Tag 15 – Der Ludwig-jetzt mal so gesehen

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Tadadadaa! Tadadadaa! Tadadadà!!! Wer kennt sie nicht, die 5. Sinfonie? Oder die „Ode an die Freude“ (auch bekannt als Europahymne, das Finale der 9. Sinfonie. Aber was wissen wir über den Menschen hinter dieser genialen Musik?

Schwerhörig war er, schließlich verlor er sein Gehör sogar ganz und gar.Seine letzten Werke komponierte er nur mit seinem inneren Gehör, eine Meisterleistung. Aber was gibt es sonst amüsantes und anekdotisches über ihn zu berichten?

Wenn dich ein respektvoll respektloses Sammelsurium an Yellow-Press-Geschichten und biografischen Schmankerln interessiert, dann lohnt sich das Buch von Konrad Beikircher allemal. Gewohnt bissig erfahren wir, wie Beethovens Herkunftsfamilie so lebte (mit großen Mengen Schnaps, was so etwas wie eine Volkskrankheit war), dass er ein Schwerenöter (=Womanizer) mit vielen Verehrerinnen war und vieles andere. Auch dass man als Wien-Tourist gute Wanderschuhe braucht, wenn man alle Wohnadressen Beethovens in dieser Stadt besuchen möchte.

Schließlich war er auch ein ausgeprägter Familienmensch, er übernahm nicht nur die musikalische Ausbildung, sondern auch die Vormundschaft über seinen Neffen Carl.

Amüsant zu lesen allemal, für eingefleischte Beethoven-Fans ist möglicherweise vieles schon bekannt, aber sicher nicht in dieser Form.

Bibliografische Angaben: Konrad Beikircher, Der Ludwig-jetzt mal so gesehen, Kiepenheuer & Witsch, ISBN 978-3-462-05273-2, ^€ 16,- (Österreich € 16,50)

Der Soundtrack meines Lebens

Bei einem Streamingdienst habe ich mir eine Playlist angelegt mit vielen Songs, die mir in meiner Jugend und in meinen 20ern viel bedeutet haben. Sie heißt „When I was young“. Denn auch wenn mir das meistens nicht wirklich im Bewusstsein ist, diese Zeit ist einfach vorbei. Bei vielen Songs davon kann ich heute noch sofort mitsingen oder habe sogar das Musikvideo vor Augen (gerade läuft nebenbei „Take on me“ von a-ha, wohl neben „Thriller“ von Michael Jackson das Video, was mir noch am besten in Erinnerung ist).

Es gibt auch solche Songs, die mit ganz anderen Ereignissen verknüpft sind. So hatte ich um die Jahrtausendwende herum ein Album von Sinead O’Connor, das ich mir später nie wieder anhören konnte, ohne an 9/11 zu denken, weil bei den Fernsehbildern der einstürzenden Türme des World Trade Centers immer „Only time“ im Hintergrund abgespielt wurde.

Aber auch dieses gehört dazu:

Die Szenen im Video stammen aus dem Film „Schrei nach Freiheit“ nach dem Buch von Donald Woods, verfilmt von Sir Richard Attenborough

Fast 43 Jahre (am 12. September) ist es her, dass Steve Biko an den Folgen der Misshandlungen starb, die ihm im Polizeigewahrsam zugefügt wurden. Ja, vieles hat sich seither verbessert, die Apartheid ist abgeschafft worden. Aber wer meint, es ist gut geworden, verschließt die Augen vor der Realität, die in den meisten Teilen der Welt und auch hier in Deutschland, bis heute Menschen nach Herkunft, Hautfarbe, Religion oder sexueller Orientierung teilt und in Schubladen packt.