Landleben II

Vor einigen Wochen hatte ich ja schon einmal einen Beitrag mit dem Titel „Landleben„, deswegen heißt der heutige halt „Landleben II“. Es soll schon übersichtlich bleiben.

Der Beitrag heute dreht sich nämlich um ein Buch, das den geplagten Großstädtern das Landleben schmackhaft machen soll.

Träumen vom Landleben“ heißt es, geschrieben wurde es von einer Frau, die aus der Großstadt nicht direkt in ein 500-Seelen-Dorf zog, sondern in eine Kleinstadt. Also nicht ganz so ein Kulturschock. Etwas schmunzeln musste ich bei den vorgestellten Kategorien, wann sich eine Ansiedlung von Häusern Dorf, Kleinstadt, Mittelstadt oder Großstadt nennt. Ganz kurz: weniger als 400 Menschen- Weiler, Siedlung (man könnte vermutlich auch „Kaff“ sagen); ab 400 – Dorf; ab 5000 – Kleinstadt; ab 20.000 – Mittelstadt; ab 100.000 – Großstadt. Schmunzeln musste ich, weil ich gleichzeitig in einem Dorf und in einer Mittelstadt lebe. Porta Westfalica hat rund 37.000 Einwohner, aber es ist eine Stadt, die erst 1973 bei der Gebietsreform zur Stadt wurde. Sie besteht aus 15 Dörfern, und unseres beherbergt ungefähr 1/10 aller Stadtbewohner, nämlich etwas mehr als 3.700.

Aber zurück zum Buch. Es ist ein schön anzusehendes Buch und es behandelt auch tatsächlich einige Bereiche, die man auf dem Land eher trifft als in der Stadt, beginnend bei Nachbarn (obwohl ich unsere zahlreichen Nachbarn eher im Auto, auf dem Trecker oder bestenfalls im Supermarkt treffe). Aber auch singende Vögel, wilde Vegetation und Sterne tauchen auf. Das klingt jetzt ein bisschen flapsig, und ein ganz kleines bisschen ist es auch so gemeint. Denn es gibt etwas, das mir bei diesen Aufzählungen tatsächlich fehlt, und das hat originär etwas mit dem ersten Landleben-Beitrag zu tun.

So schön das Loblied auf das Landleben nämlich anzuschauen und zu lesen ist, so sehr fehlt mir die Rückseite: Hähnekrähen, Kirchenglocken (auch sonntags um 9 Uhr), Gülle und anderes, das man aus der (Groß-)Stadt nicht unbedingt kennt und sich deswegen dann auch mal darüber empört. Aber auf dem Land ist eben nicht alles nur Idylle, sondern (harte) Arbeit, Geräuschkulisse und, ja, auch dann und wann Gestank. Zu Risiken und Nebenwirkungen fragen Sie…, nicht wahr?

Das ist aber der einzige Wermutstropfen, der mir Dorfkind auffällt. Insgesamt ist es ein sehr schön gestaltetes Buch für alle, die sich aus ihrem Hamsterrad rausträumen oder ihm gleich ganz entfliehen wollen. Mit Tipps für alle Jahreszeiten und Rezepten, schönen Illustrationen und stimmungsvollen Fotos ist es vor allem ein hübsches Geschenk.

Bibliographische Angaben:

Yvonne Adamek, Träumen vom Landleben, arsEdition, ISBN 978-3-8458-4131-1, € 12,99

Buchtipp: Robert Habeck, Von hier an anders – Eine politische Skizze

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Das Buch ist eine Zumutung! Achtung: weiterlesen, keine Schnappatmung bitte. Eine Zu-Mut-Ung im besten Wortsinn. Er mutet und er traut seinen LeserInnen zu, sich Gedanken um unsere Gesellschaft zu machen, und zwar Gedanken, die nicht nur an der Oberfläche kratzen.

Und ehe möglicherweise einige hier abwinken, es lohnt sich nicht nur als Grünen-Wähler, dieses Buch zu lesen. Denn es bietet mehr als eine politische Vision, weil gerade in diesem Jahr Bundestagswahl ist. Ich empfinde es als ziemlich wohltuend, dass hier nicht in einer Art Haudrauf-Mentalität alles zerredet wird, was dazu geführt hat, dass wir als Land, als Gesellschaft, aber auch als Einzelpersonen, heute an dem Punkt stehen, an dem wir stehen. Das ist mir heute früh bewusst geworden, als ich die Kapitel „Das kulturelle Paradigma“ und „Wettstreit um Würde“ las. (Ihr seht, ich bin noch nicht ganz durch, aber ich muss das jetzt mal loswerden.)

Robert Habeck legt Finger in offene Wunden, aber er bleibt dabei nicht stehen, sondern er führt auch aus, wie die Entwicklungen in der deutschen Politik und Gesellschaft nach dem zweiten Weltkrieg aussahen, die irgendwann (oft aus den besten Absichten unter den jeweiligen Voraussetzungen) zu diesen Wunden geführt haben. Dabei macht er vor einem gesellschaftlichen Rundumschlag nicht halt: Für Deutschland wichtige Wirtschaftszweige wie Landwirtschaft, Industrie und natürlich der gesamte Dienstleistungssektor mit seinen vielen prekären Beschäftigungsmodellen, Bildung, auskömmliches Leben, gesellschaftliche Teilhabe und Gerechtigkeit, er spart keinen Bereich aus, in dem es kriselt und wehtut.

Natürlich flicht er an der einen oder anderen Stelle Erfahrungen aus seinen früheren Ämtern in der Landesregierung Schleswig Holsteins ein und macht Werbung für die Grünen, aber er zieht an keiner Stelle über politische Mitbewerber her und andere als die eigenen Erfahrungen kann ja nun mal niemand von uns beschreiben. Insgesamt halte ich „Von nun an anders“ eher für ein philosophisches als ein politisches Buch. (Wobei für mich logischerweise beide Bereiche ineinandergreifen, schon allein von den Definitionen der Begriffe her. Es werden die zentralen Bedingungen unseres Lebens bedacht: Gemeinschaft und Sinn. Aber das kann ich euch ein anderes Mal erzählen.)

Ich könnte an dieser Stelle viele Zitate aus dem Buch anführen, die zeigen, dass die Überlegungen, die Habeck anstellt, für eine breite Öffentlichkeit interessante Denkanstöße darstellt, aber ganz ehrlich: Ich habe Probleme, hier eine Priorisierung durchzuführen, um DAS Zitat herauszustellen, das für mich die Essenz des Buches darstellt. Daher stelle ich euch eine wichtige Eingangsfrage, die er in dem Buch stellt, einfach mal weiter:

„Sind wir also tatsächlich politisch gefangen in einer Spirale aus Reaktion und Gegenreaktion? Kann es sein, dass man, je erfolgreicher man für sein Anliegen wirbt, je mehr Menschen einem zustimmen, desto stärker zum Teil einer falschen Polarisierung wird und Gefahr läuft, seinem Anliegen einen Bärendienst zu erweisen?“ (S. 21)

Es bleibt spannend.

Bibliografische Angaben: Robert Habeck, Von hier an anders, Kiepenheuer & Witsch, ISBN 978-3-462-05219-0, € 22,00 (geb.) auch als eBook erhältlich

PS: Ich hatte die wilde Idee, in diesem (Wahl-)Jahr mal von jedem politischen Lager einen aktuellen Titel vorzustellen. Bisher bin ich nicht ganz glücklich mit diesem Einfall. Denn da sind mir als nächstes erstmal nur Friedrich Merz und Berndjörn Höcke eingefallen… Kommentar meiner Chefin: „Willst du dir das wirklich antun?“ Da wären wir dann wieder bei Zumutung. Der Kreis schließt sich. Also: Was meint ihr? Und habt ihr konkrete Wünsche oder Vorstellungen?

Die Sache mit dem Hammer

oder: Der Weg zur Weltverschwörung

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Die Geschichte ist schnell erzählt und vermutlich auch nicht ganz unbekannt:

„Ein Mann will ein Bild aufhängen. Den Nagel hat er, nicht aber den Hammer. Der Nachbar hat einen. Also beschließt unser Mann, hinüberzugehen und ihn auszuborgen. Doch da kommt ihm ein Zweifel: Was, wenn der Nachbar mir den Hammer nicht leihen will? Gestern schon grüßte er mich nur so flüchtig. Vielleicht war er in Eile. Aber vielleicht war die Eile nur vorgeschützt, und er hat etwas gegen mich. Und was? Ich habe ihm nichts angetan; der bildet sich da etwas ein. Wenn jemand von mir ein Werkzeug borgen wollte, ich gäbe es ihm sofort. Und warum er nicht? Wie kann man einem Mitmenschen einen so einfachen Gefallen abschlagen? Leute wie dieser Kerl vergiften einem das Leben. Und dann bildet er sich noch ein, ich sei auf ihn angewiesen. Bloß weil er einen Hammer hat. Jetzt reicht’s mir wirklich. – Und so stürmt er hinüber, läutet, der Nachbar öffnet, doch noch bevor er „Guten Tag“ sagen kann, schreit ihn unser Mann an:“ Behalten Sie sich Ihren Hammer, Sie Rüpel!“ (aus: Paul Watzlawick, Anleitung zum Unglücklichsein)

Sieht doch etwas hübscher aus als die 80er-Jahre-Ausgabe…

Wie gesagt, die Geschichte ist ziemlich bekannt. Doch nicht genug damit, Paul Watzlawick führt sie auch noch ganz genüsslich aus und erklärt dabei anhand von praktischen Übungen, wie man zum perfekten Unglücklichsein kommt. Die Übungen fangen recht harmlos an, zum Beispiel: wie schaffe ich es, dass mir Schuhe, die eben noch super gepasst haben, viel zu unbequem sind. Es folgen Übungen, wie man anhand von Symptomen feststellt, dass Ärzte einem nie die Wahrheit sagen, sondern die harmlosesten Diagnosen bei tückischen Krankheiten stellen. Aber dann kommt es, was ich gleichermaßen faszinierend wie gruselig finde:

„Übung Nr. 5: Sie sind nun hinlänglich ausgebildet und offensichtlich auch talentiert, um Ihre Fähigkeiten vom eigenen Körper auf die Umwelt zu übertragen. Beginnen wir mit den Verkehrsampeln. Sie dürften bereits bemerkt haben, daß sie die Neigung haben, so lange grün zu sein, bis Sie daherkommen, und genau dann zu jenem Zeitpunkt von gelb auf rot zu wechseln, an dem Sie es nicht mehr riskieren können, doch noch über die Kreuzung zu fahren .

Woher kennt der Mann unsere Ampel an der Kreuzung zwischen zwei benachbarten Dörfern? Egal, weiter geht es:

„Widerstehen Sie den Einflüsterungen Ihrer Vernunft, wonach Sie ebensooft auf grüne wie auf rote Ampeln stoßen, und der Erfolg ist verbürgt. Ohne zu wissen, wie Sie es eigentlich fertigbringen, werden Sie jede rote Ampel zum bereits erlittenen Ungemach addieren, jede grüne dagegen ignorieren. Sehr bald werden Sie sich des Eindrucks nicht erwehren können, daß hier höhere, Ihnen feindlich gesinnte Mächte, ihr Unwesen treiben […]

Ach so ist das. Gut zu wissen.

Übung Nr. 6: Sie wissen nun um das Walten dunkler Mächte. Dieses Wissen ermöglicht Ihnen nun weitere wichtige Entdeckungen, denn Ihr Blick ist nun geschärft für erstaunliche Zusammenhänge, die der dumpfen, ungeschulten Alltagsintelligenz entgehen. […] Widerstehen Sie auch hier der Versuchung, die Sache zu bagatellisieren; begehen Sie aber auch nicht den Fehler, ihr praktisch auf den Grund zu gehen. Behandeln Sie das Problem rein gedanklich, denn jede Wirklichkeitsprüfung Ihrer Annahme wäre dem Erfolg dieser Übung nur abträglich. […] Übung Nr. 7: Sobald Sie hinlänglich überzeugt sind, daß etwas Verdächtiges vorgeht, besprechen Sie es mit Ihren Freunden und Bekannten. Es gibt keine bessere Methode, um die wahren Freunde von den Wölfen im Schafspelz zu trennen, die in undurchsichtiger Weise da mit im Spiele sind.“

Ganz klar, so geht analytisches Denken. These aufstellen und bloß nicht prüfen. Könnte ja auch schiefgehen…

„Jene werden sich nämlich trotz -oder gerade wegen – ihrer Geriebenheit dadurch verraten, daß sie Ihnen einreden wollen, Ihre Annahme habe weder Hand noch Fuß. Für Sie wird das keine Überraschung sein, denn es versteht sich von selbst, daß, wer Ihnen schaden will, das nicht offen zugibt. Er wird Sie vielmehr scheinheilig von Ihrem angeblich unbegründetem Verdacht abbringen und von seinen guten, freundlichem Absichten zu überzeugen versuchen. Und damit wissen Sie nicht nur, wer mit im Komplott drinsteckt, sondern auch, dass an der ganzen Sache wirklich etwas sein muß, denn warum würden jene >>Freunde<< sich sonst so anstrengen, Sie vom Gegenteil zu überzeugen?“

Welche Schlüsse sollte ich denn jetzt ziehen ? Zunächst mal, dass Paul Watzlawick entweder ein großer Visionär war oder dass wir Menschen doch alle ähnlich gestrickt und damit auch vergleichbar zu manipulieren sind. Vielleicht auch beides. Als nächstes, dass wir vor allem Meister darin sind, uns selbst erfolgreich zu „brainwashen“. Möglicherweise auch, dass Bill Gates und andere ausgewählte angebliche Weltverschwörer offensichtlich nicht sehr belesen sind, denn sonst hätten sie sich ja besser vorbereiten können, wie man ihnen auf die Schliche kommen kann. Leider dumm gelaufen.

Vor allem aber ist mir ein Stein vom Herzen gefallen. Bisher wusste ich nicht, warum wir so ziemlich jedes Werkzeug selbst besitzen, auch wenn wir es nur selten brauchen. So laufen wir jedenfalls kaum Gefahr, beim Ausleihen von Hämmern oder ähnlichem Hals über Kopf in eine große Verschwörung hineinzuplumpsen. Glück gehabt. Aber stopp, es ging doch ums Unglücklichsein, oder? Ich fange noch mal bei Übung Nr. 1 an:

„Setzen Sie sich in einen bequemen Sessel, möglichst mit Armstützen, schließen Sie die Augen, und stellen Sie sich vor, in eine reife, saftige Zitrone zu beißen. Mit etwas Übung wird Ihnen die imaginäre Zitrone bald das wirkliche Wasser im Munde zusammenlaufen lassen.“

Na ich weiß nicht. Bei meinem (Un-)Glück beiße ich auf einen dicken Kern und breche mir einen Zahn ab. Und wie soll ich das dann meinem Zahnarzt erklären?

(Die Zitate sind mit „daß“ gespickt, weil das Buch lange vor der Rechtschreibreform geschrieben wurde.)

Bibliografische Angaben des Titels auf dem Foto: Paul Watzlawick, Anleitung zum Unglücklichsein / Vom Schlechten des Guten, Piper Verlag, ISBN 978-3-492-24441-1, € 11,- (Österreich € 11,40)

Es lohnt sich!

Die Gesellschaft der Anderen

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Ein Gespräch in Buchform, von Naika Foroutan und Jana Hensel

Briefromane oder auch Emailromane kennen wir. Dieses (Sach-)Buch ist aber eine Diskussion zwischen zwei Frauen, die nicht immer einer Meinung sind, aber voller Wertschätzung für die Positionen der jeweils Anderen.
Als erstes war ich sehr angenehm überrascht, dass die beiden sich siezen. Ich mag das unkomplizierte duzen auch gern, aber es gibt Situationen, da ist es nicht hilfreich. Das respektvolle „Sie“ schafft eine Art professioneller Distanz, die auch dafür sorgen kann, dass eine Diskussion über kontroverse Themen dort bleibt, wo sie hingehört: auf der Sachebene.
Das Buch ist aber auch durch eine starke Intensität in der Auseinandersetzung mit den Themen gekennzeichnet, welche die LeserInnen fordert, aber auch mitnimmt. Jana Hensel und Naika Foroutan reden auch nicht erst lange um den heißen Brei herum, sondern steigen gleich mit einem wichtigen Thema ein: Der Anschlag in Hanau zu Beginn des Jahres 2020. Durch die monothematische Konzentration auf die Pandemie scheint es schon jetzt sehr lange her zu sein, fast in einem anderen Leben.

Später kommen die beiden darauf zu sprechen, welche Gemeinsamkeiten, aber auch Unterschiede es in Deutschland für Menschen gibt, die entweder einen Migrationshintergrund oder eine ostdeutsche Biographie haben. Für jemanden wie mich, die weder das eine noch das andere erlebt hat, sondern deren Familie seit Generationen in Ostwestfalen im familiären Kotten verwurzelt ist, bieten sich teilweise ganz neue Sichtweisen und Perspektiven, es tut mir gut, diese zu lesen und zu reflektieren.

Das gesamte Buch möchte ich an dieser Stelle nicht ausbreiten, jede/r sollte die Möglichkeit nutzen, es selbst zu lesen.

Ich bin für mich zu dem Schluss gekommen: Manche Erfahrungen, die Menschen machen, welche nicht der Mehrheitsgesellschaft angehören, sind echt bitter, denn die Ausgrenzung findet ja unter anderem auch durch Leute oder deren Nachkommen statt, die nach dem zweiten Weltkrieg in Westdeutschland als Vertriebene oder ehemalige Zwangsarbeiter eine neue Heimat fanden und ebenfalls mit Vorurteilen und Ausgrenzung zu kämpfen hatten. Oder Familien, die Anfang der 1990er Jahre aus den ehemaligen Sowjetrepubliken nach Deutschland kamen. Innerhalb von ein bis zwei Generationen ging die Erinnerung daran offensichtlich verloren. Ebenso gefährlich sind aber auch so manche „Biodeutschen“, die sich auch im 21. Jahrhundert noch als irgendwie besser fühlen.
Für mich ein absolut lesenswertes Buch, das mich noch länger gedanklich beschäftigen wird.

Bibliographische Angaben: Naika Foroutan & Jana Hensel, Die Gesellschaft der Anderen, Aufbau Verlag, ISBN 978-3-351-03811-3, € 22,–

Zwischen Boule und Bettenmachen

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So ungefähr vor 15-20 Jahren ließ ich öfter mal den Spruch „Wenn es uns hier zu blöd wird, wandern wir ins Périgord aus und züchten Ziegen“. Tja, so schlimm ist es wohl doch nicht geworden, wir sind ja immer noch hier. Das heißt aber nicht, dass ich kein Interesse hätte an Aussteiger-Geschichten. Deswegen griff ich digital zu, als ich die Gelegenheit hatte.

Christine Cazon wollte eigentlich nur ein Jahr Auszeit nehmen, und es verschlug sie ausgerechnet auf einen Biobauernhof in den französischen Seealpen. Mit viel Humor, noch mehr Fragezeichen im Kopf und vermutlich einem „dicken Fell“ lebte und arbeitete sie sich dort ein, verliebte sich dort auch und lebt noch heute in Südfrankreich, wo sie erfolgreich Krimis schreibt. Das Buch ist eigentlich eine Summe ihrer Blogeinträge, die sie für das Print-Format bearbeitet hat. Es hat mir viel Spaß gemacht, vor allem die unfreiwillig komischen Situationen, in die man so als deutsche Frau hineintappen kann, wenn man die Gewohnheiten der Lieblingsnachbarnation nicht so richtig kennt.

Ich war über einige Dinge auch sehr erstaunt, zum Beispiel über den reichlichen Fleischkonsum. Ich wusste zwar (wer weiß es nicht), dass die Franzosen das Essen zelebrieren, aber irgendwie ging ich bisher davon aus, dass dort viel mehr Gemüseanteil im Essen steckt, das kennt man ja so von der Mittelmeerdiät… Überhaupt war ich echt geschockt davon, dass Biolandwirtschaft in Frankreich nicht im Ansatz so angesehen ist wie bei uns in Deutschland, wo es mir schon zu gering erscheint. Da die Erstausgabe des Buches ja schon 11 Jahre alt ist, kann ich nur hoffen, dass inzwischen ein Umdenken stattfindet.

Ebenfalls gestaunt habe ich über Christines Schilderungen des Laissez-faire-Stils, wenn es um Bürokratie ging. Von einer Blognachbarin, die mit ihrem Mann auf einem Hausboot lebt, habe ich in Sachen französischer Bürokratie ganz andere Sachen gelesen. Ich schätze mal, es ist möglicherweise im Süden lockerer als im Norden oder in Ostfrankreich (Paris ist weiter weg?) Herzhaft lachen musste ich über das Kapitel mit der Talzeitung, deren Layout sie zu verantworten hatte. Die Akribie, die sie beschreibt bezüglich ihres Anspruchs, kenne ich sehr gut: wenn ich das Layout für unseren Gemeindebrief mache, habe ich auch manchmal das Gefühl, eine miese Erbsenzählerin zu sein.

Alles in Allem bestätigt CC in dem Buch manches Klischee, das wir von den westlichen Nachbarn haben, andere widerlegt sie gekonnt (Ich frage mich, was das für ein Männer-Frauen-Ding ist, dass dort immer noch so viel getrennt nach Geschlechtern gemacht wird. Dass die französischen Machos immer noch so sind, wie sie sind. Obwohl, MeToo dürfte im Jahr 2021 inzwischen auch in Frankreich angekommen sein. Wo sind die unheimlich emanzipierten und selbstbewussten Frauen? Nur in Paris?), sie nimmt die französischen Macken ebenso wie ihre eigenen deutschen auf die Schippe. Das Buch ist ein lesenswerter Zeitvertreib, gerade jetzt, wo das Reisen am besten sowieso nur im Kopf stattfindet.

Ich schätze mal, wenn wir irgendwo Ziegen züchten wollen, werden wir es wohl vermutlich doch in Deutschland tun und nach Frankreich mal wieder in den Urlaub fahren. Obwohl das Land immer noch ein Sehnsuchtsziel für mich ist (damit bin ich nicht die Einzige in der Familie).

Bibliografische Angaben: Christine Cazon, Zwischen Boule und Bettenmachen; Verlag Kiepenheuer & Witsch; ISBN 978-3-462-00063-4; 12 €

Unberechenbar – 10.1.2021

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Die Themen des Tages sind: Probieren und studieren. Die Wörter des Tages: Spiel, Experiment, Ausprobieren, Entdecken, Risiko und Spekulation. Letztere nicht im Sinn von Börsenspekulation, sondern eher im Sinn von ergebnisoffenem „Spielen mit Gedanken und Ideen“ (S. 155).

Im Spiel lernen wir (hoffentlich), dass Ausprobieren und Experimentieren wichtig ist (z.B. beim Schach, wie wirken sich unterschiedliche Spielzüge auf den Fortgang des Spieles aus?), aber auch, dass die Bereitschaft zum Spiel automatisch auch das Risiko des Verlierens mit sich bringt. Ausnahmen bestätigen die Regel. Es gibt ja sogar berühmt-berüchtigte Spieler, die ständig mitten im Spiel betrügen, manipulieren und sogar die Spielregeln ändern wollen…

Vielleicht die wichtigste Erkenntnis aus diesem Kapitel ist für mich der berühmte Satz eines „Fußballphilosophen“ (Vereinstrainers), Dragoslav Stepanovich: „Das Lebbe geht weider.“ (S. 157) Falls du wie ich zu den Menschen gehörst, die nicht mit umfassendem und jahrzehntelangem Fußballwissen aufwarten können: 1992 war die Eintracht Frankfurt, die er trainierte, Titelanwärter auf die deutsche Meisterschaft. Doch ausgerechnet im entscheidenden Spiel gegen den Absteiger Hansa Rostock verlor die Mannschaft. Deutscher Meister wurde dann der VFB Stuttgart, dem Stepanovich sehr fair gratulierte und im Anschluss diesen weisen Satz sprach. Der orange Mann (irgendwie komme ich um den in den letzten Tagen nicht so recht herum) sieht das offensichtlich anders.

Also: ob Fußball oder andere „Spiele“, wir brauchen diese Erfahrungen, dass manches klappt und anderes nicht. Und dass das Leben trotzdem weitergeht, auch wenn manches anders abläuft, als wir bei der Planung dachten.

Kleine Anekdote am Rand: war bei mir heute auch so. Ich habe heute Vormittag sehr motiviert an meinem Sofakissen von gestern weitergearbeitet. Als ich dann schließlich die Rückseitenteile angenäht hatte (mit Overlockstich, um in einem Arbeitsgang auch zu versäubern) und das Kissen gewendet hatte, stellte ich fest: Ich hatte die Rückseite an die verkehrte Seite genäht. Beim Wenden offenbarte sich die Innenseite des Vorderteils außen, die schöne bunte Außenseite verschwand im Kisseninneren🙈🥺. Ich brauchte zum Auftrennen der Nähte die Hälfte von „Der Herr der Ringe – die zwei Türme“. Naja, das Lebbe geht weider…

Unberechenbar – auch ich…

Heute musste wollte ich etwas anderes tun als lesen. Nachdem ich die dicke Samstagsausgabe der Tageszeitung ausgiebig gewürdigt habe, ist heute mal die Nähmaschine dran.

Irgendwann in den letzten Tagen habe ich eine größere Menge 6,5-cm-Streifen aus allen möglichen Stoffen geschnitten, heute sehe ich mal zu, was daraus wird.

Aus den maritimen Stoffen habe ich begonnen, eine Kissenhülle für ein Sofakissen zu nähen, die ist im Rohbau (also die Vorderseite außen) auch schon fertig inzwischen. Da werde ich jetzt noch ein Volumenvlies auf die Rückseite bügeln, einen dünnen Innenstoff anheften und dann die Vorderseite quilten. Dann kommt die Entscheidung: Soll die Rückseite beige oder hellblau werden? Naja, ich habe noch ein paar Stunden Zeit, mir das zu überlegen. Gleich treffe ich mich erstmal mit der Pfarrerin in der Kirche zum Umgestalten der Gebetsstationen, da es auch weiterhin „nur“ offene Kirche ohne Gottesdienst geben wird.

Frühestens heute Abend, aber vielleicht auch erst morgen, brauche ich dann den Impuls für die Farbe der Kissenrückseite. Übrigens, falls du dich fragst, warum ich Kissenhüllen so aufwendig nähe: Wenn die Vorderseite aus mehreren aneinandergenähten mehr oder weniger kleinen Schnipseln besteht, sind da ziemlich viele Nähte. Ohne Hinterfütterung sind die sehr spürbar, wenn man den Kopf aufs Kissen legt. Außerdem sieht das Kissen mit einem Volumenvlies und den Quiltlinien plastisch aus, das wirkt gemütlicher. Wenn ich einfach nur schlichte Bauernleinenstoffe in einem Stück benutze, ist das Quilten dagegen nicht notwendig, da entsteht durch den recht groben Stoff (und eventuell Holzknöpfe) ein ganz eigener, rustikaler Charme.

Ein gequiltetes 40×40-Kissen braucht deswegen aber auf jeden Fall gern mal das 4-5fache an Zeit bis zur Fertigstellung. Das heißt gut zwei (manchmal auch drei, je nach Quiltmuster) Stunden, wenn ich ohne Ablenkung und Unterbrechung nur damit beschäftigt bin (was selten klappt). So, Feierabend, ich geh gleich mal los…

Unberechenbar – 8.1.2021

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„Die Welt ist ein Dorf“, diesen Ausspruch kennt wohl jeder. Aber ist sie das wirklich? Beschränken wir diese These auf das Internet, das uns in Echtzeit mit Menschen auf der ganzen Welt in Kontakt bringen kann, ist sie nachvollziehbar. Ein Dorf ist aber per Definition gekennzeichnet durch kurze Wege, sowohl bei der Kommunikation als auch durch die Wege, die man braucht, um beispielsweise Waren zu transportieren. Wenn wir jetzt mal ein knappes Jahr zurückdenken, dann bescherte uns Corona auch die Erkenntnis, dass es nicht unbedingt sinnvoll ist, Arzneimittelproduktion oder die Produktion von medizinischer Schutzausrüstung zum größten Teil in Länder auf der anderen Seite des Globus zu verlagern. Noch schlimmer sogar: sie in einigen wenigen Ländern so zu konzentrieren, dass ein Austausch kaum möglich ist, wenn es irgendwo im „weltweiten Dorf“ knapp wird.

Beide Autoren sind Dorfkinder und kennen sowohl Vor- als auch Nachteile des klassischen Dorflebens. Vorteil unter anderem: Es ist immer jemand da (der Anteil nimmt oder hilft). Nachteil: Es ist immer jemand da (der es besser weiß oder lästert). Ist halt so. Ein Vorteil, den die beiden sehen, ist die Tatsache, dass man, ob bewusst oder unbewusst, ein wenig mehr auf seine Umgangsformen achtet. Derjenige, über den ich heute auf den sozialen Medienplattformen lästere, könnte morgen die Person sein, die hinter mir in der Warteschlange beim Bäcker steht…

Ich muss gestehen, dass ich mir bisher nicht wirklich Gedanken darüber gemacht habe, dass das Wort „Interesse“ aus dem lateinischen Inter-esse (dazwischen sein) entstanden ist. Wenn man an jemandem oder an einer Sache Interesse hat, nimmt man teil, man ist dabei. Klar, wir kennen alle dieses neugierige Else-Kling-Interesse, das immer mehr oder weniger sensationslüstern daherkommt. Aber ich hoffe doch schwer, dass wir auch alle das wohltuende Interesse, das ehrliche Anteil nehmen an unserem Leben und Werdegang kennen. Das Kapitel macht mir Lust auf einen Plausch über den Gartenzaun oder andere Rituale des Dorflebens, wie ich sie aus meiner Kindheit noch kenne.

Ok. Für heute reicht es, ich habe noch viel, worüber ich nachdenken kann und werde das jetzt in der Küche beim Kochen tun😊.

Es dreht sich im Übrigen immer noch um das Buch „Unberechenbar“ von Harald Lesch und Thomas Schwartz. Die bibliografischen Angaben findet ihr in den letzten Beiträgen.

Unberechenbar – 7.1.2021

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Heute geht es um Grenzen. Zu Beginn des Kapitels vergleichen die Autoren das Auftauchen des Coronavirus mit einem zerstörerischen Dinosaurier, der in einem schicken Upper-Class-Wohnzimmer wütet. Dieser Vergleich, der mich anfangs amüsiert, ist aber ein gutes Bild: So, wie wir dem Dinosaurier mangels Kommunikationsmöglichkeit keinen Einhalt gebieten können (und ja erstmal sowieso nicht mit seinem Auftauchen gerechnet haben), so geht es uns auch mit dem Virus: Es führt uns an ungeahnte Grenzen! Uns, den Menschen, die Meister sind im Verschieben von Grenzen, zeigt es unsere Begrenzung. Die zeitliche ebenso wie die räumliche.

Auch auf das zweite große Thema unserer Zeit trifft es zu, dass wir als Menschheit uns wenig um Grenzen scheren: Klimawandel. Wir bemerken ihn zwar, aber wir begreifen ihn nicht als Grenze, wir versuchen eher, ihn mit immer mehr Technologie und mit unserem Eindringen in den Weltraum vor uns her zu schieben.

Grenzen begreifen wir vor allem als Einschränkung, aber ohne Selbstbegrenzung wird es nicht weiter funktionieren. Für uns klingt „Begrenzung“ aber sehr nach „Verbot“ und wer will das schon? Auch und gerade in der Politik suchen wir, ob bewusst oder unbewusst, nach einer ganz anderen Qualifikation: Tadaaa! Ich präsentiere den Gestalter (ich habe lange überlegt, ob ich das jetzt gendere, habe mich aber bewusst dagegen entschieden😉. Denn gestern ließ Herr Lindner verlautbaren, dass seine Partei so richtig Bock auf Gestaltung hat…)

Zurück zum Thema und zu den Grenzen. Die Fragen kennen wir alle: „Warum immer den großen SUV im Stadtverkehr herummanövrieren? Warum nicht einfach etwas weniger Fleisch essen?“ (S. 110) Auch der teuerste Markengrill fühlt sich nicht unmännlich, wenn man Gemüse drauflegt, denke ich mal so. Es ist also nicht nur eine Frage des „Männergrillens“ oder des „Frauengrillens“, um es mal mit einer Werbekampagne aus 2019 zu formulieren. Ernüchternde Antwort: Forderungen der (Selbst-)Begrenzung sehen viel zu viele von uns immer noch als Ideologie (gern links-grün-versifft, man denke an den verunglückten Vorschlag zum Veggie-Day), nicht als Notwendigkeit. Indem wir uns weigern, uns zu begrenzen, rauben wir Lebensgrundlagen. Natürlich nicht unsere eigenen, sondern die der Nachfolgegenerationen, aber das spüren wir ja dann vermutlich nicht mehr.

Um hier gegenzusteuern, braucht es vor allem Grenzen für eine unserer heiligsten Kühe: für das Wirtschaftswachstum. Bereits seit 1972 plädiert der Club of Rome für Wachstumsbegrenzung. Ich selbst bin der Meinung, wir setzen zu häufig auf das verkehrte Wachstum.

Es geht noch ein bisschen weiter in diesem Kapitel und die Autoren plädieren aus ihren jeweiligen Fachgebieten* heraus für ganz ähnliche Dinge wie andere AutorInnen, die ich im vergangenen Jahr gelesen und hier beschrieben habe.

Beim Nachdenken über Grenzen geht mir jedoch ein ganz anderes Bild nicht aus dem Kopf: Unruhige Babys „puckt“ man, das heißt, man wickelt sie fest in Tücher, so dass sie rund um ihren Körper eine deutliche Grenze spüren. Wenn unsere größeren Kinder Ausraster haben, können wir ihnen recht effektiv damit helfen, dass wir sie fest in den Arm nehmen und halten, bis sie sich beruhigt haben. „Gehalten werden“ ist übrigens auch wichtig zur Trauerbewältigung. Erwachsene, die unter unruhigen Schlafstörungen leiden, benutzen besonders schwere Bettdecken, um unter dieser spürbaren Begrenzung zur Ruhe zu kommen.

Im Endeffekt gehen sogar die neuesten Corona-Bestimmungen in diese Richtung, wenn auch recht abstrakt.

Was passieren kann (oder zwangsweise passieren muss?), wenn Menschen Grenzen außer Kraft setzen wollen, das mussten die US-Amerikaner gestern leider in Washington erleben…

Es geht immer noch um:

Harald Lesch/Thomas Schwartz, Unberechenbar – das Leben ist mehr als eine Gleichung, Herder Verlag, ISBN 978-3-451-39385-3, € 18,- (Österreich € 18,60) [Und nicht vergessen: bitte beim lokalen Buchhändler eures Vertrauens bestellen😉]

*Harald Lesch ist Astrophysiker, Naturphilosoph und Fernsehmoderator. Auch als erfolgreicher Buchautor ist er bekannt. Thomas Schwartz ist Theologe und Philosoph, geweihter Priester (Pfarrer in Mehring) und lehrt Wirtschafts- und Unternehmensethik an der Universität Augsburg.

Lesepause

Nee, eigentlich stimmt das nicht so ganz, ich habe vor und nach dem Frühstück etwas weitergelesen. Aber, weil es wie gestern immer noch um die Langsamkeit, um „Quality time“ ging, habe ich das Kapitel auch mit der gebotenen Langsamkeit und Überlegung zu Ende gelesen. Morgen geht es mit „Grenzen“ weiter.

Heute habe ich statt dessen nach ein paar Stunden Büroarbeit am Nachmittag kreativen Input fürs Nähen gesucht. Herausgekommen ist erstmal dieses:

Lauter bunte Streifen, alle 6,5 cm breit.

Einige davon gehören zu einer aktuellen Stoffkollektion, andere sind schon unterschiedlich lange bei mir, nun werde ich mal sehen, welche Ideen mir dazu beim Verarbeiten in den Kopf kommen.

Ansonsten bin ich müde und die Nerven liegen leider ziemlich blank bei mir. Der Grund ist Lucys Demenz. Seit Ende September baut sie leider immer mehr ab. Sie frisst nur sehr unregelmäßig, manchmal scheint sie nicht zu wissen, wofür das Zeug in ihrem Napf da ist. Dann dekoriert sie mit den einzelnen Futterbröckchen den Fußboden in der Waschküche. Oder sie steht vor der Tür und will lautstark raus, wenn ich die Tür dann öffne, geht sie wieder zurück in den Flur oder steht dann draußen herum und sieht ratlos aus. Nachts ist es besonders heftig, sie ist komplett orientierungslos und jammert in einer ziemlich unangenehmen Frequenz, bis ich aufstehe und sie wieder zu ihrem Platz bringe. Eine halbe Stunde später geht es wieder los. In den letzten Wochen fühle ich mich wieder wie die Mama eines Säuglings. Außerdem verliert sie büschelweise Fell und ich kann mir nicht vorstellen, weshalb, außer eventuell Nährstoffmangel wegen des merkwürdigen Fressverhaltens. Aber was uns alle ziemlich mitnimmt, ist ihre Luftnot, das verstärkte Hecheln und Reißen, aber die Lunge ist frei, daran liegt es nicht. Auch das Herz arbeitet dem Alter entsprechend noch ordentlich, das wurde ja alles im Herbst untersucht. Wir wissen nicht so recht, wie es mit ihr weitergehen wird.

Der nächste Anruf beim Tierarzt steht bevor und ich weiß jetzt schon, dass sie Panik bekommen wird, wenn sie sieht, wo wir parken. Da helfen auch die Alpakas auf der Weide beim Tierarzt nicht weiter…