Eine Lanze für den Einzelhandel

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Heute möchte ich ein paar Gedanken über den (Fach-) Einzelhandel loswerden. Anlass dafür waren die Twitterperlen, die sich gestern unter anderem durch einen Thread über die Unfähigkeit oder den Unwillen des Einzelhandels hervortaten. Obwohl ich dieses Format eigentlich mag und gern lese, habe ich mich ehrlich gesagt etwas geärgert.

Klar, außer in dem einen Laden, in dem ich arbeite, bin auch ich ansonsten Kundin. Und selbstverständlich komme ich auch in Situationen, wo ich denke: „Menschenskind, wenn dich das alles so anwidert, was du hier gefragt wirst, dann hast du eindeutig den Beruf verfehlt!“ Ich kenne Geschäfte, in die ich nicht (mehr) gehe, weil ich dort mehrfach angemault wurde, unzureichende Informationen bekam oder auch schlichtweg ignoriert wurde. Und es gibt einige Dinge, die ich online bestelle, weil ich genau das, was ich suche, vor Ort aus welchem Grund auch immer nicht bekommen kann.

Das muss aber nicht zwingend so sein, weil alle Einzelhändler keinen Bock haben, mir das zu besorgen. Das kann auch tatsächlich mal daran liegen, dass ich gern „karierte Maiglöckchen“ erwerben möchte, die von den Großhändlern, mit denen der fragliche Laden arbeitet, nicht im Programm geführt werden. Kein Geschäft arbeitet mit allen Herstellern oder Grossisten zusammen, die es am Markt gibt. Das wäre schlicht nicht auskömmlich, also finanziell darstellbar. (Ein stationärer Händler muss schließlich seine Miete, Nebenkosten, die Löhne der Mitarbeiter und on top sein eigenes Einkommen sowie die Altersvorsorge erwirtschaften.)

Oder ich möchte gern in Oberbayern etwas kaufen, das normalerweise in den Urlaubsorten an der Küste zuhauf in den Regalen liegt, aber eben in Bayern sonst ein Ladenhüter wäre. Servietten mit „Moin“ und einem Seehund darauf zum Beispiel. An der Küste werde ich dagegen den Filzhut mit Gamsbart vergeblich suchen…
Es kann passieren, dass eine bestimmte Ware nicht lieferbar ist. Weil die Teile für die Herstellung aus Fernost kommen, aber die „Ever Given“ quer im Suezkanal liegt. Weil ein Buch ganz plötzlich auf Platz 1 der Bestsellerliste steht, nachdem die Autorin spontan bei einer Talkshow am Freitagabend das besagte Buch hochgehalten hat und am Samstag alle Leute die Buchhandlungen stürmen.

Ich weiß selbst andererseits auch noch sehr gut, dass ich mich schon 1993 (also vor dem Onlinehandel) geärgert habe, wenn meine kleine Tochter im November Stiefel brauchte und mir im Schuhgeschäft gesagt wurde: „Da hätten Sie aber eher kommen müssen, jetzt sind die schon alle ausverkauft.“ Ich kann doch für ein Kleinkind, dessen Füße mitunter wachsen wie mit Kunstdünger gebadet, nicht schon im September Stiefel kaufen, die im Winter dann am Ende nicht passen! Trotzdem muss ich den Schuhhändlern zugestehen, dass sie den Einkauf für den kommenden Winter bereits im vergangenen Frühjahr tätigen mussten (vielleicht sogar noch früher). Denn die Schuhe müssen ja auch produziert werden. In welchen Mengen, welchen Farben, welchen Größen, damit sie dann auch tatsächlich verkauft werden?

Hier kommt dann spätestens auch die Verbraucherin oder der Endkäufer ins Spiel: Ware, die letzten Winter übrigblieb, will kaum noch jemand haben. Es gibt andere Farben, neue Disneyfilme, deren Protagonisten auf die Schuhe gedruckt werden (ob das wirklich sein muss, ist noch eine ganz andere Frage, meine Töchter fanden das allesamt total ätzend). Und je öfter ich die Erfahrung gemacht habe, dass kurz vor Eintritt einer bestimmten Situation die benötigte Ware nicht verfügbar ist, desto eher schätze ich als Mutter oder Vater tollkühn die Entwicklung der Körpergröße meiner Sprösslinge…
(Außer bei Schulbüchern. Da weiß ich recht zuverlässig, dass jedes Jahr dieselben Familien sich darüber beschweren, wenn drei Tage vor Schuljahresbeginn die gefragtesten Bücher nicht lieferbar sind. So lange, bis auch das jüngste Kind die Schule hinter sich hat…)

Also: es ist nicht so einfach, und es ist nicht schwarz-weiß. Es gibt unendlich viele Kombinationen von „es geht einfach gerade nicht“ und „ich will nicht“, die da zusammenkommen können. Das kann auch mal eine durchwachte Nacht mit zahnendem Baby, eine geprellte Schulter oder eine schlechte Nachricht im privaten Umfeld sein. Also Dinge, bei denen sich jeder und jede Betroffene etwas Verständnis wünscht.
Manchmal ist es tatsächlich eine grundsätzliche Inkompatibilität von Verkäufer und Käufer, auch das gibt es. Aber einfach zu behaupten, dass im deutschen Einzelhandel nur blöde Tussen arbeiten, die in Angst um ihre Raubtierfingernägel verharren, rechthaberische Ignoranten, die noch nie etwas von Kundenorientierung gehört haben oder ähnliches, das geht gar nicht.
Nicht mal so selten sind es zunehmend auch Kunden, die sich nicht wie Könige, sondern wie Despoten oder schlecht erzogene Rotzlöffel verhalten. Oder die sich nicht zu schade sind, jemandem seinen Beruf erklären zu wollen, der ihn schon seit Jahren erfolgreich und mit viel Herzblut ausübt.
Im Endeffekt möchte doch niemand von uns, dass vollkommen fachfremde Menschen uns erzählen, wie wir unseren Job auszuüben haben, egal ob wir im Einwohnermeldeamt, in der Sparkassenfiliale, beim Sanitärinstallateur, einem Medienunternehmen oder bei der Müllabfuhr arbeiten. Oder? Wie man in den Wald hineinruft, so schallt es meist heraus.

Zum Schluss noch eine Bemerkung zu einem amerikanischen Gemischtwarenkrämer, der angeblich alles immer sofort und in Superqualität liefern kann: Der ist erstens nicht darauf angewiesen, mit genau einer Branche auskömmlich zu arbeiten, hat außerdem wenig gut eingearbeitetes Fachpersonal, sondern verlässt sich statt auf persönliche Beratung lieber auf Kundenrezensionen (die dann auch noch häufig gefaked sind) und genießt eine Marktmacht, die es ihm erlaubt, auf Großhandelslager allerorten zurückzugreifen, deren Betreiber ihm das Erstverkaufsrecht einräumen (müssen oder katzbuckeln, darüber kann man geteilter Meinung sein), so dass der Fachhandel schon allein deswegen mitunter in die Röhre guckt.
Wie gesagt, auch ich habe mich schon das eine oder andere Mal durchgerungen und dort etwas bestellt, was ich sonst nirgends bekam. Aber man muss wissen, worauf man sich einlässt und darf nicht denken, dass dort die pure Menschenfreundlichkeit herrscht.
Onlineshops findet man spätestens seit Corona übrigens auch bei kleinen lokalen Händlern. Und statt sich darüber lustig zu machen, dass diese, die oft aus der Not geboren, etwas unbeholfen daherkommen, kann man ja auch einfach mal sagen: „Schön, dass ihr diesen Service bietet. Wenn ihr den jetzt noch um … erweitern könntet, wäre es super.“

Ach übrigens: Ihr habt vermutlich schon vom Papiermangel im Buchhandel gehört. Der hat unter einigem anderem als Grund, dass es Papierfabriken gibt, die während der Pandemie auf Verpackungsmaterial (Kartonnagen) umgerüstet haben für den boomenden Onlinehandel. Kein Witz.

Tag 33 – Die Welt neu denken

|Werbung wegen Namensnennung, unbezahlt|

Heute mute ich euch einen älteren Beitrag noch einmal neu zu. Auch mit dem Abstand eines halben Jahres hat sich meine Einschätzung nicht wesentlich geändert, das Buch ist nach wie vor ein wichtiger Impuls. Vor allem ein Impuls, nicht den Kopf in den Sand zu stecken.

Natürlich ist es in der derzeitigen Situation schwierig, sich auch noch auf andere drohende Katastrophen zu konzentrieren neben dem, was uns seit einem Dreivierteljahr in Geiselhaft nimmt. Aber es ist notwendig, denn sonst werden wir in ziemlich kurzer Zeit vom nächsten Szenario überrumpelt. Im Nachgang dessen, was ich im Mai geschrieben habe, möchte ich heute hinzufügen: Leider wird immer noch herumgetüftelt, wie Probleme am besten in den Griff zu bekommen sind. Und leider ist es in manchen Bereichen immer noch so, dass zu sehr auf die Wirtschaft, vor allem die Autoindustrie, geschielt wird, während in anderen Bereichen (alles, was das Leben angenehm macht: Reisen, Gastronomie, Kunst & Kultur) anscheinend relativ bedenkenlos Existenzen aufs Spiel gesetzt werden.

Egal, ob es um die Folgen der Klimakrise oder der Pandemie geht, die Lösung kann und darf nicht sein, gesellschaftliche Gruppen gegeneinander abzuwägen oder gar auszuspielen. Probleme von heute dürfen einfach nicht mehr mit Lösungen von vorgestern angepackt werden. Das Wachstumsmantra funktioniert nicht (mehr).

Bibliografische Angaben im Mai-Beitrag.

40 Tage – 40 Bücher

Nicht nur das Wort Quarantäne bezieht sich auf den Wert 40. Hierbei mussten ursprünglich im Mittelalter die Frachtschiffe 40 Tage vor dem Zielhafen ankern, um sicherzustellen, dass keine Pesterreger dort eingeschleppt wurden.

Die 40 ist aber auch im Christentum eine zentrale Größe: 40 Tage dauert die Fastenzeit vor Ostern, 40 Tage nach Ostern feiern wir Christi Himmelfahrt und 40 Tage hat Jesus in der Wüste gefastet, um nur die wichtigsten Beispiele zu nennen. Böse Zungen behaupten außerdem, dass die Israeliten nur deswegen ganze 40 Jahre durch die Wüste gezogen sind, weil sie von einem Mann angeführt wurden. Eine Frau hätte schon vorher nach dem Weg gefragt… Im Übrigen spielt die Zahl auch in Judentum und Islam eine wichtige Rolle.

Am Sonntag (15.11.) sind es noch 40 Tage bis Heiligabend, daher schreibe ich dieses Jahr keinen Adventskalender, sondern zähle mit Buchtipps rückwärts bis Weihnachten. Diese Aktion ist nicht auf meinem Mist gewachsen, sondern ich habe mich von der Vorsteherin des Börsenvereins des deutschen Buchhandels, Karin Schmidt-Friderichs inspirieren lassen. Das Rad muss ja nicht immer wieder neu erfunden werden. Aber ich freue mich, wenn sich vielleicht einige von euch anstecken lassen oder zumindest neugierig auf die Bücher werden.

Zum ersten Mal werde ich auch medial komplett zweigleisig fahren, auf Instagram wird es täglich einen kürzeren Teaser mit Link auf den Blog geben. Hätte mir vor drei Jahren jemand prophezeit, dass ich mal so etwas machen würde, ich hätte es nicht glauben können.

Tja, und welches Jahr wäre besser geeignet als 2020 für das Lesen? Leider muss vieles ausfallen, was wir sonst so vor Weihnachten tun: Das Hetzen von einem Weihnachtskonzert zum anderen, alternativ das Abwägen, welches denn besser zum eigenen Musikgeschmack passt, um noch in den übervollen Terminplan gequetscht zu werden. Jeder Gang in die Innenstadt wird sorgfältig bedacht, um die Infektionsgefahr niedrig zu halten – wie wohltuend für die eigenen Ohren, wenn wir nicht an einem Nachmittag zum drölfzigtausendsten Mal „Last Christmas“ im blechernen Kaufhaus-Sound hören müssen. Das kollektive Glühwein-mit-Schuss-Trinken auf dem Weihnachtsmarkt entfällt ebenso wie die alkohollastige Weihnachtsfeier im Betrieb, nach der man sich unbehaglich fragt, ob man den Chef auch am Tag danach noch duzen darf. Ihr merkt, es gibt durchaus auch Dinge, die Erleichterung überwiegen lassen, dass sie ausfallen müssen. Trotzdem ist es jammerschade, wie viel Kunst und Kultur uns diesen Winter fehlen wird.

Zumindest für die Buchbranche gilt das aber nicht, denn das Genießen von Büchern kann ganz im Verborgenen stattfinden: In der Ruhe des heimischen Wohnzimmers, gemütlich in eine Decke eingemummelt für sich allein mit dem dicken Schmöker, mit den Kindern gemeinsam auf dem Sofa kuschelnd beim gemeinsamen Entdecken von tollen Bilderbüchern oder auch, wie es bei uns oft stattfindet, in der Küche nach dem Essen ein Kapitel aus einem aktuellen Sachbuch vorlesen, quasi als Dessert (bei geschickter Auswahl verdirbt man sich auch nicht den Magen, sondern diskutiert im Gegenteil anschließend die Kalorien des Auflaufs gleich wieder ab😂).

Also, tägliches Date ab Sonntag, schnappt euch einen Kakao, Kaffee oder Tee und taucht ab in die Welt der Bücher.

Ach übrigens: Ich bemühe mich, lieferbare Titel vorzustellen, im Gegenzug besorgt ihr euch die dann in eurer lokalen Buchhandlung, okay? Denn die sorgt mit ihren Steuerzahlungen dafür, dass in eurer Stadt die Lichter nicht gänzlich ausgehen.

PS: Obwohl ich jeden Beitrag als Werbung kennzeichnen werde, kaufe ich meine Bücher weiter selbst. Ich bewahre damit meine Unabhängigkeit, so wie ich sie verstehe und außerdem bin ich ja nicht nur Bloggerin, sondern auch Händlerin. Damit ist mir der Handel natürlich näher. Und den gilt es, zu unterstützen.

30 Days Book Challenge – Tag 1

Auf dem Umweg über Christiane bin ich auf die Challenge von Ulrike gestoßen. Ich bin noch nicht ganz sicher, ob ich es jeden Tag schaffe, aber ich versuche mich mal daran, schließlich habe ich einen Ruf als Buchhändlerin zu wahren (wenn ich auch seit längerem nicht mehr im, sondern für den Buchhandel arbeite). Auf jeden Fall danke für die Anregung, sich mal wieder mit den literarischen Weggefährten zu beschäftigen!

Und hier kommen die Aufgaben:

Ein Buch aus meiner Kindheit. Hm. Eins? Oje. Also, erstmal fasse ich den Definitionszeitraum „Kindheit“ etwas enger, ich beende ihn einfach mal mit der Grundschulzeit. Sonst wird es noch schwieriger. Denn ich lese buchstäblich seit dem ersten Grundschultag.

Als erstes fällt mir „Urmel aus dem Eis“ von Max Kruse ein. Das ist tatsächlich das erste Buch meiner Erinnerung, das ich selbst besaß. Und ich habe es geliebt, es existiert immer noch und ist das zweitzerlesenste Buch in meinem Besitz. (Zu der Nummer eins komme ich im Lauf der Challenge auch noch, versprochen😊) Es hat mir so wahnsinnig viel Spaß gemacht, die sprachlächen Eigenheiten der Täre aus dem Buch in meinen Alltag tschu übertragen, öff öff .Pfade, dass dieses Talent bei meiner Mutter nur so mittelprächtig ankam… Ohoho, öch bön so traurög daröber😂!

Ansonsten habe ich in meiner Lesewut die ganzen alten Bücher meines Bruders gelesen (fast 17 Jahre älter als ich): Karl May rauf und runter, Lederstrumpf und Konsorten, Ivanhoe, Burg Schreckenstein, Lassie und Rin Tin Tin. Später kam dann zum Glück auch noch zeitgenössische Kinderliteratur wie zum Beispiel von Otfried Preußler dazu.

Für heute war es das, ich brauche ja noch ein paar Themen für die nächsten 29 Tage…

Frauen und Männer, Bücher und Glaube

Witzig. Bis eben wusste ich nicht WIE VIEL diese beiden Karten miteinander zu tun haben…

Ich liebe Bücher. Als Buchhändlerin wäre es ausgesprochen dämlich, es nicht zu tun. Man wird ja auch nicht Koch, wenn man keinen Wert auf gutes Essen legt, oder?

Jedenfalls mag ich dieses Fenstermotiv sehr gern. Ich mag nur nicht die Vorstellung, jedes Mal die ganzen Bücher wegzuräumen, wenn das Fenster geputzt werden muss… Die Besitzer dieses Hauses zeigen schon ziemlich offensiv nach Außen, wofür ihre Herzen schlagen. Sogar auf eine Weise, dass auch die Buchtitel von außen lesbar sind. Cool.

Zeigen wir immer der Öffentlichkeit, was uns wichtig ist? Sei es die Beziehung zu Partner oder Partnerin, sei es die Liebe zu unseren Kindern oder Freunden. Oder auch das Vertrauen in Gott und Jesus?

Es gab eine Zeitlang immer wieder Bücher, die das Verhältnis von Frauen und Männern zum Thema hatten: „Männer sind vom Mars, Frauen von der Venus“ zum Beispiel. Oder „Warum Männer nicht zuhören und Frauen schlecht einparken“. Und viele andere. Schon an den Titeln ist es zu erkennen, es wird genussvoll mit Klischees gespielt. Dabei wissen wir alle ja eigentlich ganz genau, dass das Leben viel bunter ist als jedes Blau/Rosa-Klischee uns weismacht.

Ähnlich ist es auch mit der Textaussage auf der unteren Karte. Fällt Frauen das Glauben denn tatsächlich leichter? Oder gehen sie offener mit dem Thema um?

In der Jugendarbeit merke ich, dass es um die Zeit der Konfirmation herum anscheinend für Mädchen einfacher ist, ihrem Glauben Ausdruck zu verleihen. Auch im Sonntagsgottesdienst sitzen häufig mehr Frauen als Männer. Andererseits kommt es mir so vor, als ob in den Leitungspositionen der Kirchen (nicht nur bei den Katholiken) immer noch mehr Männer als Frauen zu finden sind. Also, so ganz eindeutig kann man es einfach nicht sagen. Auch hier gilt wohl: Jeder Mensch hat seine eigenen Ausdrucksweise. Und die orientiert sich sicher eher an der persönlichen Prägung des Menschen als am Geschlecht.

Und jetzt du…

Bild- und Textkarten: ©Neukirchener Verlag (Bibliographische Angaben siehe Beitrag „Talk-Boxing“)

Bücher Beim Buchhändler

Das dreibogige „B“, das für diesen Slogan stand, war in den 80er Jahren des letzten Jahrhunderts, als ich meine Ausbildung gemacht habe, das offizielle Logo des Buchhandels.

Augenblicklich mussten alle Buchhandlungen schließen, bis auf Berlin und Sachsen-Anhalt. Allerdings haben die meisten lokalen Buchhändler inzwischen auch Onlineshops und sehr gute Websites oder Instagram-Accounts, häufig mit den persönlichen Empfehlungen der dort angestellten Buchhändler*innen. Wenn ihr also akuten Mangel an Lesestoff habt, dann ist es an der Zeit, eure örtliche Buchhandlung (wieder) zu entdecken. Bestellte Bücher werden meist kostenfrei verschickt, aber selbst, wenn Porto fällig wird, ihr sorgt mit euren Bestellungen dafür, dass ihr auch nächstes Jahr hoffentlich noch eure Bücher vor Ort einkaufen könnt.

Viele Buchhandlungen liefern auch mit eigenen Lastenfahrrädern innerhalb des Ortes umweltfreundlich aus. Probiert es einfach, ihr werdet positiv überrascht sein. Meine Kolleginnen und Kollegen freuen sich nämlich, wenn sie jetzt nicht nur mehrere Wochen lang Regale putzen müssen.

(Spoiler: In der Branchenpresse habe ich gerade gelesen, dass der große amerikanische Gemischtwarenladen, der mal als Online-Buchhändler an den Start gegangen ist, zurzeit vor allem Haushaltswaren und Sanitätsprodukte ausliefert und alles andere zurückstellt.)

Übrigens: Was für Bücher gilt, gilt auch für die meisten anderen Dinge. Klar hat man jetzt vielleicht viel Zeit für Online-Shopping. Aber stell dir vor, wenn das Leben dereinst wieder seinen gewohnten Gang geht, bleiben die Innenstädte so leer wie sie jetzt hoffentlich sind. Weil die Geschäfte dichtmachen müssen. Dann macht es auch keinen Spaß mehr, dort im Eiscafé zu sitzen. Alles, was ihr jetzt nicht unbedingt braucht, schreibt euch auf, und dann unterstützt den örtlichen Einzelhandel, wenn es wieder möglich ist. Denn dort arbeiten die Menschen, mit denen ihr euch auch zum Sport trefft, die in eurer Gemeinde falsch singen, die Ihr samstags im Kino seht.

Und die örtlichen Geschäfte zahlen in eurer Stadt Gewerbesteuer, die das öffentliche Leben wie Schwimmbäder, Museen, Theater usw. finanziert.

(Titelfoto: 123gif.de)

Buchhändlerkrankheit

Ich habe lange nicht über Bücher geschrieben. Das heißt aber nicht, dass ich nicht lese…

Meinen aktuellen Stapel der Bücher, die ich durchlese, aus denen ich mir Infos hole, die ich angefangen habe, die meine Wartezimmerlektüre sind oder die schlicht noch darauf warten, dass sie an der Reihe sind, siehst du auf dem Foto.

Zu manchen kann ich sagen: eure Zeit kommt noch. Zum Beispiel „Teufelskrone“ von Rebecca Gablé. Das habe ich mir nach Erscheinen sofort für den Herbsturlaub gekauft, aber dann vor lauter schönem Wetter, Hunderunden, guten Gesprächen usw nicht geschafft. Und nun habe ich beschlossen, alle Waringham-Bücher erst noch mal als Hörbücher (super bei Hausarbeit, Kochen und Backen!) der Reihe nach durchzuhören, ehe ich mich daran mache.

Oder „Origin“ von Dan Brown. Das hat uns unser zukünftiger Schwiegersohn schon vor einiger Zeit geschenkt und ich freue mich auch schon darauf, aber für Dan Brown muss ich in einer besonderen Stimmung sein (Ehrlich gesagt, in den üblicherweise genutzten Online-Kanälen kursieren zurzeit so viele erdachte Verschwörungstheorien, dass die literarischen noch etwas warten müssen…)

„Das Weihnachtsdorf“ von Petra Durst-Benning werde ich, wie es sich gehört, auch an Weihnachten lesen. Und ich werde es mit Tee oder Kakao und Plätzchen regelrecht zelebrieren. Im Schaukelstuhl oder im Ohrensessel. Weil die Maierhofen-Romane einfach nur die Seele streicheln und guttun.

„Landleben“ von Hilal Szegin habe ich bereits angefangen und mit Vergnügen zur Hälfte gelesen, bis dann aber

„Die Geschichte der Bundesrepublik Deutschland“ von Christian Henrich-Franke dazwischenkam. Daraus brauchte ich eigentlich „nur“ einige gezielte Informationen zur Wirtschaftswunderzeit, allerdings konnte ich es nicht lassen, mich daran festzulesen. Das ging so lange gut, bis ich in einer Zeitschrift („Joyce“) auf eine Anzeige stieß, die mich regelrecht triggerte:

„Warum ich da noch hingehe“ von Christina Löffler, eine der Gründerinnen der Jesus Freaks. Mitunter frage ich mich ja auch, warum ich so stur an meiner Gemeinde festhalte. Ist das schon vorgezogener Altersstarrsinn oder ist die Ortsgemeinde, auch wenn man sich des Öfteren aneinander reibt (was durchaus auf Gegenseitigkeit beruht), doch für mich der beste Weg, meinen Glauben zu leben und auch weiterzuentwickeln?

Zwischendurch wurde ich konsumbockig (nur nicht bei meinen Bücherkäufen), die Ergebnisse hießen „Ich kauf nix“ von Nunu Kaller und „Ökofimmel“ von Alex Neubacher. In diese Kategorie fällt auch „Frag immer erst warum“ von Simon Sinek. Nur von der gegenüberliegenden Perspektive betrachtet. Und weil ich nicht so viele Augen habe wie die Kartoffeln in meinem Keller, geschweige denn so viel Hirn, um alles gleichzeitig aufzunehmen, warten die drei noch darauf, dass ich mich weniger über solche Marketingstrategien wie „Black Friday“ und „Cyber Monday“ aufrege!

„Digitale Fotografie“ ist eher ein Nachschlagewerk, das nutze ich gezielt, um aus meiner Kamera rauszuholen, was sie alles kann und ich hoffentlich auch in der Lage bin, umzusetzen…

Irgendwann in diesem Herbst fing ich an zu zweifeln, ob ich mit den Impulsen im Jugendgottesdienst die jungen Leute auch wirklich erreiche, ob mein Handwerkszeug reicht und was mir sonst noch dabei helfen könnte. Auf der Suche stieß ich auf den Titel „Einladend predigen“ von Hermann Brünjes. Was soll ich sagen, es hilft mir vor allem bei der Selbstreflektion. Ist das, was ich sage, die Weitergabe des Wortes Gottes oder pflege ich nur meine sozialromantischen Utopien, die ich weitergebe? Denn letzteres ist zwar verständlich, aber nicht das, was an der Stelle im Gottesdienst erfolgen soll. Spannend!

„Schluss mit dem täglichen Weltuntergang“ von Maren Urner wollte eigentlich Edgar haben, wir mussten auch lange darauf warten, weil nach diversen Talkshows das Buch erstmal nachgedruckt werden musste. Leider teilt es noch das Schicksal einiger anderer Bücher: Die medialen Tagesdosen an Hiobsbotschaften und der Sagbarkeit des Unsäglichen lähmen. So sehr, dass dieses Buch auch noch in der Warteschleife hängt. Wie gesagt, Augen und Hirn und so…

Meine „Hoffnung für Alle“-Bibel begleitet mich täglich. Wenigstens momentan, wegen des Adventskalenders. Ich gestehe aber bereitwillig, dass ich es übers Jahr oft nicht schaffe, mir täglich eine Zeit dafür zu reservieren. In der letzten Konsequenz bin ich nämlich zu häufig inkonsequent 😛

Finale!

Meine derzeitige Bettlektüre: „Muttertag“ von Nele Neuhaus. Immer wieder genial finde ich ihre Kriminalfälle, die sich stets mit aktuellen gesellschaftlichen Themen beschäftigen. Mit sympathischen Ermittlern, die auch alle ihre Macken haben, aber nicht so überspitzt gezeichnet sind wie einige Fernsehkollegen, die gefühlt seit zwei Jahren alle mehr oder weniger leicht autistisch veranlagt sind. Sondern ganz so wie Durchschnittsmenschen. Amüsant liest sich dann zum Beispiel die kleine Episode, wo geraten wird, die Kollegin Ann Kathrin Klaasen aus Ostfriesland (Klaus-Peter Wolf, die Ostfriesenkrimis…) einzuschalten. Auch hat Nele Neuhaus ihre Hausaufgaben gemacht und flicht immer mal wieder Hinweise auf spektakuläre Kriminalfälle der letzten Jahre in die Handlung ein. Und: Sie ist eine Mutter-Kind-Autorin. Ich mag die Krimis, Kathrin hat die Pferdebücher verschlungen.

Das war er, mein literarischer Rundumschlag zum Ende des Jahres 2019. Ich bin schon megagespannt, was das nächste Jahr bringen wird…

 

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