Ist das (typisch) deutsch oder kann das weg?

Heute beginnt die Fastenzeit. Hört man sich um, bekommt man häufig die Antwort: „In den letzten Monaten musste ich auf so viel verzichten, das reicht.“ Ich kann es verstehen, aber so ganz freiwillig war und ist dieser Verzicht ja nicht unbedingt. Beim Fasten geht es eher um eine bewusste Entscheidung, Aspekte meines Lebens zu überdenken, aus anderen Blickwinkeln zu betrachten und dann aktiv auf bestimmte Dinge oder Annehmlichkeiten zu verzichten oder sie zu ändern.

Ich habe mir daher vorgenommen, einige Verhaltensweisen zu durchdenken, die sich in den letzten Jahren im Großen und Ganzen gesamtgesellschaftlich entwickelt haben. Angewohnheiten, bei denen auch ich mitmache, aber auch solche, die mich eher befremden. Ich möchte keine Antworten geben, sondern Fragen stellen. Anregungen und Möglichkeiten aufzeigen.

Es gibt so einiges, was uns Deutschen gern „angedichtet“ wird. Oder ist es gar nicht so weit hergeholt, was so an Klischees über uns im Umlauf ist? Und wie vieles davon ist eigentlich gar nicht (nur) deutsch, sondern international?

Als erstes fällt mir da ein Spruch ein: „Hannemann, geh du voran!“ als Synonym für Zögern und Zaudern, das Totschlagargument, wenn es darum geht, in umwelt- oder klimapolitischen Dingen neue Wege zu beschreiten. Sehe ich mir so Probleme an wie das Austrocknen von Steueroasen durch eine gerechte Unternehmensbesteuerung, dann ist es eindeutig so, dass viele Länder der Meinung sind, im Alleingang könne man so etwas nicht durchziehen. Womit sie zweifellos recht haben. Aber wenn nicht mal einer mutig den Anfang macht, dann wird sich nie etwas ändern. Nur so als Beispiel.

Ein anderer Ansatz ist da aber auch möglich:

Alle waren der Meinung, das geht nicht. Da kam einer, der wusste das nicht und hat es einfach gemacht.

Jetzt mache ich Feierabend, wünsche euch fröhliches Nachdenken und bis demnächst😉.