Die Provence hat (mal wieder) gerufen

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Das Cover zog mich bereits magisch an, versprach es doch Entspannung, Ruhe und Lavendelduft in der Nase. Schon witzig, dass ich in diesem Sommer abwechselnd echt herausfordernde Sachbücher und dann wieder leichte Urlaubslektüren lese. Obwohl ich gar keinen Urlaub mache. Aber es ist einfach meine Art, zu den Inhalten der Umweltthemen und gesellschaftlichen Problemen einen Ausgleich zu finden.

Umso überraschter war ich, als dieses Buch gleich zu Beginn mit einem typischen Klischee brach: Die Protagonistin Helen ist alles andere als begeistert, dass ihr Freund Leo sie zu einem spontanen Urlaub in die Provence „entführt“, in einem alten VW-Bulli, der Zicken macht wie eine alternde Opern-Diva. Denn sie ist kurz davor, eine wichtige Präsentation für ihre berufliche Zukunft erstellen zu müssen und setzt sich damit selbst gewaltig unter Druck.

Es kommt, wie es kommen muss, die beiden landen mit einem kaputten Bulli in einem abgelegenen Ort, sogar in einem kleinen Hotel, das von einer deutschen Aussteigerin geführt wird. Während Leo also alle Hebel in Bewegung setzt, das altersschwache Gefährt wieder reisetüchtig zu machen, entschließt sich Helen, die Gegend zu erkunden, wenn sie schon Zwangspause einlegen muss. Dort erliegt sie dem Duft des Lavendels und mit einigen Umwegen auch schließlich dem Charme des Lavendelladenbesitzers…

Nach einigem Hin und Her und etlichen Verwicklungen gibt es dann aber eine neue, überraschende Wende und es stellt sich heraus, dass Träume manchmal gut daran tun, genau dieses zu bleiben.

Ein warmherziges Buch, das Spaß beim Lesen macht, stellenweise das Wasser im Mund zusammenlaufen lässt (Gut, dass von einigen Gaumenfreuden die Rezepte dabei sind!) und eine höchst angenehme Auszeit aus dem Alltag bietet.

Bibliographische Angaben: Marion Stieglitz, Lavendeltage in der Auberge de Lilly, Aufbau Taschenbuch, ISBN 978-3-7466-3725-9, € 10,–

Sommerurlaubsstrohwitwe

Seit heute bin ich allein zu Hause. Ach nein, nicht ganz, die Hunde teilen mein Schicksal. Mann, Tochter und deren Freundin sind in aller Frühe losgefahren, Richtung Ostsee. Zwei Wochen auf der „Sterntaler“ liegen vor ihnen. Ich wünsche ihnen viel Spaß, gutes Segelwetter und eine entspannte Zeit.

Für mich hat sich ja leider das Segeln für den Rest des Jahres erledigt, dafür starte ich zumindest im Herbst hoffentlich (wenn denn die Kurse stattfinden) die theoretische Ausbildung mit dem Sportbootführerschein See.

Diese Wochen allein mit Lucy und Kalle werde ich nutzen, um ein bisschen das Telefon zu hüten, ein bisschen mehr abzuhängen und mir Marvel-Filme reinzuziehen (es muss sich da doch mindestens einer finden, zu dem man eine Andacht schreiben kann) und noch viel mehr zu lesen.

Dazu geistert eine Idee in meinem Hinterkopf, die sich Raum verschafft (und auf die Julia mich gebracht hat, danke an dieser Stelle…). Das blöde ist nur, ich habe den Drang, es aufzuschreiben, denn mit Diktierfunktion des Handys funktioniert der Gedankenfluss nicht so super wie beim Schreiben. Denn schreiben mit der Hand ist, als ob mir mit der Tinte die Gedanken aus dem Kopf fließen. Ich hoffe, am Donnerstag werde ich meine Armstütze los und kann dann auch wieder leserlich mit der Hand schreiben. Sonst wird das am Ende nix mit der Umsetzung der Gedanken, ehe sie mit ICE-Geschwindigkeit durch das Gedächtnis gerauscht und auf dem Weg nach Sonstwo sind.