Quälend langsam

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Das Thema lässt mich dieses Jahr nicht los. Es begegnet mir überall: In der Literatur, in den Podcasts, denen ich folge, in der Tagespresse und ja, vor allem auch jeden Tag in meiner Lebenswirklichkeit.

Klimawandel, Verlust der Biodiversität, damit verbunden auch Verlust an Lebensqualität und das schlechte Gewissen gegenüber meinen Nachfolgegenerationen.

Entsprechend vielfältig sind die Gedanken, die mir dazu immer mal wieder durch den Kopf schießen, manche davon destruktiv und vollkommen ungebeten, wie zum Beispiel die Frage, ob es denn überhaupt eine Art Grundrecht darauf gibt, dass wir Menschen dauerhaft unseren Planeten „besitzen“ (denn um das „Bewahren“ aus der Schöpfungsgeschichte der Bibel scheint es im großen Stil schon lange nicht mehr zu gehen).

In schlauen Podcasts wie Daily Quarks, Was jetzt?, Das Politikteil oder mal angenommen stehen die Themen immer wieder auf dem Programm, es vergeht kaum eine Woche ohne mehrere Meldungen von Umweltkatastrophen in Presse und TV, allein die Neuerscheinungen dieses Jahres zum Themenkomplex könnte gleich ein Dutzend Bestsellerlisten füllen. Ich habe bisher erst drei davon gelesen, alle aus unterschiedlichen Expertisen geschrieben (Wirtschaftswissenschaft, Wissenschaftsjournalismus, Meteorologie), aber obwohl sie unabhängig voneinander geschrieben wurden, ziehen sie alle an verschiedenen Stellen dieselbe Schlussfolgerung: Wir dürfen nicht so weitermachen wie bisher. Technologie kann und wird nicht die Lösung sein, und sei sie noch so „grün“.

Lesen lohnt sich bei allen dreien. Kleiner Spoiler: es gibt immer mal wieder Gelegenheiten, befreiend zu lachen, damit man nicht total frustriert ist!

Demnächst wird noch von Jonathan Franzen der Titel „Wann hören wir auf, uns etwas vorzumachen?“ dazukommen, ein Literat, der den Finger in die Wunden legt.

Immer mehr gelange ich zu dem Schluss, dass die Menschheit jahrzehntelang gepennt hat. Die Menschheit (vor allem in der reichen westlichen Welt), nicht die Staatenlenker oder Konzernbosse allein. Denn diese beiden Berufsgruppen neigen dazu, sich der Mehrheit anzupassen, wenn sie Erfolg haben, gewählt werden bzw. ihre Produkte verkaufen wollen. Wir alle haben gepennt, weil wir nicht über unseren eigenen Tellerrand sehen (können oder wollen) und weil wir irgendwie immer wieder der Meinung sind, wir können es schludern lassen und dann irgendwann den Lenker rigoros herumreißen. Und das funktioniert nicht!

Zum einen, weil der riesige Tanker, den wir zu steuern versuchen, nur sehr träge reagiert, zum anderen, weil nachhaltige Veränderung Zeit braucht. Beispielsweise hat man herausgefunden, dass eine kleine persönliche Verhaltensänderung mindestens drei Wochen enorme Selbstdisziplin erfordert. Je länger man eine bestimmte Gewohnheit innehatte, desto länger dauert die Veränderung. Wenn ich also dreißig Jahre lang Toastbrot mit Nussnougatcreme zum Frühstück gegessen habe und nun beschließe, dass ich künftig Müsli und Früchte frühstücken möchte, dann muss ich mir über einen längeren Zeitraum jeden Morgen neu die Aufgabe stellen, mich gesund zu ernähren, bis die alte Gewohnheit (und damit verbunden das bisherige Geschmackserlebnis sowie die „Tradition“) durch das neue Frühstücksritual ersetzt ist.

Ein großer Teil unserer Probleme ist es, dass wir viel zu lange damit gewartet haben, eine Verhaltensweise nach der anderen auf den Prüfstand zu stellen, denn es ist auch erwiesen, dass ein Mensch nicht allzu viele Gewohnheiten auf einmal ändern kann. Eine nach der anderen, und immer erst dann die nächste, wenn eine Baustelle beseitigt ist. Wenn jetzt innerhalb kürzester Zeit unheimlich viele Transformationen notwendig werden, dann streiken wir aus Überforderung. Warum sollte das, was im Kleinen, Privaten gilt, nicht auch im großen Maßstab Gültigkeit haben?

Eine weitere Krux: Der Glaube, dass es in allen Bereichen für alle dieselben Lösungen für Probleme gibt. Alle machen jetzt mal das und das; fahren beispielsweise E-Autos statt Verbrenner. Diese Rechnung kann nicht aufgehen. Wenn genauso viele E-Autos im Umlauf sind wie aktuell konventionelle, wo kommen dann die Batterien her? Wo der Strom? Welche Auswirkungen hat das auf die Gegenden, wo die Rohstoffe gewonnen werden? Und zwar Auswirkungen auf Umwelt (Lebensraum für Mensch und Tier) und auf Arbeitskräfte (Ausbeutung, Kinderarbeit). Eigentlich kann hierfür die Lösung nur sein: Weniger Autos statt mehr davon. Beschränkung auf die Notwendigkeit statt den Komfort im Blick zu haben, dass jederzeit ein Auto zu meiner Verfügung steht. (Das erfordert natürlich erstmal Investitionen in Öffis, ohne die ich zu vielen Zielen nur mit dem eigenen Auto hinkomme.)

Im Kleinen bedeutet es für mich: klar möchte ich gern auf Kunststoffprodukte verzichten, wo es mir möglich ist. Ich habe aber auch Arthrose in den Händen, die mich mitunter in einen absoluten Tolpatsch verwandelt. Für mich persönlich ist es also sinnvoller, Essensvorräte und -rohstoffe in der Küche in Kunststoffdosen aufzubewahren, die ich lange verwenden kann, als öfter mal eine Mischung aus Scherben und Mehl/Haferflocken/Nudeln zu entsorgen, weil mir wieder mal ein Glas aus den Händen geglitten ist. Von dem Gewichtsunterschied mal ganz zu schweigen.

So, das könnte ich jetzt natürlich beliebig lange fortsetzen, aber das ist nicht meine Absicht. Ich möchte eher dazu einladen, dass wir versuchen, einzelne Verhaltensweisen auf den Prüfstand zu stellen und uns, immer schön eine nach der anderen, bessere und auch sparsamere Angewohnheiten zu schaffen. Nehmt euch nicht zu viel auf einmal vor, das erhöht die Chancen.

Und nochmal der Verweis auf die schon vorher gebrachten Zitate:

”EIN GRUND DAFÜR, DASS DIE LEUTE SICH VOR VERÄNDERUNGEN FÜRCHTEN, IST, WEIL SIE SICH STETS AUF DAS KONZENTRIEREN, WAS SIE VERLIEREN, ANSTATT AUF DAS, WAS SIE DAZU GEWINNEN KÖNNTEN. “ Unbekannter Verfasser

Wer nichts verändern will, wird auch das verlieren, was er bewahren möchte. Gustav Heinemann.

Gescheitert?

Ich hatte heute früh das komplette Essgeschirr aus dem Esszimmer in die Spülmaschine gepackt, weil am Wochenende Konfirmation ist und das Geschirr vom bloßen Nicht-Benutzen in den letzten Jahren total eingestaubt war. Wer braucht denn auch Suppentassen, die saublöd und sperrig in der Aufbewahrung sind? Beim Ausräumen am Mittag ging mir durch den Kopf, dass ich dieses Jahr mit einer Aufräum-Challenge begonnen hatte. Naja, ihr habt ja seit vielen Wochen nichts mehr darüber gelesen. Ist die Challenge also als gescheitert zu betrachten? Denn es geht nicht nur mir so, dass ich recht lange keine Gedanken mehr daran verschwendet habe, ich verrate wohl nicht zu viel, wenn ich euch sage, dass es meinen Mitstreiterinnen vermutlich ebenso geht. Oder? Trotzdem würde ich das stille Auslaufen der Aktion nicht unbedingt als Scheitern bezeichnen, denn es ist im Leben nun mal oft so, dass sich Prioritäten ändern oder dass uns die Realität eine lange Nase zeigt und einfach was anderes macht, als wir geplant haben.

Das kann so ein blöder Unfall sein, der in einem Sekundenbruchteil dafür sorgt, dass man für die nächsten Wochen relativ unbeweglich ist. Das kann ein Virus sein, der die gesamte Welt in Atem hält. Bei mir kam beides auch noch kurz nacheinander, und seien wir mal ganz ehrlich, wer von uns hätte denn Mitte März gedacht, dass wir auch kurz vor Oktober noch so davon betroffen sein könnten? Mit der Aussicht, dass dieser Zustand den nächsten Jahreswechsel auch noch ganz schön anders aussehen lässt? Als ich wieder soweit sitzen konnte, dass ich mich an die Nähmaschine begab, um für meinen Hausarzt „Behelfsmasken“ zu nähen, mit alten Hemden und Bettwäsche, da hätte ich mir im Traum nicht vorgestellt, dass ich kurze Zeit später auch Statement-Masken aus Motivstoffen nähen würde, und dass ich einige Monate später mit Herbst- und Weihnachtsmotiven immer noch weitermache.

Inzwischen hat sich mit Corona ein Alltag etabliert, der eine ganz andere Art Challenge darstellt: Müll! Freuten sich zu Beginn des Lockdowns die Leute noch über ruhige Straßen, bessere Luft, manche sogar über eine gewisse Art der Entschleunigung (während andere, berufstätige Eltern zum Beispiel, nicht wussten, was zuerst und zuletzt zu tun war…), so nervt es mich und bestimmt auch viele von euch zunehmend, dass an den Straßen und auf Parkplätzen immer wieder Einmalmasken wild entsorgt werden, dass in vielen Supermärkten das Mitbringen von eigenen Gefäßen für Fleisch und Käse nicht mehr erlaubt wurde, dass Coffee-to-go wieder im Ex-und-hopp-Becher über die Ladentheke wandert. Und beim Kirchenkaffee gibt es nicht mehr das überaus leckere Spritzgebäck aus dem Gastronomie-Großhandel, sondern einzeln verpackte Kekse, die eben nicht schmecken wie selbstgebacken.

Ach ja, und hier hatte ich versprochen, die Geschichte der Eheringe zu erzählen: Mit Julia und Jonas hatten wir im Frühjahr die alten Schmuckbestände unserer Mütter durchgesehen, denn eigentlich brauchten die beiden etwas Altgold, um sich Trauringe selbst zu schmieden. Dieser Plan wurde aber durch einen anderen ersetzt, nachdem sich herausgestellt hatte, dass ihnen die schlichten, schmalen Ringe meiner Eltern schon relativ gut passten (kleinere Anpassungen sind erledigt) und dass der Vorsteckring von Edgars Mutter, der auch sehr schlicht ist, gut dazu aussieht. Und deshalb sind diese drei Ringe seit gut zwei Wochen wieder in ihrer ursprünglichen Funktion im Einsatz💖.

Also, obwohl vieles anders gelaufen ist, auch was das Ausmisten angeht, ist nicht alles schlecht gewesen dieses 3/4 Jahr seit meinem Plan von Ende 2019. Manchmal muss man eben auch mental ausmisten, sich von Ideen verabschieden und sie entsorgen, manchmal auch von großen oder kleinen Plänen, die man ziehen lassen muss, ohne mitzugehen. Einiges davon wird meine nächste Challenge sein, denn heute früh meinte bei der jährlichen Hauptuntersuchung mein Rheumadoc zu mir, ich müsse so langsam lernen, meine körperlichen Grenzen anzuerkennen, diese Grenzen nicht mehr zu überschreiten, manche Vorhaben fallen zu lassen und andere wesentlich langsamer zu bewältigen. Ich sehe schon: Da wird eine Menge Gerümpel in meinem Kopf zu beseitigen sein. Und es wird in mancher Hinsicht ein schmerzhafter Prozess werden. Aber ich kann gehen, wo ich nicht laufen kann, und ich kann kriechen, wo ich nicht gehen kann. Manches werde ich mir anders organisieren können, zum Beispiel im Garten, anderes werde ich kompensieren, indem ich es mir beim Schreiben vorstelle, statt es selbst zu erleben. Wer weiß…

Und glücklicherweise sind meine Einschränkungen ja auch auf einem ziemlich niedrigen Niveau angesiedelt. Solange ich nicht irgendwann mal vor jemandem ernsthaft weglaufen muss, ist alles im grünen Bereich. Und was Heben und so angeht: da werde ich mir eben angewöhnen, kleinere Gewichte zu heben, sprich zwei Schaufeln voll Kompost, wo ich es früher mit einer gewuppt habe. Den Rest erledige ich mit der Kraft der Worte😉.

Bin im Garten

Ich weiß nicht mehr, woher ich diesen Büchertipp habe, vermutlich war es eine Gartenzeitschrift. Oder eine Rezension auf einem anderen Blog.

Im Herbst habe ich mir das Buch dann gekauft und es ist erstmal auf den SUB gewandert. Zu Beginn der Adventszeit ist es dann auf dem Nachttisch gelandet und hat mich jeden Abend in den Schlaf geleitet. Abend für Abend las ich mich durch die Experimente einer Frau, die mit Mitte 50 die Gartenleidenschaft gepackt hat.

Manchmal nicht ganz neidlos, denn sie hat das geschafft, was ich seit einigen Jahren versuche: jeden Tag im Garten verbracht. Inklusive Muskelkater, Fehlschlägen und unglaublichen Glücksgefühlen.

Oft musste ich schmunzeln, wenn ich mich selbst wiedererkannte, vor allem in den Szenen, wenn sie online oder in Katalogen nach neuen Pflanzen, Saatgut, aber auch Geräten suchte. Ich muss wohl nicht extra erwähnen, dass ich alle ihre Vorschläge und Quellen ausprobiert habe…😜

Unter anderem hat die Lektüre dazu geführt, dass ich wieder ganz optimistisch plane für 2020. Und mir ein Gartentagebuch angelegt habe, um meine eigenen Experimente oder Wetterbeobachtungen zu notieren.

Sinnigerweise hab ich seit vorgestern mal wieder starke Schmerzen in der rechten Schulter und kriege den Arm nicht höher als zur Bäckertheke (konnte heute früh kaum mein Wechselgeld in Empfang nehmen🥺).

Aber das passt schon, denn dieser 4. Januar zeigt, dass er stürmen kann. Den Flieder, der seit ich denken kann in der Nähe des Hauses steht, seit zwei Jahren aber den Heldentod stirbt, mach ich dann ein anderes Mal weg.

Während es draußen weht und dem Geräusch nach auch etwas hagelt, sitze ich mit einem breiten Schal um die Schultern gemütlich in meinem Ohrensessel. Und habe soeben das Buch zu Ende geschmökert.

Das gesamte Buch war schon lesenswert, aber in ihrer Rückschau auf das Gartenjahr im Dezember wird Meike Winnemuth regelrecht philosophisch. Ich kann ihren Gedankengängen da gut folgen, bin glatt versucht zu sagen: wer chronisch unzufrieden ist oder andere Zivilisationsübel mit sich rumschleppt, der sollte Gartenarbeit auf Rezept verordnet bekommen.

Ich liebe den Satz „Ich habe monatelang auf einen Kohlrabi gewartet, den man in jedem Supermarkt für 99 Cent kaufen kann,…“

Denn dieser simple Satz drückt fast alles aus, worum es viel zu selten geht: sich des Wertes unserer Lebensmittel bewusst zu sein. In dieser und anderen Pflanzen einen essentiellen Bestandteil des Lebens zu sehen und nicht nur etwas, das im Discounter im Angebot eingekauft wird und im schlimmsten Fall nach drei Wochen im Gemüsefach in die Tonne wandert.

Das Buch ist absolut lesenswert (freudsche Fehlleistung: ich hätte beinahe „lebenswert“ geschrieben😊).

Nicht nur für bekennende Landeier wie mich, sondern auch für horizontale oder vertikale Stadtgärtner, für Gartenfestivalliebhaber, für einfach alle, die schon mal Erde unter den Fingernägeln hatten. Und auch für die, die das sehr unappetitlich finden😉.

Bibliographische Angaben:

Meike Winnemuth, Bin im Garten

Penguin Verlag

978-3-328-60045-9

22€

Hinweis: Das Buch habe ich mir selbst gekauft. Aus Neugier. (Ich glaube, es war Ranga Yogeshwar, der jede Quarks-Folge mit den Worten „Bleiben Sie neugierig“ beendete)

Altweibersommer und leise Melancholie

Hunderunden am frühen Morgen geben Zeit zum Nachdenken und Sinnieren.

Während Lucy und Kalle hier und dort „Zeitung lesen“, habe ich Muße, über Gott und die Welt mit mir selbst ins Gespräch zu kommen.

Und stelle fest, dass ich um diese Jahreszeit immer wieder dieselbe Empfindung habe: eine leise Melancholie, weil der Sommer sich so langsam auf seinen Abschied vorbereitet mit kürzer werdenden Tagen, mit sanftem und schmeichelndem Licht. Bis auf Mais und Rüben sind die Felder abgeerntet und werden schon für die nächste Aussaat vorbereitet. Manchmal drängelt sich schon der Herbst dazwischen, der in den Startlöchern steht und wirft einen Sturm in die Landschaft.

Aber der Sommer hat auch noch Kräfte, er mag sich noch nicht so ganz verabschieden und beide schmücken einträchtig das Land: mit Hagebutten, Brombeeren, Äpfeln, Birnen und Pflaumen, mit ersten bunten Blättern und aufblühenden Astern.

Neben der Melancholie steht die Vorfreude, auf stürmische Tage, die ich mit einem guten Buch und einem heißen Kakao beende, auf das Durchgepustet-werden beim Spaziergang, auf den bunten und den ungemütlichen Herbst. Auf die Beobachtung des Vergehens und des Ruhens.

Wie wunderbar ist doch dieser immerwährende Kreislauf des Lebens.

Und wie ignorant und überheblich sind wir Menschen, diesem ewigen und gut durchdachten Prinzip unseren Willen aufzuzwingen….

What a Wonderful world

Habe ich heute vormittag gefunden, als ich mein Handy entrümpelt habe.

Schaut euch das mal an, und dann überlegt, was wir gerade im Begriff sind, zu zerstören, unwiederbringlich!!!

Das Video stammt aus einer BBC-Dokumentation von Sir Richard Attenborough. Es wäre… hm, ein Jammer ist wesentlich zu schwach als Ausdruck, aber mir fällt gerade nichts anderes druckreifes ein, wenn solche Filme zukünftig nur noch als Dokumentation dessen gezeigt würden, was nicht mehr ist. Wer sind wir Menschen eigentlich, dass wir uns zum Herrn und Meister darüber aufspielen, welche Lebensformen und Lebensräume es gibt?

Und täglich grüßt das Murmeltier

„I got you babe, I got you babe….“ Wer den Film kennt, hat vermutlich sofort diesen Song im Kopf, wenn er oder sie die Überschrift liest. Und das Bild des Radioweckers vor Augen, wenn er mit lautem „Klack“ von 5:59 Uhr auf 6:00 Uhr umschlägt.

Der Film ist aber mehr als eine nette Komödie um eine Tradition, die es in dem kleinen Ort Punxsutawney (ja, ich habe auch einige Anläufe gebraucht, bis ich das aussprechen oder schreiben konnte), Pennsylvania schon seit 133 Jahren gibt.

Bin ich liebenswert? Oder muss ich mich erst ändern? Das war die Fragestellung zum Film. Phil Connors, der misanthropische TV-Wettermann, sarkastisch bis zum Abwinken, ist alles andere als liebenswert. Einmal im Jahr fährt er am 2. Februar mit Kameramann und Producerin nach Punxsutawney, um vom Murmeltiertag zu berichten. Als er feststellt, dass er in einer Zeitschleife gefangen ist, sucht er zunächst ärztliche Hilfe bei zwei Exemplaren ihrer jeweiligen Gattung (Neurologe/Psychiater), denen man am liebsten selbst einen Therapeuten verordnen möchte. Dann bricht er sämtliche Regeln, liefert sich eine Verfolgungsjagd mit der Polizei, klaut eine Geldtasche aus dem Werttransporter, futtert hemmungslos ungesunde Sachen, denn er weiß: es hat keinerlei Konsequenzen. Es bleibt nicht aus, er lernt jeden Tag die Menschen in dem kleinen Kaff besser kennen, wenn auch zunächst nur, um seine Kenntnisse am darauffolgenden 2. Februar für sich auszunutzen.

Immer wieder baggert er seine Producerin an, bis er so viele ihrer Vorlieben kennt, dass er sie „rumkriegen“ kann. So verwandelt er sich im Lauf der Zeit in einen zartfühlenden, romantischen, humorvollen, kinderlieben und klavierspielenden Traummann. Auf dem Weg dorthin, der vielen Monate dauernd immer wieder denselben Tag bringt, steckt er unzählige Ohrfeigen ein, er versucht sogar, durch Selbstmord aus der Zeitschleife zu entkommen.

Trotzdem findet langsam aber sicher ein Umdenken in ihm statt, es sickert so ganz langsam in ihn ein, seine Persönlichkeit wandelt sich wirklich. Der Durchbruch  geschieht, als er mit allen ihm zur Verfügung stehenden Mitteln versucht, einem Obdachlosen das Leben zu retten, dem er anfangs immer mit Missachtung begegnete. Langsam wird er zu dem Menschen, der er vorher nur vorgab zu sein.

Am Anfang war Phil Connors alles andere als liebenswert. Er brauchte die Veränderung. Und hier kommen wir ins Spiel. Auch wir haben unsere Seiten, die nicht wirklich liebenswert sind. Doch, da gibt es einen, der uns bedingungslos liebt: Gott!

In der Beziehung zwischen Eltern und Kindern kennen wir das: Die Kids bauen Mist – die Eltern lieben sie (meistens) trotzdem. Die Eltern werden irgendwann im Leben eines Teenagers ziemlich peinlich – aber meist will man sie doch nicht gegen andere Eltern tauschen.

Und Gott hat auch immer wieder die Erfahrung gemacht, die Menschen vergaßen zu allen Zeiten immer wieder ihre guten Vorsätze, so wie wir drei Wochen nach Silvester. Das gesamte Alte Testament ist voll von solchen Geschichten. Sie kriegen es einfach nicht gebacken, so zu leben, wie ER es sich für uns wünscht. Zu keiner Zeit. So, wie auch unsere Kinder nicht immer die Wege gehen, die wir uns ausmalten, als wir an der Babywiege standen.

Gott hat aber nicht gesagt: „Okay Leute, wenn ihr das nicht auf die Reihe kriegt mit dem perfekten Leben, dann, sorry Leute, habt ihr das versiebt mit meiner Liebe.“

Er hat uns nicht aufgegeben. Statt dessen ist er in Vorleistung getreten. Er hat seinen eigenen Sohn, mit dem er schon seit dem Anbeginn der Zeit eine Einheit bildet, als Mensch auf die Erde geschickt. Nicht (nur), damit er uns als Vorbild dient, wie genau das aussehen soll mit dem „richtigen“ Leben. Nein, Jesus gibt allen zukünftigen Generationen von Menschen durch seinen Tod am Kreuz die Chance auf die Ewigkeit beim Vater! Manche nennen das eine unfassbare Dummheit, das zu glauben. – Ich nenne es den ultimativen Liebesbeweis!

So wie wir sind, mit allen unseren Fehlern, wenn wir uns mit der Bibel, dem Neuen Testament, dem Leben Jesu beschäftigen. dann lesen wir, wie Jesus uns Menschen sah, mit welchem Mitgefühl er durch die Welt ging, wie er die Dinge einordnete. Wenn wir uns damit auseinandersetzen, dass Jesus oft ganz andere Maßstäbe hat als der Rest der Menschheit, dann beginnt ganz leise auch bei uns die Veränderung. Oft bemerken wir es nicht einmal, weil es schleichend und allmählich geschieht.

Und – machen wir uns nichts vor: Wir scheitern immer wieder. Wie ein Kleinkind, dass ganz viele Versuche braucht, bis es sicher stehen und schließlich laufen kann. Und es ist nicht sicher, dass wir am Ende unseres Lebens perfekt sind. Es ist nicht einmal wahrscheinlich! Aber das ist auch gar nicht notwendig. Wenn wir Jesus vertrauen, dann hat er bereits alles erledigt, was wir nicht auf die Reihe kriegen.

Im Film erleidet Phil auch immer wieder Rückschläge. Immer dann, wenn eine seiner Änderungen nur zu seinem persönlichen Vorteil sein soll. Und doch, am Ende schafft er es, zu einem Menschen zu werden, dem nicht nur sein eigenes Wohl wichtig ist, sondern dem auch seine Mitmenschen am Herzen liegen. Und dann findet er die Erlösung aus seiner Zeitschleife.

Wir dürfen wissen, wir sind von Gott geliebt. Mitsamt unseren Fehlern, unserem Versagen, der Sturheit und den Zweifeln. Aber wenn wir Jesus vertrauen, sind wir trotzdem auf dem Weg zu Ihm!

Übrigens: Ich habe mir den Livestream aus Punxsutawney angeschaut dieses Jahr. Punxsutawney Phil (das Murmeltier) hat einen frühen Frühling vorhergesagt 😉

 

 

Schmorbraten oder: Nichts geht über Tradition (in der Gemeinde)

Es gab einmal eine frisch verheiratete Frau, die für ihren Mann einen speziellen Braten zubereiten wollte. Bevor sie den Braten in den Ofen schob, schnitt sie an jeder Seite ungefähr einen Zentimeter von dem Fleischstück ab, so wie sie es immer bei ihrer Mutter gesehen hatte. Als ihr Mann sie fragte, warum um Himmels willen sie denn den besten Teil des Bratens abschnitt, wusste sie darauf keine bessere Antwort als „Weil meine Mutter es auch immer so macht“. Am nächsten Tag ging die junge Frau deshalb zu ihrer Mutter und fragte sie, wieso sie eigentlich immer die Enden des Bratens abschnitt. Doch genau wie ihre Tochter wusste auch die Mutter darauf keine Antwort. Sie zuckte mit den Schultern und sagte: „Weil meine Mutter es auch immer so macht.“ Jetzt waren die beiden Frauen neugierig geworden und gingen deshalb zur Großmutter der jungen Frau und fragten: „Warum schneiden wir eigentlich immer die Enden des Bratens ab?“ Völlig schockiert rief die Großmutter: „Ihr macht das schon all die Jahre? Ich habe die Enden vom Braten nur deshalb immer abgeschnitten, weil er sonst nicht in meinen kleinen Topf passte!“

Diese Anekdote stammt aus dem Buch „Mein Jahr als biblische Frau“ von Rachel Held Evans, erschienen bei Gerth Medien, ISBN 978-3-86591-753-9

Ganz davon abgesehen, dass das gesamte Buch sehr lesenswert ist, verdeutlicht die Geschichte, wie sich manchmal „Traditionen“ bilden können, ohne zu reflektieren, warum ein bestimmtes Handeln zu bestimmten Zeiten erfolgte. Ohne Reflektion wird aus Tradition aber nur zu schnell Traditionalismus.

Gegenspieler der Tradition ist der Zeitgeist. Laut Duden ganz neutral definiert als „für eine bestimmte geschichtliche Zeit charakteristische allgemeine Gesinnung, geistige Haltung“. Aber gern angesehen als die Kraft, die alles Überkommene und Erprobte kaputtzumachen droht, wenn man sie nur lässt.

Ist es denn schon der Untergang des Abendlandes, wenn man hier und da die Zeit, die Form oder einzelne Elemente ändert, beispielsweise im Gottesdienst, um es jungen und älteren Menschen leichter zu machen, neu zur Gemeinde zu kommen?

Es ist jetzt 12 Jahre her, dass wir als Familie uns wieder neu auf das „Abenteuer Kirche“ eingelassen haben. Wir sind in den ganz normalen (9:30 Uhr-) Sonntagsgottesdienst gegangen, haben uns zum Kirchenkaffee einladen lassen, sind ins Gespräch gekommen.

Aber ganz ehrlich, wenn ich nicht so neugierig gewesen wäre, was hinter dem „Kirchensprech“ eigentlich steckt (Danke, Tante Google), dann wären wir auch vermutlich irgendwann wieder weggeblieben. Schon die Texte und Melodien der Lieder, die so gar nicht in unserem Alltag vorkamen. Und dann die altertümliche Sprache in den Psalmen und Bibeltexten… Die ganz sicher wohlgemeinten Fragen, wann wir denn unsere „Stille Zeit“ hielten. Bitte? Stille Zeit? Mit Baby?

Und erst die Uhrzeit!!! Wenn der Sonntagmorgen als Familienzeit so kostbar ist, denn es ist der einzige Tag in der Woche, wo man als mehr oder weniger junge Familie wirklich mal in Ruhe gemeinsam frühstücken kann, ohne dass irgendwer sich hektisch für den Tag fertigmachen muss, dann ist schnell die Überlegung da, was denn nun wichtiger ist.

Irgendwann habe ich begriffen, dass es andere Leute gibt, denen es genauso wichtig ist, dass Sonntag am Mittag pünktlich der Braten (ob abgeschnitten oder nicht…) auf dem Tisch steht, da ist es dann gut, wenn man zeitig vom Gottesdienst zurück ist. Ist das eine Modell besser als das andere? Sollte es nicht eher so sein, dass wir uns in der Gemeinde gegenseitig mit unseren Vorlieben, unseren Zeitplänen, unserem Status Quo auf dem persönlichen Glaubensweg gegenseitig wertschätzen und respektieren? Sollte es nicht so sein, dass jeder sein Plätzchen findet, dass in einer Gemeinde mit mehreren Predigtstätten diese sowohl mit gemeinschaftlichen als auch mit Zielgruppengottesdiensten gefüllt werden? Dass in Gemeinden, wo das nicht möglich ist, auch mal gesagt wird: „50 Jahre lang hatten wir jetzt den Gottesdienst um 9:30 Uhr, jetzt tauschen wir mal und ich passe mich denen an, die bisher deswegen Probleme hatten?“ Oder halten wir lieber daran fest, zu sagen: „Das war schon immer so, und so machen wir das auch zukünftig.“ Das ist dann Traditionalismus!

Genauso, wie es die negative Auswirkung des Zeitgeistes ist, wenn ohne Reflektion alles über den Haufen geworfen wird. Der beste Weg liegt wie immer: mehr oder weniger in der Mitte.

„Tradition ist eine Laterne, der Dumme hält sich an ihr fest, dem Klugen leuchtet sie den Weg.“ (George Bernard Shaw)

PS: In den 12 Jahren hat sich schon einiges geändert. Mehr neue Lieder, Basis-Bibel für Lesungen und auch einiges andere. Habt einfach Mut und lasst euch ein. Und seid neugierig!

 

Mein aktuelles Lieblingsbuch <3

Hab ich irgendwann schon mal erwähnt, dass ich unheimlich gern die Bücher von Michael Herbst lese? Jedenfalls, ich mag den Stil total.

Dieses Buch hatte ich mir eigentlich zur Vorbereitung auf meine Abschlussarbeit an der Malche zugelegt. Und ich kann es tatsächlich auch gebrauchen. Aber heute früh bei meiner privaten Lesestunde hatte ich dann so einen Aha-Effekt. Weil er genau das beschrieb, was ich empfinde, wenn ich an (nicht nur unsere) Gemeinde denke:

„Gemeinde ist mehr als ein spirituelles Schunkeln zu gefühlvoller Schlagermusik, bei der wir uns alle so eins fühlen. Gemeinde ist mehr als Würstchengrillen mit Freunden, mehr als Vereinsmeierei mit Gleichgesinnten, mehr als eine Serviceagentur für religiöse Dienstleistungen. Gemeinde ist der Ort, wo der Geist Gottes Menschen sammelt, denen das Wort von Jesus ins Herz gefahren ist, die eine Wahl getroffen haben und sich taufen ließen, die daraufhin den Reichtum von Gemeinschaft entdeckt haben, die darum ihren Besitz teilen, und deren Dasein so anziehend ist, dass immer mehr Menschen dazukommen. Darin steckt das Geheimnis: Hier, in der Nähe von Jesus, wird der Schaden geheilt, die Spaltung überwunden, der Graben überbrückt, der mein einsames Ego von all den anderen einsamen Egos trennte. Aber damit das geschieht, muss ich durch die Schule der Differenz. Ich muss da durch, dass der andere anders ist, dass der andere anstrengend ist und dass es mühsam ist mit ihm. Ich erwische mich manchmal bei dem Gedanken: ‚Ach, es wäre jetzt nicht so doof, wenn dieser andere einfach ginge.‘ Und der Herr nahm täglich hinweg, die für mich zu anstrengend geworden waren. Nein. Stattdessen fügt er noch mehr anstrengende Wesen hinzu, wie er ja auch irgendwann mich anstrengendes Wesen hinzugefügt hat.“

Ja genau das ist es. Warum schleppen wir gerade in unseren Kirchengemeinden so viele alte Kränkungen mit uns herum? Warum können wir nicht verzeihen, was vor zwanzig Jahren mal schiefgelaufen ist? Warum haben wir so viele Probleme damit, andere so zu nehmen wie sie sind?

Wer es jetzt gerade nicht so mit Kirche hat, darf sich aber auch nicht die Hände reiben. Denn in Stadträten, Parteien, Gewerkschaften….. sieht es auch nicht besser aus.

Es scheint uns leichter zu fallen, dem Mitmenschen seine vermeintlichen Übertretungen und Fehler vorzuhalten, als uns gegenseitig zu akzeptieren.

Lohnt sich unbedingt, dieses Buch genauer zu lesen!

„…das Leben ist Veränderung…“

…ist eine Liedzeile von Mark Forster. Recht hat er. Aber warum tun sich gerade Kirchengemeinden, die doch eigentlich das Leben schlechthin repräsentieren soll(t)en, so schwer damit?

Warum steht vor allem das Bewahren im Vordergrund, und jede Veränderung wird misstrauisch beäugt? Beides hat seine Berechtigung, sowohl die Tradition als auch der Wandel. Tradition hat ihre Berechtigung, solange sie mit Leben gefüllt ist und mit Sinn.

In einem anderen tollen Buch (Mein Jahr als biblische Frau von Rachel Held Evans) steht eine hilfreiche Anekdote, was Tradition eben NICHT sein sollte:

Eine junge Frau (Altmennonitin), frisch verheiratet, bereitet einen Sonntagsbraten zu. Ihr Mann sieht dabei zu und beobachtet, wie sie den Braten taxiert, eine kleine Ecke abschneidet und beiseite legt. Neugierig fragt er, warum sie das mache. Antwort: „Das habe ich so von meiner Mutter gelernt.“ Thema ad acta. Aber irgendwann nagt es an ihr, sie fragt ihre Mutter nach dem Grund. Kannst du dir die Antwort denken? – Richtig: „Das habe ich so von meiner Mutter gelernt.“ Nun werden diese beiden neugierig und gehen zur Großmutter, um sie zu befragen. Diese fängt an zu lachen und sagt: „aber das habe ich doch nur getan, weil mein Bratentopf so klein war. Und ihr macht das immer noch so?“

Platt gesagt, die Tradition sollte eben kein Sonntagsbraten sein, der irgendwann einmal nicht in den Topf passte. Oder differenzierter: Wenn zu einem Zeitpunkt X etwas begonnen wurde, das zu der Zeit einen bestimmten Sinn hatte, dann ist es unsere Pflicht, regelmäßig zu prüfen, ob der Sinn auch noch da ist. Sonst verschwenden wir irgendwann unverantwortlich Teile der Ressourcen (ob Rindfleisch oder was auch immer, Mitarbeiter zum Beispiel).

Und so komme ich zum Buch oben. Es beschreibt einen Zustand, der über viele Kirchengemeinden hereinbricht, und dieser Zustand ist international und überkonfessionell: „Die Jungen“ wollen alles anders haben, andere Musik, andere Formen des Gottesdienstes und der Anbetung etc. Und „die Alten“ sehen ihre Felle davonschwimmen. Die Musik ist zu laut und zu seicht, die Art moderner Gottesdienste, die mitunter eher an Rockkonzerte erinnern, das alles ist viel zu wenig gehaltvoll, es kommt zu wenig Bibel, zu wenig Lehre, ach eigentlich zu wenig von allem vor!

In diesem Buch erzählt Gordon MacDonald, selbst Pastor der fortgeschrittenen Generation, dass „der Wandel“ viel eher begonnen hat, dass daher ein einfaches „Weiter-so-wie-immer“ keine Lösung sein kann, dass es wichtig ist, die Generationen zusammenzubringen, damit Verständnis wächst für „die Anderen“. Besonders beeindruckt hat mich der Part über die Kirchenmusik, wo er darlegt, dass die Komponisten der Choräle, die meist von den Älteren geschätzt werden, auch mal junge Rebellen waren. Rebellen, deren Musik heute nicht mehr in Frage gestellt wird, die aber nie geschrieben worden wäre, hätten Ältere ihnen nicht die Chance dazu gegeben.

Die Gedanken in diesem Buch sollten Grundlagenlektüre sein für jede Gemeinde, die sich irgendwie im Umbruch befindet. Nicht als Rezept oder Allheilmittel, sondern als Denkanstoß, auch innerhalb einer Gemeinde vom jeweils anderen her zu denken.