Ode an das Klopapier?

„Erst wenn der letzte Baum gerodet, das letzte Altpapier verbraucht und die letzte Zellstofffabrik geschlossen ist, werdet ihr feststellen, dass man Klopapier nicht essen kann“

Ich verstehe es nicht! Unser kleiner Nahversorger vor Ort hat einen begrenzten Einzugsbereich. Aber seit sage und schreibe zwei Wochen (!) ist jedes Mal, wenn wir einkaufen sind (ok, wir fahren nicht täglich, muss ja auch nicht sein) das Klopapier alle. Ratzfatz. Küchenrollen und Papiertaschentücher (davon gibt es wenigstens noch die kratzigen als „Restposten“) ebenfalls. Aber so langsam müsste unser Dorf von einer Mauer aus Klopapierrollen umgeben sein.

Noch haben wir ein paar Rollen, was daran liegt, dass ich direkt nach meinem Unfall am 26. Februar selbiges auf den Einkaufszettel geschrieben hatte. Ich hatte schlichtweg vergessen, dass ich kurz vor dem Unfall eine Packung gekauft hatte. Aber auch schon Ende Februar war die Auswahl stark eingeschränkt, so dass wir jetzt ziemlich luxuriös für Sauberkeit sorgen können. Nach dem Wochenende dürfte ich aber langsam nervös werden.

Ein paar Ideen hatte ich heute morgen schon:

Was im Herbst vor den Supermärkten die „Kartoffel-Cargos“ oder die wöchentlichen Elbe-Obst-LKWs sind, könnte man jetzt alternativ als „Klopapier-Cargo“ machen: zu festgelegten Zeiten Verkauf direkt vom LKW.

Oder analog zu den Lebensmittelmarken im WW2 Berechtigungsscheine, je nach Anzahl der Haushaltsmitglieder.

Oder Tageszeitungen (natürlich nur die ausgelesenen) in Stücke reißen. Das dürfte allerdings in der Kanalisation für „Verstopfung“ sorgen.

Ich habe auch schon nachgesehen, wie viele alte Handtücher oder Unterhemden (die bei uns ihr Leben als Tapezierlappen aushauchen dürfen, weil man mit Feinripp so schön und sensitiv die Tapete an die Wand reiben kann) ich in handlichen Stücken umsäumen könnte. Windeleimer reaktivieren und dann ab in die 90-Grad-Wäsche.

Nein, ich verstehe es wirklich nicht. Durch den Egoismus einiger hat das eigentlich recht sachliche Wörtchen „Klopapier“ ganz plötzlich das Potenzial, zum Unwort des Jahres zu mutieren.

Fallen euch zur Entspannung der Lage Gedichte, Songs oder Geschichten rund um das Lieblingszellstoffprodukt der Deutschen (und nicht nur derer) ein?