2. Dezember

Macht die Tore weit und die Türen in der Welt hoch, dass der König der Ehre einziehe!

Dies ist Psalm 24,7. Wer kennt nicht das Weihnachtslied „Macht hoch die Tür, die Tor macht weit, es kommt der Herr der Herrlichkeit…“

Was macht diesen König denn so „ehrenvoll“, dass wir Menschen die Türen und Tore ganz besonders weit öffnen sollen? Denn der Psalm wird David zugeschrieben, der allgemein anerkannt einer der größten Könige Israels war. David gibt auch selbst die Antwort: Es ist der Herr Zebaoth (übersetzt: der Herr der Heerscharen). Zur Zeit des Alten Testaments war dies ein Ehrenname Gottes, der seine Alleinstellung ehrfürchtig betont.

Auch David war schon klar: Selbst der mächtigste und angesehenste weltliche Herrscher kann mit Gott, dem Schöpfer nicht mithalten. Ich wünsche mir, dass einige der heutigen „Mächtigen“ hierüber ernsthaft nachdenken würden.

Und: Es macht einen Unterschied, ob ich mich selbst überschätze oder ob ich anerkenne, dass in meinem irdischen Leben, egal wie wichtig ich bin, Grenzen gesetzt sind. Es entlastet ungemein, wenn ich weiß, ich muss mich nicht anstrengen, um Erste, Beste, Einzige zu sein. Ich darf mich vielmehr darauf verlassen, dass ich unter solchem Leistungsdruck nicht stehen muss.

 

1. Dezember – 1. Advent

In meinem virtuellen Adventskalender geht es in diesem Jahr um die Adventsverheißungen in der Bibel. In der Annahme, dass längst nicht jeder die Bibel komplett durchgeschmökert hat (ich auch noch nicht), möchte ich hier an dieser Stelle einfach mal kreuz und quer durch das Alte und Neue Testament einige Passagen herausheben. Das Konzept ist nicht auf meinem Mist gewachsen, sondern unser Pastor hat vor einigen Jahren zu Beginn des Advents Listen mit den Textstellen verteilt, und seitdem begleiten sie mich jedes Jahr wieder.

Vorweg folgendes: Ich benutze hier meist die Übersetzung „Hoffnung für Alle“, denn es ist eine Ausgabe in heutiger Sprache, die auch für Bibelanfänger gut verständlich ist. Ausnahme: die Psalmen werde ich der Lutherbibel 2017 entnehmen. Denn für diese poetischen Gebete des alten Israel ist die kräftige und doch lyrische Sprache Luthers bis heute einfach nur schön!

Und, auch ganz wichtig: Meine Kommentare sind keine offizielle „Lehrmeinung“ einer Kirche. Sie sind nicht einmal immer theologisch „korrekt“. Sondern sie spiegeln wider, was im Augenblick des Schreibens meine Gedanken dazu sind. Das kann heute ganz anders aussehen als morgen oder nächstes Jahr. Denn die Beschäftigung mit der Bibel ist eine lebendige Sache. Es ist eine Entwicklung, und manches verstehe ich in meiner aktuellen Situation einfach (noch) nicht. Das Verständnis wird aber irgendwann kommen, wenn es „dran“ ist.

Also, los geht’s:

Freut euch, ihr Menschen auf dem Berg Zion, jubelt laut, ihr Einwohner von Jerusalem! Euer König kommt zu euch! Er ist gerecht und bringt euch Rettung. Und doch kommt er nicht stolz daher, sondern reitet auf einem Esel, ja, auf dem Fohlen einer Eselin!

Das schreibt der Prophet Sacharja (Kap. 9, Vers 9), der ungefähr in der Zeit ab 520 vor Christus wirkte. Bereits zu dieser Zeit, einige Generationen ehe es tatsächlich soweit war, hatte Sacharja gewusst, dass einmal einer kommen wird, der das Königtum ganz anders interpretiert als es bisher der Fall war. Und er kannte das halb-öffentliche Verkehrsmittel, welches dieser König für seinen Einzug nutzen würde.

Ich finde das total genial. Ja, ich kenne auch die Einwände: Jesus war gläubiger Jude, er kannte die Schriften des Alten Testaments, na klar nahm er den Esel.

Und denke dann: Schade, wir aufgeklärten Menschen des 21. Jahrhunderts, warum können wir ein Mysterium nicht einfach mal als solches im Raum stehen lassen? Warum können wir uns nicht einfach mal auf etwas einlassen, das nicht rational wegerklärt werden kann oder muss? Denk doch mal darüber nach…

Vorfreude – ich starte in den Advent

Am Totensonntag haben Kathrin und ich die ersten Plätzchen gebacken. Den Anfang mache ich immer mit Nussecken. Die sind noch nicht ganz so weihnachtlich. Den Abschluss, erst kurz vor Weihnachten, bildet dann das Walnussmarzipan (aus dem ganz einfachen Grund, dass kein einziges Stück davon Weihnachten erlebt, wenn es schon am 2. Advent in der Keksschale liegt…).

Außerdem habe ich gestern meine kleinen Engelfiguren aus der Holzschachtel geholt, wo sie die meiste Zeit des Jahres schlummern. Wie auf dem Beitragsbild zu sehen ist, sind sie noch nicht ganz ausgeschlafen 😉

Heute haben wir die Krippe vom Dachboden geholt. Jedes Jahr achtet Kathrin darauf, dass in einer bestimmten Reihenfolge vom ersten Advent bis Heiligabend nach und nach die Figürchen den Stall bevölkern.

Ich freue mich darauf, in den nächsten Tagen immer ein wenig adventliches dem Haus hinzuzufügen. Und ich habe mir vorhin gedacht, hier im Blog könnte ich ja eine Art Adventskalender führen. Wie? Lasst euch einfach überraschen….