Wohin geht der Weg?

Das Bild strahlt erstmal Ruhe aus. Keine Menschen, die mir die Sicht auf die Wegweiser verstellen. So weit, so gut. Aber es sind eben immer noch viele Möglichkeiten, viele Wege, die ich gehen kann. Will ich Herausforderung, also bergauf, mit einem aufregenden Höhenprofil? Oder brauche ich nach einer anstrengenden Zeit eine Abwärts-Etappe, die mich wieder zum Boden zurück bringt? Manchmal kann bergab sogar anstrengender sein als bergauf. Manchmal fühle ich, mein Weg sollte in der nächsten Zeit geradeaus gehen, ohne auf und ab, mit Ruhe und Überblick.

Und was frage ich Jesus, vielleicht sogar, während ich vor diesen Wegweisern stehe? Vielleicht frage ich ihn, ob es tatsächlich so ist, dass er meinen Weg bereits vorgezeichnet hat. Und was er tut, wenn ich mich zwischendurch entschließe, doch die andere Abzweigung zu nehmen. Lässt er mich dann trotzdem noch ans Ziel gelangen? Bugsiert er mich nach einiger Zeit sogar auf Umwegen wieder dorthin, wo er mich haben möchte?

Weil ich ja ein ziemlich wissbegieriger Mensch bin, fallen mir sicher noch mehr Fragen ein. Wie einem Kind, das seinen Eltern auf jede beantwortete Frage zwei neue Fragen stellt.

Und jetzt du…

Bild- und Textkarten: ©Neukirchener Verlag (Bibliographische Angaben siehe Beitrag „Talk-Boxing“)

Liebe ist…

… kennst du sie noch, diese kleinen Cartoons von „Liebe ist…“? Eine Art Old School Version von „Ohne dich ist alles doof“. Liebe brauchen wir zum Leben wie die Pflanzen das Wasser und das Licht brauchen. Und doch verstehen wir es vermutlich ganz unterschiedlich, was alles zur Liebe gehört.

Bei der Bildkarte frage ich mich: Geht das, Liebe einfach so in Portionen „abreißen“? Als nächstes fällt mir ein, dass es auch Menschen gibt, die, um in diesem Bild zu bleiben, gleich alle Zettelchen abreißen, so dass nichts mehr übrig bleibt. Und der dritte Gedanke: es darf keine Einbahnstraße sein, wir sind darauf angewiesen, dass die Liebe erwidert wird, sonst macht es uns auf die Dauer krank. Dabei denke ich nicht nur an Paarbeziehungen, sondern auch an Nächstenliebe, an das Anteil nehmen, an Freundschaften.

Bedingungslose Liebe. Kann ich die im menschlichen Miteinander finden? Eine Liebe, die nicht an irgendwelche Bedingungen geknüpft ist? Ich hoffe und wünsche es, aber ich denke auch, wir Menschen sind nun mal nicht vollkommen, und zu leicht fließen doch immer wieder so kleine Tropfen von „Ich liebe dich, wenn du (nicht) …“ in unser Denken und Handeln ein.

Und dabei belasse ich es für heute. Und jetzt du…

Bild- und Textkarten: ©Neukirchener Verlag (Bibliographische Angaben siehe Beitrag „Talk-Boxing“)

Behind the Windows

Das Foto finde ich total faszinierend. Manchmal schauen wir aus dem Fenster unseres Inneren und blicken auf: genau, eine Mauer. Uns fehlt der Durchblick. Und dann lohnt es sich, zu überlegen: Woher kommt diese Mauer? Sind wir selbst es, die uns den Ausblick verbauen? Durch Barrieren in unserem Denken? Oder sind es Hindernisse, die von außen gebaut wurden? Leiden wir unter „Das denkt oder tut ‚man‘ nicht“? Was können wir tun, um diese Mauern einzureißen?

Zur Textkarte fällt mir im Augenblick gar nicht so viel ein, denn ich bin sehr dankbar, dass mir in dieser ganz konkreten Situation zwar mancher Kontakt fehlt, aber nicht das Vertrauen in Gott. Weil es ganz pragmatisch gesehen überhaupt nichts ändern würde, wenn ich mir die Haare raufen und mir sagen würde: „Also ehrlich Gott, was hast du dir nur dabei gedacht? Meinst du es am Ende doch nicht so gut mit uns?“ Ich kann gar nicht anders, als zu vertrauen, dass alles am Ende doch einen Sinn hat, den ich vermutlich nicht sehe und /oder verstehe. Denn sonst käme die Verzweiflung. Und ihr möchte ich einfach keinen Raum geben. Auch wenn es nicht immer ganz einfach ist…

Und jetzt du…

Bild- und Textkarten: ©Neukirchener Verlag (Bibliographische Angaben siehe Beitrag „Talk-Boxing“)

„Too blessed to be stressed“?

Gute Frage. Fühle ich mich gerade gesegnet oder stehe ich eher unter Strom? Wie äußert sich beides? Wenn ich mich gesegnet fühle, kann ich zur Ruhe kommen, der Segen kann sich aber auch durch kreatives Chaos in meinem Kopf äußern. Der Unterschied für mich liegt darin, ob mir Ruhe oder Unruhe gut tut oder ob mich der Zustand, den ich habe, unter Druck setzt. Auf jeden Fall kann ich alles, was ich zu erledigen habe, in einem gesegneten „Modus“ mit Zuversicht angehen, statt mich daran aufzureiben.

Und wie ist das mit Gottes Liebe? Meist ist es die dritte Möglichkeit, die mich durch den Alltag trägt. Aber natürlich kenne ich auch die Zeiten, wo ich es einfach nicht spüren kann oder nicht für möglich halte. Glaube (oder anders gesagt: Hoffnung) und Zweifel sind in meinen Augen Geschwister. Mal ist der eine lauter, mal der andere. Und beide haben ihre Berechtigung, denn auch der Zweifel kann hilfreich sein. Um nicht alles für selbstverständlich zu nehmen, um einen Perspektivwechsel zu ermöglichen, um nicht übermütig zu werden.

Und jetzt du…

Bild- und Textkarten: ©Neukirchener Verlag (Bibliographische Angaben siehe Beitrag „Talk-Boxing“)

Talk-Boxing

Seit Dienstag Vormittag hatte ich zu nichts Lust. Was war passiert? Ich hatte meinen turnusmäßigen Termin beim Rheumatologen und dabei erfahren, dass die Sehnenrisse mit großer Wahrscheinlichkeit durch die Erkrankung verursacht wurden (wobei, beide Seiten auf einmal ist schon ziemlich einzigartig, aber bitte, ich kann ja nicht immer Durchschnitt sein…) Außerdem eröffnete er mir, dass es auch zukünftig zu Problemen mit den im Körper reichlich vorhandenen Sehnen kommen könne und dass möglicherweise der rechte Oberschenkel nicht wieder seine volle Kraft erreichen könne. Vor allem dann nicht, wenn ich zu früh wieder durchstarte. Ich hätte es ja ahnen können, aber es hat mich trotzdem aus den Socken gehauen. Und führte zu akuter Lustlosigkeit.

Aber lange schmollen mag ich ja auch nicht mit meinem widerspenstigen Körper, immerhin müssen er und ich es ja hoffentlich noch lange miteinander aushalten. Außerdem hatte Sandra mir am Samstag zu denken gegeben, als sie meinte, ich könne ja auf Instagram Buchempfehlungen geben. Prinzipiell gute Idee, aber bei meiner Lektüre die letzten Wochen („Die Geschichte der Bundesrepublik Deutschland“, „Die Angstprediger“, „Warnung aus dem weißen Haus“) wirkt das eher abschreckend.

Doch dann fielen mir die Talk-Boxen ein, die ich eigentlich für Kathrins Konfirmation gekauft hatte, weil ich mit ihrer Hilfe ein paar Tischgespräche anstoßen wollte. Ich habe jetzt für zwanzig Tage jeweils eine Bildkarte und eine Frage/Denkanregung herausgesucht und veröffentliche jeden Tag so ein Paar.

Logisch, auch meine Gedanken dazu werde ich hier aufschreiben. Und ich lade dich ein, dir beides anzusehen und dann zu Bild und/oder Text einen Kommentar entweder hier im Blog oder auf Instagram abzugeben. Dabei gibt es grundsätzlich keine Denkverbote. Löschen werde ich aber Kommentare, die bestimmte Menschengruppen diffamieren, die rassistisch oder volksverhetzend sind oder die allgemein verletzend gegenüber anderen Personen sind. Da behalte ich mir als Inhaberin des Blogs vor, das digitale Hausrecht auszuüben.

Erwünscht ist es dagegen, auch mal über den eigenen Tellerrand zu blicken und sich Gedanken zu machen, ob die Sichtweise anderer ebenso ihre Berechtigung haben wie die eigene. Ich gestatte dir sogar ausdrücklich, deine Meinung nicht absolut zu setzen 😉

Im nächsten Post geht es los.

Bibliographische Angaben:

Foto-Talk-Box 2, Neukirchener Verlag , ISBN 978-3-7615-6633-6, 18 €

Talk-Box Vol. 6, Neukirchener Verlag , ISBN 978-3-7615-5950-5, 16 €