wissen wollen, was es damit auf sich hat…

Eine Utopie? Ich hoffe nicht. Zumindest bei mir eher ein eindringlicher Wunsch. Beinhaltet es doch Neugier, Wissensdurst und Vertrauen ebenso wie die Sehnsucht nach Licht und Wärme…

 

11. Dezember

Heute freue ich mich so richtig, denn es ist einer meiner liebsten Verse aus der gesamten Bibel dran:

Das Volk, das im Finstern lebt, sieht ein großes Licht; hell strahlt es auf über denen, die ohne Hoffnung sind.

Darum halte ich jetzt auch die Klappe und genieße es einfach nur. Ich hoffe, du auch!

PS: Jesaja 9,1

10. Dezember

Jedes Tal soll aufgefüllt, jeder Berg und Hügel abgetragen werden. Alles Unebene soll eben werden und alles Hügelige flach. Denn der Herr wird kommen in seiner Macht und Hoheit. Alle Menschen werden ihn sehen. Er selbst hat es angekündigt.

Unmittelbar an den Vers von gestern anschließend.

So wünschen es sich die maßgeblich beteiligten Herren im Verkehrsministerium bestimmt auch 😉

Ich hör‘ jetzt mal lieber auf, wer weiß, was mir sonst noch respektloses einfällt.

9. Dezember

Hört! Jemand ruft: „Bahnt dem Herrn einen Weg durch die Wüste! Baut eine Straße durch die Steppe für unseren Gott!“

Das sagt Jesaja (40,3).

Funkstille bei mir. Ich weiß gerade nicht, ob ich einfach zu müde bin, aber das einzige Bild, was mir dabei in den Sinn kommt, ist die Vermutung, dass Jesaja sich nicht auf unseren Bundesverkehrsminister oder den Bahnchef bezieht.

Fortsetzung folgt morgen…

8. Dezember

Ein bekanntes Bild wird uns heute vor Augen gestellt:

Ich suche die verlorenen Schafe und bringe alle zurück, die sich von der Herde entfernt haben. Wenn sich eines der Tiere ein Bein bricht, will ich es verbinden, und die kranken pflege ich gesund.

Hesekiel (Kap. 34,16a) ist der Prophet, der uns diese Worte im Namen Gottes zuspricht. Auch er wirkte zur Zeit des babylonischen Exils, und im gesamten Kapitel 34 lässt er sich darüber aus, was Gott ihm mit dem Bild des Hirten aufgetragen hat. Nämlich, dass eigentlich die Anführer des Volkes Israel die Hirten sein und sich gut kümmern sollten. Aber stattdessen bereicherten sie sich auf Kosten der Herde.

Heute möchte ich das Augenmerk jedoch mal nicht so sehr auf das lenken, was rund um den Vers alles angeprangert wird. Vielmehr freue ich mich über die Zusage, die darin steckt, in diesem einzelnen Vers:

Gott geht auch denen nach, die sich von der Herde oder von ihm entfernt haben. Er gibt niemanden auf, er kümmert sich. Das gibt vielen Menschen Hoffnung.

Und das Bild finden wir immer wieder, im Psalm 23, aber auch später bei Jesus, der sich als den „Guten Hirten“ bezeichnet in den Ich-bin-Worten und der das Gleichnis vom verlorenen Schaf erzählt.

7. Dezember

Heute ist Jeremia dran: (Kap. 29, 11-14a)

Denn ich allein weiß, was ich mit euch vorhabe: Ich, der Herr, werde euch Frieden schenken und euch aus dem Leid befreien. Ich gebe euch wieder Zukunft und Hoffnung. Wenn ihr dann zu mir ruft, wenn ihr kommt und zu mir betet, will ich euch erhören. Wenn ihr mich sucht, werdet ihr mich finden. Ja, wenn ihr mich von ganzem Herzen sucht, will ich mich von euch finden lassen. Das verspreche ich euch.

Du siehst, mit den Prophetien ist das so eine Sache: Es gefällt uns nicht immer, was sie uns auf die Nase binden. Gott sagt durch Jeremia ganz klar, dass er es ist, der uns den Frieden schenkt. Nicht die Nato, keine multilateralen Verhandlungen, kein Abschreckungsszenario mit Atomwaffenarsenalen. Solange wir uns allein auf solche Ideen und Dinge verlassen, wird es den wahren großen Frieden nicht geben. Denn diese menschlichen Werkzeuge arbeiten nicht mit dem , was sich Gott für uns wünscht: Hoffnung und Zukunft. Sie arbeiten mit dem Recht des Stärkeren, mit Drohung und Abschreckung.

Gott wünscht sich so sehr, dass wir ihn suchen, dass wir uns ihm anvertrauen und bei ihm eine Heimat finden. Deswegen wiederholt Jesus die Zusage, dass Gebet erhört wird, dass die Tür uns offen steht, dass wir ihn finden können, auch zum Ende seiner „Bergpredigt“ noch einmal sehr eindringlich.

6. Dezember

Was von Davids Königshaus noch übrig bleibt, gleicht einem alten Baumstumpf. Doch er wird zu neuem Leben erwachen: Ein junger Trieb sprießt aus seinen Wurzeln hervor. Der Geist des Herrn wird auf ihm ruhen, ein Geist der Weisheit und der Einsicht, ein Geist des Rates und der Kraft, ein Geist der Erkenntnis und der Ehrfurcht vor dem Herrn.

Zwei Kapitel nach der Weissagung von gestern, also Jesaja 11,1-2.

Auch hier spricht die tiefempfundene Sehnsucht Jesajas nach einer höheren Gerechtigkeit. Das Königreich von David und Salomo ist zerstört, Israel in Nord- und Südreich geteilt, die meisten Menschen nehmen es mit dem lebendigen Glauben nicht so genau. Sie erwarten keine Relevanz und kein Eingreifen Gottes in ihrem Alltag. Ziemlich modern.

Sehnen wir uns nicht alle nach umfassender Gerechtigkeit? Nach der Ruhe, Kraft und Weisheit, die für ein gelingendes Leben gebraucht wird?

5. Dezember

Denn uns ist ein Kind geboren! Ein Sohn ist uns geschenkt! Er wird die Herrschaft übernehmen. Man nennt ihn „Wunderbarer Ratgeber“, „Starker Gott“, „Ewiger Vater“, „Friedensfürst“. Er wird seine Herrschaft weit ausdehnen und dauerhaften Frieden bringen. Wie sein Vorfahre David herrscht er über das Reich, festigt und stützt es, denn er regiert bis in alle Ewigkeit mit Recht und Gerechtigkeit. Der Herr, der allmächtige Gott, sorgt dafür, er verfolgt beharrlich sein Ziel.

Diese Weissagung steht bei Jesaja 9,5-6. Jesaja war ungefähr in der Zeit zwischen 740 und 700 v. Chr. der eindringliche und unbequeme (Gerichts)Prophet in Israel. Soweit zur geschichtlichen Einordnung. Ansonsten möchte ich den Text heute einfach mal so stehen und wirken lassen. Lies es gern mehrmals.

PS: Es ist ziemlich schwierig, Krippendarstellungen zu finden, wo Maria nicht blond und in ein blaues Kleid gewandet ist. Wo die Hirten nicht wie Alpensenner aussehen und die heiligen drei Könige nicht wie Artus, Ivanhoe und der Sarottimohr…

 

4. Dezember

Die heutige Vorhersage steht bei Maleachi und ist der Beginn des dritten Kapitels:

Der Herr, der allmächtige Gott, antwortet: „Ich schicke meinen Boten voraus, der mein Kommen ankündigt und die Menschen darauf vorbereitet. Noch wartet ihr auf mich, den Herrn, ihr wünscht euch meinen Boten herbei, der meinen Bund mit euch bestätigt. Er ist schon unterwegs! Ganz plötzlich werde ich, der Herr, in meinen Tempel einziehen.

Ich gestehe, obwohl Maleachi zu den kürzesten Kapiteln der Bibel gehört, habe ich dieses Buch bisher nicht gelesen. Ich finde die Propheten zuweilen ziemlich schräg. Aber um den Vers in einen sinnvollen Zusammenhang zu bekommen, habe ich mir die  Verse vorher und im Anschluss angeschaut und festgestellt, dass eine ziemliche Aktualität darin liegt:

Unmittelbar voraus geht die Aussage: „Nun, ihr behauptet: „Wer Unrecht tut, gefällt dem Herrn; ihn nimmt er an!“Oder ihr fragt: „Wo bleibt denn Gott? Warum greift er nicht ein und sorgt für Recht?“ Hm. Kommt mir bekannt vor. Mir fallen auf Anhieb einige Staatenlenker ein, die fest davon überzeugt sind, dass sie Gottes Willen erfüllen, dabei aber die Grundrechte der Bevölkerung ihrer Länder mit Füßen treten. Und die Frage „Warum lässt Gott das zu?“ ist wohl das vermeintlich stärkste Totschlagargument gegen den Glauben.

Einige Verse danach kommt dann die klare Ansage Gottes, dass er Gericht halten wird, dass alle, die ungerecht gegenüber ihren Mitmenschen aufgetreten sind, alle, die andere missbraucht haben für ihre Zwecke, alle, die Gott als zahnlosen Tiger gesehen haben, dafür gerade stehen müssen.

Wir sind versucht, zeitlebens in der kindlichen Zuversicht stecken zu bleiben, dass Jesus unser Freund und Helfer ist, dass er alles gutmachen werde (nein, er wird alles gut machen, das ist ein Unterschied). Den richtenden Gott verschweigen wir gern. Ich auch. Und wisst ihr, warum? Weil wir mit menschlichen Maßstäben messen. Und das, obwohl sich in den letzten Jahren die Erkenntnis durchgesetzt haben dürfte, dass Eltern, die ihren Kindern immer wieder Konsequenzen androhen, sie aber dann nicht anwenden, ihren Kindern damit nichts Gutes tun. Oder dass immer wieder Bewährungsstrafen für notorische Wiederholungstäter ein total falsches Bild der Gerechtigkeit entstehen lassen. Aber Gott, dem höchsten Wesen, gestehen wir das nicht zu.

Wir verstehen „Gericht“ irgendwie immer noch als „Stell dich in die Ecke und schäm dich“. Und wir möchten lieber an die Allversöhnung glauben. Ist romantischer. Und eine schöne Vorstellung.

Aber: Keiner von uns weiß, was kommen wird. Wie es aussehen wird, wenn umfassende Gerechtigkeit geübt wird. Und wir müssen es auch gar nicht. Es reicht, wenn wir hier und jetzt ein Leben führen, in dem wir unseren Mitmenschen mit Respekt begegnen, mit demselben Respekt, den wir uns wünschen. Nicht um uns Pluspunkte im Gericht zu verdienen, das können und müssen wir nicht. Sondern um in diesem Leben zu bestehen und nicht bitter zu werden. Egal, woran wir glauben.

3. Dezember

Es kommt der Tag, an dem ich einen Nachkommen Davids zum König mache, den man wirklich als gerecht bezeichnen kann. Er wird weise regieren und in seinem Land für Recht und Gerechtigkeit sorgen.

So hat es Gott dem Propheten Jeremia (Kap. 23,5) diktiert. Jeremia wirkte zu einer Zeit, als die meisten Israeliten sich von Gott abgewandt hatten. Als Folge davon hatte Gott das Land in die Hände Nebukadnezars fallen lassen. Der babylonische König hatte Jerusalem und das gesamte Land erobert, die wichtigsten Menschen des Volkes waren nach Babylonien verschleppt worden (ca 600-530 v. Chr., das sogenannte „babylonische Exil“)

Auch wenn es für die Menschen, die unter Besatzung litten oder im fremden Land leben mussten, sicher eine sehr schwere Situation war: Im Nachhinein war es eine fruchtbare Erfahrung, denn im Exil durften die Israeliten ihrem Glaubensleben nachgehen. Dort war die Besinnung auf den Glauben dann ganz wichtig, denn alles andere, der Kontakt zu Heimat und Familie/Freunden war abgeschnitten. Ganz nach dem Motto „Not lehrt Beten“ sorgte die Exilsituation dafür, dass die Menschen sich auf den „Marken“-Kern ihres Glaubens besannen und ihn dabei auch von allerlei schmückendem Beiwerk trennten. Es war die Keimzelle des Judentums, wie es heute noch besteht, die Hauptglaubenssätze wurden in dieser Zeit geprägt.

Aber hat das denn für uns heute eine Relevanz? Ich denke schon. Unsere Diskussionen rund um den Themenkomplex Christentum – Glauben – Kirche sind in der letzten Zeit sehr dogmatisch aufgeladen. Beispiele kennt wohl jeder. Müssen wir unser Bild vom Glauben, von der Kirche, eventuell auch (mal wieder) entrümpeln?

Sollten wir nicht wieder eher aus dem Blickwinkel von Christus die Menschen ansehen? Nicht in Schubladen sortieren, sondern so wie er es tat, den einzelnen Menschen ansehen, mit seinen Nöten, Ängsten, Bedürfnissen und mit seinem Scheitern? Und dann voller Liebe (=Respekt) auch dem Einzelnen antworten. Jedem so begegnen, wie auch wir selbst uns Begegnung wünschen?

 

Über die Magie von Worten

Ich liebe Worte. Als Buchhändlerin besteht ein großer Teil meines Lebens aus gedruckten Worten. Oder auch aus gesprochenen, denn wenn jemand Hörbücher so richtig gut einlesen kann, dass man die Stimmungen mitfühlt, dann ist das absolut bewundernswert. Als „Magie“ habe ich das allerdings bisher nie gesehen. Oder mir einfach keine Gedanken darüber gemacht.

Bis ich heute früh auf mehreren Umwegen auf diesen Blogeintrag von Sandra und die damit verbundene Blogparade gestoßen bin:

Worte sind magisch

Automatisch beginnt das Gedankenkarussell sich zu drehen, immer schneller, ich hoffe nur, nicht schneller als ich tippen kann.

Die Magie der Worte hat es in sich. Sie tippt den Einen oder die Andere mit ihrem Zauberstab an, ganz egal, ob es sich um Weltliteratur oder eher „triviales“ handelt. Als Buchhändlerin, die es sich zur Aufgabe gemacht hat, für jeden Menschen nach Möglichkeit das passende Buch zu finden (nicht unbedingt das, was heute noch verkauft werden soll, weil der Stapel runter muss…), bin ich der Meinung, ein wirklich zauberhaftes und anrührendes Buch aus der Kategorie „Frauenlektüre“ (oder auch ein packender Thriller, in dem LeserInnen atemlos hinter der Handlung her hecheln) kann unter Umständen magischer sein als ein handwerklich gut gemachter, aber irgendwie liebloser „großer Gesellschaftsroman“.

Die Magie der Worte treibt auch manchmal Schabernack. Gerne bei Betriebsanleitungen von Haushaltsgeräten aus Fernost. Wer einmal der Poesie schlecht übersetzter Anleitungen für Staubsauger, Akkuschrauber und Co. verfallen ist, der ist verloren 😉

Aber auch vor den Gefahren muss ich der Vollständigkeit halber warnen: Ein Wort, das einmal die Feder oder die Lippen verlassen hat, und sei es noch so brillant und zugespitzt, kann den Adressaten verletzen oder einer Beziehung den Todesstoß geben!

Magie ist und bleibt eine zwiespältige Sache. Wie es in ungezählten Fantasy-Romanen oder Märchen gute oder schlechte Zauberer gibt, so ist es auch in der Welt der Worte. Medien sind voll davon, die „sozialen“ Netzwerke erst recht. Worte, die spalten statt Menschen zu verbinden, die ausgrenzen statt das Miteinander zu fördern, die zum Töten anstiften statt dem Frieden zu dienen!

Mehr will ich jetzt gar nicht ausführen, ich hoffe, jeder Leser denkt sich seinen Teil.

Nur eins noch: Der genialste Buchanfang ist und bleibt für mich

„Am Anfang schuf Gott Himmel und Erde.“

BÄÄÄÄÄM. Mehr geht nicht. Da ist alles gesagt.

Hach. Ich finde langsam Gefallen an dem Format „Blogparade“. Soweit also mein Beitrag zu #wortesindmagisch. Besucht auf jeden Fall Sandras Blog (Link oben im Artikel), wenn Worte für euch auch so (lebens)wichtig sind!

2. Dezember

Macht die Tore weit und die Türen in der Welt hoch, dass der König der Ehre einziehe!

Dies ist Psalm 24,7. Wer kennt nicht das Weihnachtslied „Macht hoch die Tür, die Tor macht weit, es kommt der Herr der Herrlichkeit…“

Was macht diesen König denn so „ehrenvoll“, dass wir Menschen die Türen und Tore ganz besonders weit öffnen sollen? Denn der Psalm wird David zugeschrieben, der allgemein anerkannt einer der größten Könige Israels war. David gibt auch selbst die Antwort: Es ist der Herr Zebaoth (übersetzt: der Herr der Heerscharen). Zur Zeit des Alten Testaments war dies ein Ehrenname Gottes, der seine Alleinstellung ehrfürchtig betont.

Auch David war schon klar: Selbst der mächtigste und angesehenste weltliche Herrscher kann mit Gott, dem Schöpfer nicht mithalten. Ich wünsche mir, dass einige der heutigen „Mächtigen“ hierüber ernsthaft nachdenken würden.

Und: Es macht einen Unterschied, ob ich mich selbst überschätze oder ob ich anerkenne, dass in meinem irdischen Leben, egal wie wichtig ich bin, Grenzen gesetzt sind. Es entlastet ungemein, wenn ich weiß, ich muss mich nicht anstrengen, um Erste, Beste, Einzige zu sein. Ich darf mich vielmehr darauf verlassen, dass ich unter solchem Leistungsdruck nicht stehen muss.

 

Himmel und Erde

Unüberbrückbare Gegensätze oder zusammengehörende Teile eines Ganzen?

Unser letzter FAQ-Gottesdienst in diesem Jahr fand zwar am ersten Advent statt, sollte aber kein „klassischer“ (sowieso nicht…) Adventsgottesdienst sein. Aber er sollte schon mit einem Thema zu tun haben, dass gerade um diese Jahreszeit doch irgendwie viele Menschen beschäftigt. Vor Weihnachten schmücken wir gern mit Engeln, den himmlischen Boten Gottes (oder zumindest mit den Figuren, die wir uns als Engel denken). Und beim schönsten Morgen- und Abendrot heißt es: „Im Himmel werden schon Plätzchen gebacken“. Zu keiner anderen Zeit sehnen wir uns so sehr nach der Helligkeit und Klarheit des Himmels wie in dieser dunklen Zeit am Ende des Jahres.

Unser Anspielteam hatte sich schon frühzeitig Gedanken dazu gemacht, was wohl die Eigenheiten von Himmel und Erde sind.

Ein steiles Thema haben wir uns da vorgenommen! Gar nicht so einfach. Was tut man heutzutage, wenn man nicht sofort die zündende Idee hat? Richtig, Tante Google fragen.
Aber, dort bekommt man zunächst gefühlte 1000 Einträge mit – Kochrezepten! Himmel und Erde, ein traditionelles Gericht nicht nur in Norddeutschland, Äpfel (Himmel) und Kartoffeln (Erde) zusammen gekocht. Der Vollständigkeit halber müsste es heißen „Himmel und Erde mit Blutwurst und Zwiebeln“. Brrr! Dann doch lieber Kartoffelpuffer mit Apfelmus….
Aber Scherz beiseite, da brauche ich einen anderen Ansatz. Mal sehen. Ah! Ja, das könnte klappen:

Das Vater Unser: „…wie im Himmel, so auch auf Erden…“
Oder das Glaubensbekenntnis: „…den Schöpfer des Himmels und der Erde…“. Später dann: „…hinabgestiegen in das Reich des Todes, am dritten Tage auferstanden von den Toten, aufgefahren in den Himmel…“
Das Verhältnis von Himmel und Erde hat also definitiv für uns als Christen eine große Bedeutung. Es hat etwas mit Gott zu tun.

Ich habe das schon einmal erzählt, wenn man ein Kind bis ca. 8 Jahre bittet, ein Bild zu malen, wo Gott mit drin ist, dann malen die meisten Kinder eine Landschaft mit Himmel, im Himmel ist eine Wolke, und auf der steht ein alter netter Mann mit Rauschebart und langem Nachthemd. Also eher so eine Art Gandalf eigentlich.

Und nicht nur Kinder pflegen die Vorstellung, dass der Aufbau der Welt dreiteilig ist, in der Mitte die Erde mit den Menschen, unten drunter die Hölle mit Feuer, Teufeln und geknechteten Seelen. Und oben im Himmel thront Gott über allem.
Diese Vorstellung ist uralt und kommt in den unterschiedlichsten Kulturen vor. Auch zur Zeit des Alten Testaments sahen viele Schöpfungsberichte und Weltbilder so aus.

Auch am Anfang der Bibel heißt es: „Am Anfang schuf Gott Himmel und Erde.“ Und zwar trennte er das Wasser oben vom Wasser unten, nannte das obere Wasser Himmel und sammelte das untere Wasser in den Meeren, damit man die Erde dazwischen sah. Zwei Dinge lesen wir daraus.
Erstens: Gott hat beides geschaffen und voneinander getrennt. Und zweitens: Gott war schon vorher „da“. Wo auch immer.
Schließlich, nachdem Gott alles auf der Erde erschaffen hatte, auch Mann und Frau in dem Garten, den er für sie angelegt hatte, da traf er sich dort mit ihnen gern zum Abendspaziergang. Er nahm am Leben seiner Schöpfung persönlich teil. Bis zur Verführung der Menschen durch die Schlange…

Szenenwechsel.

Ganz am Ende der Bibel, in der Offenbarung des Johannes, werden die getrennten Bereiche wieder zusammengeführt: (Off. 21)
„Und ich sah einen neuen Himmel und eine neue Erde, denn der erste Himmel und die erste Erde sind vergangen, und das Meer (vom Anfang) ist nicht mehr. Und ich sah die heilige Stadt, das neue Jerusalem, von Gott aus dem Himmel herabkommen, bereitet wie eine geschmückte Braut für ihren Mann. Und ich hörte eine große Stimme von dem Thron her, die sprach: Siehe da, die Hütte Gottes bei den Menschen! Und er wird bei ihnen wohnen, und sie werden sein Volk sein und er wird ihr Gott sein; und Gott wird abwischen alle Tränen von ihren Augen, und der Tod wird nicht mehr sein, noch Leid noch Geschrei noch Schmerz wird mehr sein; denn das Erste ist vergangen.“

Wenn alles, was uns von Gott trennt (Sünde kommt von Sund und hat nichts mit Sahnetorte zu tun, denn ein Sund ist ein Meeresarm, der zwei Ufer voneinander trennt) beseitigt ist, dann wird er wieder bei uns Menschen wohnen, die Trennung von Himmel und Erde ist beendet. Was für eine grandiose Zusage! Übrigens ist dann nicht nur für uns Menschen „alles wieder gut“, sondern auch für Gott. Endlich ist er wieder da, wo er von Beginn an sein wollte!

Die Sehnsucht nach dem Himmel ist bei uns allen vorhanden. Wenn wir etwas als „himmlisch“ bezeichnen, dann ist das ein höchstes Lob. Die Menschen im Alten Testament bauten den Turm in Babel, um zu Gott zu gelangen. Sie stiegen auf die höchsten Berge (wie manche Leute heute noch).
Später baute man „Wolkenkratzer“.
Wir suchen den Himmel auf Erden, wir versuchen sogar, mit der Raumfahrt dem Himmel näher zu kommen. Und doch kommen wir auch mit der stärksten Rakete nur tiefer ins All, aber nie näher zum Himmel.

Und trotzdem gibt es sie, die Brücke zum Himmel. Und diese Brücke ist Jesus Christus. Er ist Gott, der zu seinen Menschen gekommen ist, als einer von ihnen. Nicht privilegiert in einem Palast oder Elfenbeinturm, sondern absoluter Durchschnitt in seinem sozialen Status. Handwerker. Wanderprediger. Und am Ende seines Lebens: Verraten, wie ein Verbrecher behandelt, getrennt von seinen Freunden, verleugnet sogar vom besten Kumpel, und dann fühlte er sich sogar von seinem Vater verlassen! Den demütigenden Tod am Kreuz gestorben wie der schlimmste Terrorist. Tiefer fallen kann kein Mensch.

Er hat sich selbst geopfert, sein Leben gegeben für alle Generationen nach ihm. Das ist uns unvorstellbar, es ist zu groß für unseren Verstand. Und deswegen ist es für viele ein Problem. Was wir nicht verstandesgemäß erfassen können, das kann nicht sein.
Auch ich habe zu Beginn meines Weges mit Gott oft gesagt: An Gott kann ich glauben, aber Jesus ist für mich „nur“ eine historische Person. Zugegeben eine, die viel Gutes getan hat, aber nicht mehr. Ein moralisches Vorbild, aber der Sohn Gottes? Never!

Es brauchte Zeit, Vertrauen und viele, viele Gespräche mit Gott, Streitgespräche auch des Öfteren, damit ich mich diesem größten Geheimnis öffnen konnte. Bis der wissenschaftlich orientierte Verstand sich entschloss, auf das Herz zu hören, bis ich bereit war, etwas einfach stehenzulassen als das, was es ist: Ein Geheimnis.

Kennt ihr das: Der Gedanke daran, was wäre, wenn es Hogwarts wirklich gäbe? Wenn sich hinter meinem kleinen Leben eine große Zaubererpersönlichkeit verbirgt? Oder: Wenn die Zeitreisen aus der Edelsteintrilogie tatsächlich möglich wären? (Für die Älteren: „Zurück in die Zukunft“ oder „Peggy Sue hat geheiratet“ spielen auch mit dieser Vorstellung.)

Oftmals sind wir eher bereit, solche Dinge in die Realität hineinzudenken, weil wir es gerade ganz passend fänden, einen Zeitzauber à la Hermine Granger zu benutzen oder wenn wir in die Vergangenheit reisen könnten, um eine vermurkste Situation zu retten.
Aber zu sagen: Ich vertraue darauf, dass Jesus der Sohn Gottes ist, dass er auch für mich in den Tod gegangen und, noch unfassbarer: AUFERSTANDEN ist, das fällt uns schwer. Und das, obwohl sehr viele von uns durchaus die Hoffnung haben, irgendwann einmal ihre Lieben wiederzusehen, die diese Welt schon verlassen mussten.

Wenn jetzt an dieser Stelle jemand darauf hofft, ich zaubere „Tädäää!“ ein Patentrezept aus dem Hut, das dafür sorgt, uns sämtlicher Zweifel zu berauben und uns die große Gewissheit zu schenken…, dann bleibt die Enttäuschung nicht aus. Denn dafür gibt es kein Patentrezept. Tu dieses, lasse jenes, bete zu festgelegten Zeiten… das kann funktionieren, aber nur, wenn es passt wie ein Puzzleteil zum nächsten. Der Weg zur Brücke kann aber auch bedeuten, dass du mit Gott haderst, dass du ihm ein paar unangenehme Sachen an den Kopf wirfst, dass du dich beklagst.

Wenn dir jemand sagt: Glaube nur fest genug, dann wird es dir gutgehen, in jeder Hinsicht, dann lauf! Denn es ist nun mal kein Automatismus. Auch der festeste Glaube nimmt uns nicht alle Krankheiten und auch nicht die Privatinsolvenz oder die schlechten Noten in der Schule.

Das wichtigste ist: bleibe mit Gott im Gespräch. Auch wenn es ein Streitgespräch ist. Auch wenn mal einer von euch beiden oder sogar ihr beide Sendepause haben. Nimm den Faden wieder auf. Bleib hartnäckig. Und dann nimm deinen Mut zusammen und geh über die Brücke. Verbinde Himmel und Erde. Denn sie gehören zusammen.
Amen!

PS: Für alle, die nicht im Gottesdienst waren: Mein persönlicher Höhepunkt war das Schattenspiel der Anspiel-Gruppe. Und der Knaller war, als Maria Jesus hochgehalten hat zur Musik aus „König der Löwen“! Diese Verknüpfung sorgt sofort für Kopfkino.

1. Dezember – 1. Advent

In meinem virtuellen Adventskalender geht es in diesem Jahr um die Adventsverheißungen in der Bibel. In der Annahme, dass längst nicht jeder die Bibel komplett durchgeschmökert hat (ich auch noch nicht), möchte ich hier an dieser Stelle einfach mal kreuz und quer durch das Alte und Neue Testament einige Passagen herausheben. Das Konzept ist nicht auf meinem Mist gewachsen, sondern unser Pastor hat vor einigen Jahren zu Beginn des Advents Listen mit den Textstellen verteilt, und seitdem begleiten sie mich jedes Jahr wieder.

Vorweg folgendes: Ich benutze hier meist die Übersetzung „Hoffnung für Alle“, denn es ist eine Ausgabe in heutiger Sprache, die auch für Bibelanfänger gut verständlich ist. Ausnahme: die Psalmen werde ich der Lutherbibel 2017 entnehmen. Denn für diese poetischen Gebete des alten Israel ist die kräftige und doch lyrische Sprache Luthers bis heute einfach nur schön!

Und, auch ganz wichtig: Meine Kommentare sind keine offizielle „Lehrmeinung“ einer Kirche. Sie sind nicht einmal immer theologisch „korrekt“. Sondern sie spiegeln wider, was im Augenblick des Schreibens meine Gedanken dazu sind. Das kann heute ganz anders aussehen als morgen oder nächstes Jahr. Denn die Beschäftigung mit der Bibel ist eine lebendige Sache. Es ist eine Entwicklung, und manches verstehe ich in meiner aktuellen Situation einfach (noch) nicht. Das Verständnis wird aber irgendwann kommen, wenn es „dran“ ist.

Also, los geht’s:

Freut euch, ihr Menschen auf dem Berg Zion, jubelt laut, ihr Einwohner von Jerusalem! Euer König kommt zu euch! Er ist gerecht und bringt euch Rettung. Und doch kommt er nicht stolz daher, sondern reitet auf einem Esel, ja, auf dem Fohlen einer Eselin!

Das schreibt der Prophet Sacharja (Kap. 9, Vers 9), der ungefähr in der Zeit ab 520 vor Christus wirkte. Bereits zu dieser Zeit, einige Generationen ehe es tatsächlich soweit war, hatte Sacharja gewusst, dass einmal einer kommen wird, der das Königtum ganz anders interpretiert als es bisher der Fall war. Und er kannte das halb-öffentliche Verkehrsmittel, welches dieser König für seinen Einzug nutzen würde.

Ich finde das total genial. Ja, ich kenne auch die Einwände: Jesus war gläubiger Jude, er kannte die Schriften des Alten Testaments, na klar nahm er den Esel.

Und denke dann: Schade, wir aufgeklärten Menschen des 21. Jahrhunderts, warum können wir ein Mysterium nicht einfach mal als solches im Raum stehen lassen? Warum können wir uns nicht einfach mal auf etwas einlassen, das nicht rational wegerklärt werden kann oder muss? Denk doch mal darüber nach…

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