7. Dezember – Buch-Adventskalender

„Absolut alles über die französische Küche“ verspricht der Untertitel. Auch nach intensiver Durchsicht inklusive Wasser-im-Mund-zusammenlaufen vermag ich nicht zu beurteilen, ob es tatsächlich alles ist, was in diesem Buch an Wissen versammelt ist, aber es ist eindeutig eine ganz Menge.

Geschichte(n) rund um eine ausgewiesene Lieblingsbeschäftigung der Franzosen, Rezepte, Warenkunde, appetitanregende Fotos und vieles mehr erwartet alle LiebhaberInnen der echten französischen Küche. Natürlich auch Porträts der französischen Spitzenköche oder Küchen-Lifehacks, die deutsche Amateure ins Staunen versetzen. Das Buch ist ziemlich genial zusammengestellt, die Abwechslung aus Information, Genuss und Anekdoten macht riesigen Spaß. Dem vielfältigen und umfangreichen Inhalt entsprechend ist es ein sehr „gewichtiges“ Buch und hat auch seinen (verdienten) Preis.

Bibliographische Angaben: François-Régis Gaudry & Freunde, Die Gourmet-Bibel Frankreich, Christian Verlag, ISBN 978-3-95961-400-9, € 70,-

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Krimi-Urlaub in Frankreich

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Früher waren es lange Zeit die englischen Krimis, die mich begeisterten, zwischendurch machte ich den unvermeidlichen kriminalistischen Ausflug nach Venedig. Die winterlangen skandinavischen Abgründe des Menschlichen konnten mich nie so richtig überzeugen, die sind mir meist zu düster. Und nach langer Abstinenz von allem, was mit Mord und Totschlag zu tun hatte, zog mich Frankreich an. Zunächst das Perigord, dann die Bretagne und seit einigen Monaten mache ich jetzt mit Commissaire Duval die Côte d’Azur unsicher.

Auf die Bücher gestoßen bin ich über einen Umweg, denn zunächst hatte ich von der Autorin etwas ganz anderes gelesen und bin dabei auch auf ihre Krimis neugierig geworden. Diese spielen in Cannes, wo Christine Cazon auch wohnt. Die Stadt kannte ich bisher nur von den Filmfestspielen, nun lerne ich sie auch von einer ganz anderen, weniger glitzernden Seite kennen, aber gleich der erste Fall für den Commissaire findet immerhin im Dunstkreis des Festivals statt.

Außer dem Lokalkolorit (Ähm, ich habe da eine ganz neue Eigenart entwickelt, ich schaue mir die Orte per Google Earth von oben an. Gilt das schon als neurotisch oder ist das noch ein Spleen?) gefällt mir die Person des Commissaires, er ist ein ziemlich normaler Mensch für einen Krimiprotagonisten. Klar, er trägt seine kleinen Baustellen mit sich herum, aber alles im Rahmen. Und sie nehmen nicht zu viel Raum ein in der Handlung.

Bemerkenswert finde ich es, dass in französischen Krimis das Zelebrieren der Mittagspause mit qualitativ unterschiedlichem Essen, einem Vin du table und dem Kaffee danach mindestens genauso wichtig ist wie die Lösung des Falles. Man muss Prioritäten setzen und es ist ja auch ganz logisch, dass der Verstand nur dann gut arbeiten kann, wenn der Körper ordentlich gefüttert wurde.

Im Laufe der letzten Wochen habe ich mich also durch die ersten drei Duval-Bände gelesen und dabei etwas über die südfranzösische Mentalität gelernt, erfahren, dass Cannes eher eine kleinere Stadt ist (Irgendwie hatte ich immer die gesamte Stadt für so glamourös gehalten wie das Festival. Denkste!) und auch über die Probleme, die Menschen in Südfrankreich beschäftigen. Denn die Konflikte, die auftreten, wenn großer Reichtum auf bittere Armut trifft, konservatives Hinterwäldlertum auf liberale Weltoffenheit und europäische auf nordafrikanische Mentalität, sie werden immer mal wieder ganz beiläufig thematisiert.

Die drei Bücher, die ich bisher kenne, haben mich auf mehr neugierig gemacht und auch mal wieder das Fernweh angeheizt. Ist lange her, dass wir zuletzt in Südfrankreich waren. Die kleinen Dörfer, wilden Bergbäche, die Märkte mit den vielen Düften, Geschmäckern und der Farbexplosion, das würde mich schon mal wieder reizen…

Christine Cazon: Mörderische Côte d’Azur (ISBN 978-3-462-04642-7, €11,-), Intrigen an der Côte d’Azur (ISBN 978-3-462-04751-6, € 9,99), Stürmische Côte d’Azur (ISBN 978-3-462-04883-4, € 9,99), alle Kiepenheuer & Witsch

Zwischen Boule und Bettenmachen

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So ungefähr vor 15-20 Jahren ließ ich öfter mal den Spruch „Wenn es uns hier zu blöd wird, wandern wir ins Périgord aus und züchten Ziegen“. Tja, so schlimm ist es wohl doch nicht geworden, wir sind ja immer noch hier. Das heißt aber nicht, dass ich kein Interesse hätte an Aussteiger-Geschichten. Deswegen griff ich digital zu, als ich die Gelegenheit hatte.

Christine Cazon wollte eigentlich nur ein Jahr Auszeit nehmen, und es verschlug sie ausgerechnet auf einen Biobauernhof in den französischen Seealpen. Mit viel Humor, noch mehr Fragezeichen im Kopf und vermutlich einem „dicken Fell“ lebte und arbeitete sie sich dort ein, verliebte sich dort auch und lebt noch heute in Südfrankreich, wo sie erfolgreich Krimis schreibt. Das Buch ist eigentlich eine Summe ihrer Blogeinträge, die sie für das Print-Format bearbeitet hat. Es hat mir viel Spaß gemacht, vor allem die unfreiwillig komischen Situationen, in die man so als deutsche Frau hineintappen kann, wenn man die Gewohnheiten der Lieblingsnachbarnation nicht so richtig kennt.

Ich war über einige Dinge auch sehr erstaunt, zum Beispiel über den reichlichen Fleischkonsum. Ich wusste zwar (wer weiß es nicht), dass die Franzosen das Essen zelebrieren, aber irgendwie ging ich bisher davon aus, dass dort viel mehr Gemüseanteil im Essen steckt, das kennt man ja so von der Mittelmeerdiät… Überhaupt war ich echt geschockt davon, dass Biolandwirtschaft in Frankreich nicht im Ansatz so angesehen ist wie bei uns in Deutschland, wo es mir schon zu gering erscheint. Da die Erstausgabe des Buches ja schon 11 Jahre alt ist, kann ich nur hoffen, dass inzwischen ein Umdenken stattfindet.

Ebenfalls gestaunt habe ich über Christines Schilderungen des Laissez-faire-Stils, wenn es um Bürokratie ging. Von einer Blognachbarin, die mit ihrem Mann auf einem Hausboot lebt, habe ich in Sachen französischer Bürokratie ganz andere Sachen gelesen. Ich schätze mal, es ist möglicherweise im Süden lockerer als im Norden oder in Ostfrankreich (Paris ist weiter weg?) Herzhaft lachen musste ich über das Kapitel mit der Talzeitung, deren Layout sie zu verantworten hatte. Die Akribie, die sie beschreibt bezüglich ihres Anspruchs, kenne ich sehr gut: wenn ich das Layout für unseren Gemeindebrief mache, habe ich auch manchmal das Gefühl, eine miese Erbsenzählerin zu sein.

Alles in Allem bestätigt CC in dem Buch manches Klischee, das wir von den westlichen Nachbarn haben, andere widerlegt sie gekonnt (Ich frage mich, was das für ein Männer-Frauen-Ding ist, dass dort immer noch so viel getrennt nach Geschlechtern gemacht wird. Dass die französischen Machos immer noch so sind, wie sie sind. Obwohl, MeToo dürfte im Jahr 2021 inzwischen auch in Frankreich angekommen sein. Wo sind die unheimlich emanzipierten und selbstbewussten Frauen? Nur in Paris?), sie nimmt die französischen Macken ebenso wie ihre eigenen deutschen auf die Schippe. Das Buch ist ein lesenswerter Zeitvertreib, gerade jetzt, wo das Reisen am besten sowieso nur im Kopf stattfindet.

Ich schätze mal, wenn wir irgendwo Ziegen züchten wollen, werden wir es wohl vermutlich doch in Deutschland tun und nach Frankreich mal wieder in den Urlaub fahren. Obwohl das Land immer noch ein Sehnsuchtsziel für mich ist (damit bin ich nicht die Einzige in der Familie).

Bibliografische Angaben: Christine Cazon, Zwischen Boule und Bettenmachen; Verlag Kiepenheuer & Witsch; ISBN 978-3-462-00063-4; 12 €

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