Northern Star bekommt ein Sternengeschwister:

Es ufert hier doch sehr aus, daher werde ich die maritimen Themen ab sofort in einem eigenen Blog würdigen. Wer sich also mit uns virtuell den Wind um die Nase wehen lassen möchte, ist herzlich eingeladen.
Ich weiß im Augenblick noch nicht, ob ich es schaffe, die zeitliche Reihenfolge einzuhalten, lasst euch einfach überraschen, schließlich arbeiten auch viele Lieblingsbücher mit Rückblenden…

Und hier ist sie, die Ableger-Seite:

https://sterntalersegeln.wordpress.com

Zurzeit noch übersichtlich und recht leer, aber spätestens ab Ende nächster Woche wird sich etwas tun.

Himmelfahrt auf dem Berg

Für alle, die aus den „echten Bergen“ kommen, mag der Ausdruck vielleicht hochstaplerisch klingen, aber unser Jakobsberg stellt tatsächlich die Grenze zwischen Mittelgebirge und norddeutscher Tiefebene dar. Oben auf dem Jakobsberg steht der Fernsehturm, unten im Berg sind die Stollen der Nazis, die sie von Zwangsarbeitern graben ließen. Auf dem Wanderparkplatz am Fernsehturm findet seit Jahrzehnten immer an Christi Himmelfahrt morgens um 8 Uhr ein Open-Air-Gottesdienst unserer Kirchengemeinde statt. Mit Posaunenchor. Manchmal auch mit Regen, meist aber schafft Petrus es, dass es trocken ist. Heute war es auch trocken, obwohl es um 7 Uhr noch regnete.

Am Fuß des Fernsehturms gibt es einen Kiosk, der vom Bismarckbund betrieben wird, die Ehrenamtlichen, die sich darum kümmern, hatten extra auch schon frühzeitig geöffnet. Sehr nett, wir haben dann auch mit einigen Leuten nach dem Gottesdienst dort einen Kaffee getrunken. Und ich bin nach langer Zeit mal wieder auf die Aussichtsplattform des Fernsehturms gestiegen.

Ich hatte schon bessere Sichtverhältnisse dort oben, aber vor allem bin ich erschrocken. Ich war einige Jahre nicht mehr aufgestiegen, weil ich Höhenangst habe. Heute war ich ein bisschen geschockt, weil in den Jahren so viel Landschaft versiegelt wurde.

Bild 1: Blick nach Norden, prominent in der Mitte das Logistikzentrum, das erst letztes Jahr direkt bei uns am Ortsrand gebaut wurde.
Bild 2: Der graublaue Bereich im Hintergrund ist Minden. Ich werde wohl demnächst nochmal mit der Kamera und dem Teleobjektiv hochsteigen, das Handy gibt nicht viel her.
Bild 3: Blick nach Westen, auf das Wiehengebirge mit dem Kaiser-Wilhelm-Denkmal. Links die Weser, die hier an der Porta Westfalica ihren Durchbruch durch die beiden Gebirgsketten hat.
Bild 4: Nochmal der Blick nach Westen. Links vom Wiehengebirge ist Bad Oeynhausen im Hintergrund, rechts geht es nach Lübbecke. (Bei Handballfans und Biertrinkern bekannt)
Bild 5: Richtung Südwest. Im Tal ist Hausberge zu sehen, der Hauptort von Porta Westfalica
Bild 6 und 7: Süden. Immer noch etwas Hausberge, erschreckend viel kaputter Wald und der weite Blick ins Lipperland.
Bild 8: Nochmal nördliche Blickrichtung. Im Hintergrund die vielen Baggerseen von Petershagen.

Es fehlt (und ich dachte, ich hätte auch nach Osten fotografiert) der Blick nach Nordost und Ost. Aber das wirklich spannende, nämlich der Ausblick bis zum Steinhuder Meer und zu den Kalihalden in Wunstorf, lag heute sowieso im Dunst. Viel weiter als Bückeburg ging der Blick nicht.

Farbenfroh: der Sitzbereich des Kiosks. Dort kann man auch Kuchen oder Bratwurst essen.

Auf dem Parkplatz, wo der Gottesdienst stattfand, parkte ein Wohnmobil aus Leipzig. Das Ehepaar, das dazugehörte, war angenehm überrascht vom unverhofften Kulturprogramm, mit dem sie natürlich nicht gerechnet hatten. Sie meinten, wenn wir das jedes Jahr dort machen, könnten sie ja 2023 wiederkommen.

In den meisten Jahren wandere ich übrigens frühmorgens durch den Wald dorthin, dieses Jahr bin ich nur zu Fuß wieder nach Hause gegangen. Ich traue meinen Füßen nicht so ganz. Aber mein Waldspaziergang hat mir richtig gutgetan, vor allem meinen Blick wieder auf die schönen Details der Natur gerichtet, nach dem gestrigen Tag konnte ich das gut gebrauchen und habe es genossen.

Ich brauche dringend wieder mehr Natur und weniger Nachrichten. Heute geht es den Rest des Tages ruhig zu. Ich werde lesen, ein bisschen am Gemeindebrief weiterarbeiten und vermutlich noch Holunderblütensirup ansetzen. Ich hoffe, die Blüten sind nicht allzu ausgewaschen nach den letzten Tagen mit Regen und Wind. Einen gesegneten Feiertag wünsche ich allerseits.

Ereignisreiches Wochenende

NRW hat gewählt. Das will ich hier jetzt gar nicht weiter thematisieren, nur soviel: Gut, dass die AfD weniger Stimmen bekommen hat (wenn auch leider nicht wenig genug); und dass die FDP so abgestürzt ist, wundert mich auch nicht wirklich. Obwohl einiges der Ampel angekreidet wird, bin ich der Meinung, hier ist vor allem die Bildungspolitik abgestraft worden. Mit dem Rest kann (und werde, denn was soll ich sonst tun?) ich leben. Wir hatten unsere Stimmen bereits vorab per Briefwahl abgegeben, denn am Sonntag waren Edgar, Yvonne und ich in Hamburg.

Während Edgar lernte, mit dem Radarsystem umzugehen, welches auch auf der „Sterntaler“ an Bord ist, machten Yvonne und ich ein tagestouristenübliches Besichtigungsprogramm. Nachdem wir es von Billhorn bis in die Hafencity geschafft hatten, enterten wir zunächst die Elphi und genossen den Rundumblick:

Je nachdem, wohin wir blickten, bot sich eine andere Skyline: Über der Innenstadt diverse Kirchtürme, elbaufwärts in der Hafencity ganze 18 Baukräne, in Richtung Containerterminals (mit den Musicaltheatern im Vordergrund auf der gegenüberliegenden Elbseite) die großen Containerbrücken, vor uns in Richtung Landungsbrücken bot sich ein buntes Potpourri aus ganz unterschiedlichen Schiffstypen.

Hamburg heißt auch: Fernsehkulissen. Ein Foto von der Haifischbar und dem danebenliegenden „Schellfischposten“ (die winzige Kneipe aus „Inas Nacht“) habe ich leider nicht, das war vom Wasser aus zu weit weg und außerdem hätte ich zu viele Köpfe fremder Menschen im Bild gehabt.
Dafür habe ich diese Impressionen:

Die Speicherstadt der „Pfefferkörner“, die Polizeiwache an der Kehrwiederspitze aus „Notruf Hafenkante“ und das Gebäude, das in derselben Serie als „EKH“ (Elbkrankenhaus) bekannt ist. Die Polizeiwache ist echt, das Krankenhaus nicht.

Nachdem wir von der Elphi wieder runter waren, sind wir Richtung Landungsbrücken marschiert und haben (danke für den Tipp, Martha) eine XXL-Hafenrundfahrt gemacht. Die war zwar nicht ganz billig, hat sich aber definitiv gelohnt. Ich habe mir hinterher mal auf Google Maps angesehen, wo wir da überall rumgeschippert sind, das war schon toll. Vor allem, wenn ich bedenke, wie das alles mal irgendwann gebaut wurde. Das meiste davon zu einer Zeit, als es die modernen Errungenschaften noch nicht gab, die uns heute so selbstverständlich das Bauen erleichtern…

Fotobeschreibungen: Fischauktionshalle (von solchen Bauten können sich heutige Logistiker gern eine Scheibe abschneiden), Kreuzfahrtschiff, Raddampfer vor dem Containerhafen, Elbstrand, Die Natur erobert sich überall ihren Platz, Größenunterschiede, Landungsbrücken mit Michel, Kurs auf die Elphi.

David zieht Goliath
Wer hier wohl vermisst wurde?

Die Speicherstadt finde ich total faszinierend. Und weil sie zum Weltkulturerbe gehört, wird sie gut geschützt. Auf dem rechten Foto sieht man das „Wasserschloss“ vom Fleet aus, später sind wir noch dort gewesen und haben draußen auf der Terrasse einen Latte Macchiato genossen. Das Gebäude ist von außen und von innen sehenswert, denn wenn man drin ist oder auf der Terrasse sitzt, sieht es so aus, als ob das Gebäude über eine bestehende Straße aus „Katzenköpfen“, mitsamt Bordsteinkanten, gebaut wurde.

Was mich an Hamburg total fasziniert, ist die Vielfalt. Kulturell und architektonisch, die abwechslungsreiche Melange aus Industrie, Handel, Kunst, Wohnen und Natur, Arbeit und Freizeitvergnügen, und das alles mitten in der Stadt.

Bewundernswert. Ich darf mir gar nicht vorstellen, so bei der Wärme die ganze Zeit still dazusitzen, dann juckt mir schon die Nase😅

Randvoll mit Eindrücken ging es abends zurück nach Hause. Und mit dem Versprechen an mich selbst, unbedingt wieder dort hinzufahren.

Wieder mal mit der Bahn unterwegs

Dass ich sehr gern mit der Bahn reise, darüber habe ich vor knapp drei Jahren („Gedanken beim Bahnfahren“) schon geschrieben. Während der Pandemiezeit war das nicht häufig, nur letzten Herbst die Fahrt nach Witten mit Julia und Yvonne, ausschließlich im Regionalexpress. Gestern durfte ich mal wieder das Leben „in vollen Zügen genießen“.

Bei diesem grandiosen Sonnenaufgang habe ich mich von Heiligenhafen verabschiedet…

Mein Startbahnhof war Oldenburg in Holstein. Als ich Kind war, nannte man zwei aneinandergekoppelte Wagen, die in beide Richtungen einen Führerstand hatten, noch „Schienenbus“, und vom Umfang her trifft das auch heute noch zu. Es handelte sich um eine Regionalbahn, die von Puttgarden nach Lübeck und retour fährt.

Ein Gleis. Das wird gleich noch ein Punkt sein. Aber der Reihe nach. Von Oldenburg ging die Strecke über Lensahn, Neustadt (dort fährt der Zug erst an der Abzweigung zum Bahnhof vorbei und rangiert dann rückwärts hinein, weil es ein Kopfbahnhof mit spitzem Winkel ist), Sierksdorf, Haffkrug und Timmendorfer Strand nach Lübeck. An einigen kleinen Bahnhaltepunkten war erkennbar, dass es auch mal mehrgleisige Zeiten gab:

Manche waren, wie auf dem Foto, nur mit Gras bewachsen, andere standen voll mit jungen Birken. Ich fand, das symbolisiert ganz gut die Prioritäten der deutschen Verkehrspolitik seit den 1990er Jahren, es gibt sogar eine Excel-Liste der stillgelegten Strecken, insgesamt 503 an der Zahl! Vor allem kleinere, regional genutzte Abschnitte überall in Deutschland wurden dichtgemacht, zu Draisinenstrecken oder „Nebengleisen“ degradiert oder einfach dem Verfall überlassen. Dabei sind solche scheinbar unwichtigen Streckenabschnitte überhaupt nicht uninteressanter als spektakuläre Hochgeschwindigkeitstrassen (im Gegenteil, man sieht wenigstens etwas von der umgebenden Landschaft) oder Viadukte und Tunnelabschnitte. Bei Haffkrug beispielsweise entdeckte ich mitten im Wald eine Art Wehrturm, richtig wie im Mittelalter, mit Zinnen und aus massivem Sandstein. Und fragte mich, was der dort wohl einmal für eine Funktion hatte… Im Zug waren übrigens sehr viele Studenten und ein paar Rentner. Eine Mutter mit Grundschulalter-Sohn. Und ich.

Aber weiter: In Lübeck hatte ich eine gute Viertelstunde Aufenthalt, der mir vor allem deswegen in Erinnerung bleiben wird, weil eine Halbliterflasche Mineralwasser beim Bäcker weit über 3 (!) Euronen kosten sollte. Die FDP wäre stolz auf diese geschäftstüchtigen Bäcker. Sorry. Der musste jetzt einfach sein.

Ab Lübeck bin ich aufgestiegen in der Hierarchie der Züge: Nach Hamburg fuhr ich in einem Regionalexpress weiter. Auf der anderen Seite im Gang saß ein Paar mit Blindenhund. (Der als offizieller Assistenzhund übrigens keinen Maulkorb brauchte. Ob er wohl wusste, wie gut er dran war?) Wir kamen ein wenig ins Gespräch über die Qualität der Bahn, weil es keine funktionierende Toilette gab. Die Fahrt über Reinfeld und Bad Oldesloe dauert ja auch nur 43 Minuten, das muss man schon aushalten…

So richtig voll wurde es dann in Hamburg, zwischenzeitlich hatte ich übrigens zunächst eine Mail erhalten, dass ich in Hamburg meinen Anschluss wohl nicht erreichen könnte, ein paar Minuten später kam die zweite Mail, dass es doch klappt. Ich stellte fest, dass von den ganzen ICEs, die dort angekündigt waren, kein einziger wirklich pünktlich war. In diesem Fall gut für mich. Kapiert habe ich es dennoch nicht, denn mein RE hatte bloß zwei Minuten Verspätung, ich sollte aber zwanzig Minuten Umsteigezeit haben. Blieben ja noch 18 übrig. Irgendwie rechnet die Bahn anders als der Rest der Welt.
Vor mir stieg eine junge Frau mit Baby im Buggy, dreijährigem Sohn, einer älteren Begleiterin und mehreren großen Koffern sowie Proviantbeuteln ein. Die entschuldigten sich schon im Vorfeld bei mir, dass es etwas länger dauert. Das Problem, ach was sage ich, die Latte an Problemen: 6er Abteil (übrigens dasselbe wie ich, was später noch zu netten Gesprächen führte). Enge Gänge. Kaum Platz für große Hartschalenkoffer (die haben sie dann über den Waggon verteilt irgendwo zwischenlagern müssen, es waren eben so große Koffer, wie man sie braucht, wenn man mit kleinen Kindern unterwegs ist und wer bekommt die denn in zwei Meter Höhe auf die sehr knapp bemessenen Ablagen gehievt…?), geschweige denn für den Buggy. Hatte man es endlich geschafft, den (eigentlich sehr gelenkigen) Buggy durch den engen Gang und die noch engere Abteiltür hineinzubekommen, passte keine Person mehr durch, ohne über die Sitze klettern zu müssen. Außer der kleinen Reisegesellschaft und mir musste aber noch eine junge Frau hineinpassen, die dort einen Platz gebucht hatte. Immerhin konnte ich online einchecken, die Schaffnerin wäre nicht zu mir durchgekommen. Hatte die vielleicht ein Glück!

Die junge Mutter saß neben mir, der kleine Junge hatte mir gegenüber den Fensterplatz und brauchte den gesamten Tisch für seine Reiseverpflegung😁. Die sollte ja schließlich bis Würzburg reichen. Ich musste schmunzeln und dachte: ob mit drei Jahren Zug fahren oder mit zehn im Reisebus auf Klassenfahrt, es macht nicht viel Unterschied. Zehn Minuten, nachdem wir Hamburg verlassen hatten, kam dann auch prompt die Frage: „Wie lange dauert es noch?“😂

Jedenfalls erzählte mir die Mutter, dass sie eigentlich total oft Bahn fährt mit den Kindern, weil es komfortabler sei als beim Fliegen, wo man den Kinderwagen nicht mit in die Kabine nehmen könne. Aber: wegen Corona gibt es weniger Platz in Familienabteilen (Sie meinte, pro ICE gäbe es EIN Familienabteil, und das würde nur an eine einzelne Familie vergeben; wenn das echt so ist, wie will man dann Familien vom Bahnfahren überzeugen???), das ist dann schon herausfordernd. Ich erinnerte mich an eine Bahnfahrt mit Julia und Yvonne, als die beiden noch ganz klein waren. Ich hatte Plätze in einem Familienabteil gebucht, wir reisten mit Rucksack, Buggy (Julia) und Maxi-Cosi (Yvonne); außer mir saßen nur Senioren in dem viel zu engen Abteil und beschwerten sich darüber, dass ich ein Baby wickeln musste😤.
Irgendwie hatte ich gehofft, in den letzten knapp 30 Jahren hätte sich da etwas grundlegend verbessert.

Um das Baby zur Ruhe zu bringen, machte sich die junge Frau mit dem Buggy, den sie mit viel Mühe wieder aus dem Abteil herausrangierte, auf den Weg durch den Zug, die ältere Dame blieb bei dem kleinen Jungen. Ich unterhielt mich angeregt mit ihr, der Lütte schlief irgendwann ein. Wir sprachen über das Anspruchsdenken in der Gesellschaft; über Erfahrungen, die wir in unserer jeweiligen Jugend gemacht hatten, sie im Allgäu, ich in Ostwestfalen, die sich aber teilweise ähnelten, wenn es um das Thema „Heizen einer Wohnung“ ging oder auch „Badetag“ mit Holzofen im Badezimmer. Und über Kirchentage. Es war eine angenehme Fahrt, wenn ich die stickige Klimaanlagenluft ausklammere. Als ich in Hannover ausstieg, sah ich die Mutter mit dem Buggy im Bistro, dort konnte sie neben dem Buggy auch noch ihre eigenen Beine einigermaßen komfortabel unterbringen…

Hannover Hauptbahnhof ohne Menschen, aber mit Hinterlassenschaft

In Hannover stieg ich in den schon bereit stehenden IC, checkte wieder online ein und sinnierte vor mich hin. (Manchmal fühle ich mich so ein bisschen wie eine Eisenbahnphilosophin😂.) Es gibt einiges, was ich seit meiner Kindheit mit Bahnfahrten verbinde, denn damals bin ich zum Beispiel noch mit meinen Eltern per Bahn nach Reit im Winkl in den Urlaub gefahren. Da buchte man die Reise (Personenbeförderung, Gepäcktransport, Shuttle, der damals noch nicht Shuttle hieß, und die Frühstückspension) noch im Reisebüro. Dort bekam man bunte Tickets und ebenso bunte Gepäckanhänger für die Koffer, denn: Tadaaa!!! Es gab am Zug einen Extra-Gepäckwagen! Die Koffer wurden am Bahnhof abgegeben, mit so kleinen Transportflitzern zu den Zügen gebracht und am Zielbahnhof wieder herausgeholt. Was heutzutage nur noch am Flughafen funktioniert, das war auch bei der Deutschen Bahn üblich.
Die Gepäckwagen sind aber nicht das Einzige, was ich vermisse: am allermeisten fehlt mir beim Zugfahren immer frische Luft. (Und mitunter ein funktionierendes WC). Von dieser weichgespülten Kabinenluft werde ich auf längeren Strecken immer ganz beduselt, die FFP2-Maske zurzeit verstärkt diesen Effekt noch. Und nach zwei sturmumtosten Draußen-Tagen sowieso.

Gestern ging mir unterwegs durch den Kopf: bessere Bedingungen für Familien mit Kindern, Tieren und/oder Körperbehinderten, Waggons mit zuverlässig funktionstüchtigen Toiletten und komfortable Umsteigezeiten finde ich persönlich viel wichtiger als einen knapp bemessenen Deutschlandtakt, bei dem alles auf Kante genäht ist. Aber was soll ich von einer Bahn halten, bei der anscheinend nur Männer in Entscheidungspositionen sitzen, welche die Care-Arbeit anderen überlassen, dafür aber alles auf Geschwindigkeit trimmen wollen und bestenfalls dafür sorgen, dass Gadgets wie das Online-Einchecken klappen? Gibt es da überhaupt keine Leute, die solche profanen Alltagssituationen wie oben beschrieben kennen? Ich fürchte nicht. Aber ich lasse mich gern eines Besseren belehren…

„Sssänk ju for trävelling wis Deutsche Bahn“.
Ich tu’s trotzdem immer wieder. (Und nehme damit möglicherweise den Veränderungsdruck weg, wie vermutlich viele andere Menschen auch.)

Weite pur

Ein paar Eindrücke vom Wochenende:

Wasser, Wind, Wellen. Das Gefühl von Weite und auch Freiheit, das ist es, was mich immer wieder ans Wasser zieht. Seit Edgar und ich zusammen sind, hat zwar immer mal das Ziel gewechselt: französische Atlantikküste – Mecklenburgische Seenplatte – Schleswig-Holstein – aber Wasser war immer ein Muss. Selbst wenn es mal in die Berge ging mit dem Wohnwagen, stets war ein See dabei: Keutschacher See, Natterer See, Hopfensee oder Pilsensee.

Ich mag auch die ostfriesischen Inseln sehr gern, aber zum Segeln ist die Ostsee etwas einfacher, weil man nicht ständig den Tidenkalender parat haben muss. Dafür hat sie andere Herausforderungen: viele militärische Übungsgebiete und sehr flaches Wasser zwischen den Inseln der dänischen Südsee (auf den Tiefgang achten!). Und reichlich Fährverkehr.

Bei diesem April-Aufenthalt zog das Wetter mal wieder sämtliche Register und machte seinem Namen alle Ehre, das ganze Wochenende herrschte heftiger Westwind. An diesem Wochenende fand auch das Frauen-Skippertraining statt, zu dem ich mich ursprünglich auch anmelden wollte. Wegen meiner Schulter bin ich froh, dass ich es nicht getan habe, ich bin aber ziemlich sicher, dass diese Frauen demnächst bei jedem Wetter mit den Booten klarkommen, denn sie hatten definitiv ein Schwerwettertraining mit im Paket😄.

Für mich war der Kurzurlaub zwar schon am Montagmorgen wieder beendet, während Edgar mit den Mädels noch ein paar Tage bleiben kann, aber ich zeige euch noch ein paar Eindrücke von unserer Wanderung am Sonntag und habe auch noch ein paar Bahnfahrt-Erlebnisse, die ich im nächsten Beitrag erzählen werde.

Die Steilküste zwischen Weissenhäuser Strand und Heiligenhafen ist schon spannend. An einigen Stellen haben bei starker Brandung Surfer ihren Spaß, aber in weiten Teilen ist weder Schwimmen noch Surfen angebracht, weil da einfach riesige Findlinge im Wasser herumliegen. Die Steilküste ist auch Steinküste. Und Brutgebiet für Wasservögel, daher teilweise abgesperrt, damit die Leute nicht die Gelege der Strandbrüter zertrampeln. Dafür haben wir ein bisschen Alm-Feeling bekommen, weil ein Wander- und Radweg mitten über eine Galloway-Weide führt. Sehr hübsche Rinder, sie erinnerten mich an ein Bilderbuch mit dem Titel „Hello, my Name is Betty“ (über eine Highland-Kuh, die auf einen norddeutschen Bauernhof kommt).

Gleich werde ich erstmal ein paar Stunden in der Buchhandlung eckige Ostereier an die Menschheit bringen, den Rest erzähle ich später.

Seeluft schnuppern

Kleine Auszeit. Für mich bedeutet das ein Wochenende an der Ostsee, Edgar bleibt mit den Mädels noch ein paar Tage länger.

Heute ist noch viel Wind, wir werden wohl Heiligenhafen und den Strand wiederentdecken. Im Gegensatz zum April 2021 ist es viel lebendiger, das tut gut.

Ich werde mich gleich mal mit meiner Kamera auf den Weg machen.

Noch ein paar Überlegungen zur Mobilität

Immer, wenn ich über das Thema „eigenes Auto – ja oder nein?“ nachdenke, ist mein erster Impuls: Klar kann ich das abschaffen, denn wir haben ja noch den großen Familienwagen (wo auch die Hunde Platz drin finden). Aber ab und zu ist die Familienkutsche nicht vor Ort, weil damit eine Firmenfahrt oder ein Kurztrip Richtung Wasser unternommen wird. (Das ist auch so eine Sache: mit der Bahn nach Heiligenhafen ist eine kleine Weltreise…) Und wenn diese Fahrten mit meinen Arztterminen oder unvorhergesehenen Zwischenfällen kollidieren, dann kann die Sache ganz anders aussehen.

Ich bin eigentlich der Meinung, dass wir hier zwar ländlich wohnen, aber die Stadt gut angebunden ist. Solange die Stadt Minden ist, stimmt das auch. Allerdings muss ich ab und zu Facharzttermine wahrnehmen, die Ärzte sind aber in Rinteln, Bückeburg und Bad Oeynhausen. Da sieht die Sache schon ganz anders aus. Oder der Mittwochsausflug zum Therapietermin der Tochter: Ist zwar in Minden, aber auf der anderen Seite der Stadt, ohne Umsteigen nicht machbar und damit nach der Schule nicht mehr zu erreichen.

Oder das Klimaticket: Das gibt es in Minden, Bad Oeynhausen, Löhne, Herford. Diese Städte liegen alle in der Tarifgemeinschaft OWL, aber Porta Westfalica ist an dem Klimaticket-System nicht beteiligt, also nutzt mir der Verkehrsverbund überhaupt nichts, denn ich muss ja von Porta aus erstmal hinkommen in eine der Städte rundum. Und das Klimaticket gilt immer nur für die jeweilige Kommune.

Drittes, frustrierendes Beispiel ist unser Wohnwagen: wir haben den nicht unbedingt, weil wir jedes Wochenende damit unterwegs sind. Für den Urlaub einen WoWa mieten wäre sicher sinnvoll. Wenn da nicht Lucy und Kalle wären… Denn ich habe bisher nur einen Vermieter von Wohnmobilen (nicht Caravans) gefunden, der an Hundebesitzer vermietet – und der ist irgendwo in Süddeutschland!

Beim letzten Beitrag „Autokorrektur“ hat Martha sehr eindrücklich kommentiert, welche Probleme sie beim Thema Mobilität hat. Als ich ihr geantwortet habe, fiel mir eine Bahnfahrt vor Jahren mit zwei Kindern ein, die ich jahrelang wahrscheinlich absichtlich aus meinem Gedächtnis verbannt hatte. Mich würde jetzt einmal interessieren, welche Erlebnisse ihr hattet, die im Zusammenhang mit Mobilität und ihren Hindernissen stehen. Oder auch, welche Innovation euch besonders beeindruckt hat (so wie Fahrradparkhäuser in den Niederlanden oder freie Fahrt für Fahrräder in Kopenhagen…).

Zauber…

Eine neue Woche mit dem Fotoprojekt von Wortman. Das Wort lautet ZAUBER. Das erste, was mir einfiel, war die erste Zeile „Und jedem Anfang wohnt ein Zauber inne…“ des Gedichtes Stufen von Hermann Hesse. Aber es gibt ja auch noch ganz andere zauberhafte Momente.

Ganz persönlich erlebe ich immer wieder eine Art von Zauber, wenn ich mitten in der freien Natur unterwegs bin. Ein Zauber, der vom Staunen und der Ehrfurcht herrührt: So unglaublich vielfältig, bunt, formenreich, winzig klein oder riesig groß ist unsere Welt! Daher habe ich für diese Woche ein paar Fotos aus dem Müritz-Nationalpark herausgesucht, die ich für geeignet halte, dieses Staunen ein wenig zu illustrieren.

Der erste Frühjahrs-Vollmond, also der Vollmond vor Ostern, über dem Useriner See hat mich immer wieder fasziniert.
Die Morgensonne, die verheißend den neuen Tag ankündigt, voller Entfaltungsmöglichkeiten.
Die Havel zwischen Ziegenwinkel und Görtowsee im Herbst. Aus der Perspektive im Kajak ist der Mensch ganz klein und in die Landschaft eingebettet. Ruhe, nur von Vogelgezwitscher und den leisen Geräuschen der eintauchenden Paddel unterbrochen (wenn man nicht gerade in den Sommerferien unterwegs ist). Der Geruch nach Waldboden, Wasser und Pilzen. Dann und wann ein Tier, das dich genauso neugierig beäugt wie umgekehrt.

Ich höre jetzt mal besser auf, bekomme gerade einen akuten Anfall von Sehnsucht gepaart mit Augenpipi…

Mittellandkanal

Das Wasserstraßenkreuz in Minden fasziniert mich seit meiner Kindheit. Mit etlichen Verwandten und Bekannten habe ich seitdem schon Fahrten mit einem Fahrgastschiff dort unternommen, mitsamt Schleusung in die Weser. Natürlich war es ganz besonders spannend, als ich selbst noch Kind war. Aber auch als Erwachsene, die ihren eigenen Kindern dieses technische Meisterwerk nahebringen wollte, fand ich es immer lohnenswert.

Am Mittwoch, den 2. März 2022 sind die Fotos oben entstanden. Ich hatte in Minden eine knappe Stunde Wartezeit und habe das wunderbare Wetter genutzt. Auf den ersten beiden sieht man die alte sogenannte „Schachtschleuse“ mit den imposanten Türmen aus Wesersandstein. Die neue, größere Schleuse ist direkt rechts daneben, fällt aber kaum auf bis auf den grünen Mast, der direkt an der neuen Schleusenkammer steht. Ab Bild 3 ist die Sicht in Richtung Osten, nach Hannover hin. Dort wird die Weser überquert, und zwar gibt es die „Alte Fahrt“ und stromabwärts (links) daneben die „Neue Fahrt“, die notwendig wurde, damit Europaschiffe passieren können (das war auch der Grund für die neue Schleuse). Sieht man auf den Bildern 3-5. Bild 6 zeigt das Frachtschiff, das aus Richtung Hannover kam und dann zur Schleuse abbiegt, weil es wahrscheinlich die Weser abwärts Richtung Nienburg oder Bremen befährt. Es ist zwar ein Schüttgutfrachter, aber etwas zu groß, um weseraufwärts zu fahren.

Auf dem 7. Foto sieht man die „Alte Fahrt“, die nur noch für die Fahrtgastschiffe genutzt wird und ansonsten Trainings- und Regattastrecke für den Bessel-Ruderclub und die Drachenboote der KSG ist. Deswegen ist auf dem kleinen Stichkanal (Bild 8), der zum Pumpwerk (Bild 9+10) führt, ein Sportbootanleger zu sehen. Das Pumpwerk (übrigens ein wunderschönes Industriedenkmal, oder?) sorgt über den Weserdurchstich (Bild 11) für einen gleichbleibenden Wasserstand im Kanal.

Die nächsten Fotos (12-14) zeigen die alte Kanalbrücke, die jetzt bereits seit über 100 Jahren steht und neben dem Kanal auch noch einen Fuß- und Radweg hat. Auf dieser Brücke stehe ich für die Fotos 15-20. Auf Bild 15 blicke ich weseraufwärts, 16 zeigt noch einmal das eigentliche Wasserstraßenkreuz, 17 ist ein Blick nach Süden auf die Porta Westfalica: links davon das Wesergebirge (zieht sich ungefähr bis Hameln) mit dem Fernsehturm, rechts das Wiehengebirge (bis Osnabrück) mit dem Kaiser-Wilhelm-Denkmal. Die Porta Westfalica ist der Durchbruch durch diese beiden Mittelgebirgsketten, wo sich die Weser aus dem Mittelgebirge einen Weg in die norddeutsche Tiefebene bahnt.

Bild 18: Die Weser fließt hier von rechts nach links durchs Bild, der Wasserweg in der Mitte ist die Zufahrt zu den verzweigten Mindener Industriehäfen. 19 und 20 zeigen das Pumpwerk von der gegenüberliegenden Seite. Wunderschön und mit Schachtschleuse und Pumpwerk ein Gesamtbild liebevoller Baukultur ist der Brückenkopf (Bild 21), davon gibt es insgesamt vier Stück. Die Fotos 22 und 23 zeigen nochmals den Stichkanal und die Alte Fahrt, und Bild 24 ist die Ansicht des Ganzen von oben (Quelle: Google Earth).

Es macht Spaß, sich zur Abwechslung mal wieder mit der Geschichte der eigenen Umgebung zu beschäftigen, außerdem macht es mir einmal mehr bewusst, dass es nicht selbstverständlich ist, in Frieden und Freiheit über seine Zeit bestimmen zu können. Gerade in den letzten Tagen ruft es in mir große Dankbarkeit hervor und ich denke, wir alle, die wir den zweiten Weltkrieg nicht miterlebt haben und hier in Mitteleuropa von kriegerischen Auseinandersetzungen weitestgehend verschont blieben, wissen oft gar nicht so recht, was das wirklich wert ist.

Ruckzuck ist November

Wer hat an der Uhr gedreht…?

Auch wettertechnisch. Nachdem wir am Montag aus Schleswig-Holstein teilweise über die Landstraße (wegen mehrerer Staus auf den Autobahnen) bei bestem Caspar David Friedrich-Wetter (bombastisches Licht wie gemalt!) nach Hause gefahren waren, hielt das schöne Herbstwetter vom Wochenende noch am Dienstag an. Mittwoch machte sich die Änderung bemerkbar, heute ist der November endgültig angekommen. Macht aber nichts, das darf er jetzt auch angesichts der vielen Nähprojekte, des unaufhaltsam steigenden Bücherpegels und der bevorstehenden Vorbereitungen für die Adventszeit (Fenster putzen, Spinnen und ihre Netze des Hauses verweisen, Lichterketten suchen und nicht zu vergessen: Backbeginn).

Die letzten Tage habe ich auch noch für eine kleine Digitalpause genutzt, bis meine Schultern und mein Nacken sich wieder von den ungewohnten Tätigkeiten beim Segeln erholt und meine Umgebung das Schwanken eingestellt hatte😅.

Gestern habe ich dann alle Fotos auf der Foto-Festplatte gespeichert, sowohl von der Kamera als auch vom Handy. Mein WP-Tarif lässt leider keine Filme zu, aber die Unterquerung der Fehmarnsundbrücke könnt ihr auf meinem Insta-Account noch finden. Das ist echt ulkig: wenn man auf die Brücke zufährt, hat man erstmal Bammel, mit dem Mast die Brücke einzureißen (Nein, natürlich nicht. Eher bricht der Mast unter der Brückendurchfahrt.) Und dann stellt man fest, dass man locker noch ein paar Meter Platz hat.

Unterwegs habe ich recht wenig fotografiert, sondern einfach nur genossen oder am Ruder gestanden, um ein Gefühl für das Schiff zu bekommen.

Die Marina, also der Yachthafen von Heiligenhafen, war schon deutlich leerer als im Sommer, nur an den ersten Stegen, die vom Charterzentrum belegt sind, lagen noch fast alle Schiffe, weil zum Saisonausklang auch immer Skippertrainings stattfinden. Dort liegt auch die Sterntaler. Der Atmosphäre hat die Übersichtlichkeit keinen Schaden getan und es war nicht so trubelig, was ich als sehr angenehm empfand.

Ich muss ja ganz ehrlich gestehen, dass ich vor dem letzten Winter kaum etwas über Heiligenhafen wusste. Außer dass es den Ort gibt. Zwei Standbeine sorgen für das Auskommen der hübschen kleinen Stadt: Die Fischerei und der Tourismus.

Die Aufnahme von Google Earth stammt vom 1. Juli 2015, da wurde noch heftig Sand bewegt (Oben in der Mitte)

Natürlich gibt es die „Bausünden“ aus den 60er Jahren, die Beton-Bettenburgen, wenngleich nicht so übel wie an anderen Ostsee-Orten. Ich habe mir beim Spaziergang am Binnensee aber auch mal überlegt, dass es einfach damals eine andere Zeit war: Die Menschen in Deutschland kamen wieder zu bescheidenem Wohlstand und lechzten nach Urlaub. Aber campen mit dem Puck oder im Hauszelt in Bella Italia war auch damals sicher nicht jedermanns Sache. Es mussten also schnell Möglichkeiten her, die sonnen- und wasserhungrigen Deutschen unterzubringen in den „schönsten Wochen des Jahres“. Und wer weiß, wie nachfolgende Generationen das sehen, was in den letzten Jahren gebaut wurde. Mir persönlich gefällt es, es ist eine Mischung aus klassischer Bäderarchitektur und amerikanischen Feriensiedlungen, nicht so hoch, besser in die Landschaft eingefügt und es wirkt einfach wertig.

Was ich aber erst bemerkte, als ich am Kopfende der neuen Einkaufsstraße im Feriengebiet am Steinwarder stand und Richtung Kommunalhafen schaute, das war die Sichtachse, die den Raiffeisen-Silo mit der Meereslounge auf der Seebrücke verbindet und genau durch diese Häuserschlucht führt:

Hier bekommt ihr ein paar Eindrücke von Heiligenhafen:

Aber was mich am Wochenende eigentlich am meisten begeistert hat, war die wunderschöne Natur der Ostseeküste. Der Strand, der nicht mehr von Sandburgen und Strandkörben voll war, die Tiere, die sich in aller Ruhe ihren Lebensraum von den vielen Menschen zurückholen, wie zum Beispiel die Möwenparade, die sich abendlich auf dem uns gegenüberliegenden, schon geräumten Steg zum Schlafen einfand, es waren sicher über 100! Sogar Fledermauskästen gab es, da diese an den glatten und nischenlosen Betonwänden der Feriensiedlung keinen Schlafplatz finden können.

Überhaupt, der Strand! Alle Aufnahmen wurden morgens zwischen halb Acht und halb Neun gemacht.

Tja, nun ist die Saison zu Ende, am 1. November wurden die Sanitärgebäude geschlossen, die Stege abgeräumt und Spundwände für den Winter an empfindlichen Stellen aufgebaut. Gerade habe ich noch einen Blick per Webcam riskiert, beim Charterzentrum liegen noch die meisten Schiffe, aber es ist Ruhe eingekehrt.

Auch die Sterntaler wird in den nächsten Tagen ins Winterlager gebracht, bis es Ostern 2022 wieder losgeht. Ach, und wie sieht ein solches Schiff nun von innen aus? Ganz ähnlich wie ein Wohnwagen, nur ohne Räder. Dafür gibt es einen Navigationstisch. Ein kleines Bad ist auch an Bord, mitsamt Dusche.

Übrigens kann sie gechartert werden, als Voraussetzung braucht man den Sportbootführerschein See (weil sie einen Motor hat) und sollte auch Segelerfahrung haben.

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