Perfekt – Unzulänglich – Durchschnitt!

Es gibt Situationen, die setzen bei mir ein Gedankenkarussell in Gang. Heute früh war das ein Blogeintrag von Suzy auf  ihrem Blog „La vie en bleu“. Auf ihr „Lob der Langsamkeit“, dem ich nur zustimmen kann, bekam ich eine Assoziation zu dem Begriff „Durchschnitt“.
Manchmal kommt es mir so vor, gerade auch, wenn ich durchs Netz surfe, als ob Durchschnitt inakzeptabel ist. Bin ich eine durchschnittliche Mutter, ist das eigentlich schon schlecht. Genauso, wenn ich eine durchschnittliche Hundebesitzerin bin. Oder eine durchschnittliche Köchin.

Im Glaubensleben sieht es teilweise genauso aus: Wir rennen umher und suchen die perfekte Gemeinde, die unseren Musikgeschmack trifft, unseren Frömmigkeitsstil bedient, das beste Angebot an Aktivitäten zur Verfügung stellt. Dafür fährt man dann auch jeden Sonntag kilometerweit…

Wenn ich nicht im Geheimen irgendwelchen SM-Phantasien nachgehe, bin ich von gestern, denn ausgerechnet in Zeiten der Me-Too-Debatte erscheinen immer mehr Bücher oder Self-Publishing-Projekte, die mir weismachen wollen, dass jede Frau im Geheimen davon träumt, mal so richtig grob rangenommen zu werden…. Übrigens so ziemlich zu 100% von Frauen geschrieben. Und ich kann so gar nichts damit anfangen…
Aber ganz ehrlich: ich bin nun mal eine durchschnittliche Mutter, ich bin eine durchschnittliche und manchmal überforderte Hundebesitzerin, ich koche im Allgemeinen gerne und relativ gesund, aber es gibt eben auch Tage, wo ich einfach keine Lust dazu habe.

Und wo wir schon beim Thema „Lust“ sind, ich kann auch absolut nichts erstrebenswertes darin erkennen, sich beim Sex absichtlich Verletzungen und Schmerzen zufügen zu lassen, um über irgendeine geheimnisvolle „Schwelle“ zu was auch immer zu gelangen. Schmerzen habe ich mit einer rheumatischen Erkrankung auch so genug… (Keine Bange, mehr „Outing“ mute ich euch nicht zu, immerhin liest hier mindestens eine meiner Töchter mit 😉)

Als ich noch nicht so sehr lange verheiratet war, habe ich teilweise versucht, perfekt zu sein. Perfekt als junge Mutter, perfekt als Ehefrau, perfekt als Tochter, perfekt als Arbeitnehmerin. Aber leider nicht perfekt für mich. Es dauerte im Rückblick zu lange, aus diesem Hamsterrad herauszukommen. Inzwischen kann ich aber vieles im Leben entspannter und… durchschnittlicher betrachten.

Warum muss ich als Mutter perfekt sein? Was heißt perfekt sein überhaupt? Muss ich meinen Kindern jede mögliche Gefahr wegnehmen, alles aus dem Weg räumen, was ihnen schaden könnte, sie pampern und begleiten, bis es ihnen an den Ohren wieder rauskommt?
Damit meine ich jetzt nicht, dass ich sie einfach von dem leckeren Eisenhut im Garten probieren lasse und sie als Kleinkinder allein in den Straßenverkehr schicke oder so.
Aber es ist doch meine Aufgabe, sie zu selbstständigen Menschen zu erziehen, die eigene, auch schmerzhafte Erfahrungen machen, und dazu gehört doch auch, dass sie erleben: Eltern sind auch mal hilflos, mal überfordert, und trotzdem bekommen wir im Endeffekt (und durch Gemeinschaft) alles mehr oder weniger ins Lot.

Warum muss ich als Hundebesitzerin perfekt sein? Warum bekommen meine Hunde einen Schaden fürs Leben, wenn ich sie nicht barfe, wenn ich kein Agility mit ihnen mache, wenn sie wie (schockierender Gedanke) einfach „nur“ Haustiere nicht im Bett schlafen dürfen, sondern im Flur auf ihren Kissen?

Warum bekomme ich ein schlechtes Gewissen, wenn ich heute Abend mal ganz ungesund Appetit auf einen sahnelastigen Auflauf oder ein deftiges Essen mit (zu) viel Fleisch habe?

Ich habe irgendwann festgestellt, dass ich da ja ganz schön fremdgesteuert bin. Und dass ICH das einfach nicht bin, ich bin kein Prototyp, keine Maschine (oder wie ich unseren Mädels immer mal wieder gesagt habe: Ich bin eine Mama und kein Oktopus).

Und nach einigen Jahren des Abnabelungsprozesses stelle ich fest: es geht mir sehr gut damit, durchschnittlich zu sein. Dazu war es als erstes notwendig, zu dem zu stehen, was ich selbst an mir nicht so mag. Meine Defizite nicht nur als solche wahrzunehmen.

An unseren beiden großen Töchtern sehe ich, dass wir sie doch wohl ganz ordentlich groß bekommen haben, sie sind in der Lage, ihr Leben eigenständig zu führen und wissen doch, dass sie immer wieder zu uns kommen können, wenn etwas anliegt.
Unsere Hunde sind mit den meisten anderen Hunden verträglich, und auch wenn sie im Flur schlafen, sind sie trotzdem Familienmitglieder.

Im Allgemeinen ernähren wir uns relativ gesund, Ausnahmen bestätigen die Regel.

Wir engagieren uns in unserer unperfekten Kirchengemeinde, denn menschliche Gemeinschaft ist nun einmal nicht perfekt! Aber es ist unsere geistliche Heimat, unter anderem weil hier die Menschen sind (oder auch nicht…), die wir auch beim Einkaufen im örtlichen Supermarkt treffen.

Und es wird bei uns im Haus immer irgendwo Staub geben, es wird immer irgendwo etwas rumliegen, was dort nicht hingehört, es wird nie wie in einer „Schöner Wohnen“ oder „Landhaus“-Ausgabe aussehen. Von den Massen an Hundehaaren ganz zu schweigen.

Wie ich im Frühjahr hier geschrieben habe, war ich total enthusiastisch, dieses Jahr meinen Gemüsegarten fertig zu bekommen und überhaupt mehr im Garten zu tun. Bis mir meine Finger einen Strich durch die Rechnung machten, die nach einer halben Stunde Unkraut, sorry: Wildkraut jäten einfach dicke Gelenke bekommen. Seit über acht Wochen habe ich nicht mehr Rasen gemäht. Und es sieht jetzt auch nicht mal mehr nach der „gepflegten Wildnis“ aus, die ich gerne hätte. Dafür weiß ich jetzt aber, was bei uns in der Wiese so von Natur aus wächst, wenn ich sie in Ruhe lasse und nicht irgendwas säe, was da nicht hinpasst. Nämlich neben Gänseblümchen, Spitz- und Breitwegerich, Löwenzahn und Klee auch Gänsefingerkraut, winzig kleiner Storchschnabel, Nachtkerzen, Schafgarbe, Gundermann und Günsel… Außerdem irgendeine Kreuzkrautsorte, da weiß ich noch nicht, was ich davon halten soll.

Es gibt immer noch Tage, da hadere ich mit meinen gedachten oder tatsächlichen Unzulänglichkeiten, aber ich bin sicher, auch dabei bin ich der absolute Durchschnitt 😊

PS: Ich habe mal gegoogelt, was das Gegenteil von „Perfekt“ ist: da kommen dann folgende Definitionen:
Unperfekt, schlecht, fehlerhaft, dilettantisch, ungenügend, normal, unvollkommen, suboptimal, mangelhaft, miserabel, fehlerbehaftet, minderwertig, unzulänglich, unzureichend, gewöhnlich, einfallslos, beschädigt, wertlos, erbärmlich, grauenhaft, enttäuschend, zweitklassig… oje!

PPS: Den ziemlich perfekten Sonnenuntergang habe ich vor 5 Jahren in der Lüneburger Heide im Oktober-Urlaub fotografiert…

Die Nähsaison kann jetzt auch kommen….

…und ich freue mich schon auf die stürmischen Herbsttage, an denen ich an der Nähmaschine sitzen und dabei aus dem Fenster gucken kann.

Jetzt, wo Kathrin ihre eigene Etage im Haus bezogen hat, wird aus dem ehemaligen Kinderzimmer ein kombiniertes Näh- und Gästezimmer.

Dann müssen wir „nur“ noch zusehen, wo wir eine Heimwerkerwerkstatt unterbringen….

Die Schönheit von Regen

Ein Sonntagmorgen im August, nicht mal halb sieben. Ich wache auf und höre es draußen leicht tröpfeln.

Es regnet ganz sachte vor sich hin, der Regen murmelt eine leise Melodie.

Wie schön wäre es, wenn ich jetzt mit dem Foto die Geräuschkulisse und den würzigen, frischen Geruch nach Erde hier einstellen könnte…..

Dieser Regen tut gut, lässt durchatmen , wäscht den Staub aus der Luft.

Ich wünsche allen ein schönes Wochenende 😊

Deutschland – Land der (Selber-) Macher

Baumärkte gibt es (nicht nur in Deutschland…) wie Sand am Meer. Heimwerker-Zeitschriften und Renovierungsbücher sind auch ein Dauerbrenner, seit ich in der Buchhändlerausbildung war (in den 80ern des 20. Jahrhunderts). Ganze Verlage haben darauf ihr Geschäftsmodell gegründet.
Heute haben wir YouTube-Tutorials, Dawanda, Etsy, Pinterest….

Einerseits finde ich das gut, da macht man doch etwas Sinnvolles in seiner Freizeit. Ich selbst bin ja auch gern kreativ, es macht Spaß, spart Geld, man verwertet im besten Fall alte Dinge. Andererseits wundere ich mich, dass durch die „Selbermacheritis“ im Großen und Ganzen anscheinend nicht die Wertschätzung für das Handwerk wächst:

Kochen und Essen ist ein totaler Trend, aber niemand will Koch werden. Alle schwärmen von wunderbarem Brotgenuss, aber keiner will zu den Zeiten einer Backstube arbeiten. Bäder als Wellnesstempel werden regelrecht gehypt, aber was gilt der Sanitärinstallateur? Von Dachdeckern will ich erst gar nicht anfangen, ihr ahnt es sicher: kein Nachwuchs in der Branche. Alle nicht schwindelfrei?

In einer Zeit, in der immer mehr Menschen (ja, auch ich mitunter) stolz ihre selbstgemachten Werke und Produkte im Netz präsentieren, will aber kaum jemand ein Handwerk lernen.
Bitte versteht mich nicht falsch, ich freue mich auch, wenn ich ein „Projekt“ in Angriff genommen und zu einem ansehnlichen Abschluss gebracht habe. Ich nähe und koche gern, und ich liebe es, mit meinen Eigenkreationen anderen eine Freude zu machen (oder auch mal nur mir selbst 😉).
Ich bin zum Beispiel auch neugierig, wie man gutes, richtig leckeres handwerkliches Brot backt, wie man Frischkäse oder sogar Gouda herstellen kann ohne Nahrungsmittelindustrie. Weil es eine Kunst ist, weil dabei Menschen mit Hochachtung vor den Lebensmitteln und mit viel Zeit und Liebe zum Detail arbeiten. Aber ganz ehrlich, ich vermute mal stark, ich werde deswegen höchstwahrscheinlich nicht zur passionierten Brotbäckerin werden, die morgens vor Tau und Tag den Teig knetet, damit es um 7 Uhr frische Brötchen gibt…

Und nun kommt das „ABER“: Ich frage mich auch, was passiert, wenn wir als gründliche deutsche Macher diese Kultur des Selbermachens übertreiben. Graben wir nicht eventuell so manchem kleinen Handwerksbetrieb, mancher liebevoll geführten Manufaktur das Wasser ab?
OK. Im großen Stil vermutlich nicht. Es gibt ja auch die große „schweigende Masse“ derer, die keine Zeit zum Tapezieren haben, kein Talent zum Teppichverlegen, keine Lust zum Gardinennähen und bei denen sogar das Nudelwasser anbrennt, ehe die Nudeln auch nur drin sind…. (Diese Menschen haben dann halt andere Begabungen, sie können vielleicht unsere Steuererklärungen machen, Brüche schienen, Blinddärme entfernen oder andere wichtige Dinge, die überhaupt nicht in DIY möglich sind.)
Ich wünsche mir einfach, dass beim Selbermachen nicht nur die Freude über das zustande gebrachte wächst, sondern parallel dazu auch gesamtgesellschaftlich die Wertschätzung für bestimmte Berufe wächst.

Wenn wir es honorieren, dass in einem Restaurant alles etwas länger dauert, ein wenig teurer ist und auch mal gesagt wird „Forelle ist leider schon aus, tut mir leid“ – nämlich dann, wenn in diesem Restaurant echte Menschen frische Kartoffeln schälen (vielleicht sogar Menschen, die sonst keine Arbeit bekommen), weil nicht auf Convenience-Produkte aus dem Großmarkt zurückgegriffen wird, weil der Küchenchef bei der kleinen Forellenzucht bewusst nicht zu viel einkauft, um am Ende des Abends nichts wegschmeißen zu müssen.
Wenn wir uns nicht darüber ärgern, dass eine bestimmte Brotsorte eine halbe Stunde vor Ladenschluss ausverkauft ist – denn es bedeutet, dass dieses Brot nicht nur uns, sondern auch anderen vorzüglich schmeckt und einfach gut gemacht ist.
Wenn wir unseren Handwerkern Kaffee und Kuchen hinstellen, weil wir es zu schätzen wissen, dass sie unser Badezimmer renovieren (und dabei viel unappetitliches zu sehen bekommen, worüber wir froh sind, dass wir es nicht selbst beseitigen müssen) oder weil wir uns freuen, dass es Männer gibt, die auf unseren Dächern herumkraxeln, um den letzten Sturmschaden zu reparieren.

Ich erinnere mich an einen Maurer, der bei unserem Haus einige Fachwerkgefache neu gemauert hat, mit den alten Steinen, die herausgenommen worden waren. Es musste ein Schwellbalken ersetzt werden (das ist beim Fachwerk der bodenebene Balken, auf dem der Rest des Fachwerks steht), Edgar und ich hatten nur noch Fragezeichen im Gesicht und konnten uns das gar nicht vorstellen. Die Fachhandwerker aber wussten genau, was sie taten. Die Zimmerleute bauten Stützen (die das ganze Haus stützten), entfernten den maroden Balken, bauten einen neuen ein, und dann kam der Maurer.
Stein für Stein nahm er sich die 200 Jahre alten Ziegel vor, klopfte den alten Mörtel ab und baute sie wieder ein. Da das Haus vor Jahrzehnten mal mit Kupfervitriol gestrichen wurde, drehte er die Steine um, die Innenseiten kamen nach außen. Und er beschwerte sich nicht einmal über diese Handarbeit, im Gegenteil, er freute sich total über die Möglichkeit, mit diesem alten Material ganz liebevoll etwas Schönes zu schaffen. Wenn ich das Geld dafür hätte, würde ich diesen Maurer ein ganzes Jahr beschäftigen, unser gesamtes Fachwerk auf diese Weise zu restaurieren…. (Auf dem Beitragsbild seht ihr die „schöne“ untere Fachwerkreihe und die darüber mit dem ollen Anstrich)

Wie wäre es, wenn wir zu den Vertreterinnen und Vertretern des Handwerks und auch der ungeliebten Dienstleistungsberufe (Müllabfuhr, Stadtreinigung…) mal öfter raufschauen statt auf sie herabzublicken?

Im Endeffekt geht es doch um gegenseitige Wertschätzung, darum, dass jeder Mensch eine Aufgabe erfüllt, mit mehr oder weniger Talent, mit mehr oder weniger Leidenschaft oder auch einfach nur, um über die Runden zu kommen.
Wenn ich mich beispielsweise freue, dass ich einen großen Bettüberwurf fertiggenäht habe, mit vielen Stunden, in denen ich zugeschnitten, genäht, gebügelt, manchmal auch schiefe Nähte grummelnd wieder aufgetrennt habe – dann kann ich doch nicht guten Gewissens meine T-Shirts beim Textildiscounter kaufen.
Und nein, ich lasse das Totschlagargument nicht zu, dass alles das nur möglich ist, wenn man relativ wohlhabend ist.
Den Satz „Ich habe zu wenig Geld, um mir billige Sachen zu kaufen“ habe ich auch nicht von Anfang an verstanden. Aber ich habe lieber 3 Lieblingsshirts, die ich waschen, anziehen, waschen…. kann und das zwei Jahre lang, als dass ich mich bei 6 Shirts ärgere, dass die Nähte nach ein paar Wäschen statt an meinen Seiten über Bauch und Rücken verlaufen und dann ganz den Geist aufgeben.

Wenn ich jetzt nochmal so über das Geschriebene lese, dann ist für mich das Wesentliche, dass es, selbst gemacht oder nicht, doch einfach schöner und auch produktiver ist für eine Gesellschaft, wenn sie die Fähigkeiten, Talent und Begabungen und das Erreichte Lebenswerk der anderen achtet und wertschätzt. Wenn nicht der Blick voller Neid zum Nachbarn geht, was der (vermeintlich oder real) mehr hat.

Was natürlich auch bedeutet, dass nicht andere Teile der Gesellschaft herablassend auf diejenigen sehen, die (vermeintlich oder real) nicht so erfolgreich, begabt und begütert sind, die nichts auf die Reihe kriegen, die ihr Leben nicht im Griff haben.

Sozialromantik oder Vision?

„Was bringt mir Kirche/Gottesdienst?“

(…und was hat das Mondfoto damit zu tun? Aber dazu später.)

Die Frage in der Überschrift stellen sich viele Menschen. Immer mehr betrachten Kirche als Dienstleistungsunternehmen und den Gottesdienst als überflüssig. Es gibt schon Überlegungen (bei denen ich mich frage, ob so etwas ernst gemeint sein kann…) den Gottesdienst sozusagen auf Abruf stattfinden zu lassen. Meiner Meinung nach kann das nicht die Lösung sein, denn damit ist ja noch weniger Verlässlichkeit im Terminkalender, und an verlässlichen Verabredungen, an Verbindlichkeit mangelt es der Gesellschaft zunehmend.

Aber: Ich gestehe, dass ich auch nicht sicher bin vor dieser Frage. Am vergangenen Samstag, mitten beim Staubsaugen (worüber man so bei Hausarbeit nachdenkt…) überfiel mich die Frage: Warum gehst du eigentlich so stur sonntags in den Gottesdienst? Was könntest du in der Zeit alles machen? Du könntest doch auch still vor dich hin in der Bibel lesen, ein bisschen journalen (bible art journaling, kannst du auch im Netz finden), ein paar schöne Worship-Songs anhören und deine Zeit mit Gott ist perfekt. Oder du liest einfach mal den dicken Schmöker zuende oder bügelst oder… oder… oder…

Am Sonntag bin ich mit Edgar trotzdem zum Gottesdienst gegangen. Teils aus Gewohnheit, teils aus Bedürfnis. Irgendetwas sagte mir ganz eindeutig: Geh hin!

Der Gottesdienst war, abgesehen davon, dass Ferienzeit ist und alles etwas kleiner, ein ganz normaler Sonntagsgottesdienst mit Abendmahl. In der Predigt ging es um einen Text aus Jesaja 2. Jesaja lebte 700 vor Christus. Und es sah offensichtlich ähnlich aus wie heute bei uns in der Glaubenslandschaft: Viele Israeliten hatten den Glauben verloren, er hatte keine Relevanz für ihr Leben oder war zur Gewohnheit verkommen, weil „man das eben tat“. Die Menschen erwarteten aber nicht Gottes Eingreifen in das eigene Leben. So nehmen auch heute viele die Kirche wahr: Tradition ohne Realitätsbezug, leere Rituale, die nix bringen, verstaubte Musik….

Das brachte mich ins Grübeln: denn 700 Jahre nach Jesaja schickte Gott seinen Sohn zu diesen geistlich müden Menschen, um seine Geschichte mit ihnen weiterzuschreiben. Und weitere 2000 Jahre später schenkte er mir, in einem ganz normalen Gottesdienst, mit unserem Gemeindepfarrer, eine Predigt, die zu mir persönlich sprach und die ich an diesem Tag unbedingt brauchte. Und das so ganz ohne Bombast, nicht auf einem großen Kirchenevent, einer Pro-Christ-Massenveranstaltung, auf einem mitreißenden Lobpreis-Konzert. Schlichter Gottesdienst, schlichte Worte und als Symbole zur Verdeutlichung ein „Katzenauge“ (Reflektor) und der Hinweis, dass der schöne Sommer-Mond auch nicht mehr scheint, wenn die Sonne ihn nicht anscheint.

So ist es auch mit uns: Wenn Gottes Licht uns anscheint, dann scheinen wir zurück. Und wir scheinen auch, wie der Mond, in das Leben vieler hinein.

PS: Das ist jetzt kein Plädoyer komplett gegen Großveranstaltungen, auch die haben oft ihre Berechtigung, sie ermutigen zum Beispiel dadurch, dass wir sehen: wir sind doch viel mehr, als es sonntags den Eindruck macht. Aber wir brauchen auch das normale, das Kleinformat. Manchmal sicher etwas langweilig, aber dabei können wir „runterkommen“. Auch das hat seinen Platz im Leben, nein: es IST Leben! Und manchmal, um überrascht zu werden an Stellen, wo wir es nicht unbedingt vermuten….

Nur die Harten kommen in den Garten?

Nicht mal Mittag, im Schatten 30 Grad, und unser Dicker will nach draußen. Am liebsten in die Sonne legen. Wenn man dann auf seinem Fell Spiegeleier braten kann und ihn wieder reinlotst, legt er sich wieder vor die Tür und jammert. Lucy übrigens auch. Aber die ist alt, schwarz und muss zurzeit auch noch einen Kragen tragen. Alles keine guten Voraussetzungen für draußen.

Überall in den sozialen Medien, In Fernsehen und Tagespresse wird darauf hingewiesen, dass man seine Hunde nicht der prallen Sonne aussetzen soll und sie nicht im Auto lassen usw. Alles gute und richtige Tipps, die ich unseren beiden Spezialisten vielleicht mal vorlesen sollte. Aber ob sie dann besser verstehen, warum ich sie damit quäle, dass sie lieber in der Waschküche (da ist „nur“ 26 Grad) auf dem relativ kühlen Steinboden liegen sollen? Ich wage es zu bezweifeln…

Fundstück: Werdet arm! — gemigblog

Heute vormittag habe ich so ein bisschen gestöbert in den Blogs, denen ich folge und diese Geschichte hat mich total geflasht. Ich wusste schon immer, dass Gudrun Pausewang eine begnadete Kinder- und Jugendbuchautorin ist, aber ich hatte sie bisher weniger als Visionärin wahrgenommen. Obwohl, „die letzten Kinder von Schewenborn“… Aber lies ganz einfach selbst. Die komplette Geschichte findest du über den Link. Danke an Bithya für diese Mahnung, die ganz dringend um die Welt gehen und beherzigt werden sollte!

Als es die Menschen in Übermut und Maßlosigkeit so weit getrieben haben, dass Wälder, Böden und Gewässer starben, die Winter keine Winter mehr waren, die schützende Hülle um die Erde zerriss, wurde ihnen klar, dass es so nicht weiter gehen konnte. Da stiegen sie auf einen Berg und riefen in den Himmel hinaus: „Hallo Gott, […]

über Fundstück: Werdet arm! — gemigblog

Auf das Wesentliche besinnen

Stell dir einen Springbrunnen vor. Eigentlich hat er eine kraftvolle Fontäne. Aber die Düse, durch die das Wasser in die Höhe katapultiert wird, ist verstopft. Es brodelt, sprotzelt und zischt, aber der Druck, der sich im Inneren aufbaut, kann nicht weg. Aus der Düse tröpfelt es nur noch ein wenig. Irgendwann werden die Leitungen platzen, es gibt einen Wasserrohrbruch und eine riesige Pfütze ergießt sich.

So fühle ich mich momentan. Das hat verschiedene Gründe, einer davon ist medialer Overflow. Ich habe so viele Gedanken im Kopf. Noch dazu leider sehr viele ungebetene destruktive Gedanken. Über Missstände allerorten. Über das, was nicht so läuft. Über Dinge, die dringend geändert werden müssten…

Facebook, Instagram, Nachrichten, Tageszeitung, Change.org, Gespräche mit den unterschiedlichsten Leuten… Von überall her fluten übelriechende Gedankenströme wie Lava auf mich zu. Ich schätze, ein Buddhist würde mir jetzt sagen, dass ich gerade schlechtes Karma ansammle.

Es brodelt, sprotzelt und zischt in mir, es droht zu platzen und trotzdem raubt es mir die Energie, die gute, positive Energie, die ich zum erfolgreichen Sprudeln der Gedankenfontäne brauche.

Ich hatte mal ein T-Shirt, das hatte vorne den Spruch drauf: „Today I choose joy!“

So etwas brauche ich jetzt, und so etwas liegt zum Glück vor mir. Am Samstag starten wir zur Kinderfreizeit. Mit den Kindern fahren eine Jugendreferentin, 10 junge MitarbeiterInnen und zwei Köchinnen. Unser aller Ziel ist es, den Kids eine tolle Woche zu schenken. In dieser Woche bekommt all das doofe von außen einen ganz klaren Zaungastplatz. Wichtig sind ganz elementare Dinge. Gemeinschaft, Erlebnisse, Zeit mit Gott, Zeit mit den uns anvertrauten jungen Menschen. Klar, es wird eine Woche mit wenig Schlaf, viel Kochlöffelgerühre, es wird die eine oder andere Unstimmigkeit geben, hoffentlich keine größeren Verletzungen, aber kleinere Wunden (in der Küche ist frau auch gern mal für Pflaster, Kühlpack und Trost zuständig). Aber diese Woche im Jahr zeigt mir immer wieder, wofür es sich wirklich lohnt, Energie zu investieren, sie sprudeln zu lassen. Der Sommer kann kommen!

Die Welt bekommt uns früh genug zurück…

Übrigens: wenn du dich wunderst, was das Foto mit einem Springbrunnen gemeinsam hat: nüscht!!! Aber es zeigt den Beginn eines Tages auf der Freizeit, es ist eine Momentaufnahme vom Aufbau des Frühstücksbüffets. Ruhe und positive Energie gehen für mich davon aus.

Fake News?

Heute mache ich mich daran, vom Kirchentag zu berichten, genauer gesagt von einer sehr interessanten Podiumsdiskussion.

Der Titel lautete: Fake News. Die Wahrheit in Politik, Wissenschaft und Bibel

Diskutanten waren: Annette Kurschus, Präses der evangelischen Kirche von Westfalen, Petra Pau, MdB der Linken und Bundestagsvizepräsidentin sowie der Ägyptologe Antonio Loprieno. Das spirituell-musikalisch-kabarettistische Rahmenprogramm steuerte Duo Camillo bei. Wenn du dieses noch nicht kennst, schau mal bei YouTube:

Ganz am Anfang machte Moderatorin Annette Behnken (ev. Akademie Loccum) eine Bemerkung, die ich mir notierte, weil sie so schön rhetorisch zugespitzt klang. Nachgedacht habe ich aber erst im Nachhinein über die eigentliche Aussage, die dahintersteckt:

„Wer in der Flasche drinsteckt, kann das Etikett nicht lesen.“

Klingt zunächst einfach mal ganz logisch. Aber wenn man genauer hinschaut, heißt das auch: Jede/r einzelne von uns hat mindestens eine Flasche, wo er/sie drinsteckt. Ein Thema oder mehrere, die uns dermaßen antriggern, dass wir nicht mehr kühl und verstandesgemäß an dieses Thema herangehen, sondern eher dazu neigen, uns die Köpfe heißzureden, keine andere als die eigene Meinung zuzulassen, mit anderen Worten: fürchterlich intolerant zu sein. Zwei Themen kennt mit Sicherheit jeder von uns, die solche Trigger sind: Klima und Flüchtlinge (bzw. Seenotrettung)

Aber weil sie so triggern, gehe ich an dieser Stelle nicht darauf ein. Sondern bleibe bei der Veranstaltung. Und zwar bei den Statements, die für mich nachdenkenswerte Kernaussagen darstellten.

Zu Beginn legte Frau Kurschus dazu einen einzelnen kurzen Abschnitt aus dem Johannes-Evangelium aus, der das Dilemma eigentlich schon auf den Punkt bringt:

Da fragte ihn Pilatus: So bist du dennoch ein König? Jesus antwortete: Du sagst es, ich bin ein König. Ich bin dazu geboren und in die Welt gekommen, dass ich die Wahrheit bezeugen soll. Wer aus der Wahrheit ist, der hört meine Stimme. Spricht Pilatus zu ihm: Was ist Wahrheit? (Joh. 18,37f)

Nun muss man dazu sagen, dass einen Vers vorher Jesus sagt „Mein Reich ist nicht von dieser Welt“. Für Pilatus nur schwer zu verstehen und erst gar nicht nachvollziehbar. Aber es offenbart sich, dass er zumindest versteht: Gottes Wahrheit ist nicht die Wahrheit der Menschen. Wahrheit beruht auf Wahrnehmung.

(Und da beginnt das Problem bereits: Wir nehmen nicht alles gleich wahr. Ein Mann, der in prekären Verhältnissen lebt und alles versucht, seiner Familie trotzdem ein ordentliches Leben zu ermöglichen, dabei aber von einem Hindernis zum nächsten stolpert, hat ganz logisch eine vollkommen andere Wahrnehmung als der Vorstandsvorsitzende eines DAX-Unternehmens, der zusätzlich zu seiner Villa im Speckgürtel von München auch noch ein Chalet in St. Moritz und eine Finca auf Ibiza sein eigen nennt. Die Lebensrealitäten dieser beiden Beispielmenschen sind einfach so unterschiedlich, dass vermutlich kaum bis keine Berührungspunkte vorhanden sind. So habe ich versucht, mir unterschiedliche Wahrnehmung von Wahrheit zu erklären. Und dabei festgestellt: Keiner von uns Menschen ist im Besitz der absoluten, unerschütterlichen Wahrheit!)

Für Frau Pau stand im Mittelpunkt, dass es möglich und notwendig ist, wenn Menschen in bestimmten Dingen unterschiedlicher Meinung sind, diese aber gegenseitig zu respektieren, und wenn es Themen gibt, bei denen diese Menschen einig sind, dafür auch Seite an Seite gemeinsam einzustehen.

Als eindrucksvolles Beispiel für die verheerende Wirkung von Fake News (eine gute Definition, die auch die finanziellen Interessen an der Verbreitung darstellt, findest du auf der Seite: https://www.bpb.de/252386/was-sind-fake-news) stellte Frau Pau die Diskussion um den globalen Migrationspakt heraus. Die Entwicklung ist bei Wikipedia ganz ordentlich und differenziert dargestellt.

Antonio Loprieno, der sich in seiner Forschung unter anderem mit Ikonografie beschäftigt (z.B. der ägyptischen Bilderschrift, die sehr anschaulich wirkt), ist der Meinung, heute sei wahr, was vom sprachlichen Diskurs bestimmt wird, zum Beispiel ein Narrativ (Erzählung). Damit hat er garantiert nicht unrecht, funktioniert doch derzeit nicht nur die Werbung vor allem über Storytelling (TV-Spots von VW oder Coca Cola genauso wie Instagram-Accounts von Buchhandlungen, also im Großen wie im Kleinen). Wenn sich ein Präsident einer großen westlichen Macht mit dem Diktator eines asiatischen Staates an der Grenze trifft, dann erzählt er vorher genauso eine Geschichte (ein Märchen?), wie die Einladung zustande gekommen ist.

Wie erkenne ich denn eigentlich Fake News? Die Teilnehmer der Diskussion waren sich einig, dass man sie unter anderem daran erkennen kann:

  • Jemand verbreitet seine Meinung mit dem Anspruch, im „Besitz“ der einzigen, unabdingbaren Wahrheit zu sein.
  • Das Ziel ist, einzelne Menschen oder Menschengruppen mit der Meldung zu diffamieren, zu beschämen, auszugrenzen.
  • Ich ergänze: Ein Blick über den Tellerrand, eine Bewertung aus der jeweils anderen Perspektive findet nicht statt und ist auch nicht erwünscht.

In dem Zusammenhang fand ich eine Bemerkung von Frau Kurschus sehr ausschlussreich: Im griechischen Text des Neuen Testaments wird für das Verb „Weitergeben“ an zwei ganz unterschiedlichen Stellen derselbe Ausdruck verwendet: Bei der Abendmahlsliturgie des Paulus und beim Verrat des Judas im Garten Gethsemane. Daran hat sich bis heute nichts geändert. Weitergabe kann sowohl positiv als auch negativ besetzt sein.

Ebenfalls nicht neu ist das Phänomen „Fake News“. Allerdings kann es sich durch die digitale Kommunikation viel schneller und effektiver fortpflanzen, „viral gehen“. Denn in weiten Teilen fehlt der Kontrollmechanismus, da kein direkter Gesprächspartner direkt eingreifen kann. Wenn mir der Mensch mit einer anderen Meinung gegenüber steht, sage ich nicht so einfach „Du A….loch“ wie ich es am PC, Tablet oder Smartphone schreibe, ohne meinem Gegenüber ins Gesicht sehen zu müssen. Und wurde vor 200 Jahren ein Brief geschrieben, dann dauerte es zwar auch unter Umständen Wochen bis zur Antwort und eventuellen Richtigstellung, aber den Briefwechsel bekamen nicht Millionen Menschen zu sehen. Wird heute etwas in den sozialen (?) Medien gepostet, dann ist die Reichweite wesentlich höher als bei einem Leserbrief in der Tageszeitung. Und es ist nicht ausradierbar….

Wichtig ist daher: Komplexe Themen können nicht mit 140 Twitterzeichen behandelt werden. Denn bei vielem kommt es auf Vertrauen an, und das ist nach wie vor analog!

PS: Mir gefällt der etwas altertümliche Ausdruck „Wahrhaftigkeit“.

Wahrhaftigkeit ist eine Denkhaltung, die das Streben nach Wahrheit beinhaltet. Wahrhaftigkeit ist keine Eigenschaft von Aussagen, sondern bringt das Verhältnis eines Menschen zur Wahrheit oder Falschheit von Aussagen zum Ausdruck. Die Wahrhaftigkeit kann falsche Aussagen nur durch einen Irrtum hervorbringen. Zur Wahrhaftigkeit gehört die Bereitschaft für wahr Gehaltenes zu überprüfen.

[Georg Klaus, Manfred Buhr (Hrsg.): Philosophisches Wörterbuch. 11. Aufl., Leipzig 1975]

Auf zu neuen Ufern: Folge 3

Manche Dinge brauchen Zeit. Nun ist es aber schon fast einen Monat her, dass unsere Exkursion zu den Weltreligionen stattgefunden hat. Wenn ich jetzt nichts schreibe, dann wird das nichts mehr.

Das Schriftzeichen, welches den Hinduismus symbolisiert ist das „Om“, ein Mantra in der heiligen Sprache Sanskrit. Da es sowohl bei der Yoga-Meditation als auch in manchen amerikanischen Komödien (dort allerdings meist in skurrilen Zusammenhängen) vorkommt, hat vermutlich schon mal jeder Berührung mit dem Om gehabt…

Für uns, die gerade die Ausbildung zum Gemeindepädagogen beendet hatten, war nach meinem Empfinden kollektiv der Hinduismus die fremdeste Religion, die wir besucht haben. Immerhin gibt es so etwas wie eine „Dreieinigkeit“ (Brahma, Vishnu, Shiva), zumindest das kennen wir als Christen. Das war’s aber auch schon. Ich breite die Dimensionen dieser Dreieinigkeit jetzt nicht einzeln aus, aber es geht um den ewigen Kreislauf von Schöpfung, Bewahrung und Zerstörung… Bei Interesse kann man dazu einiges im Netz finden.

Als Fan von Indiana-Jones-Filmen hatte ich irgendwie die Göttin Kali im Hinterkopf, die Zerstörung und Unheil bringt (dazu spukte mir noch so diffus Menschenopfer und Witwenverbrennung durch den Kopf. Spielfilme bilden eben nur so mittelmäßig 😛 …)

Ein Gott, den von Abbildungen her auch viele kennen dürften, ist Ganesha, der Glücksgott mit dem Elefantenkopf. Für ihn gab es im Hindutempel von Hannover auch einen Schrein. Allerdings nicht der Hauptschrein, der ist einer Göttin, deren Namen ich leider nicht behalten habe, geweiht. Insgesamt gab es vier Schreine für Gottheiten und einen kleineren für die 9 Planeten. Der Priester muss an „normalen“ Tagen (das sind die, die keine hinduistischen Feiertage sind) mittags und abends eine Zeremonie durchführen, in der die Götter gefüttert werden. Gefüttert werden sie mit Obst, Blüten und Blättern. Dabei werden Gebete gesprochen und Glöckchen geläutet. An manchen Tagen müssen die Götter auch gewaschen werden, weshalb die Schreine innen wie Badezimmer gekachelt sind. In einer feststehenden Reihenfolge werden die Götterschreine alle mit (für mein Empfinden) derselben Prozedur besucht. Am Ende besteht für die Gläubigen die Möglichkeit, sich eine Art Segen spenden zu lassen, durch einen Punkt aus roter Erde zwischen die Augen oder Streifen aus grauer Erde auf die Stirn.

Unterstützt wurde die Fremdartigkeit noch durch den intensiven Duft verschiedener Räucherstäbchen, in Verbindung mit über 30 Grad Temperatur an diesem Tag und dem schon absolvierten Pensum war das mehr, als manch eine/r von uns ertragen konnte.

Eins ist aber auch hervorzuheben: Die Gastfreundlichkeit der Frau, die uns empfing und mit Informationen versorgte. Am Ende gab es für uns alle Saft und Wasser zu trinken, weil sie sich nicht sicher war, ob wir Deutschen bei der Wärme mit dem sonst jederzeit üblichen heißen Tee klarkämen. Und es gab einen mit Koriander und Zimt gewürzten süßen Milchreisbrei sowie Mungobohnenbratlinge (ähnlich wie Falafel). Beides war total lecker.

Vor allem war dieser Besuch für uns ein kurzes Tauchbad in einer total fremden, exotischen und für uns auch nicht nachvollziehbaren Welt.

Abschließend, auch wegen aktueller sagen wir mal… lebhafter Diskussionen (positiv ausgedrückt) um die „Wertigkeit“ von Angehörigen bestimmter Weltanschauungen, Nationalitäten, Orientierungen, denke ich: ja, es ist absolut notwendig, dass möglichst viele Menschen sich auf den Weg machen, das Fremde, das Ungewohnte, vielleicht sogar das Abstoßende kennenzulernen. Denn wo wir über den Tellerrand blicken, da bleibt das Fremde nicht (ganz so doll) fremd. Da erkennen wir, dass es nicht nur unseren Blickwinkel, unsere Filterblase gibt.

Der schrägste Gedanke, der mir dazu kommt, ist: dann gilt das ja auch für mich. Dann bin ich auch gefordert, mal gedanklich in so einen „besorgten Bürger“ zu schlüpfen. Denn das ist für mich persönlich das Fremde, Ungewohnte, vor allem das Abstoßende. Solange ich merke, da sind Ängste im Spiel, die jemandem vorgaukeln, nur mit Seinesgleichen könne man eine gelingende Gesellschaft bilden, mag das ja noch funktionieren, aber sobald verbale, psychische und körperliche Gewalt im Raum stehen, da muss ich eingestehen: das geht mir denn doch zu weit!

Bemerkenswerte Quintessenz aus einem Streifzug durch die Weltreligionen, ein unerwartetes Finale!

Gedanken beim Bahnfahren – ein Reisebericht

Irgendwie ist es immer wieder etwas Besonderes für mich, wenn ich an einem Bahnhof stehe und mich freue, gleich in einen Zug einzusteigen. Ich fahre gern mit der Bahn.          Zu Beginn schaue ich aus dem Fenster und sehe meine bekannte Umgebung: Die Straßen, die ich sonst mit Auto oder Fahrrad befahre, Rückseiten der Gewerbegebiete, Landschaft, die mein Zuhause ist. Aber aus einer anderen Perspektive.

So ein Perspektivwechsel tut gut. Ich entdecke Details, die ich sonst nicht bemerkt hätte. Da der Bahndamm meist etwas erhöht ist, hat man gewissermaßen den „Überblick“. Trotzdem fliegt die Landschaft an einem nur so vorbei, Sinnbild für die Zeit. Keinen einzigen Augenblick kann ich anhalten und sagen: He, Moment, diese Szene möchte ich noch einmal erleben, wie die Katze sich da im Feld anschleicht…!

Perspektivwechsel, nicht nur beim Bahnfahren, sollten wir uns öfter mal gönnen. Es weitet den Blick. (Als ich diese Zeilen in meine Kladde schrieb, wusste ich noch nicht, dass diese Überlegung sehr gut zu der Podiumsveranstaltung passen würde, die ich später besuche. Doch davon in einem neuen Beitrag.)

Es ist auch nicht jeder Bahnhof gleich (schön). Soeben halten wir in Löhne, und obwohl der Bahnhof um einiges größer ist als der in Porta (der ja nur ein „Haltepunkt“ ist, siehe Foto oben), kommt er mir (noch) viel trostloser vor. Wäre ich jetzt allerdings statt auf der Durchreise auf einer Fotosafari, sähe meine Wahrnehmung mit Sicherheit wieder ganz anders aus. Mit dem Sucher vor dem Auge halte ich sogar manchmal ganz bewusst Ausschau nach solchen Motiven. Es gibt eben nicht nur schönes (zum Fotografieren ebenso wie im Leben). Auch das Melancholische, das Heruntergekommene, das Trostlose gehört dazu.

Eben kommt mir ein ganz verwegener Gedanke: Ob es die sogenannten „Netzkarten“ wohl noch gibt? Die für das gesamte Bahnnetz in Deutschland gelten? (Gibt es, weiß ich inzwischen, heißt „Bahncard 100“ und kostet für die 2. Klasse im Monatsabo fast soviel wie eine Monatsmiete…) Vor vielen Jahren hat Sten Nadolny einen Roman mit dem Titel „Netzkarte“ geschrieben über seine Erlebnisse beim Bahnfahren. Das kann ich gut nachvollziehen, auch bei mir regt jede Bahnreise unweigerlich den Gedankenfluss an. Mein Hirn fängt regelrecht an, Gedanken zu sabbern, so wie Kalle sabbert, wenn ich ihm ein besonders schönes Leckerchen hinhalte.

Heute (also gestern) ist der Regionalexpress spätestens ab Bielefeld fest in der Hand der Kirchentagsbesucher. Bei jüngeren und älteren Fahrgästen ist so ein bienenstockartiges „Grundsummen“, eine gespannte und freudige Erwartung dessen, was auf sie zukommt. Typisch evangelische Stichwörter sind von überall her zu hören: „Posaunenchor“, „Ehrenamtliche“, „Käßmann“, ergänzt durch „Westfalenhalle“, „Podium“, „Markt der Möglichkeiten“…

Wusch, nächster Gedanke: Schrebergärten liegen oft an Bahnlinien. In den letzten Jahren ist mir eines oft aufgefallen: die Rückseiten der Lauben (die für Bahnreisende dann aber logischerweise frontal zu sehen sind), sind häufig viel ungepflegter als die Seiten oder Fronten sowie die dazugehörigen Gartenstücke. Was vermutlich auch daran liegt, dass von den Gleisen und den Zügen (Bremsstaub…) viel Dreck kommt. Und für die Pächter lohnt es sich nicht, hier genauso sauber zu halten wie vorn. Irgendwie ist das doch auch ein Bild für etwas, was wir Menschen ganz oft tun. Wir pflegen unsere „Vorderseiten“, das, wovon wir ausgehen, dass es unsere Mitmenschen zu sehen bekommen. Unsere „Rückseiten“ dagegen, die uns nicht so offensichtlich erscheinen, vernachlässigen wir gern. Und denken selten daran, dass es Leute geben könnte, die genau diese ungepflegte und unfreundliche Seite frontal zu sehen bekommen. Das gilt nicht nur für äußerliches, sondern vielmehr auch für innere Werte.

Ich tauche aus diesem Gedankengang wieder auf und mir fällt auf: Im Zug herrscht immer noch ein angenehmes Geschnatter. Überall unterhalten sich Leute angeregt.

Wenn ich mit dem ICE von Hannover nach Würzburg fahre, höre ich bestenfalls jemanden telefonieren, je nach Temperament ganz leise und verschämt oder lautstark von der eigenen Wichtigkeit überzeugt. Und ansonsten ist nur das Klackern von Notebook-Tastaturen zu hören bei Geschäftsleuten und Studenten. Mir gefällt die heutige Variante besser!

Auf dem Rückweg abends, angenehm müde und noch ganz erfüllt von einem inspirierenden Lobpreis-Konzert in einer Baptistenkirche, die ich sehr schön und einladend empfand, hoffe ich, dass sich ebenfalls ein Kirchentagsbesucher neben mich setzt. Ich hatte einige gute Gespräche am Tag, meistens unterwegs von einem Ort zum Anderen.

By the way, der Hauptbahnhof in Dortmund war morgens so überfüllt…

Erinnerte mich an die Szene im Film „Crocodile Dundee“ in der Central Station in New York mit all den Menschenmassen. Allerdings wäre die Central Station ziemlich blass geworden, wenn sie den Auflauf vor der Rolltreppe zur U45 Richtung Westfalenhalle gesehen hätte…

Dort traf ich Kerstin aus Verl, die auch keine Lust hatte, in dieser Masse zerquetscht zu werden. Nachdem sie sich versichert hatte, dass ich eine Portion Orientierungssinn besitze (und wo der nicht ausreicht, hilft Google Maps), beschlossen wir, zu Fuß zu gehen und hatten eine nette halbe Stunde zusammen. Die morgendliche Bibelarbeit konnten wir dadurch zwar nicht mehr wahrnehmen, aber auch mit der Ubahn wären wir nicht rechtzeitig angekommen. Dafür war ich nun aber rechtzeitig da, mir im Zelt einen Platz für die Podiumsveranstaltung zu sichern, die ich besuchen wollte. Mittags schlenderte ich durch die Hallen, pickte mir beim ERF viele schöne Postkarten zusammen und einen knallroten Stoffbeutel mit einem Werbeslogan des Senders. Irgendwo gewann ich eine Thermosflasche. Und dann suchte ich den Malche-Stand. Doch bevor ich dort ankam, stutzte ich, denn da war ASTRID in Aktion am Stand des Johanneums! Das war eine Wiedersehensfreude! Damit hatte ich überhaupt nicht gerechnet, umso schöner war das. Dafür hatte sich der Trip nach Dortmund schon gelohnt!

Später beim Weg durch die Innenstadt wurde mir beim Anstehen vor der Eisdiele doch glatt mein Stoffbeutel mit den Werbemitteln geklaut. Ich hatte den mit einem Seglerknoten an meinen Rucksack gebunden, der muss abgeschnitten worden sein, ohne dass ich es mitbekam 😦  Kein Drama, aber ich hatte die Kartenmotive und Sprüche eigentlich sehr individuell ausgesucht und oft schon bestimmte Leute im Hinterkopf, denen ich sie schenken wollte.

Was ich ehrlich gesagt sehr unangenehm fand, waren vereinzelt Bettler, die nach meinem Empfinden ziemlich aggressiv agiert haben. Da war dann auch eine sehr starke Abwehrhaltung meinerseits die Folge. Ich habe kein Problem damit, jemandem etwas zu geben, aber es sträubt sich in mir, wenn mich jemand 100 Meter verfolgt und beschimpft. Erstens ist längst nicht jeder Kirchentagsbesucher ein Krösus, zweitens hatte ich nur ein kleines Budget mitgenommen und drittens, ja, muss ich mich auch fragen, ob ich mich eventuell auch einfach in meiner Komfortzone gestört fühlte. So als Landei, die das denn doch in der Form nicht kennt.

Erkenntnis des Tages: Wo viel Licht ist, gibt es auch Schattenecken. Jedenfalls, meine Hoffnung für die Heimfahrt erfüllte sich nicht, es ließ sich einfach jemand neben mich plumpsen und seinen Rucksack auf meinen Fuß fallen, ohne sich zu entschuldigen und ohne auch nur zu fragen, ob der Sitz neben mir frei wäre. Geschweige denn, einen guten Abend zu wünschen. Willkommen im Leben. Es ist halt nicht alles Kirchentag 😉

Es blüht überall…

… ich mag ja alle Jahreszeiten, aber wenn ich jetzt so durch unseren Garten gehe oder einfach nur still dasitze und den Tieren zuschaue, dann finde ich den Juni ganz besonders schön.

Die Vögel bringen ihrem Nachwuchs gerade alles nötige bei, um bald unabhängig zu sein, manche brüten bereits das zweite Mal. Es ist einfach schön, die Amselfamilien in der Wiese zu beobachten oder auch die Spechte, die unermüdlich ihren Jungvogel betüddeln, obwohl der in seinem noch etwas plusterigen Jugendgefieder fast größer ist als seine Eltern mit dem glatten Federkleid. Die Meisen befreien meine Rosen von zu vielen Blattläusen, überall tschilpt es.

Und unsere Eichhörnchen bringen immer wieder Lucy und Kalle auf die Palme, wenn sie vor ihren Augen Nüsse aus dem Kistchen holen und damit dann unerreichbar in der Tanne sitzen 🙂

Und ich weiß schon ganz genau, dass ich auch in den kommenden Monaten immer wieder etwas finde, das ganz genau für den aktuellen Monat wunderschön ist…

Auf zu neuen Ufern: Folge 2

Auf unserer Exkursion zu den Weltreligionen haben wir auch Station gemacht in der liberalen jüdischen Synagoge in Hannover.

Die liberale jüdische Gemeinde gibt es dort schon lange. Wenn du mal „Neue Synagoge Hannover“ googelst, findest du einen wunderschönen Bau, der auch eine Kirche sein könnte. Ähnlichkeiten mit der berühmten Rosette von Notre Dame sind kein Zufall. Diese Synagoge wurde in der Reichspogromnacht 1938 zerstört.

Seit 2007 gibt es wieder eine liberale Synagoge, und zwar in einer ehemaligen evangelischen Kirche, die nach ihrer Entwidmung eigentlich abgerissen werden und durch ein Autohaus an der Stelle ersetzt werden sollte. So wie es jetzt ist, ist es doch wesentlich besser, oder?

Leider konnte ich nicht wirklich alles im Gedächtnis behalten, was uns dort an interessantem erzählt und gezeigt wurde. Aber so ein paar Highlights sind hängen geblieben. Zunächst einmal, dass die liberalen Juden so etwas wie die Protestanten ihrer Religion sind. Ein wichtiges Anliegen ist es ihnen, den Gottesdienst mit der gesamten Familie feiern zu können, denn in orthodoxen Synagogen müssen die Frauen räumlich getrennt (entweder auf einer Empore oder mit einem „Zaun“ im Gottesdienstraum) von den Männern bleiben.

Aus unseren Gottesdiensten kennen wir es, dass wir Ruhe gewohnt sind, ein Grund, weshalb sich Familien mit kleinen Kindern nicht oft hertrauen (neben den familienunfreundlichen Zeiten). Konfirmanden werden mit bösen Blicken bedacht, wenn es ihnen schwerfällt, mit angemessener Ruhe dem Gottesdienst und insbesondere der Predigt zu folgen.

Im jüdischen Gottesdienst, zumindest in dieser Gemeinde, herrscht allezeit eine Grundlautstärke. Denn es ist ganz normal, dass man sich mit seinem Stuhlnachbarn unterhält, wenn man ihn eventuell länger nicht gesehen hat. Es ist auch nicht schlimm, wenn man ein wenig zu spät kommt. Und den Gemeindegliedern wird eine gewisse Freiheit bei der Ausgestaltung des täglichen Lebens zugebilligt. Beispielsweise ist es gestattet, die Schabbatgesetze und Speisegesetze etwas mehr an der Lebensrealität zu orientieren als nur streng an Traditionen.

Anders als bei uns Christen ist der Rabbiner nicht der Funktion des Pfarrers gleichzusetzen, er ist vor allem Lehrer, macht also sozusagen den kirchlichen Unterricht. Aber einen Gottesdienst muss grundsätzlich jeder Gläubige durchführen können. Auch Rabbinerinnen gibt es im progressiven Judentum.

Die Jugendlichen besuchen mit 12/13 Jahren also ebenso wie unsere evangelischen Konfirmanden den Unterricht. Sie lernen Hebräisch lesen und schreiben, den respektvollen Umgang mit den Thora-Rollen und einiges mehr. Wenn sie genug gelernt haben und eine Prüfung durchlaufen haben, feiern die Jungen ihre Bar Mizwa, die Mädchen Bat Mizwa (Bar=Sohn, Bat=Tochter), und zwar nicht in der Gruppe wie bei unserer Konfirmation, sondern jede/r einzeln. Dazu müssen sie einen kompletten Gottesdienst leiten, und zwar nicht nur die Gebetszeiten, sondern auch die Thora-Lesung. Ihre Aufgabe ist es auch, die Rolle aus dem Schrank zu holen. Eine Thora-Rolle wiegt je nach Ausstattung um die 15 kg und darf auf keinen Fall auf den Boden fallen, denn dann ist sie im Gottesdienst nicht mehr brauchbar. (Die Folge wäre, dass im schlimmsten Fall die Gemeinde eine neue Thora braucht, und da die bis heute auf Ziegenpergament handgeschrieben werden, was ca. 3 Jahre braucht, kostet die ungefähr 20-30 Tausend Euro! Das kann sich kaum eine Gemeinde leisten.) Auf den jungen Leuten lastet also eine große Verantwortung. Aber nach dem „erfolgreichen“ Gottesdienst gibt es dann auch eine große Familienfeier mit Geschenken und so.

Was wir als ziemlich bedrückend empfanden, war, dass man die Synagoge nicht einfach so betreten kann, man muss sich vorher anmelden, wenn man nicht zur Gemeinde gehört. An der Tür ist eine Kameraüberwachung und im Gebäude verteilt gibt es überall die „Überfall-Alarmknöpfe“, wie blaue Feuermelder. Leider ist das notwendig, in einem Land, das per Grundgesetz die freie Religionsausübung garantiert. Und zwar nicht erst seit 2015 vermehrt muslimische Flüchtlinge ins Land kamen, wie uns der Mitarbeiter der Synagoge versicherte.

Es war einiges bei unserer Führung dabei, was neugierig macht auf unsere Geschwisterreligion, einiges, was zum Nachdenken anregt und auch einiges, was ein Gefühl des Fremdschämens in mir ausgelöst hat (Fremdschämen über die Menschen, die ohne genauere Kenntnisse, einfach aus diffusen Empfindungen heraus, den jüdischen Mitbürgern das Leben schwermachen.)

Als Erkenntnis wünsche ich mir, dass wir alle wieder mehr miteinander als übereinander reden, dass wir den persönlichen und wertschätzenden Kontakt suchen, anstelle in den (un-)sozialen Medien unreflektiert Meinung in die Runde zu stellen und auch zu übernehmen.

 

 

Auf zu neuen Ufern: Folge 1

Wie versprochen, ein kleiner Einblick in die Exkursion vom letzten Mittwoch.

Was ihr auf dem Beitragsbild seht, ist das Rad des Lebens. Es spielt im Buddhismus eine große Rolle. Aber ehrlich gesagt, im buddhistischen Zentrum gab es für uns so viel Neues und Informationen, dass ich mir nicht alles merken konnte, daher kann ich dieses Rad jetzt auch nicht näher beschreiben. Aber dafür gibt es gute Quellen im Netz.

Im Inneren des Rades finden sich die drei Grundübel: Die Gier (symbolisiert durch den Hahn), der Hass (Schlange) und die Verblendung (Schwein). Auch als Christ kann man das nachvollziehen, denn abgesehen von den tierischen Symbolen (mir tut ja irgendwie das Schwein leid…) sind wir uns denke ich ziemlich einig, dass diese Eigenschaften für sehr viel Ärger in der Welt sorgen. Braucht man nur mal bei Facebook online gehen…

Dann gibt es sechs Daseinsformen: Götter, eifersüchtige Götter (Titanen), Menschen, Tiere, Hungergeister und Höllenwesen. Und nun ratet mal, welche Daseinsform die erstrebenswerteste ist? Es ist (tätä!!!): der Mensch. Krone der Schöpfung? Nein. Das eher nicht, das ist die christliche Sichtweise. Die menschliche Lebensweise ist zwar geprägt von Altern, Krankheit, Leiden, aber die Lebensform, die es am ehesten ermöglicht, die Lehren Buddhas zu hören, aufzunehmen und zu verinnerlichen, also gemäß der Lehre zu leben und so eventuell sogar den Ausstieg aus dem unendlichen Kreislauf zu finden (ins Nirwana einzugehen).

Die Götter sind dagegen ziemlich egozentrisch. Sie sind zwar auch nicht unsterblich, nicht frei von Leiden und Tod, aber sie haben eine ziemlich glückliche Daseinsform und sehen daher erstmal gar nicht ein, dass sie irgendwas ändern sollten bzw. etwas lernen sollten.

Die eifersüchtigen Götter sind sowas wie Götter zweiter Klasse oder Halbgötter. Sie hadern ständig damit, dass sie nicht zu den Göttern gehören und haben durch diese Eifersucht keine Zeit, belehrt zu werden.

Die Tiere haben kein Bewusstsein wie die Menschen und auch nicht die Fähigkeit zur Selbstreflektion (wenn ihr mich fragt, fehlt die allerdings auch vielen Menschen…). Es ist deshalb sehr schwierig, sich aus dem Tierdasein zu befreien.

Die Hungergeister heißen so, weil ihr vorheriges Dasein (gern als Mensch) von Gier, Neid und Unersättlichkeit geprägt war. Noch Fragen?

Und die Höllenwesen finden sich in heftigen Qualen wieder, sie sind voller Hass, durch unheilvolles Karma hierhergelangt.

Karma habt ihr ja sicher schon gehört. Karma wird einem Wesen mitgegeben, aber es wird auch verbraucht. Durch seine Taten kann man Karma auch wieder aufbauen, und je nachdem, was man tut oder lässt, kann es gutes oder schlechtes Karma sein.

Buddhismus ist eine ziemlich anstrengende Weltanschauung, denn um gutes Karma aufzubauen, soll der Buddhist sich bemühen, in seinem Leben weder Mensch, Tier noch Umwelt zu schaden, möglichst nur gutes zu tun und gelassen zu werden. Alle negativen Emotionen soll man überwinden. Daher ist es eigentlich ziemlich widersinnig, dass in Deutschland in vielen Wellness-Oasen Buddhas herumstehen. Klar, ist dieses Ziel erstmal erreicht, hat jemand den Bewusstseinszustand erreicht, ohne Bedürfnisse, ohne Begierden, ohne Hass und Leid ein vollkommen glückliches und losgelöstes Leben zu führen, dann ist es sicherlich entspannend. Aber der Weg…. Uff!

Es kommt nur auf die Fähigkeit des einzelnen Menschen an, alles muss Mensch selbst tun, und wenn ich als Mensch schwach bin, dann stehen meine Chancen einfach ziemlich schlecht. Das ist etwas, was ich als Christ nur mit Schwierigkeiten denken kann, denn ich lebe aus der Vergebung, die mir zuteil wird, wenn ich mein Leben Christus anvertraue. Die Wahrscheinlichkeit, als Mensch an hohen Ansprüchen zu scheitern, grenzt an 100%, während die Wahrscheinlichkeit, alles, aber auch alles richtig zu machen, eher gegen NULL tendiert. Ohne einen Erlöser möchte ich persönlich nicht leben müssen…

Interessant war es aber auf jeden Fall, sich einmal Gedanken darüber zu machen. Wir haben vieles gesehen, das uns sehr exotisch erschien, vor allem aber wurden wir sehr nett aufgenommen.

Die Vorstellungen von Judentum und Hinduismus folgen. Übrigens habe ich an allen drei Orten nicht fotografiert. Wenn ich in eine Kirche komme und es ist dort gerade kein Gottesdienst, es halten sich möglicherweise außer mir keine Leute dort auf, dann weiß ich einigermaßen, was ich fotografieren kann und was nicht. In den Räumen der „fremden“ Religionsgemeinschaften habe ich diese Sicherheit nicht und dann verzichte ich lieber.

 

Regenbogen und Freudentränen

Von innen nach außen und von außen nach innen. Texte und Fotos

ROYUSCH-UNTERWEGS

Reiseberichte, Radtouren, Wanderungen, Bilder und mehr ....

Kommunikatives Lesen

Rezensionen zu aktuellen Büchern aus den Beststeller-Listen

Gnubbels kleine Gedankenwelt

Wenn man niemanden zum Reden hat aber die Gedanken und Erlebnisse einfach raus müssen...

Unterwegs ist das Ziel

Ausflugsziele und DIY Anleitungen

Allerlei Gedanken

von Monika Huber

Sterntaler

Die Ostsee unter Segeln entdecken

Ich lese

Bücher sind die Freiheit des Geistes

Charis {ma}

Intuition ist besser als gar kein Plan ...

Schnippelboy

Ein Tagebuch unserer Alltagsküche-Leicht zum Nachkochen

Birthes bunter Blog-Garten

Grüner Garten-Frische Küche-Bunte Alltagswelt

Stachelbeermond

Wie das Leben - schön und stachelig

Wortman

Willkommen in den WortWelteN

CoffeeNewstom

Toms Welt des Kaffees

Marthas Momente-Sammlung

Bilder, Gedanken, und Geschichten.

The Organized Coziness

Interiorblog | Wohnen • Lifestyle • Kreatives

mutter-und-sohn.blog

Kluge Gedanken. Aus dem echten Leben

wortverdreher

Texte und Gedichte zu den Themen Tanzen und Leben

Kulturbowle

KulturGenuss, Bücherlust und Lebensfreude

reisswolfblog

"Bücher bieten keine wirkliche Rettung an, aber sie können den Geist davon abhalten, sich wund zu kratzen." - David Mitchell

wortwabe

Lies mich! Read me!

Naturgeflüster

Impulse für ein natürliches Leben

Taufrisch war gestern

Birgit Jaklitsch: Journalistin, Bloggerin, Autorin

romanticker-carolinecaspar-autorenblog.com

Vorstellung meiner Bücher - Blog: Romanti(c)ker

Künstlerhof Lavesum

Einblicke, Geschichten und mehr

Natis Gartentraum

Alles rund um den Garten, Ausflüge und mehr

Meine literarische Visitenkarte

Aus der Feder geflossen und vor die Linse gesprungen

-Naturliebe-

Im Fluss Des Lebens - Altes und Neues wissen

Steinegarten

Pflanzen, Steine und mehr

Die gnädige Frau wundert sich

Szenen eines unordentlichen Lebens

Susis Querbeet

Bücher, Rezensionen, Rezepte, Katzen und mehr

Mein innerer Garten

Leben in emotionaler Instabilität

Wildgans's Weblog

Lese- und Lebensdinge

wupperpostille

...in Verbindung bleiben...

Sustainability

plastic free

Puzzleblume ❀

mit Wurzeln und Flügeln

Reginas Geschichten und Gedichte

Neu: viele Geschichten auch als HÖRGESCHICHTEN

watt & meer

Der Blog watt & meer erzählt von den kleinen und großen Wellen, von Alltag und Urlaub und dem Glück auf 4 Pfoten.

Webgeflüster mit Seele

Der etwas andere Blickwinkel

Hinter den Türen der Stadt

Geschichten mitten aus dem Leben; über Momente die uns prägen, Freude, Schmerz, Hoffnung und Schicksal dem wir täglich begegnen. Ein kleiner Blick ins Innere, ein Blick hinter die Tür.

%d Bloggern gefällt das: