Mal was schönes: Der Buch-Adventskalender

Es sieht so aus, als ob heute (hoffentlich) die Weichen für die kommenden Wochen gestellt werden könnten. Sollten. Dringend müssten! Das Vakuum hat schon viel zu lange bestanden. Ich persönlich bin immer noch neugierig auf unsere zukünftige Regierung; wenn ich mir die geplante Ministerriege der FDP ansehe, auch etwas besorgt bis enttäuscht: nur eine Frau? Das könnten die eigentlich besser, wenn die starken FDP-Frauen denn mal so dürften, wie sie könnten. Und nachdem ich Herrn Lindner am Sonntag in „Berlin direkt“ gehört habe, hatte ich den Impuls, unserem Fernseher eine reinzuhauen, obwohl der ja nur der Überbringer der überheblich vorgetragenen Nachricht war. Jemand, der Finanzminister werden möchte, sollte vielleicht die gesundheitliche und rechtliche Beurteilung einer Krisensituation den entsprechenden Fachleuten überlassen.

Naja, die Hoffnung stirbt zuletzt, Menschen wachsen an ihren Aufgaben und überhaupt kam im ersten Absatz schon viel zu viel Konjunktiv vor.

Deswegen und weil jammern ja auch nix bringt, habe ich mir gestern noch kurzfristig einen Buch-Adventskalender ausgedacht. Der Eile ist es geschuldet, dass mein Adventsgesteck ein bisschen in die Breite gewachsen ist (hat wohl zu viele Nussecken stibitzt😄), der Publisher und ich hatten unsere Differenzen, er war gestern zickig drauf. Es musste auch schnell gehen, denn die Grippeschutzimpfung stand noch auf dem Terminplan. Heute Abend fülle ich den Kalender, so wie früher bei unseren Töchtern, als sie noch klein waren und einen täglichen Adventskalender bekamen, allerdings lasse ich seit einigen Jahren das Likörchen dabei weg und schlürfe stattdessen Tee. Kommt sicher auch der Orthographie zugute.

Ab morgen gibt es dann jeden Tag einen Buchtipp, aktuelles und klassisches, Belletristik, Sachliteratur, Ratgeber und Bildbände, das eine oder andere KiJuBu (Kinder- und Jugendbuch) wird auch seinen Platz finden. Ich achte darauf, dass grundsätzlich jedes Buch lieferbar sein sollte, aber es ist, wie so vieles, in diesem Jahr ein wenig unberechenbar. Fragt einfach eure örtlichen BuchhändlerInnen des Vertrauens.

Keinen Spaß…

… macht heute früh die Zeitungslektüre. Die Inzidenzzahlen schießen in die Höhe, sowohl im Bund als auch im Landkreis. Die nächste MPK soll am 9. Dezember sein. Fast zwei Wochen dauert es noch bis dahin.

Um es mal mit einem Bild zu sagen: Die „Ever Given“ kennen wir inzwischen alle, diesen Riesencontainerfrachter, der den Suezkanal blockiert hatte. Der fährt bildlich gerade im Hamburger Hafen mit Karacho auf die vollbesetzte Elphi zu und muss schnellstens wenden. Die Kaimauer kommt näher und näher…

Die Kitas in Ostwestfalen drohen zu kollabieren unter Personalmangel, Corona-Infektionen bei Kindern, zu viel Bürokratie und gleichzeitig der Unmöglichkeit, alle Hygienemaßnahmen umzusetzen. Denn die Alltagshelfer wurden ja im Sommer nicht mehr gebraucht. Die Politik braucht noch mehr Zeit als ein Frachtschiff, um das Ruder herumzuwerfen.

Der Weihnachtsmarkt in Minden läuft weiter. Ich verrate hier nicht zu viel, wenn ich sage: Niemand aus meiner Familie bekommt dieses Jahr ein Weihnachtsgeschenk, für das ich in die Stadt fahren muss! Das Impfzentrum soll nach wochenlangem Hickhack wieder eröffnet werden, aber nur in einem kleinen Teil der Sporthalle und nur stundenweise. Stattdessen stehen die Menschen bei Wind und Wetter stundenlang Schlange bei den mobilen Impfaktionen, egal ob alt oder jung, ob auf Rollator angewiesen oder mit Stehvermögen…

Gnade uns Gott!

Merkwürdige Zeit…

Im Nachhinein denke ich, das Jahr 2021 war noch merkwürdiger als 2020. Denn das war vor allem von Ruhe gekennzeichnet. Meist Zwangsruhe, aber eben Ruhe. 2021 habe ich bisher als eine Aneinanderreihung von Atemlosigkeiten empfunden. Weil keine Ruhe in den Entscheidungen der Politik lag, weil immer alle möglichen Leute was anderes wollten als andere Leute, weil gehetzt wurde, weil Menschen sich gegenseitig beschimpften, weil man Normalität um fast jeden Preis wollte, Urlaub, Kirmes, Volksfeste, Familienfeiern, jetzt Weihnachtsmärkte…

Die Gastronomen, Hoteliers, Künstler und Schausteller, denen in der Folge das zweite Weihnachtsgeschäft vermasselt wird, kann ich in ihrem Frust vollkommen verstehen, viele von ihnen haben stark investiert in unsicheren Zeiten, um ihren Gästen möglichst viel gesundheitliche Sicherheit zu bieten. Und obwohl sich Teile der Politik nicht mit Ruhm bekleckert haben, es einiges an Kompetenzgerangel gab und vieles hätte besser laufen können, ist es doch auch eindeutig so, dass jeder einzelne von uns selbst vieles entscheiden kann und damit in der Hand hat, in welche Richtung die Entwicklungen gehen.

Gestern fand der Mann ein Dokument aus dem Herbst 2020 mit den Vorgaben der Landeskirche für Gottesdienste: ab einer Inzidenz von 35 sollte nicht mehr gesungen werden, ab 50 sollte überhaupt kein Gottesdienst mehr stattfinden. Diese Zahlen schreckten vor einem Jahr noch ab, in diesem Jahr wünschte man sich so niedrige Zahlen wieder!

In Teilen Westdeutschlands warten Familien und Einzelpersonen immer noch auf warme Wohnungen oder gleich ganz auf Genehmigungen, ihre Häuser wieder aufzubauen.

Seit gestern gibt es den Koalitionsvertrag der neuen Ampelregierung offiziell. Und sofort zerreißen sich einige das Maul darüber. Darunter solche, die 16(!) Jahre lang die Chancen verstreichen ließen, um Änderungen anzustoßen. Aber auch die Fraktion, die anscheinend am liebsten wieder fast ein Jahrhundert zurück möchte, kommt mit den neuen Zeiten, die möglicherweise anbrechen werden, nicht klar. Auch ich schreie nicht hurra bei allen Details, aber muss ich ja auch nicht, ich bin ja nur eine einzelne von ca. 80 Millionen Stimmen in diesem Land. Ich bin ein bisschen neugierig und möchte erst einmal der neuen Regierung die Chance geben, loszuarbeiten. Vieles wird sich dann noch zurechtruckeln. Es überwiegt die Erleichterung, dass zukünftig der Verkehrsminister nicht von der CSU gestellt wird und auch der bisherige Staatssekretär dort im Ministerium ausgedient hat.

Und dann sehe ich heute die Adventsbeleuchtung vieler Gärten. Bei manchen bekomme ich Augenkrebs. Ich mag diese Jahreszeit, ich mag auch beleuchtete Gärten. Aber grün-blau-rot blinkende Lichterketten um jedes einzelne Gestrüpp gewickelt, funkelnde Drahtrentiere mit ebensolchen Schlittenskeletten, aufblasbare Weihnachtsmänner mit Innenbeleuchtung oder Schneemänner, die mich an den Marshmallow-Mann aus „Ghostbusters“ erinnern, dazu Monster-Christbaumkugeln in Medizinballgröße, das überfordert mich eindeutig. Und inzwischen sehe ich das auch in Puncto Energieverbrauch und Lichtverschmutzung durchaus zwiespältig. Ein paar Schwibbögen aus Holz in den Fenstern, vielleicht noch eine mit kleinen warmweißen LEDs geschmückte Tanne (auch Laubbäume sehen damit hübsch aus) und ein Herrnhuter Stern hier und da, das würde mir vollkommen reichen.

Morgen hole ich den Weihnachtsschmuck vom Dachboden und wähle aus, was dieses Jahr zum Einsatz kommt. Ich ahne schon: weniger ist mehr, an der Haustür kommen frische Kerzen (so richtig retro, die müssen mit dem Feuerzeug oder Streichhölzern angezündet werden…) in die geputzten Eisenlaternen und Meisenringe mit roten Schleifen werden den Wacholder schmücken. Im Haus verteile ich Porzellanengel und ein paar kleine Wichtel strategisch auf den Fensterbänken und die vor einigen Jahren gesammelten Mammutbaumzapfen zieren das Adventstablett. Vielleicht nähe ich noch einige Sterne. Fertig. Advent kann kommen in diesem merkwürdigen Jahr 2021, das ich leichten Herzens verabschieden werde, wenn der Zeitpunkt gekommen ist.

Einen schönen ruhigen Abend wünsche ich der versammelten Runde…

Fleißig bin ich aber trotz Frust auch noch

annuschkasnorthernstar.blog/northern-star-by-annuschka/

Ich kann ja nicht nur am Boden sein. Da lenke ich die Energie doch auf die Dauer lieber um in etwas produktives…

Ewigkeitssonntag

So heißt der letzte Sonntag im Kirchenjahr. Früher wurde er Totensonntag genannt, und gerade in diesem Jahr passt die Bezeichnung besser denn je. So viele Tote gibt es überall, derer zu gedenken ist, darunter auch etliche, die noch leben könnten, wenn zum Beispiel notwendige (z. B. Krebs-)Operationen nicht hätten verschoben werden müssen, bis es zu spät war. Und das schlimmste ist, dass es diesen Winter wieder passieren wird. Obwohl es im Gegensatz zum letzten Jahr Impfungen gibt, die vom größten Teil der Menschen gut vertragen werden können, ich spreche jetzt nicht von denen, die aus nachvollziehbaren medizinischen Gründen nicht geimpft werden können. Und das macht mich hilflos und wütend. Ich weiß, dass andere das nicht so sehen, aber es spiegelt nur meine eigenen Erfahrungen wieder.

Jedenfalls konnte ich es heute nicht über mich bringen, in die Kirche zu gehen, statt dessen nutzte ich eine Therapie, die mir seit Jahrzehnten hilft, wenn ich so richtig deprimiert bin: Putzen und dabei die Musik auf volle Lautstärke. In den Zeiten von herkömmlichen Stereoanlagen vibrierten dabei regelmäßig die Boxen und auch der Fußboden, heutzutage nur das Smartphone.

Als erstes wählte ich, wie immer, Songs die mich in die düstere Stimmung so richtig hineinziehen. Sehr gut funktioniert das mit Rockballaden, und die Stimmen der Sänger von „Gregorian“ helfen mir mit ihrer meditativen Eindringlichkeit noch mehr, meinen Gefühlen freien Lauf zu lassen.

In dieser Phase ist es immer am besten, wenn ich ganz allein bin und etwas zu tun habe, was mich auch körperlich fordert. Dann fließen auch schon mal Ströme von Tränen, die alles aus meinem Körper transportieren, was sich an Frust, Ärger und anderen negativen Gefühlen angesammelt hat. Und das war heute reichlich. Auch ist es vorteilhaft, wenn mich niemand hören kann, denn ich singe laut – und häufig schief, weil nicht eingesungen – mit.

Wenn die Phase des Herausschreiens dann beendet ist, kann ich mich auch wieder den Songs zuwenden, die Hoffnung in mir wecken.

„Hallelujah“ ist ein Song, von dem es so viele berührende Coverversionen gibt, da ist immer das passende dabei. Obwohl es um das unvermeidliche Scheitern, nicht nur von König David, geht, klingt in diesem Lied doch immer wieder auch Hoffnung mit.

Nachdem ich jetzt auch wieder anständig und ohne Schleier aus meinen Augen gucken kann, werde ich wohl noch einige Stunden an der Nähmaschine verbringen, das erdet mich dann hoffentlich wieder komplett.

Nur ein kleines bisschen

Mein Bilderbuch des Jahres 2021 (Und da bin ich nicht allein!)

|Werbung, unbezahlt|

Eichhörnchen sind dieses Jahr absolute Trendsetter. Ihr glaubt gar nicht, wie viele Bücher und Nonbooks mit Eichhörnchen 2021 erschienen sind. Aber dieser ganz spezielle Vertreter seiner Art hatte es uns schon 2020 angetan. Vielleicht, weil unsere Erfahrungen mit dem Hamstern von Vorräten noch recht frisch waren? Das erste Buch mit dem Eichhörnchen handelte von dem Wunsch, etwas exklusiv zu besitzen, ohne es mit anderen zu teilen und es führte dazu, eine hohe Mauer um „seinen Baum“ zu errichten.

Dieses Jahr kommt es mir allzu menschlich vor, dass die Erkenntnis am Ende des ersten Buches dem Eichhörnchen mit der spitzen Nase und den tellergroßen Augen dieselben nicht im übertragenen Sinn geöffnet hat. Denn in diesem Buch macht es munter weiter mit seiner gierigen, eifersüchtigen und egoistischen Sichtweise auf seinen Baum…

Falls ihr euch denken könnt, wie die Geschichte weitergeht, dann versteht ihr auch, warum meine erste Reaktion war: Dieses Buch müsste jeder Teilnehmer der Klimakonferenz in Glasgow unterm Weihnachtsbaum finden! Oder unter dem, was noch davon übrig ist.

Es ist ein wundervolles Buch für Kinder ab ungefähr vier Jahren, aber natürlich auch für alle, die schon ein bisschen (oder ein bisschen mehr) älter sind und Spaß an wunderschön gestalteten Büchern mit Botschaft haben.

Bibliographische Angaben: Olivier Tallec, Nur ein kleines bisschen, Gerstenberg Verlag, ISBN 978-3-8369-6121-9, € 13,-

Frust

Mein Beitrag von vorgestern war offensichtlich noch nicht düster genug. Ich frage mich allen Ernstes, was die Aufgaben einer „geschäftsführenden Regierung“ sind. Geschäfte führen vermutlich. Daher finde ich es absolut daneben, wenn jetzt die steigenden Inzidenzen der Ampel in die Schuhe geschoben werden sollen.

Alle sind daran irgendwie beteiligt und auch nur alle können die Entwicklung noch stoppen. Und sage bitte keiner, es wäre alles so überraschend: Es gibt umfangreiche Nachrichtenarchive.

Wer etwas erreichen will…

…findet Wege. Wer nichts erreichen will, findet Gründe.

Ich weiß gerade nicht, von wem der Ausspruch stammt, aber ich frage mich aktuell, ob Teile der Gesellschaft vielleicht gar nicht aus der pandemischen Situation rauskommen wollen.

Oder warum finden Gewerkschaften, Parteigruppierungen, ganze Branchen und manche Milieus massenhaft Gründe, stärkere Maßnahmen zu verhindern?

Nein, es wird weder einfacher noch schneller gehen, wenn wir alle nicht mal endlich in die Pötte kommen.

Es nervt nur noch.

Montagsmüdigkeit Vol II

Glasgow ist Geschichte. Jedenfalls die Klimakonferenz in dem schottischen Ort. Was bei mir übrigbleibt – und da bin ich sicher nicht allein – ist ein schaler Nachgeschmack, ein nichtalkoholischer Kater. Und das Gefühl, dass bei vielen Staatenlenkern kein Mut und keine Vision vorherrscht. Es ist einfacher, Menschen ins All zu schicken als unser Mutterraumschiff in Ordnung zu halten.

Was mir auch bleibt, ist das Gefühl der Ohnmacht, dass es einer Handvoll Menschen möglich ist, Milliarden andere in Geiselhaft zu nehmen durch ihre Weigerung, das Notwendige in Angriff zu nehmen. Wobei ich zumindest noch anerkennen kann, wenn es sich um gefühlte oder tatsächliche Ungerechtigkeiten geht nach dem Motto „Ihr Industrieländer habt Jahrzehnte Vorsprung und ihr wollt jetzt nicht, dass wir den aufholen“ handelt. Trotz allem wäre es wesentlich hilfreicher, wenn diese Länder nun statt dessen anfügen würden „Aber wir zeigen euch jetzt, dass man auch mit nachhaltigen Methoden viel erreichen kann“. Nur: Die Abhängigkeiten sind auch heute noch zu groß.

Was nach wie vor zu wenig beachtet wird: Unsere eine finale Abhängigkeit von einem lebensfreundlichen Planeten.

Aus. Ende. Mehr ist nicht dazu nicht zu sagen.

Andere Baustelle. Corona, die xxxte. Tendenz steigend, hier und rundum. Ja klar, auch ich habe keinen Bock mehr, ich möchte vieles wieder tun können, ohne ständig im Hinterkopf abwägen zu müssen, ob etwas gerade angebracht und sinnvoll ist. Aber es ist, wie es ist und es muss gehandelt werden, damit wir uns nicht irgendwann in einer tatsächlichen Endlosschleife finden. Ob nun geimpft oder nicht, das Testen scheint mir da im Moment das Mittel der Wahl zu sein neben dem Tragen der Maske. Ich sehe übrigens jeden Tag viele SchülerInnen von verschiedenen Schulen auf dem Weg zur Schule oder nach Hause. Und auch auf ihren Wegen, draußen an der frischen Luft, tragen die meisten davon ihre Masken. Für sie ist es eine Selbstverständlichkeit geworden.

Frustriert schlage ich meine Online-Tageszeitung zu, einige Tage ohne Internet und Medien (außer Bücher natürlich😉) werden immer verlockender. Der Tag beginnt, Aufgaben warten.

Eins noch: Mein erstes Projekt, aus dem sich eventuell ein Buch entwickeln könnte, geht an den Start. Nach dem Motto „Erstens kommt es anders und zweitens als man denkt“ wird es kein Roman und das Thema wird auch in absehbarer Zeit keinen Platz hier auf dem Blog finden. Aus Gründen.

Das ist mir lange nicht mehr passiert

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Die letzte Etüdenrunde des Jahres muss leider noch ein wenig warten, denn heute hat mich ein Buch geflasht wie seit Jahren nicht mehr. Vielleicht liegt es auch an der Auswahl meiner sonstigen, eher kopflastigen Lektüre, dass ich es nicht häufiger schaffe. Der heutige Tag sah bisher wie folgt aus:

06:08 Uhr Aufstehen, Lucy in die Küche und Kalle nach draußen lassen, Kaffeekochen (Handbrühung, weil Sonntag)

06:21 Uhr Hunde liegen in der Küche, ich sitze mit iPad und Kaffee am Tisch und fange ein neues Buch an:

Die Taschentücher sind später dazugekommen…

13:38 Uhr Das Buch ist durchgelesen.

Ja gut, dazwischen gab es auch noch Frühstück, ich habe Betten bezogen und Wäsche zusammengelegt, danach musste meine Schulter Pause machen und so habe ich im Lesesessel weitergeschmökert. Gegen 12:45 Uhr kommen die Taschentücher zum Einsatz, der Mann, mit Segellektüre beschäftigt, fragt besorgt, ob alles gut ist, ich schniefe naseputzend und mit verquollenen Augen „Ja, danke, alles gut, es ist so schön traurig…“

Aber ganz im Ernst, mich hat lange kein Roman so in den Bann gezogen. Er spielt in Kanada, genauer British Columbia, und allein das und die schönen Landschaftsbeschreibungen haben mich begeistert, ist das doch ein Sehnsuchtsziel von mir. Aber auch die Geschichte hat mich überzeugt. Und jetzt sitze ich hier und weiß gar nicht so recht, was ich schreiben soll, ohne zu spoilern, deswegen greife ich auf den Klappentext zurück:

„Als ihre Großmutter Dora einen Unfall hat, kehrt Hannah zurück nach Kanada, um sich um Doras kleine Pension zu kümmern. Seit der plötzlichen Trennung ihrer Eltern vor vielen Jahren hat sie ihre Heimat nicht mehr besucht. In Quesnel angekommen, versucht Hannah zu ergründen, warum ihre Mutter den Kontakt zu ihrer Familie abgebrochen hat und was aus ihrem Vater geworden ist. Sie ahnt nicht, dass sie einem Geheimnis auf der Spur ist, das diesen Sommer in Kanada zum bedeutendsten ihres Lebens machen wird …“

Die grundsätzliche Idee, was sich hier für ein Geheimnis verbirgt, bekommt man zwar recht schnell, aber durch die vielseitige Rahmenhandlung bleibt doch sehr viel im ungefähren und die „Lösung“ sorgt für den Taschentuchbedarf. Es ist der Geschichte anzumerken, dass die Autorin offensichtlich Nicolas Sparks, dessen Roman „Weit wie das Meer“ eine Rolle in der Geschichte spielt, selbst gern liest, was aber kein Manko ist, denn ich fand die Idee, die dahinter steckt und den Plot bereichert, sehr charmant.

Mehr will ich über den Inhalt an dieser Stelle nicht verraten. Für einen Tag wie den heutigen eher trüben Novembersonntag ist das Buch eindeutig eine klare Empfehlung. Gefährlich wird es nur, wenn man sich eigentlich ganz andere Sachen vorgenommen hat, wie ich zum Beispiel. Also: Tee oder Kaffee kochen, Ehemänner und Kinder anderweitig beschäftigen lassen und loslesen.

Bibliographische Angaben: Kate Dakota, Das Flüstern des roten Ahorns, Ullstein Taschenbuch, ISBN 978-3-548-06403-1, € 10,-

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