Herbst-Etüde

Und schon (seit einer Woche) gehen die Etüden in eine neue Runde. Wahnsinn, wie das Jahr doch noch ins Rennen kommt. Der unglaublich lange Sommer in Endlosschleife war einfach so konstant, dass mir die Zeit wie Stehengeblieben vorkam.
Aber jetzt: Herbstlich wird das Wetter, herbstlich kommt die Schreibeinladung von Christiane mit einer Wortspende von NellInDreams daher.

Endlich wieder Regen! Zu Zeiten von Rudi Carrell und „Wann wird’s mal wieder richtig Sommer?“ hätten wir uns das auch nicht träumen lassen. Aber in den letzten Jahren ist es zu häufig passiert, dass es im Sommer stabile Wetterlagen gab, bei denen sich das Hochdruckgebiet wochenlang einfach nicht weiterbewegte.
Bis auf 2021, als im Juli genau das Gegenteil eintrat und sich das Tiefdruckgebiet als äußerst ortsfest erwies. Mit den bekannten üblen Folgen.

Im Endeffekt ist es aber egal, denn beides tut der Natur überhaupt nicht gut, und uns Menschen schon mal gar nicht. Die Natur reagiert sensibel und stellt ab einem gewissen Trockenheits-Punkt das Wachstum ein. So mancher Mensch dagegen fängt bei stabilen hohen Temperaturen an, über sich hinauszuwachsen, viel zu häufig allerdings in eine unerwünschte Richtung: Shitstorms, Beleidigungen, die viral gehen, unerträgliche Logorrhoe-Anfälle und renitentes Besserwissertum machen sich breit. Damit die Stimmungen der Menschen nicht gar so extrem schwanken, habe ich mir manches Mal gewünscht: Hätten manche von uns doch ein paar mehr Mais-Gene und rollten sich einfach still und trocken ein.

Daher und weil der Herbst einfach eine wunderschöne, bunte und abwechslungsreiche Jahreszeit ist, freue ich mich, dass meine Regentonnen sich wieder füllen und einige Zeitgenossen hoffentlich ebenfalls eine längst überfällige Abkühlung erfahren.

Brechreiz

Die Sommerpause ist vorbei, auch der Sommer selbst lässt nun langsam nach (zum Glück bin ich noch nicht vollkommen geschmolzen, aber viel fehlte nicht). Jetzt kommt der Etüdenherbst, ehe es dann in den Advent übergeht. Hier geht es zur Schreibeinladung von Christiane.

Du, Annuschka, eine Woche ist schon ‚rum. Langsam solltest du mal endlich eine Etüde abgeben.

Ja, ja. Würde ich ja echt gerne. Aber wie das manchmal so ist, die Phantasie liegt brach. Ich bekomme die drei Wörter dieses Mal nicht unter einen Hut. Dafür gefallen mir die Illustrationen wirklich sehr gut.

Ja, da hast du recht. Vor allem das mit dem ABC in drei Farben. So etwas passt auch gut in unser Bücherregal, oder?

Schon, aber das hilft mir nicht. Ich grübele hin und her, aber entweder kann ich den Brechreiz buchstabieren oder anschmiegsam mit dem Alphabet jonglieren. Aber ich kann mir beim besten Willen nicht vorstellen, wie anschmiegsamer Brechreiz aussehen könnte…

Och, nee…! Jetzt habe ich Kopfkino, das hättest du jetzt aber auch lassen können. Bäh!

Kopfkino ist doch nicht das Schlechteste. Ich dagegen habe anscheinend nur Watte im Hirn, das hilft mir auch nicht weiter.

Du, ich habe eine Idee: Schreib doch eine Etüde darüber, dass dir zu den Wörtern in dieser Runde so überhaupt nichts einfällt, was meinst du?

Ach nee, das geht doch … ah, Moment mal. Vielleicht doch? Du, ich muss jetzt gehen. Ich muss schreiben, bis bald und danke für die Inspiration.

200 Wörter, für die restlichen 100 ist mir wirklich nichts mehr eingefallen. Dieser innere Monolog mit meiner Hirnbesitzerin hat mir für diese Runde den schriftstellerischen Hals gerettet, sozusagen. Jetzt muss ich nur noch die real existierende Watte wegbekommen😏

Etüdensommerpausenintermezzo

Hier geht es zur Beschreibung auf Christianes Blog Irgendwas ist immer.

Mal sehen, was mir zu dieser Herausforderung einfällt. Als erstes kommt

Eine Urlaubserinnerung

Wir brauchten noch nie einen Flughafen, nicht einmal eine Regionalbahn, um in den Urlaub zu starten. Ein Wohnwagen genügte uns, um unsere Sommerpause ganz entspannt zu starten. Vor allem mit kleinen Kindern habe ich es immer als Vorteil empfunden, für jede Wetterlage und verschiedene Beschäftigungsmöglichkeiten die liebsten Kleidungsstücke und Utensilien einpacken zu können. Ich brauchte nicht so sehr auf Höchstgewichte achten und ob alles in den Koffer passt. Was andererseits aber nicht heißt, dass es keine Obergrenzen gab. Auch ein Wohnwagen hat ein zulässiges Gesamtgewicht, aber es passt eben ziemlich viel hinein, was man auf einer Reise mit seinem ganz privaten Flohzirkus namens Familie so braucht.
Der Komfort, fast alle Lieblingssachen der Familienmitglieder immer griffbereit zu haben, auf dass uns niemand würde nachsagen können, wie wenig wir einander kennen, entschädigte mich auch so manches Mal dafür, dass meist ich diejenige war, die in aller Herrgottsfrühe aufstand, um den ersten Spaziergang mit dem ausgeschlafenen Hund zu machen. Dafür hatte der Mann den Part mit dem Fahren übernommen, eine Sache, die ich mir mangels Überblick bis heute nicht zutraue.
Auf dem Campingplatz angekommen, suchten wir uns einen schönen Platz im Kiefernwald. Wie wichtig Schatten ist, erfuhren wir vor allem in dem Sommer, als ich zum dritten Mal schwanger war. Es gab eine Hitzewelle, wie sie uns bislang eher unbekannt war, wir hatten die höchste Waldbrandwarnstufe im Müritz-Nationalpark, es gab sogar Pläne für eine Wasserrationierung, und das mitten zwischen den vielen klaren Seen. Tagelang verbrachten wir damit, im Laufe der Tage mitsamt Stühlen, Tisch und Tischtuch von einem Schattenplätzchen zum nächsten rund um den Wohnwagen umzuziehen. Und obwohl niemand von uns eine ausgesprochene Wasserratte ist, genossen wir morgens und abends das Baden im See. Unsere großen Töchter stellten in diesem Sommer die bange Frage, was denn passiere, wenn mitten in der Nacht ein Feueralarm käme. Die Schranken waren von 22 bis 6 Uhr geschlossen, die Zufahrt zum Platz führte einen Kilometer durch den Wald und jeder Wohnwagen hatte ein bis zwei Gasflaschen. Sie fanden es aufregend bis etwas gruselig, kamen aber auch selbst auf eine Lösung: Viele Camper hatten Kanus dabei – wir auch – und am Platz gab es weitere zum Ausleihen. Also: Alle in die Kanus und ab auf den See.
Glücklicherweise musste bisher nie ausprobiert werden, ob dieser Plan funktioniert hätte.

Biografie und Fiktion treffen in dieser Episode aufeinander. Eine sehr willkommene Schreibübung, um sich „warmzuschreiben“ für längere Texte. Etwas Mühe hatte ich mit dem Satz, den Christiane gern lesen möchte, deswegen entschuldige ich mich für den umgebenden Bandwurmsatz, der eindeutig nicht barrierearm ist. Leider (vielleicht auch zum Glück für die Konzentration😉) hat mich beim Schreiben niemand mit Kulleraugen angesehen und Milonga konnte ich noch nie tanzen. Das wäre auch bei dem holperigen Untergrund im Wald sicher sehr schwierig gewesen. Die Ukraine konnte und wollte ich in dieser Etüde nicht unterbringen, erstens, weil sie damals keine Rolle spielte und zweitens, weil ich denke, dass es auch im Jahr 2022 krisenarme Orte geben muss, und sei es „nur“ in Geschichten.

Mein erster Segeltörn

Zu den abc-Etüden geht es hier. In dieser Runde stammt die Wortspende von mir selbst und ich wusste bis gestern noch nicht, worüber ich schreiben werde. Ob mir mehrere Etüden einfallen, mal sehen. Für den Anfang teile ich eine Erinnerung mit euch:

Mein erster Segeltörn ist fast 30 Jahre her. Es war eine Art segelnde Erfa-Gruppe*, denn die Crew bestand aus einer Betriebsberaterin, einem Softwarehausmitarbeiter und ansonsten lauter BuchhändlerInnen. Insgesamt waren wir 14 Leute und ich war mit Abstand die Jüngste. Es ging von Kiel aus in die dänische Südsee, und das Schiff war nicht etwa so ein schickes, weißes Segelboot, wie man sie aus dem Yachtclub kennt, sondern ein waschechter Marstal-Schoner, der liebevoll restauriert und mitsamt Skipper, Smutje und einer kleinen Stammcrew verchartert wurde.
Eine gehobene Ausstattung hatte das Schiff, alles aus Holz, Messing und anderen natürlichen Materialien. Kein GFK, keine Nylonsegel oder Polyesterseile. Ich war schon beeindruckt, als ich das Schiff in Kiel am Kai liegen sah. Die Kabinen waren urig, aber nach meinem Empfinden ziemlich luxuriös, der Salon strahlte Gediegenheit aus, das Essen an Bord war sehr gut und sehr reichlich (später lernte ich: schmackhaftes Essen ist die beste Methode, eine Meuterei zu verhindern). Das konnten wir dann bei der Arbeit an Deck wieder abspecken. So ein schönes Schiff musste schließlich jederzeit besenrein aussehen!
Wir dampften also frohgemut los aus Kiel, Richtung Aerö, um das Städtchen Marstal zu besuchen, das den Schiffen ihren Namen verliehen hatte, denn dort wurden diese Traditionssegler vor über 100 Jahren als Frachtschiffe gebaut. Marstal ist eine schöne kleine Stadt mit viel Charme, sie strahlt Ruhe und Gelassenheit aus, „hygge“ eben.
Nachdem wir von Marstal aus Richtung Fünen wieder losgefahren waren, gab es weiter gutes Essen, jeden Nachmittag einen 5-Uhr-Sherry, aber was wir fast schmerzlich vermissten, war das Wesentliche beim Segeln: es gab keinen Wind. Und so habe ich meinen ersten Segeltörn in Erinnerung als fast komplett unter Motor gefahrenen Törn, bei dem ich vor allem Spaß daran hatte, vorne im Klüvernetz über dem Meer zu liegen und die Seele baumeln zu lassen.

*Erläuterung: Eine Erfa-Gruppe ist eine Gruppe von selbständigen Buchhändlern, die ähnliche Betriebsgrößen und Sortimente haben und sich über Umsätze, Werbung und andere wichtige Dinge austauschen.

Naturwissenschaftliche Beobachtungen

Neue Runde, neuer Versuch. Danke für die Schreibeinladung und die Fotos von Christiane, danke auch an  puzzle ❀ für die Wörter. Das Irisieren hat mich etwas irritiert, muss ich zugeben, das kannte ich bisher nur als Adjektiv, nicht als Verb. Wunderbar, man lernt doch nie aus.

„Was sagt denn eigentlich der Wetterbericht? Soll es in den nächsten Stunden Regen geben?“ Das fragte mich unser Pubertier nach dem Mittagessen.
„Wieso interessiert dich das? Du sitzt doch sowieso den ganzen Nachmittag in deiner Butze. Und außerdem scheint die Sonne aus allen Knopflöchern. Woher soll denn da Regen kommen?“
„Ach Mama, du schon wieder. Ich hab nun mal viele Hausaufgaben und es ist Klausurenphase. Ich brauche einfach jetzt einen ordentlichen Regen, am besten mit Sonne im Hintergrund. Wir sollen für den Physikunterricht Beispiele sammeln von Dingen, die irisieren. Ich habe schon die Austernschalen aus dem letzten Urlaub fotografiert, aber so ganz dolle sieht man das dort nicht. Deswegen dachte ich mir, so ein richtig schöner Regenbogen wäre ein gutes Beispiel. Oder ein Benzinfleck in einer Pfütze.“
„Was? Kommt gar nicht in Frage, einen Benzinfleck auf die Einfahrt zu machen und damit die Umwelt zu gefährden, bloß um ein Foto zu bekommen, auf dem es schillert! So weit kommt das noch!“
„Hey, das hatte ich auch gar nicht vor. Ich wollte zur Tankstelle gehen, dort gibt es immer Leute, die zu früh die Zapfpistole aus der Tanköffnung ziehen. Ich bin doch keine Umweltsau. Das überlasse ich gerne anderen.“
Ich überlegte, denn Regen war weit und breit nicht in Sicht. Immerhin war ich beruhigt, dass kein Umweltfrevel auf unserem Grundstück stattfinden sollte. Für die gute Physiknote fielen mir jetzt nur noch zwei Alternativen ein:
„Geh mal hinten in den Garten. Im Kräuterbeet bei der Pfefferminze sitzen immer so viele Rosenkäfer, die schillern auch wunderschön in der Sonne. Und dann wäre noch die Möglichkeit, dass du deine kleine Schwester fragst, ob sie auf der Terrasse Seifenblasen pusten kann. Die könntest du dann auch noch fotografieren.“
Natürlich musste er noch ein wenig herumnörgeln, aber dann zog er mit Schwester und Kamera los.

Die Suche, Variante 2

Den Vorspann spare ich mir, den hatten wir eben schon. Da ich mich nicht zwischen der freundlichen und der hinterhältigen entscheiden konnte, bekommt ihr jetzt beide zu lesen… Die ersten sieben Zeilen sind übrigens gleich, erst danach driftet die Story ab.

Höchst interessant. Herbert lehnte sich zurück und betrachtete die Szene, die sich ihm bot. Irma stand auf der Leiter, ziemlich weit oben sogar für ihre Verhältnisse, war sie doch extrem höhenscheu. Aber was suchte sie dort oben, auf dem höchsten Schrank, der sich in ihrer Wohnung befand?
Dazu murmelte sie ständig vor sich hin, er hörte immer mal wieder Wortfetzen in der Richtung „Ich weiß, es war hier irgendwo. Es kann nicht weg sein. Es darf nicht weg sein.“
Sie sah fast so konzentriert und weggetreten aus wie er sich das vorstellte, wenn jemand mondsüchtig war. Und sie war so vertieft, dass sie überhaupt nicht merkte, dass ihr Hals immer länger wurde. Wie eine Giraffe. Er verhielt sich ganz leise, um sie nicht vor der Zeit zu erschrecken. Denn in Windeseile war ein Plan in ihm gereift. Schon lange wünschte er sich eine Atempause, eine Auszeit von seiner anstrengenden Angetrauten. So ein schöner langer Krankenhausaufenthalt mit anschließender Reha-Maßnahme. Das klang gut. Ganz loswerden wollte er sie auch nicht. Wer sollte denn die nächsten Jahre sein Lieblingsessen kochen?  Aber so ein paar Wochen, um in Ruhe seinen Hobbies nachzugehen, ohne ständig zum Rasenmähen verdonnert zu werden, klang doch sehr verlockend…
Jetzt den richtigen Augenblick abpassen, wenn sie kurz davor war, das Gleichgewicht zu verlieren, blitzschnell mit einer laut gestellten überrumpelnden Frage zuschlagen, und dann natürlich als treusorgender Ehemann den Krankenwagen rufen. Ja, das war es!
Er trat näher heran, holte tief Luft und fragte mit lauter Stimme: „Irma, was machst du denn da?“

Eine Viertelstunde später fragte der herbeigerufene Sanitäter: „Wie ist das denn eigentlich passiert?“ Irma antwortete: „Ich habe mich erschreckt, als mein Mann mich auf der Leiter ansprach und bin abgerutscht. Mein Mann wollte mich auffangen, aber dabei hat er sich anscheinend den Rücken arg verknackst. Mein Held!“

Die Suche, Variante 1

Hier geht es zur Schreibeinladung von Christiane, die Wortspende stammt in dieser Runde von Myriade. Mal sehen, was mir dazu einfällt, die Fotos sind schon mal inspirierend, die Wörter durchaus eine Herausforderung, aber so soll es ja auch sein.

Höchst interessant. Herbert lehnte sich zurück und betrachtete die Szene, die sich ihm bot. Irma stand auf der Leiter, ziemlich weit oben sogar für ihre Verhältnisse, war sie doch extrem höhenscheu. Aber was suchte sie dort oben, auf dem höchsten Schrank, der sich in ihrer Wohnung befand?
Dazu murmelte sie ständig vor sich hin, er hörte immer mal wieder Wortfetzen in der Richtung „Ich weiß, es war hier irgendwo. Es kann nicht weg sein. Es darf nicht weg sein.“ Was genau „es“ war, traute er sich aber nicht zu fragen. Zu groß war seine Sorge, dass Irma sich erschreckte und von der Leiter fiel. Denn wenn er es sich recht überlegte, wirkte sie bei ihrer Suche fast schon in Trance. „Mondsüchtig“, so kam es ihm in den Sinn. Und solche Leute sollte man ja auch nicht stören, damit sie sich nicht wehtaten, wenn sie aus ihrer Versunkenheit geholt wurden.
Also wartete er, bis sie alles durchforstet hatte, wo sie herankam. Erst als sie mit frustrierter Miene wieder von der Leiter gestiegen war, räusperte er sich, um auf sich aufmerksam zu machen, dann sprudelte seine Frage auch schon aus ihm heraus: „Irma, was suchst du denn auf dem Schrank? Ich habe ja fast Angst um dich, wenn du so verbohrt da oben herumkramst.“
Irma tauschte zunächst einen irritierten Blick mit ihm, dann antwortete sie: „Ich habe dir doch von der Tombola auf dem Dorffest demnächst erzählt, oder? Das Motto des ganzen Festes ist >Out of Africa< und ich hatte mir überlegt, dass wir das große gerahmte Foto von der Safari, das mit der Giraffe darauf, spenden könnten. Hier liegt es doch nur auf dem Schrank herum. Oder auch nicht. Hilfst du mir suchen?“
„Na klar, Irma, wir rücken jetzt mal die Leiter ein Stück weiter, und dann klettere ich da hoch.“

Als alternatives Szenario folgt gleich die Variante 2, da ich mich nicht entscheiden konnte😁.

Pollenflug -abc-etüde Woche 12/13 2022

Hier geht es zur Schreibeinladung von Christiane, die Wortspende kam dieses Mal von Marens Blog Ich lache mich gesund.

Ich habe ein bisschen länger gebraucht, weil mich aktuell viele verschiedene Sachen in Atem halten, die teilweise auch noch sehr gegensätzlich sind. Volle Konzentration ist also angesagt, was mir momentan aber ziemlich schwerfällt.
Also dann:

„Hatschi!“ Und gleich nochmal: „Hatschi!“ Boah, es hört überhaupt nicht auf, in der Nase zu kitzeln. Da ist man den ersten wirklich angenehmen Tag draußen bei der Gartenarbeit, der Wind ist nicht mehr heftig und schneidend, sondern weht angenehm über die Wiesen, und dann das…
Die Birken blühen. Und lassen den Pollen über das Grundstück wirbeln. Der blumige Geruch ist das eine, den mag ich sogar.  
Aber warum dieser Pollenflug? Was stellen Birken denn her? Außer Blütenstaub? Da wachsen keine Früchte, die man dann essen kann. Diese letzten Fragen habe ich mir wohl laut gestellt, denn aus dem Nachbargarten kam prompt die Antwort: „Du kannst das Birkenwasser, den Saft aus dem Stamm, abzapfen und trinken. Hilft gegen zu hohen Cholesterinspiegel und entgiftet auch bei Rheuma, Gicht oder Arthrose. Probier es doch einfach mal aus.“ Die Nachbarin grinst mich über die Hecke an.
Aha, denke ich verblüfft. Wieder etwas dazugelernt. Das muss ich später mal genauer nachlesen, denn bisher wusste ich nur von Birkenzucker und Haarwasser. Wäre ja noch toller, wenn es auch gegen Birkenpollenallergie helfen würde. Aber das ist wohl doch ein bisschen viel verlangt, oder?

186 Wörter

Übrigens habe ich mir die Pollenallergie „ausgeliehen“, mich ärgern nur die Hausstaubmilben. Sonst würdet ihr euch vermutlich zu Recht fragen, warum bei Annuschka im Garten Birken stehen😅.

Eine besondere Naht

Neues Jahr, neue Etüden. Auch wenn ich vor Weihnachten mit meinem Adventskalender ausgelastet war, den Überblick verloren habe und den Adventüden deswegen nicht gefolgt bin, freue ich mich und bin gern wieder dabei. Zur Schreibeinladung von Christiane geht es hier, die Wortspende stammt von Ludwig Zeidler. Vielen Dank an die Beiden, vor allem Christiane für die viele administrative Arbeit.

„Unverzeihlich! Einfach unverzeihlich!!!“ Dieser Ausruf hallte in meinen Ohren wider. Es beschäftigte mich nun schon seit Stunden, seit meine beste Freundin mich besucht und ganz unvermittelt diesen temperamentvollen und tränenreichen Gefühlsausbruch hatte. Eigentlich wollte sie mir nur einen Stapel alter Jeans vorbeibringen, die hatte sie gesammelt, damit ich eine Hundedecke daraus nähe. Im Rhythmus meiner Gedanken und ihres Ausrufes hatte ich Quadrate aus den Hosen geschnitten. Nun saß ich an der Nähmaschine, fädelte das Garn ein und ließ das Gespräch, wenn man es denn so nennen konnte, Revue passieren.

Sicher, die feine englische Art war es nicht, dass ihr Freund sich heimlich mit seiner Ex-Frau getroffen hatte. Er hatte aber nun mal zwei Kinder mit ihr, bei dem Jungen stand eine Klassenfahrt an und die beiden hatten einiges zu besprechen. Es wäre auch sicher alles in Ordnung gewesen, wenn er vorher wenigstens Bescheid gegeben hätte. Dass meine Freundin ihn dann in ihrem gemeinsamen Lieblingscafé sah, wie er mit seiner Ex „die Köpfe vertraut zusammensteckte“, wie sie es formulierte, war mehr als dumm gelaufen. Und nun war sie nicht nur stinkig, sondern noch mehr, sie sah einen nicht wieder gutzumachenden Vertrauensbruch darin.

Ich wusste aber von ihm bereits ganz felsenfest, dass meine Freundin die Liebe seines Lebens war. Er hatte es schlicht und einfach ungeschickt angestellt, um ihr nicht wehzutun; mehr steckte nicht dahinter. Und nun saß ich hier, mit den Stoffstücken aus ihren und seinen Jeans, um eine Decke für den jungen Labrador zu nähen, den er ihr zum letzten Geburtstag geschenkt hatte und den sie beide liebten wie ihr eigenes Kind.

Ich sah einen letzten Hoffnungsschimmer, als ich den Nähfuß senkte und mit dem Faden ein Segensgebet für die beiden als Halt in die Naht einarbeitete. Obwohl unverfügbar, hatten die eingenähten Segenswünsche schon des Öfteren in aussichtslosen Fällen geholfen.

300 Wörter

Teekesselchen?

Neue Runde, neuer Text. Danke wie immer an Christiane, die dieses Mal nicht nur für die Organisation, sondern mit Ludwig Zeiler gemeinsam auch für die Wörter sorgt. Sie lauten dieses Mal: Sonnenhut, haltlos, massieren

And here we go:

Nachdenklich stand Luise im Garten vor dem Staudenbeet. Ganz nebenbei griff sie mit der linken Hand zur rechten Schulter, um den verspannten Nacken zu massieren. Georg trat zu ihr und fragte neugierig: “ Was geht dir durch den Kopf? Ich sehe doch, dass es in dir arbeitet.“ „Einen ganz bestimmten Sonnenhut könnte ich noch gebrauchen, den habe ich neulich in der Gärtnerei gesehen und die Farbe fehlt mir noch in meiner Sammlung. In der Mitte ist er rotbraun, außen herum orange bis lachsfarben mit cremefarbenen Spitzen. Ich glaube, ‚Flamingo‘ heißt er.“

„Aha“, meinte Georg nur. Nach einer Minute Schweigen dann: „Du, ich habe beim Einkaufen etwas vergessen, das fehlt mir dann nachher, ich muss nochmal los.“ Und weg war er. Luise hörte noch den Wagen vom Hof fahren, dann herrschte Ruhe. Sie schnitt hier ein wenig, zupfte dort, überlegte, wie Lücken im Beet zu füllen seien und suchte deswegen im Schuppen nach Saatgut für rasch wachsende einjährige Sommerblumen, als Georg schnaufend zurückkam. Er hielt eine große Hutschachtel in den Händen und strahlte übers ganze Gesicht.

„Schau mal, der sieht zwar nicht ganz so aus wie du ihn beschrieben hast, aber das war der einzige, der irgendwie ähnlich aussah. Heißt allerdings ‚Sombrero‘ und nicht ‚Flamingo‘. Er steht dir aber bestimmt sehr gut und er hält auch mit der breiten Krempe super die Sonne vom Gesicht fern!“ Etwas hilfesuchend schaute Luise ihn an, öffnete dann die Hutschachtel und begann nach einem Blick haltlos zu lachen. „Georg!“ prustete sie, „Ich meinte doch nicht einen Sonnenhut zum Aufsetzen! Ich meinte eine ganz bestimmte Sorte Echinacea…“

261 Wörter

Tädäää! Ich habe es tatsächlich mal geschafft und mir etwas fiktionales ausgedacht. Naja, obwohl diese Echinacea „Flamingo“ mich tatsächlich reizt. Aber im Moment ist wettertechnisch überhaupt noch nicht an Pflanzen zu denken, die eigentlich in der Prärie zuhause sind. Kommt Zeit, kommt Sonnenhut😉.

Frühling

Zu den abc.Etüden von Christiane kommst du hier. Danke für die Schreibeinladung. Es juckt mich in den Fingern, die Wörter von Sabine der Jahreszeit entsprechend umzusetzen:

„Mama, ich gehe ins Feld. Ein bisschen Spazierengehen kann nicht schaden. Es ist so tolles Wetter heute. Kaum zu glauben, dass letzte Woche noch Schnee lag.“ Ich freue mich, dass sie raus will. Nicht immer nur im Zimmer sitzen, vor dem Tablet, in Videokonferenzen. Oder Aufgaben bearbeiten. Freizeit und frische Luft muss auch sein. Die erwachende Natur neu entdecken. Und es ist ja auch tatsächlich so: Innerhalb einer Woche sind die Temperaturen um 30 Grad gestiegen.

Doch dann sehe ich, was sie für Klamotten anhat und das Muttertier kommt mit Macht durch: „Kind, nimm wenigstens deine Strickjacke mit. Die Sonne ist trügerisch. Wo sie noch nicht so hinkommt, ist die Luft noch ganz schön kalt. Du bekommst es noch an den Nieren!“ „Ach Mama. Du immer…!“

125 Wörter. (Auto-)biografisch. Das ist tatsächlich der Punkt, an dem ich mich original anhöre wie meine eigene Mutter. Und das schon drei Töchter lang😅. Sie leben alle noch. Ich ja auch.

Affen sind auch nur Menschen

Zur Schreibeinladung von Christiane geht es hier . Die Wortspende (Affe, neu, blockieren) stammt dieses Mal von Wortman. Viel Spaß beim Lesen und beim Mitmachen!

„Wo ist er denn schon wieder? Ich habe das gesamte Gehege abgesucht mit sämtlichen Verstecken! Ein richtiger Lausebengel ist das!“ schimpfte Lisa, die Tierpflegerin im Affenhaus. Merle, ihre Kollegin, rief vom anderen Ende des Geheges: „Schau mal hier, das Nebentörchen. Da hat er den Riegel irgendwie betätigt. Ganz schön schlau und anscheinend mit gehöriger Geschicklichkeit ausgestattet, der junge Mann.“ Fachmännisch betrachteten die beiden Frauen das Riegelschloss und den Stift, den der neueste Bewohner, ein junger Rhesusaffe, aus der Konstruktion gezogen hatte.

„Es hilft nichts, erstmal müssen wir ihn finden. Und dann das Schloss doppelt sichern und am besten blockieren, damit er nicht immer wieder ausbüxt.“ Kaum hatten sich die Pflegerinnen auf den Weg gemacht, schlich der kleine Affe hinter ihnen her und flitzte noch ganz schnell aus der Tür zur Quarantänestation, ehe sie zufiel. Alle neuen Tiere im Zoo mussten hier erst ein paar Wochen beobachtet werden, damit sie nicht eventuell Seuchen unter die wertvollen Nachzuchtbestände brachten. Aber er wollte einfach nicht mehr allein sein. Er wollte so gern in das große Rhesusgehege, in dem die anderen gemeinsam spielen, streiten und sich gegenseitig pflegen konnten.

Und so fanden Lisa und Merle ihn, wie er geduldig vor der Tür zum großen Gehege saß und die Artgenossen sehnsüchtig beobachtete. Lisa lachte: „Warum sollte es ihm anders gehen als uns Menschen?“ – „Eben“, meinte Merle verschmitzt. „Affen sind auch nur Menschen!“

227 Wörter. Eigentlich wollte ich mal etwas ganz erfundenes und unverfängliches schreiben. Irgendwie hat sich die aktuelle Situation dann doch ganz ungefragt hineingemogelt🙈.

Vitaminstoß im Januar

Zur Schreibeinladung von Christiane geht es hier. Dort findest du auch die Vorgaben für die Textgestaltung, falls du die Etüden noch nicht kennst. Alles wichtige kannst du dort nachlesen, also lege ich sofort los:

Der Januar gehört nicht zu den vitaminreichen Monaten. Es sei denn, man isst abwechselnd Rotkohl, Grünkohl und Sauerkraut. Alle diese Kohlgerichte schmecken gut, aber irgendwie muss doch auch noch etwas anderes den Vitaminspiegel und die Laune hochhalten.

Also beschließe ich, Orangengelee zu kochen. Am nervigsten dabei sind immer die Vorbereitungen, doch heute kann mich das nicht erschüttern. Ich hole alles aus dem Keller, was ich brauche, also saubere Marmeladengläser und den großen 17-Liter-Kochtopf. Der ist so schön hoch, dass es garantiert keine Geleespritzer an den Wänden gibt und gleichzeitig sehr breit, so dass die Flüssigkeit gut einkochen kann.

In der Küche schließe ich das Smartphone an den Bluetooth-Lautsprecher an und suche mir eine fröhliche Playlist aus. Dann baue ich die Zitruspresse auf die Küchenmaschine, hole Orangen aus dem kühlen Vorbau* und lege los. Erstmal eine oder zwei Bioorangen heiß abwaschen und mit einem Zestenreißer von der äußeren Schale befreien, die brauche ich später noch.

Dann so viele Apfelsinen auspressen, dass 750 ml Saft entsteht. Manchmal presse ich auch noch eine Limette dazu, wenn ich gerade eine habe.

Der Saft wird mit einem Paket 2.1-Gelierzucker aufgekocht und 4-5 Minuten bei ständigem Rühren sprudelnd weitergekocht. Kurz vor Ende der Kochzeit gebe ich die Zesten dazu und für eine intensivere orange Farbe ein Schnapsgläschen Campari oder Granatapfelsirup, je nach Geschmack und Vorliebe. Wenn die Gelierprobe nach meiner Vorstellung ausfällt, fülle ich das Gelee zügig in die vorbereiteten (das heißt heiß ausgespülten) Gläser und verschließe sie fest. Auskühlen lassen und am liebsten auf frischen Brötchen genießen. Aber auch in Quark oder Joghurt gerührt mit etwas (selbstgemachtem) Knuspermüsli lecker. Das tröstet dann auch darüber hinweg, dass nach dem Kochen der Vitamingehalt vermutlich doch eher übersichtlich ist😉.

Nachkochen erwünscht. Guten Appetit und bleibt gesund!

(288 Wörter)

*Vorbau: so heißt bei uns in der Familie schon seit Generationen etwas, das auch als (Hauseingangs-)Erker oder Windfang bekannt ist. Denn er ist eben vor das Haus vorgebaut. Da er zwar geschlossen, aber nicht isoliert ist, kann ich ihn im Winter immer sehr gut als begehbaren Kühlraum benutzen, das ist echt praktisch.

Unberechenbar -3.1.2021

|Werbung, unbezahlt|

abc.etüden 2021 01+02 | 365tageasatzaday

Zu Beginn des neuen Jahres verbinde ich wieder das Angenehme mit dem Nützlichen. Bei Christiane gibt es wieder neue ABC-Etüden und nach längerer Pause bin ich mal wieder dabei. Ich versuche die Herausforderung zu meistern, die Wortspende von Ludwig Zeidler ( Zetermodio, weichmütig, backen) mit meinem Lesetagebuch in Einklang zu bringen. Ich musste glücklicherweise nur ein ganz kleines bisschen um die Ecke denken. Wie es mir gelungen ist, mögen andere beurteilen😉:

Der Technikwahn hat sich in unser Leben eingeschlichen. Immer schneller kommt immer leistungsstärkere Technologie auf den Markt. Die Technik um der Technik willen führt einerseits zur Entfremdung, andererseits zur Verselbständigung des Technikglaubens. Selbst hochkomplexe Börsenvorgänge werden inzwischen von Software erledigt, viel schneller, als die bestens ausgebildeten Analysten nachvollziehen können. Wenn dann in einer Software ein Fehler steckt, suchen die Menschen aber trotzdem ganz weichmütig bei sich selbst das Fehlverhalten (Irgendwie stimmt es ja auch, der Fehler sitzt immer vor dem Bildschirm, die Frage ist nur, vor welchem? Weiser Ausspruch meines softwareentwickelnden Ehemannes)

 Zu denken gibt mir der Satz „Die Vielfalt der Möglichkeiten, die uns die Digitalisierung schenkt, bedeutet in anderen Bereichen unseres Lebens auch einen Verlust an Vielfalt – und eine Vereinheitlichung des Lebens.“ (S. 40/41) Ein ganz profanes Beispiel ist die Verengung der Meinungsvielfalt, die mir in „sozialen“ Medien angeboten wird, ich komme aus meiner Filterblase kaum noch raus, weil mir nichts anderes vorgeschlagen wird. Dagegen finde ich es ja noch erheiternd, dass mir der Algorithmus des großen amerikanischen Krämerladens einen blauen Gartenschlauch ans Herz legen will, weil ich mich mal für Bücher über Patchworknähen interessiert habe…

Weiter geht es mit dem Streckengeschäft. Was das ist? Große und kleine Geschäfte haben immer weniger Lagerplatz, weil der teuer ist und eingelagerte Ware einen hohen Finanzeinsatz bedeutet. Immer mehr wird „just in Time“ geliefert, was im Endeffekt nichts anderes heißt, als dass unsere Kochtöpfe, Kameras oder Autoersatzteile in Sattelzügen gelagert sind und unsere Autobahnen, Rastplätze, Bundesstraßen etc. verstopfen. Die Auswirkungen dessen spürten wir letzten Frühjahr, als das Klopapier auf einmal überall war, nur nicht in den Regalen der Geschäfte. Folge: Alle schrien Zetermordio und wenn dann mal tatsächlich was zu bekommen war, wurde gehamstert. Ähnlich sah es bei Mehl und Hefe aus. Wir können mindestens noch das komplette Jahr 2021 Brot backen!

300 Wörter

Wenn ihr neugierig geworden seid:

Harald Lesch/Thomas Schwartz, Unberechenbar – das Leben ist mehr als eine Gleichung, Herder Verlag, ISBN 978-3-451-39385-3, € 18,- (Österreich € 18,60) [Und nicht vergessen: bitte beim lokalen Buchhändler eures Vertrauens bestellen😉]

Gerümpel

Zur Schreibeinladung von Christiane geht es hier:

Die Wortspende kommt von Books2Cats und lautet: Geräteschuppen, kupferfarben, feiern.

Endloses Tröpfeln. Sicher, es ist notwendig, und irgendwie freut sie sich auch darüber. Dann wächst das Gemüse im Garten und die Zisterne füllt sich auch mal wieder. Aber die Untätigkeit macht ihr zu schaffen. Für eine halbe Stunde ist es ja auch entspannend, dem Regen zuzuschauen, zu sehen, wie das staubige Grau sich langsam von den Blättern der Bäume abwäscht. Aber so ein ganzes Wochenende hält sie das nicht durch.

„Du sag mal, wenn es in den nächsten Tagen sowieso regnet, könnten wir doch mal den Geräteschuppen aufräumen.“ – „Och nee, muss das sein? Ich habe mich so gefreut, endlich diesen dicken Schinken zu Ende zu lesen…“ seufzt er aus dem Lesesessel. Er mag es nicht, mit solchen Hauruck-Aktionen überrascht zu werden. Aber wann wäre jemals der richtige Zeitpunkt? Etwas genervt dreht sie sich um. „Ich kann es ja auch allein in Angriff nehmen, aber zumindest bei diesem unförmigen kupferfarbenen Gestell musst du mir wirklich zur Hand gehen. Du warst so stolz damals, als du es in dem Kunsthandwerkerkurs zusammengelötet hast, weißt du noch? Wir haben sogar alle unsere Freunde eingeladen, weil du es geschafft hast, ohne dich zu verletzen. Wir mussten das ganz einfach feiern! Aber wenn es jetzt seit Jahren nur noch im Schuppen steht und Platz wegnimmt, dann kann es genauso gut weg!“

Er versinkt immer tiefer im Sessel. Ja, das war sein einziger Ausflug in die praktische Ausübung einer handwerklichen Tätigkeit. Und es hat sogar Spaß gemacht. Aber er ist nun mal ein Mann des gedruckten Wortes. Ob sie ihn für einen Versager hält? Weil er virtuos mit Worten jonglieren kann, aber ansonsten zwei linke Hände hat?

Sie schaut liebevoll, nachsichtig lächelnd. Sie kennt und liebt ihn so. Dann fragt sie eben den Nachbarn. Als Gurkengestell taugt das merkwürdige Teil bestimmt noch, wenn es erstmal draußen ist…

(exakt 300 Wörter)

ROYUSCH-UNTERWEGS

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Kommunikatives Lesen

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Gnubbels kleine Gedankenwelt

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"Bücher bieten keine wirkliche Rettung an, aber sie können den Geist davon abhalten, sich wund zu kratzen." - David Mitchell

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Naturgeflüster

Impulse für ein natürliches Leben mit einer seltenen Erkrankung

Taufrisch war gestern

Birgit Jaklitsch: Journalistin, Bloggerin, Autorin

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Vorstellung meiner Bücher - Blog: Romanti(c)ker

Linsenfutter

Tier-, Naturbeobachtungen und mehr. Als Hobbyfotograf berichte ich. Stets suche ich Futter für die Linse meines Fotoapparates.

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Hinter den Türen der Stadt

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Burning Paradise.

- Wie konntet ihr das zulassen? - oder - Chronik eines angekündigten Untergangs. -

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