Tag 16 – Pünktchen und Anton

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Ein Kinderklassiker ist heute der Titel meiner Wahl. Und zwar von Erich Kästner, bei dem mich heute noch total fasziniert, wie ernst er die Kinder als vollwertige Leser genommen hat. Schon allein die Vorbemerkung „Ein Roman für Kinder“ auf dem Vorsatz, dann auch das Vorwort, in dem er ganz nebenbei sein Publikum inklusiv (unterschiedlich begabte und geduldige Kinder) anspricht,  lange ehe Inklusion überhaupt auf die Agenda kam.

Ich erinnere mich, dass ich mich beim ersten Lesen vor seeehr langer Zeit ein bisschen über die Illustrationen gewundert habe, auch über die altmodische Ausdrucksweise (als Kind der 70er Jahre wusste ich nämlich beispielsweise überhaupt nicht, was eine Autodroschke ist…). Aber die Geschichte von der Fabrikantentochter Luise (Pünktchen), die ihrem Freund Anton aus ärmlichen Verhältnissen hilft, indem sie auf einer Spreebrücke Streichhölzer verkauft, die war einfach so toll, dass es mir egal war. Nebenbei lösen Pünktchen und Anton auch noch einen Kriminalfall, der es in sich hat.

Meine heimliche Heldin in der Geschichte ist übrigens die dicke Berta, die Köchin. Sie bringt ganz allein mit einer Gymnastik-Keule einen Einbrecher zur Strecke. Kaum zu glauben, dass dieses Buch fast 90 Jahre alt ist!

Bibliografische Angaben: Erich Kästner, Pünktchen und Anton, Atrium Verlag, ISBN 978-3-85535-606-5, € 14,- (Österreich € 14,40) (Die Ausgabe auf dem Beitragsbild ist meine über 40 Jahre alte Ausgabe, die gibt es so nicht mehr)

Tag 23 – Wie viel wärmer ist 1 Grad?

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Ihr seht schon, das Thema „Klima“ lässt mich dieses Jahr nicht los. Ob es daran liegt, dass dieses drängende Problem von dem bösen C-Wort so an den Rand gerüpelt wurde? Fakt dürfte es jedenfalls sein, wenn es nächstes oder übernächstes Jahr Impfungen oder sogar Medikamente gegen das Virus geben wird, dann haben wir die Klimathematik immer noch an der Backe. Selbst dann, wenn diesen gesamten Winter alle Skilifte stillstehen sollten oder auch 2021 keine unbeschwerte Flugreise in warme Gefilde möglich ist…

Nicht nur für Kinder, auch für Eltern und andere Bezugspersonen ist es zunächst wichtig, den Unterschied zwischen Wetter (kurzfristig) und Klima (da braucht es schon mindestens 30 Jahre für) zu kennen. Das Buch ist stark visuell aufgebaut, alles wichtige wird mit kurzen Texten und einprägsamen Bildern erklärt. Dazu gehört auch, nicht nur bei den Basics (also zum Beispiel: wie entsteht Regen und was ist ein Hochdruckgebiet) stehenzubleiben, sondern auch den menschlichen Einfluss durch weltweiten Warenverkehr, Reisen, exotische Nahrungsmittel, wachsender Energiebedarf… darzustellen. Und dann wiederum bietet es auch Ansätze, wie alle von uns die (und sei es noch so kleine) Möglichkeit haben, sich aus der Konsumspirale zu befreien und den persönlichen CO2-Fußabdruck zu verkleinern.

Es ist ein Buch, mit dem sich idealerweise die ganze Familie auseinandersetzt, denn Kinder können uns Erwachsenen sehr gut auf die Sprünge helfen, damit wir uns ernsthaft darum kümmern, unseren Nachkommen keine vollkommen kaputte Lebensumgebung zu hinterlassen. Die Generationen können sich so gegenseitig zu einem besseren Umgang mit Ressourcen erziehen. Aber eben nicht mit erhobenem Zeigefinger.

Bibliografische Angaben: Scharmacher-Schreiber/Marian, Wie viel wärmer ist 1 Grad?, Beltz & Gelberg, ISBN 978-3-407-75469-1, € 14,95 (Österreich € 15,40)