Das Klimabuch

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Vorweg: Dieser Post braucht ein wenig mehr Zeit, um ihn komplett zu lesen und nachzuvollziehen. Bitte versucht es trotzdem, ich denke, es lohnt sich. Nicht meinetwegen, sondern für die Zukunft.

Nur zwei Wochen, nachdem zwei Millionen Klimastreikende auf der ganzen Welt zu Beginn der Klimakonferenz COP25 in Madrid gegen deren Weiter-so-Politik protestiert hatten, wurde Anfang Dezember 2019 in Wuhan der erste Fall von SARS-CoV-2 beim Menschen registriert. Im Januar, als das Weltwirtschaftsforum in Davos sich ein neues Image als »Klimakonferenz« zu geben versuchte, wurden die ersten Todesfälle gemeldet. Im Februar, als die Welt außerhalb Chinas über das »neuartige Coronavirus« und seine Möglichkeiten, das Leben vieler Millionen zu bedrohen und aus den Angeln zu heben, in Panik geriet, starben weltweit 2718 Menschen an dieser Krankheit. Im selben Monat starben weltweit etwa 800 000 Menschen an den Auswirkungen der Luftverschmutzung durch die Verbrennung fossiler Brennstoffe.
Im Verlauf des Jahres wuchs der Preis an Menschenleben, den die Pandemie forderte, grausig an, obwohl jeder neue Sterblichkeits-Meilenstein oftmals weniger Schrecken und Entsetzen auslöste als der vorige, nach dem entmutigenden, aber durchaus bekannten Rhythmus, mit dem Katastrophen schnell zu etwas Normalem werden. Bis Ende 2021 waren innerhalb von zwei Pandemiejahren weltweit schätzungsweise mehr als 15 Millionen Menschen daran gestorben, was Covid-19 zu einer der sieben tödlichsten Pandemien der Menschheitsgeschichte machte. In keinem der beiden Jahre überstieg die Zahl dieser Todesopfer jedoch die jährlichen Sterbefälle, die durch Luftverschmutzung verursacht wurden.
Während der Pandemie setzte sich die Klimakrise unerbittlich fort und führte alle paar Wochen – manchmal auch alle paar Tage – zu Ereignissen, die man einst unmissverständlich als Vorzeichen kommender harter Prüfungen erkannt hätte. Zweihundert Milliarden Heuschrecken schwärmten über das Horn von Afrika, verdunkelten den Himmel in brummenden Wolken, groß wie Städte, fraßen so viel, wie zehn Millionen Menschen an einem Tag essen, und starben schließlich in so großen Mengen, dass die Haufen der Insektenkadaver, wenn sie herunterfielen, Züge zum Stillstand brachten – alles in allem waren es achttausend Mal mehr Heuschrecken, als ohne den Klimawandel zu erwarten gewesen wären.
In Kalifornien wüteten 2020 Brände auf einer doppelt so großen Fläche als je zuvor in der modernen Geschichte des Bundesstaates, der in einem einzigen Jahr fünf der sechs größten jemals verzeichneten Waldbrände erlebte. Etwa ein Viertel des weltweiten Sequoia-Bestandes verbrannte. Über die Hälfte der gesamten Luftverschmutzung im Westen der Vereinigten Staaten war auf Wald- und Buschbrände zurückzuführen, die mehr Feinstaub produzierten als sämtliche industriellen und menschlichen Aktivitäten zusammen. In Sibirien gab es »Zombiefeuer«, so genannt, weil sie den ganzen arktischen Winter hindurch weiterbrennen, und tauender Permafrost ließ den Öltank eines abgelegenen Kraftwerks bersten, wodurch 17 000 Tonnen Öl in einen örtlichen Fluss gerieten; 2021 wurde durch weltweite Flächenbrände annähernd so viel Kohlenstoff freigesetzt wie von den gesamten Vereinigten Staaten, dem zweitgrößten Emittenten der Welt. Ein Hurrikan der Kategorie 4 traf in Mittelamerika auf Land, nur wenige Kilometer von einem Gebiet entfernt, über das nur Wochen zuvor bereits ein Hurrikan der Kategorie 5 hinweggefegt war. Sechzig Millionen Chinesen wurden wegen harmlos klingender »Flussüberschwemmungen« evakuiert, verursacht durch Regenfälle, die den imposantesten Damm der Welt gefährdeten, die aber, gemessen an den Niederschlagsmengen und dem Ausmaß der Evakuierung, nur leicht über den jüngsten Durchschnittswerten lagen. Als das erste Pandemiejahr sich dem Ende näherte, wurden im Südsudan eine Million Menschen, ein Zehntel der Bevölkerung, durch Überschwemmungen vertrieben. Im zweiten Pandemiejahr starben in Westeuropa Hunderte durch Hochwasser, Dutzende wurden im Großraum New York getötet, als Regenfälle während des Hurrikans Ida Souterrainwohnungen volllaufen ließen, und über dem Pazifik überstieg die Hitzekuppel die früheren Rekorde so weit, dass Klimaforscher sich fragten, ob ihre Modelle und Projektionen falsch kalibriert seien – außerdem tötete diese Hitze mehrere hundert Menschen und einige Milliarden Meerestiere und schuf beste Bedingungen für Flächenbrände und Erdrutsche durch spätere so heftige Überschwemmungen, dass Vancouver praktisch von der Klimakatastrophe blockiert war, als der Herbst in den Winter überging. Kurz vor Silvester schürte ein Sturm mit Windgeschwindigkeiten von über 140 Stundenkilometern einen urbanen Feuersturm in Vororten von Denver, wo der wärmste und zweittrockenste Herbst in 150 Jahren dem zerstörerischsten Brand in der Geschichte des Bundesstaates vorausgegangen war: Die Flammen tobten von Haus zu Haus durch Vororte und Sackgassen, die noch am Tag zuvor wie der Inbegriff einer brennbaren Moderne ausgesehen haben dürften.
Die ganze Welt schaute weg – abgelenkt von der hereinbrechenden Pandemie und durch die wachsenden Opferzahlen jüngster Katastrophen darauf trainiert, etwas, was sie früher vielleicht als brutalen Bruch der Lebenswirklichkeit wahrgenommen hätte, nun als logische Entwicklungen in einem bekannten Muster zu sehen. Aber was würden wir sehen, wenn wir die Lehren aus der Pandemie für die Zukunft der Klimamaßnahmen ziehen könnten? Vor allem, dass die Pandemie eine unerwartete Aufforderung zu ehemals unvorstellbar ehrgeizigen Maßnahmen darstellte, die die Welt als Ganze dann aber fatalerweise nicht ergriff. Man hätte die beispiellose Reaktion auf die Pandemie auch auf die beispiellose Herausforderung der Erderwärmung richten können, beseelt von einem wahrhaft globalen Geist und mit der Motivation, die ungleich verteilten Belastungen der schon jetzt am stärksten betroffenen Menschen zu mildern. Stattdessen wurde diese beispiellose Reaktion zur Verteidigung des Status quo genutzt, und die Führungsspitzen des globalen Nordens horteten neben ihren Emissionen nun auch Impfstoffe.
Covid-19 ist nicht so offenkundig als eine Episode des Klimawandels zu erkennen wie viele der Katastrophen, die wir in unserer Fokussierung auf die unmittelbarer erscheinende Bedrohung durch die Pandemie übersehen haben. Aber zu den zahlreichen beunruhigenden Lehren, die beide Krisen gemeinsam haben, gehört diese: Die Natur ist mächtig und kann beängstigend sein, und obwohl wir unser Zeitalter als das Anthropozän bezeichnen, haben wir die Natur weder besiegt, noch sind wir aus ihr ausgebrochen, sondern leben nach wie vor in ihr, sind immer noch ihren launischen Kräften unterworfen, ganz gleich, wo wir wohnen oder wie geschützt wir uns normalerweise auch fühlen mögen. Wir können uns nicht länger vormachen, wir würden die Regeln der Wirklichkeit in Konferenzen oder Seminarräumen selbst aufstellen, ohne zunächst die Umwelt zu berücksichtigen.

David Wallace-Wells „Lehren aus der Pandemie“ in: Thunberg, Das Klimabuch, Kap. 5.14

Hm. Ein bisschen lang, ja, gebe ich zu. Aber obwohl ich wirklich willens war, hier […] zu nutzen, weiß ich auch nach dreimal Lesen immer noch nicht, welche dieser überwältigenden Infos ich kürzen sollte.
Beim Lesen ist mir einmal wieder klar geworden, wie zweischneidig wir Menschen denken. Wir haben überhaupt kein Problem damit, mit Freunden und Verwandten auf anderen Kontinenten mittels Social Media zu chatten, uns virtuell zu verbünden, zu streiten, uns Komplimente zu machen oder Beschimpfungen an den Kopf zu knallen. Und sind dabei von diesen digitalen „Freundschaften“ so überzeugt, als hätte wir jahrelang miteinander die Schulbank gedrückt. Gleichzeitig übersteigt die bloße Information über Waldbrände auf anderen Kontinenten unser Vorstellungsvermögen, lassen uns Reportagen aus dem überschwemmten Pakistan kälter als solche aus Australien (obwohl das noch weiter entfernt ist als Pakistan, aber die armen Koalas…) Machen wir uns die Welt nicht alle ein bisschen nach der Prämisse Pippi Langstrumpfs?

Und das ist ja nur ein sehr kleiner Ausschnitt aus all den vielen Aufsätzen in dem Buch. Ja, das Buch besteht aus Essays, aus ganz unterschiedlichen wissenschaftlichen Forschungsfeldern, von Fachleuten der jeweiligen Themen möglichst kurz und prägnant geschrieben. Und in allen ihren Facetten von Greta Thunberg editiert, mit eigenen Texten kommentiert und gewertet. Denn das, was unserem Klima nicht einfach so passiert, sondern von (einer global gesehenen Minderheit) Menschen mit unserem Planeten gemacht wird, beschränkt sich nicht auf CO2-Ausstoß. Wir beuten unser Lebenserhaltungssystem aus, systematisch und in einem enormen Ausmaß. Wenn man bedenkt, dass der größte Anteil der gesamten Menschheit durchaus nicht nur innerhalb, sondern weit unterhalb der Ressourcengrenzen lebt, sollten wir, die in reichen Ländern leben, sowieso sehr demütig werden. Demütig nicht im Sinn von „Ab in die Ecke und kräftig schämen“, sondern eher von „Anpacken und endlich gegensteuern“. Und uns auch hinterfragen, aber dabei nicht stehenbleiben.

Nun kann man möglicherweise darüber streiten, ob dieses Buch unter dem Label der Autorenschaft Thunbergs nicht eventuell eine Mogelpackung ist. Ob sie nicht vielleicht eher als Herausgeberin fungieren sollte. Aber ehrlich gesagt, angesichts der Dringlichkeit des Themas ist das zweitrangige Erbsenzählerei. Bei Zahnpasta und Antifaltencremes haben wir ja auch keine Probleme mit Werbemaßnahmen. Die einzelnen Autoren der Essays werden benannt, ebenso ihre Funktion und ihr Arbeitsschwerpunkt in Forschung, Lehre, Organisationen oder Publizistik. Und sie alle haben ihr Okay dafür gegeben, dass das Buch so heißt, wie es heißt.

Man kann sich auch darüber mokieren, dass Greta Thunberg „erst“ 19 Jahre jung ist und einen erheblichen Teil der letzten Jahre Schulschwänzerin war.
Zu den Eigenarten vieler Menschen im Autismus-Spektrum gehört es aber nun einmal, sich umfangreiches Wissen bis hin zur ausgewiesenen Expertise im Eigenstudium anzueignen, die Welt- und auch die neuere Geschichte weiß von vielen derartig begnadeten Autodidakten. Und man denke nicht, diese Fähigkeit sei nur beneidenswert. Sie kann auch einen enormen Leidensdruck verursachen, unter anderem weil das Gehirn nie innehält, ständig arbeitet, analysiert oder einordnet und außerdem mit den „Unzulänglichkeiten“ der Umwelt klarkommen muss. Und sich mitunter alles, einfach alles merkt. Extended Memory.

Aber nun zum Buch. Alles hängt mit allem zusammen. Diese Erkenntnis haben nicht nur diejenigen, die zum Verschwörungsglauben neigen. Und es ist eines der wenigen Dinge, mit denen sie recht haben. Wir können nicht ohne die Verknüpfung von Lieferketten, Transport, Reisen, Konsum, Artensterben, Eisschmelze, Waldbränden, Migration, Gesundheit, Ressourcenverbrauch und so weiter nur an Einzelteilen herumdoktern. Ohne auskömmliche Löhne in fernen Ländern haben die Menschen dort keine Perspektive und suchen ihr Heil in der Migration. Ohne Gesundheit brechen Lieferketten zusammen und damit der Konsum. Ohne das richtige Mikroklima in einem Anbaugebiet keine Nahrungsmittel in ausreichender Menge und Güte. Das sorgt für gesellschaftliche Destabilisierung, Putsche, Generalstreiks und damit wieder für Migrationsbewegungen.
Im Übrigen ein Zusammenhang, den all die „[hier eine beliebige Nation einsetzen] first“- Anhänger nicht begreifen (wollen): in dem Maße, wie man sich seine angeblichen Freiheiten nicht nehmen lassen will, sorgt man auf die Dauer dafür, dass genau das passiert, was man um jeden Preis vermeiden will. Diejenigen, die man als Billigdullis ansieht, die am anderen Ende der Welt für einen Appel und ein Ei unseren Wohlstand zusammenzimmern sollen, stehen auf einmal vor unserer Haustür und wollen auch etwas vom Kuchen haben. Vielleicht auch nur deswegen, weil ihr Billiglohnland schlicht und ergreifend absäuft.

Ehe ich mich jetzt hier in Rage schreibe: das sind einige Beispiele von vielen, die man auch mit der Schmetterlingstheorie veranschaulichen könnte. Ich habe das Buch bisher nur quergelesen, mir zunächst die Aufsätze herausgepickt, die mein Covid-geplagter Kopf verarbeiten konnte. Aber es hat ausgereicht, um mich zu ärgern. Ärgern darüber, dass nicht nur skrupellose Großkapitalisten, sondern auch Millionen Menschen, die sich selbst für recht plietsch halten, die meinen, sie hätten den Durchblick und sie wüssten, wo und wie der Hase läuft (also auch du und ich und andere intelligenzbegabte Individuen) sich so unglaublich selbst überschätzt haben. Dass wir uns von Marketingkampagnen an der Nase herumführen lassen, oft genug dadurch, dass wir uns einfach einlullen lassen wollen. Weil es bequem war und für viele auch noch ist. Weil es schier unmöglich ist, den Überblick zu behalten in dieser Welt. Und wer verspricht, eine ganz einfache Lösung für die vielfältigen Probleme bieten zu können, der ist schlichtweg unredlich oder hat unlautere Absichten.

Aber ich habe auch Hoffnung geschöpft. Weil ich ein großes Potential darin sehe, sich einen Überblick zumindest teilweise zu verschaffen und daraus kleine, lokale oder persönliche Ansätze zu beginnen. Nicht jeder von uns muss denselben Schwerpunkt setzen. Aber wenn viele unterschiedliche Ansätze entstehen und kommuniziert werden, wenn also eine Art Graswurzelbewegung entsteht, dann kann daraus etwas großes werden. Es ist halt nur wichtig, dass endlich konsequent angefangen wird, dass nicht immer wieder hinausgeschoben wird und jede Regierung, Organisation oder jedes Individuum darauf wartet, dass jemand anderes den ersten Schritt tut.

Darin sehe ich übrigens eine Stärke des Buches: Es muss nicht von vorne bis hinten in einem Rutsch durchgelesen werden. Man darf durchaus vorne ins Inhaltsverzeichnis schauen und mit dem anfangen, was man nachvollziehen kann, was einem logisch erscheint, wo man sich selbst fähig fühlt, zu beginnen.

Bibliographische Angaben: Greta Thunberg, Das Klima-Buch, S. Fischer Verlage, ISBN 978-3-10-397189-7, € 36,-
(Eventuell in der Bibliothek reservieren lassen, wenn die Anschaffung zu teuer ist. Oder als Gebrauchtbuch erwerben.)

Wir können auch anders – Maja Göpel

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Unser Fenster zur Zukunft steht weit offen. Die Menschheit befindet sich in einem gewaltigen Transformationsprozess. Unser Umgang mit Umwelt, Wirtschaft, Politik und Technologie muss von Grund auf neu gestaltet werden. Die Menge dessen, was anzupacken, zu reparieren und neu auszurichten ist, scheint übergroß. Wie finden wir Kompass, Kreativität und Courage, um diese Herausforderungen konstruktiv zu bewältigen? Und: Wer ist eigentlich wir? In der Geschichte hat es mehrere große Transformationen gegeben. Dieses Buch zeigt, wie wir daraus lernen können. Es ist Zeit, dass jeder Einzelne, aber auch die Gesellschaft als Ganzes groß denkt – und dass wir eine radikale Frage stellen: Wer wollen wir sein?

Maja Göpel, Wir können auch anders

Heute lüfte ich das „Geheimnis“ um meine aktuelle Lektüre, obwohl ich das Buch erst ungefähr zur Hälfte durchgelesen habe. Ein ganzes Bündel von Gründen ist ausschlaggebend dafür:
– Ich bin überzeugt, dass dieses Thema wichtig ist, so wichtig, dass möglichst viele sich damit beschäftigen sollten. Seit am Montag in der Ostsee munter das Gas vor sich hinsprudelt und damit massenhaft Ressourcen als ein äußerst perfides Mittel der Kriegsführung (von wem auch immer) verschwendet sowie der Umwelt immenser Schaden zugefügt werden, umso dringlicher.
– Gespräche über das Buch am Frühstückstisch
– Keiner sollte sich herausreden können mit einem „was kann ich allein denn tun?“
– ich kenne zurzeit niemanden sonst, der solche Themen so allgemeinverständlich erklären kann wie Frau Prof. Dr. Göpel
– ich möchte, dass sehr viele Leute dieses Buch lesen!
– und andere
– ein ganz anderes Thema, aber inhaltlich sehr gut dazu passend, was ich heute früh gelesen habe, liefert heute der Podcast von Markus Lanz und Richard David Precht, die sich mit Reinhold Messner unterhalten. Der erzählt unter anderem, wie heutzutage Besteigungen des Mount Everest von einer regelrechten „Bergsteigerindustrie“ angeboten werden, die mit Abenteurertum so überhaupt nichts mehr gemein haben, sondern eher Massentourismus darstellen.

Was haben Monopoly mit Goldman Sachs, Amazon mit einer Zentralheizung oder Facebook mit politischer und gesellschaftlicher Meinungsbildung zu tun? Eine ganze Menge – und das meiste davon nehmen wir in unserem Leben ganz selbstverständlich hin, ohne es zu hinterfragen.
Maja Göpel zeigt auf, wie allumfassend wir von den angeblich so altruistischen, in Wahrheit aber zutiefst monetären Zielen der großen Tech-Anbieter am Nasenring herumgeführt werden. Und zwar alle, durch die Bank. Außer vielleicht denjenigen, die sich den unendlich vielfältigen Möglichkeiten des www komplett verweigern.
Fast schon ein Treppenwitz ist es, was daraus folgt: dass häufig gerade die Menschen, die sehr viel Wert darauf legen, sich von angeblichen „Staatsmedien“, „linker Meinungshoheit“ oder ähnlich verwerflichen Strukturen nicht beeinflussen zu lassen, stattdessen aber auf „alternative“ Informationskanäle wie das Gesichtsbuch, den Messenger mit dem stilisierten Papierflieger oder den sehr beliebten Videokanal eines großen, allumspannenden Datenkraken zählen, um sich angeblich „unabhängig“ zu informieren, am allermeisten von den Algorithmen eben dieser Anbieter manipuliert werden.
(Mir kommt gerade der Gedanke, was mir wohl in die Timeline gespült wird, wenn ich sowohl links- wie auch rechtsextreme Beiträge like, Beiträge von veganen Angeboten ebenso wie die von Massentierhaltern, Industrieunternehmen mit fossiler ebenso wie regenerativer Ausrichtung etc pp. Ob ich dann wohl Verwirrung hervorrufe?)

Was ist eigentlich notwendig, damit wir wieder Freude daran haben, positive Emotionen miteinander zu teilen statt Shitstorms oder Fake News zu verbreiten? Ist es absolut alternativlos, mit guten Absichten immer wieder falsche Ergebnisse zu erzielen? Können wir es schaffen, mit optimistischen Geschichten die Welt zum Positiven zu verändern?

Diese Art Fragen an unser Denken und Handeln sind es, die Frau Göpel vorantreibt. Positiv, aber nicht toxisch positiv. Anschaulich und beispielhaft, aber nicht belehrend. Grenzen erkennen, aber nicht überschreiten. Utopie statt Dystopie. Eigentlich ist es einfach. Aber immer wieder kommt uns eine Eigenart in den Weg, die eher sieht, was nicht möglich zu sein scheint als auszuprobieren, was wir alles auf die Beine stellen können.

Die anschauliche und selbstverständliche Art, auf die Maja Göpel uns einzelnen Menschen, aber auch ganzen Gesellschaften etwas zutraut, die mag ich sehr gern. Sie ist ein Mut machender Gegenentwurf zu so manchem, der oberlehrerhaft in der Politik etwas zu sagen hat.

Absoluter Augenöffner: Die Geschichte von Tanaland

Bibliographische Angaben: Maja Göpel, Wir können auch anders, Ullstein Verlag, ISBN 978-3-550-20161-5, € 19,99

Bisherige Beiträge, die mit diesem Buch in Zusammenhang stehen:

https://annuschkasnorthernstar.blog/2022/09/19/renaissance/

https://annuschkasnorthernstar.blog/2022/09/20/was-ware-wenn-2/

Und hier noch der Link zur Besprechung ihres ersten Buches: https://annuschkasnorthernstar.blog/2020/05/01/passt-wie-ar-auf-eimer/

Was wäre, wenn…

… die feuchten Träume von Hardcore-Nationalisten in Erfüllung gingen? Wenn die Grenzen geschlossen würden, jeder Staat sich selbst der Nächste wäre, jedes Land nur mit den eigenen Ressourcen arbeiten könnte?

Überspitzt ausgedrückt würden wir uns in absehbarer Zeit wieder von Kohlgerichten, Äpfeln, Schweinefleisch und Eiern ernähren, müssten aber dann konsequenterweise die Hähnchenhälse und Schweinepfoten wieder selbst verarbeiten, statt sie nach Westafrika zu exportieren. Apfelmus im Winter statt Erdbeeren aus Spanien und Spargel aus Chilé. Frankenwein statt kalifornischer Roter. Karpfen blau statt vietnamesicher Pangasius, Muckefuck statt Arabicabohnen. Glücklicherweise sind Kartoffeln, Tomaten und Mais ja schon seit ein paar Jahrhunderten eingebürgert, immerhin. Und heizen könnten wir mit den ungezählten Pupsen von Sauerkraut und Speckbohnen (sorry, der musste sein🙈).

Auf Billigklamotten aus Bangladesh müssten wir ebenso verzichten wie auf südamerikanisches Alpakagarn, dafür gäbe es möglicherweise wieder leinenartiges Gespinst aus Brennnesseln. Da wir aber ein rohstoffarmes Land sind, hieße das auch: kein Kobalt, kein Lithium, keine Smartphones aus Südkorea. Unseren Plastikmüll (auch endlich, da wir kaum eigenes Erdöl haben) könnten wir nicht mehr ins Ausland verschachern und auch nicht die vielen Autos, die nicht mehr durch den TÜV kommen.

Solche Gedanken kommen mir beim Weiterlesen meines aktuellen Sachbuches. Und schon zum zweiten Mal bin ich ganz geflasht davon, wie mich die Autorin zum Reflektieren bringt: Schrieb ich gestern früh über die Renaissance, las ich nachmittags darüber, wie sie die Renaissance selbst als Beispiel bringt. Notierte ich mir heute in aller Frühe so ungefähr das, was ich oben schrieb, staunte ich einen Absatz später darüber, dass sie eine Studie aufführt, in der unter anderem ein ähnliches Szenario durchgedacht wird.

Jedenfalls stelle ich fest, dass ich dieses Buch am Liebsten als Pflichtlektüre für Regierung und Opposition, für so manchen „alternativlosen“ Wirtschaftsboss und viele andere Entscheider vorsehen würde. Nach bestem Leistungskursverständnis: Das lesen wir jetzt alle und dann überlegen wir gemeinsam weiter. Inklusive Erörterung, Interpretation und Sachtextanalyse. Stelle ich mir fast schon spaßig vor😉. Ob ich das dem Verlag mal vorschlage?

9. Dezember – Buch-Adventskalender

„Unsere Kinder sollen es einmal besser haben!“ Dieser Satz kommt vermutlich den Allermeisten bekannt vor. Vor allem, wenn man nach dem zweiten Weltkrieg bis in die 70er Jahre hinein aufwuchs. In erster Linie wollte man damit natürlich ausdrücken, dass man seinen Kindern nicht eine so entbehrungsreiche und auch lebensgefährliche Kindheit und Jugend wünschte.

Mit wachsendem Wohlstand in den Wirtschaftswunderjahren schlich sich aber ein, dass vor allem materiell vorgesorgt werden sollte: Mehr Entlastung durch Technik in Haushalt und Beruf, mehr Bequemlichkeit durch den Zweitwagen der Familie, mehr von allem möglichen, was eine Generation zuvor noch niemand kannte und brauchte. À propos brauchen – die Werbebranche weckte Bedarf und Begehrlichkeiten, und irgendwie entstand dann auch die Meinung, in den Zeiten des vermeintlich „finsteren“ Mittelalters, da sei es ohne alle Errungenschaften der neuen Zeit sehr spartanisch und barbarisch zugegangen.

Mit diesem Vorurteil räumt die Historikerin Annette Kehnel gründlich auf. Sehr vieles von dem, was heutzutage als totale Neuheit schlagwortartig auf den Schild gehoben wird wie Majestix bei den Galliern, gab es damals auch schon:

Sharing, Recycling, Mikrokredite, Spenden und Stiften oder Minimalismus. Ohne die moderne kapitalistische Wegwerfkultur war das Leben ganz selbstverständlich nachhaltig. Kreislaufwirtschaft brauchte man nicht zu studieren, man praktizierte sie einfach.

Wie gut wir darin geworden sind, alte Techniken und Gewohnheiten als neu und innovativ zu verkaufen, merkt man an einem ganz simplen Beispiel aus der Landwirtschaft: Die (tätätätäää….) Züchtung des Zweinutzungshuhns! Bis vor ungefähr 60 Jahren war eigentlich jedes Huhn, das irgendwo herumkratzte, ein Zweinutzungshuhn. Es legte Eier (na gut, nicht ganz so viele wie ein Batteriehuhn, aber es sah das Tageslicht und hatte abwechslungsreiche Kost) und wurde zum Suppenhuhn oder Sonntagshähnchen, je nachdem (auch das nicht mit ganz so viel Brust wie beim Masthähnchen, aber dafür kippte es beim Herumstolzieren auch nicht vorne über). Dann begann die Selektierung und die Zucht auf optimale Ergebnisse in der jeweiligen Sparte. Heute, wo viele Verbraucher wieder zunehmend Wert legen auf die Qualität ihrer Lebensmittel, wird begonnen, das Rad zurückzudrehen, aber als Neuheit angepriesen. Weil das der moderne, kapitalistische Weg ist.

Ein anderer Weg ist, sich an den Stationen der Menschheit ein Beispiel nehmen und aus der Geschichte ganz bewusst eine ganz andere Entwicklung zu nehmen, eine Entwicklung die sich respektvoll mit den Erkenntnissen vorangegangener Generationen beschäftigt und so mehr ist als alter Wein in neuen Schläuchen. Es lohnt sich, davon zu erfahren, dass Innovation keine Errungenschaft der Postmoderne ist und es macht Spaß, zu lesen, wie pfiffig die Menschen im „finsteren“ Mittelalter waren.

Bibliographische Angaben: Annette Kehnel, Wir konnten auch anders, Blessing Verlag, ISBN 978-3-89667-679-5, € 24,-

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5. Dezember – Buch-Adventskalender

Wieviel sehr vielen von uns das Reisen bedeutet, merken wir seit fast zwei Jahren, in denen es zwar nicht unmöglich, aber doch eingeschränkt war. Der eine legt sich 2000 km von Zuhause an den Strand, die nächste liebt Museumstrips. Die eine Familie lässt sich All-inclusive umsorgen und das nächste Pärchen möchte Länder und Menschen kennenlernen. Unsere Vorlieben sind unterschiedlich.

Was aber in der letzten Zeit, da ja nicht nur eine Krise unser Leben bedroht, immer mehr Menschen wichtig wird, ist das nachhaltige Reisen. Und hier setzt das Buch an: Wie kann ich es vermeiden, immer größere Fußabdrücke zu hinterlassen, wenn ich in der Welt unterwegs bin?

Was sind die Alternativen zum Wochenendtrip mit dem Flieger nach Malle, wenn meine Zeit begrenzt ist? Und muss ich dem Ultrakurzflug ins All mit Jeff Bezos nachweinen, wenn ich etwas wirklich außergewöhnliches erleben möchte, aber nicht über den finanziellen Hintergrund verfüge? Und wenn ich erst recht nicht zur „Umweltsau“ werden möchte?

Gestaffelt nach Zeitaufwand, von zwei Tagen bis hin zu mehreren Jahren geben die Autoren Tipps für Reisen, die man in konventionellen Reiseführern nicht findet. Wunderschön ist auch die Gestaltung des Buches, ein wenig „Öko“ angehaucht, was ja durchaus passend ist, mit Texten, Karten, Zitaten, Fotos und mehr. Also ein Buch, das erst beim Betrachten und Lesen Spaß macht und dann zum Ausprobieren einlädt. Genau das richtige für lange Winterabende, um schon einmal in den nächsten Sommer zu träumen oder konkrete Pläne zu schmieden.

Bibliographische Angaben: Tobias Ertel/Pia Wieland, Querweltein, Knesebeck Verlag, ISBN 978-3-95728-436-5, € 25,-

PS: Als ich diesen Text schrieb, hatte ich kurz zuvor erfahren, dass in NRW (wie auch in vielen anderen Bundesländern) der Buchhandel zu den „Geschäften des täglichen Bedarfs“ zählt. Immerhin, so viel Wertschätzung erfahren wir von der Politik nicht häufig. (Und an Banken und Sparkassen: Nehmt das! Von wegen aussterbende Spezies…)

Deswegen: Schenkt Bücher zu Weihnachten und kauft sie im lokalen Buchhandel. Denn nicht der große amerikanische Kramladen sorgt mit örtlichen Gewerbesteuern dafür, dass Kultur und Sport in den Städten erhalten werden können. Sorry, das musste jetzt mal sein. Danke.

Zettelwirtschaft

Es ist Montag, noch relativ früh am Arbeitstag und ich habe schon einiges erledigt. Die Woche ist jung und der Schwung noch frisch.

Kalle hat in aller Herrgottsfrühe einen Igel entdeckt, der über Nacht offenbar ein kuscheliges Plätzchen suchte – unter dem Tomatenkübel, den ich auf Ziegeln aufgebockt an der Hauswand stehen habe. Ob die halbreifen Tomaten, die noch an der kraftlosen Pflanze bis auf den Boden hingen, ihn dorthin gelockt haben, weiß ich nicht. Was ich jetzt aber sicher weiß: Heute oder morgen kommt das Tomatengestrüpp weg, da reift jetzt auch nichts mehr. Endgültig für dieses Jahr. Es war schwierig, den Hund vom Igel wegzubekommen, vielleicht hätte ich ihn auch einfach die pieksige Erfahrung machen lassen sollen, aber ich hatte einfach Mitleid mit dem kleinen Stachelball, der versuchte, noch tiefer unter den Kübel zu schlüpfen. Glücklicherweise hat er sich nicht „festgefahren“, eine Stunde später schaute ich ohne Hund noch einmal nach, da hatte er das Weite gesucht.

Ich habe bereits Wäsche zusammengelegt, an einem digitalen Leseexemplar von Kai Wiesingers „Der Lack ist ab“ weitergelesen (Mädels, es ist echt ein Männerratgeber für die Midlifecrisis. Ich werde später noch darüber berichten, bin mir aber schon jetzt nicht sicher, ob ich wirklich all das erfahren möchte, was er über die sensible männliche Befindlichkeit offenbart…)

Sogar zwei Rechnungen habe ich schon geschrieben und die private Haushaltsbuchführung der letzten Woche erledigt. Für letzteres kann ich mir breit grinsend selbst auf die Schulter klopfen (aber nicht zu doll, weil „Aua“), denn oft sitze ich am Monatsende vor einem Berg Supermarkt- und Baumarktquittungen und ächze beim entknittern… (Jaaa, Leute, ich bin ein bekennender Freak, ich führe seit über einem Jahrzehnt Haushaltsbuch und ich liebe es🙈, nicht so sehr, weil wir dann weniger ausgeben, sondern auch weil ich spätestens am Ende eines jeden Monats absehen kann, über welche Anschaffung wir uns übernächstes Jahr ärgern werden! Etwas regulierende Wirkung hat es aber auf jeden Fall.)

Aber jetzt, nach montäglichen viereinhalb Stunden zufriedenen Vor-mich-hin-werkelns, bekommt mein Tag den ersten Riss. Und das liegt mal wieder an dem unsäglichen Zettelkram, den man in viel zu vielen Supermärkten seit ein paar Jahren zusammen mit dem Kassenbon ausgehändigt bekommt: Je nachdem, was ich eingekauft habe, bekomme ich wahlweise Rabattcoupons für Fleisch oder Käse an der Frischtheke, gültig bis xx.yy.zzzz (wenn ich für mindestens 5 Euronen solches einkaufe), Vergünstigungen bei Damenbinden, Zahnpasta oder Weichspüler (das wundert mich dann doch immer, denn ich kaufe aus Prinzip nie Weichspüler, immer nur Waschpulver). Daran ärgert mich nicht nur der allgegenwärtige Algorithmus, der bereits beim Scannen der Ware auswertet, was ich denn so zu bezahlen habe, womit man mich beim nächsten Einkauf ködern könne, sondern auch die vollkommen unnötige Papierverschwendung.

Ich kann mir beim besten Willen nicht vorstellen, dass ich aus Millionen Einkäufern die Einzige bin, die diese Bons oft nicht einmal genauer ansieht, ehe das Gültigkeitsdatum abgelaufen ist. Ja, ich weiß, Marketingstrategien und so. Hab ich auch mal gelernt, aber es geht mir zunehmend so was von auf den Keks! Wir lernen diesen Herbst, dass das Vorhandensein von ausreichendem Druckpapier für Tageszeitungen und ganze Buchproduktionen (nicht nur für die Aspiranten der Bestsellerliste, sondern unter anderem auch Schulbücher!) keine Selbstverständlichkeit ist. Aber für alle möglichen Werbemaßnahmen, seien es nun diese oberüberflüssigen Coupons an der Supermarktkasse oder den gefühlt 25. Küchenmöbelprospekt (zur Abwechslung auch mal megabreite Sofas oder Boxspringbetten) gilt das anscheinend nicht. Es nervt. Und es ist alles andere als nachhaltig.

Hm, jetzt habe ich mich in dieses Thema dermaßen tief reinmanövriert, dass ich nicht in die Schlusskurve komme, die aber laut meinem ehemaligen Deutschlehrer Herr Schnickmann unumgänglich für den versöhnlichen Abschluss einer Abhandlung ist. Vielleicht funktioniert es so:

Ebenfalls nervt es, dass das zarte Pflänzchen Koalitionsverhandlung schon vor seinem Aufkeimen wahlweise kaputtgeredet oder in den Himmel gehypt wird. Leute, ich habe nur eine Bitte: Piano! Lasst die drei Parteien doch erstmal so richtig ins Schaffen kommen. Bisher war es nur das Vorgeplänkel, die echte Arbeit beginnt doch erst noch. Und dann lasst sie zeigen, was sie können oder auch nicht. Alles ist besser als Stillstand, aber irgendwie echt deutsch: Alles soll sich ändern, aber dabei bleiben, wie es ist.

In diesem Sinn, eine schöne Woche und lasst euch am Donnerstag nicht wegpusten.

Tag 27 – Einfach nachhaltig: Weihnachten

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Müll produzieren wir in diesem Jahr 2020 mal wieder reichlich, da es in vielen Supermärkten zeitweise nicht möglich war oder ist, eigene Dosen für Fleisch, Käse und Fisch mitzubringen. Weil wir dann vielleicht auch verstärkt zu vorverpackten Produkten greifen. Oder weil wir Einmal-Masken benutzen, Desinfektionstücher oder andere Hygieneprodukte. Aber auch, weil wir eventuell doch wieder unsere Kinder mit dem Auto zur Schule bringen, damit sie nicht dicht gedrängt im Schulbus stehen. Oder, oder, oder. Da hilft es dann auch nur bedingt, dass der Urlaub ohne Flugreise stattfand.

Es ist auch klar, das Ruder herumreißen, das schaffen wir vor Weihnachten auch nicht mehr wirklich. Wenn ich im Moment so oft in der Radiowerbung höre, dass „die Geschenke dieses Jahr ein >bisschen< größer ausfallen dürfen“, quasi als Entschädigung für das verkorkste Jahr, dann denke ich: Aber (die Entschädigung besteht) nicht für die Kinder, sondern für die Geschäfte. Ja, ich weiß, diese Meinung ist kontraproduktiv, wenn man im Einzelhandel arbeitet. Aber Bücher gehen eben immer😉. die kann man nie genug haben. – Nein, im Ernst, klar ist es für viele Händler sehr wichtig, dieses Jahr noch mit einem profitablen Weihnachtsgeschäft abzuschließen, das ist unbestritten und das kann ich total nachvollziehen.

Der Mensch in mir, der aber schon lange unter der Last des Überflusses ächzt, der möchte laut rufen: „Schaltet doch mal einen Gang zurück!“ und feiert dieses Buch, das ich euch heute zeige. Schon allein das Vorwort, auf dem Foto oben rechts zu lesen, zeigt ganz gut, worauf es abzielt. Das Buch ist nicht dafür gedacht, dass man es von vorn bis hinten durchziehen muss (schadet aber auch nix, wenn man es tut), aber es sind viele schöne Tipps darin, wie man ohne großen Aufwand beispielsweise schöne Deko aus vorhandenen Materialien basteln kann, wie man sein Weihnachtsessen ohne tierische Produkte zelebrieren kann, oder auch, wie man dem Stress entfliehen kann (den man sich meist ja selbst macht) und statt dessen mit der Kernfamilie die Ruhe und Besinnlichkeit von Weihnachten (neu) entdecken kann. Nichts davon mit erhobenem Zeigefinger, aber mit Liebe und praktischen Informationen (zum Beispiel zum Thema fair gehandelte Weihnachtsbäume).

So sehr ich auch verstehen kann, weshalb gerade in diesem Jahr der Wunsch besteht, sich selbst zu belohnen, indem man sich vor dem Jahresendspurt einfach nochmal etwas schönes neues „gönnt“: dieser Ansatz des Innehaltens vor dem Fest, das für viele das schönste des ganzen Jahres ist, der gefällt mir sehr gut. (Ganz davon abgesehen, dass sich für sehr viele Familien überhaupt nicht die Frage stellt, ob es „etwas mehr sein“ darf, weil Kurzarbeit, mangelnde berufliche Perspektive oder die drohende Firmeninsolvenz im Raum steht.)

Bibliografische Angaben: Anna Brachetti, Einfach nachhaltig – Weihnachten, Verlag EMF, ISBN 9783-7459-0083-5, € 14,99 (Österreich € 15,50)

Regenbogen und Freudentränen

Von innen nach außen und von außen nach innen. Texte und Fotos

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