Schreiben in Cafés

Das Buch habe ich mir bestellt, nachdem ich das Foto von dem Buch beim Aufräumen der Handyfotos wiedergefunden habe. Ich freue mich schon sehr darauf, es zu lesen, hoffe ich doch unter anderem auf Inspiration und vielleicht auch ein klitzekleines bisschen Handwerkszeug.

Es heißt ja, dass es ohne Cafés keinen Harry Potter geben würde, weil J.K. Rowling dort ihr erstes Manuskript auf Servietten schrieb. Ok, das stelle ich mir sehr unkomfortabel vor, schon wegen der Papierqualität… Schreibpapier kann ich also ohne Weiteres selber mitbringen.

Schwieriger finde ich die Tatsache, dass die Café-Dichte ständig abnimmt. Nicht nur durch Corona, in Minden habe ich es vorher schon erlebt, dass Cafés geschlossen wurden, und wenn denn in den Räumen wieder Gastronomie einzog, dann oft als Burgerladen oder Tapas-Bar. Und das empfinde ich als Problem. Warum, willst du wissen?

Eine üppige Sahnetorte oder auch gedeckten Apfelkuchen, eine Waffel mit heißen Kirschen oder Käsekuchen isst man im Allgemeinen gepflegt mit der Gabel, trinkt ab und zu ein Schlückchen Kaffee, Tee oder heiße Schokolade und beobachtet ansonsten interessiert die Umgebung. Das bietet sowohl Inspiration als auch saubere Hände zum Schreiben.

Aber seit 53 Jahren schaffe ich es nicht, einen Burger ohne Zuhilfenahme der Finger zu essen, ehrlich gesagt benutze ich dafür auch nur äußerst ungern Messer und Gabel. Denn wenn ich mir mal einen bestelle, dann reicht nicht die labberige Mekkes-Basisvariante, höchstens 1,5 cm dick und mit nichts als einer Gummibulette belegt, sondern er muss schon üppig gefüllt sein, egal ob fleischig oder vegetarisch. Mit Käse, Tomaten, Gurken, gern auch Aubergine, frischen oder gerösteten Zwiebeln und reichlich Soße plus Senf. Da bräuchte ich statt der Gabel ja schon mindestens eine Mistforke! Und als Messerersatz eine Motorsäge. Also quetsche ich mir die Dinger halt zwischen die Pfoten, da besteht wenigstens die reale Chance, dass er nicht komplett auseinanderrutscht, weil ich alle Finger zum Käfig um den Burger forme. Dazu Pommes, die ich ebenso immer noch am liebsten infantil mit den Fingern in den Ketchup tunke. Wie soll ich denn dabei schreiben oder erst recht Leute beobachten, ob die sich beim Essen genauso doof anstellen wie ich?

Also, ich werde als erstes mal die Eiscafés auf ihre Tauglichkeit als Schreibstuben testen, ehe die Spezies der italienischen Eisverkäufer zum Überwintern in den Süden zieht (Ich kann sie gut verstehen, schließlich hatten sie ja außer viel Arbeit vor allem mitunter über alles meckernde Deutsche im Sommer.) Mit dem Buch, einer Kladde und einem flüssig schreibenden Stift. Mal schauen was dabei herauskommt, ich berichte dann später…