Mittellandkanal

Das Wasserstraßenkreuz in Minden fasziniert mich seit meiner Kindheit. Mit etlichen Verwandten und Bekannten habe ich seitdem schon Fahrten mit einem Fahrgastschiff dort unternommen, mitsamt Schleusung in die Weser. Natürlich war es ganz besonders spannend, als ich selbst noch Kind war. Aber auch als Erwachsene, die ihren eigenen Kindern dieses technische Meisterwerk nahebringen wollte, fand ich es immer lohnenswert.

Am Mittwoch, den 2. März 2022 sind die Fotos oben entstanden. Ich hatte in Minden eine knappe Stunde Wartezeit und habe das wunderbare Wetter genutzt. Auf den ersten beiden sieht man die alte sogenannte „Schachtschleuse“ mit den imposanten Türmen aus Wesersandstein. Die neue, größere Schleuse ist direkt rechts daneben, fällt aber kaum auf bis auf den grünen Mast, der direkt an der neuen Schleusenkammer steht. Ab Bild 3 ist die Sicht in Richtung Osten, nach Hannover hin. Dort wird die Weser überquert, und zwar gibt es die „Alte Fahrt“ und stromabwärts (links) daneben die „Neue Fahrt“, die notwendig wurde, damit Europaschiffe passieren können (das war auch der Grund für die neue Schleuse). Sieht man auf den Bildern 3-5. Bild 6 zeigt das Frachtschiff, das aus Richtung Hannover kam und dann zur Schleuse abbiegt, weil es wahrscheinlich die Weser abwärts Richtung Nienburg oder Bremen befährt. Es ist zwar ein Schüttgutfrachter, aber etwas zu groß, um weseraufwärts zu fahren.

Auf dem 7. Foto sieht man die „Alte Fahrt“, die nur noch für die Fahrtgastschiffe genutzt wird und ansonsten Trainings- und Regattastrecke für den Bessel-Ruderclub und die Drachenboote der KSG ist. Deswegen ist auf dem kleinen Stichkanal (Bild 8), der zum Pumpwerk (Bild 9+10) führt, ein Sportbootanleger zu sehen. Das Pumpwerk (übrigens ein wunderschönes Industriedenkmal, oder?) sorgt über den Weserdurchstich (Bild 11) für einen gleichbleibenden Wasserstand im Kanal.

Die nächsten Fotos (12-14) zeigen die alte Kanalbrücke, die jetzt bereits seit über 100 Jahren steht und neben dem Kanal auch noch einen Fuß- und Radweg hat. Auf dieser Brücke stehe ich für die Fotos 15-20. Auf Bild 15 blicke ich weseraufwärts, 16 zeigt noch einmal das eigentliche Wasserstraßenkreuz, 17 ist ein Blick nach Süden auf die Porta Westfalica: links davon das Wesergebirge (zieht sich ungefähr bis Hameln) mit dem Fernsehturm, rechts das Wiehengebirge (bis Osnabrück) mit dem Kaiser-Wilhelm-Denkmal. Die Porta Westfalica ist der Durchbruch durch diese beiden Mittelgebirgsketten, wo sich die Weser aus dem Mittelgebirge einen Weg in die norddeutsche Tiefebene bahnt.

Bild 18: Die Weser fließt hier von rechts nach links durchs Bild, der Wasserweg in der Mitte ist die Zufahrt zu den verzweigten Mindener Industriehäfen. 19 und 20 zeigen das Pumpwerk von der gegenüberliegenden Seite. Wunderschön und mit Schachtschleuse und Pumpwerk ein Gesamtbild liebevoller Baukultur ist der Brückenkopf (Bild 21), davon gibt es insgesamt vier Stück. Die Fotos 22 und 23 zeigen nochmals den Stichkanal und die Alte Fahrt, und Bild 24 ist die Ansicht des Ganzen von oben (Quelle: Google Earth).

Es macht Spaß, sich zur Abwechslung mal wieder mit der Geschichte der eigenen Umgebung zu beschäftigen, außerdem macht es mir einmal mehr bewusst, dass es nicht selbstverständlich ist, in Frieden und Freiheit über seine Zeit bestimmen zu können. Gerade in den letzten Tagen ruft es in mir große Dankbarkeit hervor und ich denke, wir alle, die wir den zweiten Weltkrieg nicht miterlebt haben und hier in Mitteleuropa von kriegerischen Auseinandersetzungen weitestgehend verschont blieben, wissen oft gar nicht so recht, was das wirklich wert ist.

Ruckzuck ist November

Wer hat an der Uhr gedreht…?

Auch wettertechnisch. Nachdem wir am Montag aus Schleswig-Holstein teilweise über die Landstraße (wegen mehrerer Staus auf den Autobahnen) bei bestem Caspar David Friedrich-Wetter (bombastisches Licht wie gemalt!) nach Hause gefahren waren, hielt das schöne Herbstwetter vom Wochenende noch am Dienstag an. Mittwoch machte sich die Änderung bemerkbar, heute ist der November endgültig angekommen. Macht aber nichts, das darf er jetzt auch angesichts der vielen Nähprojekte, des unaufhaltsam steigenden Bücherpegels und der bevorstehenden Vorbereitungen für die Adventszeit (Fenster putzen, Spinnen und ihre Netze des Hauses verweisen, Lichterketten suchen und nicht zu vergessen: Backbeginn).

Die letzten Tage habe ich auch noch für eine kleine Digitalpause genutzt, bis meine Schultern und mein Nacken sich wieder von den ungewohnten Tätigkeiten beim Segeln erholt und meine Umgebung das Schwanken eingestellt hatte😅.

Gestern habe ich dann alle Fotos auf der Foto-Festplatte gespeichert, sowohl von der Kamera als auch vom Handy. Mein WP-Tarif lässt leider keine Filme zu, aber die Unterquerung der Fehmarnsundbrücke könnt ihr auf meinem Insta-Account noch finden. Das ist echt ulkig: wenn man auf die Brücke zufährt, hat man erstmal Bammel, mit dem Mast die Brücke einzureißen (Nein, natürlich nicht. Eher bricht der Mast unter der Brückendurchfahrt.) Und dann stellt man fest, dass man locker noch ein paar Meter Platz hat.

Unterwegs habe ich recht wenig fotografiert, sondern einfach nur genossen oder am Ruder gestanden, um ein Gefühl für das Schiff zu bekommen.

Die Marina, also der Yachthafen von Heiligenhafen, war schon deutlich leerer als im Sommer, nur an den ersten Stegen, die vom Charterzentrum belegt sind, lagen noch fast alle Schiffe, weil zum Saisonausklang auch immer Skippertrainings stattfinden. Dort liegt auch die Sterntaler. Der Atmosphäre hat die Übersichtlichkeit keinen Schaden getan und es war nicht so trubelig, was ich als sehr angenehm empfand.

Ich muss ja ganz ehrlich gestehen, dass ich vor dem letzten Winter kaum etwas über Heiligenhafen wusste. Außer dass es den Ort gibt. Zwei Standbeine sorgen für das Auskommen der hübschen kleinen Stadt: Die Fischerei und der Tourismus.

Die Aufnahme von Google Earth stammt vom 1. Juli 2015, da wurde noch heftig Sand bewegt (Oben in der Mitte)

Natürlich gibt es die „Bausünden“ aus den 60er Jahren, die Beton-Bettenburgen, wenngleich nicht so übel wie an anderen Ostsee-Orten. Ich habe mir beim Spaziergang am Binnensee aber auch mal überlegt, dass es einfach damals eine andere Zeit war: Die Menschen in Deutschland kamen wieder zu bescheidenem Wohlstand und lechzten nach Urlaub. Aber campen mit dem Puck oder im Hauszelt in Bella Italia war auch damals sicher nicht jedermanns Sache. Es mussten also schnell Möglichkeiten her, die sonnen- und wasserhungrigen Deutschen unterzubringen in den „schönsten Wochen des Jahres“. Und wer weiß, wie nachfolgende Generationen das sehen, was in den letzten Jahren gebaut wurde. Mir persönlich gefällt es, es ist eine Mischung aus klassischer Bäderarchitektur und amerikanischen Feriensiedlungen, nicht so hoch, besser in die Landschaft eingefügt und es wirkt einfach wertig.

Was ich aber erst bemerkte, als ich am Kopfende der neuen Einkaufsstraße im Feriengebiet am Steinwarder stand und Richtung Kommunalhafen schaute, das war die Sichtachse, die den Raiffeisen-Silo mit der Meereslounge auf der Seebrücke verbindet und genau durch diese Häuserschlucht führt:

Hier bekommt ihr ein paar Eindrücke von Heiligenhafen:

Aber was mich am Wochenende eigentlich am meisten begeistert hat, war die wunderschöne Natur der Ostseeküste. Der Strand, der nicht mehr von Sandburgen und Strandkörben voll war, die Tiere, die sich in aller Ruhe ihren Lebensraum von den vielen Menschen zurückholen, wie zum Beispiel die Möwenparade, die sich abendlich auf dem uns gegenüberliegenden, schon geräumten Steg zum Schlafen einfand, es waren sicher über 100! Sogar Fledermauskästen gab es, da diese an den glatten und nischenlosen Betonwänden der Feriensiedlung keinen Schlafplatz finden können.

Überhaupt, der Strand! Alle Aufnahmen wurden morgens zwischen halb Acht und halb Neun gemacht.

Tja, nun ist die Saison zu Ende, am 1. November wurden die Sanitärgebäude geschlossen, die Stege abgeräumt und Spundwände für den Winter an empfindlichen Stellen aufgebaut. Gerade habe ich noch einen Blick per Webcam riskiert, beim Charterzentrum liegen noch die meisten Schiffe, aber es ist Ruhe eingekehrt.

Auch die Sterntaler wird in den nächsten Tagen ins Winterlager gebracht, bis es Ostern 2022 wieder losgeht. Ach, und wie sieht ein solches Schiff nun von innen aus? Ganz ähnlich wie ein Wohnwagen, nur ohne Räder. Dafür gibt es einen Navigationstisch. Ein kleines Bad ist auch an Bord, mitsamt Dusche.

Übrigens kann sie gechartert werden, als Voraussetzung braucht man den Sportbootführerschein See (weil sie einen Motor hat) und sollte auch Segelerfahrung haben.

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