30 Days Book Challenge -Tag 6

Ein Buchtitel, der mehr als vier Wörter hat. Erstaunlich viele Bücher in meinen Regalen haben exakt vier Wörter. Es gibt aber auch welche mit mehr davon.

Dieses gehört dazu. Ein literarisches Roadmovie der besonderen Art, leider nur noch antiquarisch zu bekommen. Ein Loosertyp Mitte 40, der den Hintern nicht hochbekommt und auch nicht sonderlich gesellschaftsfähig ist, verliert auf einen Schlag seine Eltern (an der Ostküste) und seine Schwester (an der Westküste). Das löst bei ihm einen Kurzschluss aus, er setzt sich auf sein altes Kinderfahrrad und fährt einfach los, quer durch die USA. Er trifft auf die verschiedensten Menschen, findet Hilfsbereitschaft, wo er sie nicht vermutete, er lernt, mit anderen umzugehen. Mit jedem Kilo, das er verliert und mit jeder neuen Begegnung, die er hat (egal, ob gut oder schlecht, denn er wird gezwungen, Stellung zu beziehen) wird er mehr und mehr zu dem Menschen, der er gern schon immer gewesen wäre, wenn er gewusst hätte, wie.

Ich habe es sehr gern und mehr als einmal gelesen, denn es spiegelt auch die Lebens- und Umgangsverhältnisse der Vielfalt in den USA.

30 Days Book Challenge – Tag 5

Liebe Ulrike, heute hast du ein für mich heikles Thema ausgesucht. Denn es ändern sich öfter mal die Prioritäten.

„Ein Buch, das du schon immer mal lesen wolltest“

Oje, das wird episch… Mal überlegen. Zu der Zeit, als ich noch in einer Buchhandlung arbeitete, habe ich mir immer wieder vorgenommen, die Klassikerinnen der englischen Gesellschaftsliteratur zu lesen, Emily Bronte und Jane Austen. Immer mit dem Hintergedanken „Das mache ich, wenn die Kinder aus dem Gröbsten raus sind, jetzt habe ich dafür nicht die Ruhe“. Was soll ich sagen, ich habe es bis heute nicht geschafft. Denn seit einigen Jahren haben andere Titel bei mir Priorität. Während der Ausbildung zur Gemeindepädagogin waren es dann Titel über Gemeindeentwicklung, Kirchengeschichte, Predigtlehre, die auf meine Liste der begehrenswerten Bücher landeten. Augenblicklich lese ich einiges, was mit den aktuellen Entwicklungen in der Gesellschaft zu tun hat, zum Beispiel über den Umgang miteinander oder unserer Umwelt. Da landet dann neben belletristischen Klassikern und geistlicher Fachliteratur eine dritte Kategorie auf meinen immer höher werdenden (und glücklicherweise teilweise virtuellen) Stapeln: soziologische, gesellschaftspolitische und ökologische Sachbücher.

Fazit: Bei abertausenden lieferbaren und noch viel mehr antiquarischen Büchern wird es immer wieder einzelne Titel geben, die mehr oder weniger lange in meinen Fokus rücken, aber viel zu oft auch ungelesen wieder daraus verschwinden. Ein Problem dabei ist sicherlich auch, dass bei Büchern derselbe Trend zu beobachten ist wie in den Klamottenläden: Es gibt nicht mehr die Frühjahrs- und die Herbstneuerscheinungen (die dann pünktlich zur Buchmesse im Oktober fertig wurden). Auch abseits der Taschenbücher fluten Neuerscheinungen ganzjährig die Sortimente, die Halbwertszeit der einzelnen Titel wird dabei immer kürzer.

30 Days Book Challenge – Tag 4

Heute ist ein Buch mit einem grünen Cover dran. Sehr viele Leseratten dürften zumindest einen grünen Schuber mit 3 (vermutlich recht zerlesenen) grünen Büchern im Regal haben. Daher wird der Titel meiner Wahl nicht „Der Herr der Ringe“ von Tolkien. Zu vorhersehbar.

Nein, mein Titel hätte auch schon am zweiten Tag die Hauptrolle spielen können, denn es ist der 7. Band aus Rita Mae Browns Katzenkrimi-Reihe „Die Katze riecht Lunte“. Auf dem Titelbild des Beitrags oben ist sichtbar, dass meine (gebundene) Ausgabe tatsächlich einen grünen Schutzumschlag hat. Als ich eben recherchierte, ob das Buch überhaupt noch lieferbar ist, stellte ich nämlich fest, dass es nur noch als eBook zu bekommen ist (oder antiquarisch) und dass die Cover-Ansicht rosa ist…

Für alle Freunde von nicht ganz alltäglichen Krimis, in denen Menschen auch mal nur eine Nebenrolle spielen (nicht immer rühmlich), ist die Reihe nach wie vor lesenswert, finde ich. Die tierischen Detektivinnen Mrs. Murphy (Tigerkatze) und Tee Tucker (Corgi), von anderen Tieren in der kleinen Stadt Crozet (die gibt es übrigens tatsächlich) immer mal wieder unterstützt, von Pferden, einer dicken Supermarktkatze, einem Opossum, einer Eule, manchmal sogar von einer Schlange und einem Fuchs, lösen jeden Fall. Dabei lästern sie über die Unzulänglichkeiten der Menschen, ihren gelebten Irrsinn, die fehlenden Instinkte und ihre Oberflächlichkeit. Garniert ist das Ganze immer mal wieder mit Ausflügen in die amerikanische Vergangenheit, da Crozet in einer sehr geschichtsträchtigen Gegend liegt.

Letztes Jahr habe ich die ganze Reihe mal wieder der Reihe nach durchgelesen und dabei festgestellt, dass die Bücher immer noch (oder wieder) aktuell sind, gerade in Bezug auf Werte, die dem amtierenden POTUS wichtig oder auch mal nicht so wichtig sind.

Das eBook ist erhältlich für 8,99 € unter der ISBN 978-3-8437-1588-1.

Und mehr zu dieser Challenge findest du bei Ulrike.

30 Days Book Challenge – Tag 3

Zu meiner heutigen Auswahl, das Thema ist Ein Buch mit einer Zahl im Titel, kann ich nur sagen: Von der Autorin könnte ich Bücher an mehreren Tagen vorstellen. Aber es geht heute um

Das zweite Königreich von Rebecca Gablé. Fraglos ist sie eine meiner Lieblingsautorinnen. Nicht nur, weil ich sie tatsächlich einmal zu einer Lesung eingeladen hatte und sie eine echt sympathische Frau ist. Sie hat ihr Hauptthema, das sich durch viele ihrer Romane zieht, auch studiert, sie ist Kennerin und Liebhaberin der englischen Königshäuser seit der Zeit, als William England eroberte. Und im Gegensatz zu vielen anderen historischen Autoren schafft sie es super, geschichtliche Fakten und schriftstellerische Fantasie zu spannenden (und dabei ganz nebenher auch lehrreichen) Geschichten zu verweben. Und die lassen sich toll lesen, obwohl es sich meist um so richtig dicke Schinken handelt, die kaum unter 800 Seiten auskommen.

Das zweite Königreich erzählt die Geschichte von William dem Eroberer, der 1066 in der Schlacht von Hastings die Macht über England gewann und so den normannischen Einfluss auf Englands damalige Zukunft sicherte. Er hatte durchaus auch anziehende Eigenschaften, war aber durch und durch Machtmensch. Beide Seiten werden im Buch gewürdigt. Das ist auch so etwas, was ich an Rebecca Gablés Art zu schreiben mag: Die wenigsten Menschen sind einfach nur gut oder einfach nur böse, und auch „Helden der Menschheitsgeschichte“ haben ihre Schwachstellen. Sie betreibt keine Schwarzweißmalerei und ist dabei mitunter differenzierter als so manches Geschichtsbuch. Ich wünsche mir mitunter, Geschichtslehrer bekämen im Studium solche Bücher als Pflichtlektüre, ihre späteren Schüler würden es ihnen sicher danken.

Ich habe noch die gebundene Ausgabe, mit einem viele schöneren Cover (meine persönliche Meinung) als die aktuelle Taschenbuchausgabe, die unter der ISBN 978-3-404-17883-4 für 12 € erhältlich ist.

Wenn du mehr von dieser Challenge lesen möchtest, schau doch mal bei Blaupause 7 vorbei.

30 Days Book Challenge – Tag 2

Ein Buch mit einem Tier im Titel. Okay, kein Problem. Allein meine Bücher über Aussies sind reichlich. Dazu solche wie „Die Katze riecht Lunte“, „Maus im Aus“ oder „Fuchsjagd“, allesamt im Krimibereich angesiedelt. „Welcher Singvogel ist das“ oder „Schmetterlingsführer“ bei den Naturführern. Die Auswahl ist groß. Aber letztlich fiel meine Entscheidung auf

Warum dieses Buch? Es handelt sich ja eher nicht um einen Geheimtipp, sondern um deutsche Mainstream-Kriminalliteratur (und das ist überhaupt nicht abwertend gemeint, nicht alles, was Mainstream ist, ist deswegen schlecht).

Die Antwort: Ganz davon abgesehen, dass ich die Autorin sehr gern lese, weil sie nicht nur fesselnd schreibt, sondern auch sorgfältig recherchiert, habe ich eine große Achtung davor, sich des Themas Kindesmissbrauch, vor allem mit allen halbseidenen Verstrickungen, so anzunehmen wie sie es hier getan hat. Es kommen beim Lesen sehr zwiespältige Gefühle bei mir auf: wie bei jedem gut gemachten Krimi das gespannte Gruseln, das ich aber im Gegensatz zu anderen Krimis nicht als „behagliches Gruseln“ bezeichnen kann. Eher eine Fassungslosigkeit, die sich einstellt, wenn die Autorin das Thema (institutioneller) Kindesmissbrauch langsam entfaltet. Während man aus den Medien längst weiß, dass die Art und Weise, wie die Handlung im Buch sich abspielt, eben nicht nur Fiktion, sondern in ähnlicher Form vielfache grausamste Wirklichkeit ist. Viel mehr möchte ich an dieser Stelle nicht ins Detail gehen, am besten einfach selbst lesen!

Bibliographische Angaben: Nele Neuhaus, Böser Wolf, Ullstein Taschenbuch ISBN 978-3-548-28589-4, 12 €

PS: „Böser Wolf“ ist ja nun das Klischee aus dem Märchen schlechthin. Auch wenn die Wölfe dadurch leider ziemlich gebasht werden, auf eine perfide Weise passt der Titel.

Die Idee zur 30 Days Book Challenge findest du bei Ulrike von Blaupause 7.

30 Days Book Challenge – Tag 1

Auf dem Umweg über Christiane bin ich auf die Challenge von Ulrike gestoßen. Ich bin noch nicht ganz sicher, ob ich es jeden Tag schaffe, aber ich versuche mich mal daran, schließlich habe ich einen Ruf als Buchhändlerin zu wahren (wenn ich auch seit längerem nicht mehr im, sondern für den Buchhandel arbeite). Auf jeden Fall danke für die Anregung, sich mal wieder mit den literarischen Weggefährten zu beschäftigen!

Und hier kommen die Aufgaben:

Ein Buch aus meiner Kindheit. Hm. Eins? Oje. Also, erstmal fasse ich den Definitionszeitraum „Kindheit“ etwas enger, ich beende ihn einfach mal mit der Grundschulzeit. Sonst wird es noch schwieriger. Denn ich lese buchstäblich seit dem ersten Grundschultag.

Als erstes fällt mir „Urmel aus dem Eis“ von Max Kruse ein. Das ist tatsächlich das erste Buch meiner Erinnerung, das ich selbst besaß. Und ich habe es geliebt, es existiert immer noch und ist das zweitzerlesenste Buch in meinem Besitz. (Zu der Nummer eins komme ich im Lauf der Challenge auch noch, versprochen😊) Es hat mir so wahnsinnig viel Spaß gemacht, die sprachlächen Eigenheiten der Täre aus dem Buch in meinen Alltag tschu übertragen, öff öff .Pfade, dass dieses Talent bei meiner Mutter nur so mittelprächtig ankam… Ohoho, öch bön so traurög daröber😂!

Ansonsten habe ich in meiner Lesewut die ganzen alten Bücher meines Bruders gelesen (fast 17 Jahre älter als ich): Karl May rauf und runter, Lederstrumpf und Konsorten, Ivanhoe, Burg Schreckenstein, Lassie und Rin Tin Tin. Später kam dann zum Glück auch noch zeitgenössische Kinderliteratur wie zum Beispiel von Otfried Preußler dazu.

Für heute war es das, ich brauche ja noch ein paar Themen für die nächsten 29 Tage…

Bon Anniversaire

Heute ist der 120. Geburtstag von Antoine de Saint-Exupéry. Wer kennt ihn nicht, den kleinen Prinzen. Und den berühmten Satz

„Man sieht nur mit dem Herzen gut. Das Wesentliche ist für die Augen unsichtbar.“

Heute möchte ich hinzufügen: Auch mit dem oder im Portemonnaie findet man das Wesentliche nicht.

Ebenso wichtig ist die Aussage

„Du bist zeitlebens für das verantwortlich, was du dir vertraut gemacht hast.“

Die Ferienzeit beginnt. Ob in diesem Jahr wohl weniger Tiere an der Autobahn oder Landstraße ausgesetzt werden? Die Grillzeit ist in voller Blüte. Ob auch tatsächlich alle, die das vollmundig versprechen, auf billiges Fleisch verzichten? Werden Arbeitnehmer künftig fairer behandelt in den Branchen, in denen bisher prekäre Arbeitsverhältnisse herrschen? Werden die Interessen der Allgemeinheit höher bewertet als die Einzelinteressen von Investoren? Wird sich die Rechtsprechung in puncto Kindesmissbrauch und der Umgang mit Verantwortung bei manchen Institutionen und Behörden zum Wohl der jungen Opfer verändern?

Ich frag‘ ja nur…

Alles normal oder was?

Samstag früh, kurz noch ein paar frische Lebensmittel einkaufen. Im örtlichen Supermarkt tragen fast alle Mitarbeiter Mund-Kinn-Bedeckung. Manche verstecken möglicherweise auch einfach nur einen Adamsapfel, mutmaße ich. Das kann doch nicht sein, dass in diesem Laden fast nur Asthmatiker arbeiten? Und ehe ich hier einen Shitstorm bekomme: ich weiß, dass es mühsam ist, den ganzen Tag mit der Maske herumzulaufen. Vor allem, wenn es eine Textilmaske ist. In anderen Zusammenhängen trage ich auch mehrere Stunden am Stück die Maske, danach ist sie durch. Ist mir durchaus bewusst. Und ich habe übrigens auch Asthma. Trotzdem befällt mich zunehmend ein mulmiges Gefühl, auch weil immer mehr Menschen immer weniger Abstand halten.

Wie gesagt, bei allem Verständnis für die einzelnen Leute, müsste so etwas nicht durch kreative Pausenlösungen zu handhaben sein? An anderer Stelle wird im selben Geschäft nämlich durchaus auf die Einhaltung der Vorschriften geachtet: Es ist nicht erlaubt, Fleisch/Aufschnitt, Käse und selbst Brot in mitgebrachte Behälter/Brotbeutel verpacken zu lassen. Frisch abgewaschene Dosen sind ein Hygienerisiko. Mein Verbrauch an gelben Säcken hat sich seit Mitte März verdoppelt. Aber zumindest sind Plastikstrohhalme demnächst verboten…

Überhaupt: wie haben wir uns kollektiv vor drei Monaten über die Stille und die saubere Luft gefreut. Und heute freuen sich schon wieder dieselben Menschen über Flüge nach Malle. Wir sind schon so an das schnelle Leben gewöhnt, dass drei Monate relative Ruhe uns an den Rand des Kollaps bringen. Traurig eigentlich.

An der Kasse angekommen. Vor mir bezahlt eine Frau abgepacktes mariniertes Grillfleisch. Billigmarke der Kette. Dabei haben wir doch in der letzten Woche erst gelernt, dass auch diese Ware aus Rheda-Wiedenbrück kommt. Mich schauderts. Muss man denn beim Grillen immer gleich „Fleisch satt“ haben? Ist es nicht eventuell doch schöner, ein saftiges (weil gut marmoriertes, aus Weideaufzucht und beim regionalen Schlachter verarbeitetes) Steak zu genießen und dazu vielfältige Beilagen zu entdecken?

Aber was weiß ich denn schon? Vielleicht übertreibe ich es ja auch mit dem Gefühl, dass Rücksichtnahme auf Mensch und Tier kein notwendiges Übel ist, sondern eine Eigenschaft, die allen Beteiligten das Leben lebenswerter macht.

Zuhause angekommen, sitze ich im Büro und versuche, Kunden zu erreichen. Seit Donnerstag wissen alle, dass sie die Programmänderung für die Mehrwertsteueränderung bekommen sollen. Aber auch hier ist es bei einigen alles andere als einfach, überhaupt eine Rückmeldung zu bekommen. Die ganze vergangene Woche habe ich damit verbracht, immer ähnliche Telefonate zu führen: „Ach, ob das was bringt? Ich weiß es nicht, aber muss ja wohl sein. So ein Aufwand…“

Ich wünsche ein schönes Wochenende. Mit möglichst wenig Unwetter. Ich fürchte, die Fähigkeit vieler, mit noch zusätzlichen Katastrophenmeldungen klarzukommen, sinkt rapide.

Saft auf rohem Wege

Danke für die Schreibeinladung von Christiane, die Wortspende in dieser Runde kommt von Stepnwolf. Augenscheinlich habe ich es gerade nicht so mit fiktiven Texten, daher habe ich einen kleinen persönlichen „Hilferuf“ als Etüde verpackt:

Schier übermächtig ist dieses Jahr mein Wunsch, selbst Lebensmittel aller Art haltbar zu machen, damit wir im Winter nicht auf Produkte der LebensmittelINDUSTRIE angewiesen sind. Vieles kenne ich noch aus meiner Kindheit, es ist weder Hexenwerk noch brauche ich so etwas kompliziertes wie ein Reagenzglas dafür. Das im Übrigen auch nicht annähernd genug Fassungsvermögen hat, um eine Familie satt zu bekommen.

 Solche Dinge wie „auf ein 1-Liter-Einweckglas voll Bohnen einen  Teelöffel Salz und dann mit kaltem Wasser aufgießen“ vergisst man nicht. Bei Obst ist es dann statt Salz Zucker und statt einem Teelöffel auch mal ein Esslöffel plus eine Prise Zitronensäure.

Selbst das Rezept für die eingelegten süß-sauren Gürkchen bekomme ich annähernd so hin wie meine Mutter, obwohl ich jedes Mal, wenn der Essigkanister alle ist, wieder von einem Supermarkt zum anderen fahren muss, um den 10%igen zu finden. Das war „früher“ einfacher, denn in meiner Kindheit gab es noch eine Essigfabrik in Minden, wo man den Essig auch gleich kaufen konnte (lange bevor das Wort „Werksverkauf“ in Mode kam).

Aber heute früh bin ich ins Stolpern gekommen. Ich hatte das genaue Rezept für „Saft auf rohem Wege“ (ohne Dampfentsafter und ohne Aufkochen) vergessen. Moment, dachte ich, da ist doch so ein handgeschriebener Zettel von Mama im Kochordner. Den habe ich auch gefunden und seitdem rätsele ich noch mehr als vorher. Warum brauchte sie für eine geringere Menge Obst mehr Zitronensäure und mehr Wasser? Okay, sie hatte es nie so ganz mit Maßangaben, weil sie das meiste einfach „frei nach Schnauze“ kochte, wie ich auch. Aber für das Gelingen und vor allem haltbar machen ist es ja nicht so ganz unerheblich, wie die Mengenverhältnisse aussehen.

Meine Hoffnung: liest hier zufällig jemand mit, der oder die dieses Rezept auch kennt? Bitte melde dich. Danke!

(293 Wörter und ein Bild😉)

Ferien!?

Morgen hat Kathrin ihren letzten Schultag vor den Ferien. Zeugnis an einem Donnerstag in der sechsten Stunde. Alles sehr merkwürdig.

Eigentlich sollte am Samstag die Kinderfreizeit starten, stattdessen machen wir am Ende der ersten Ferienwoche eine „Kurzexpedition“ durch eins unserer Dörfer mit den Kindern aus der Gemeinde. Für einen Nachmittag.

Und die Aussicht auf sechs Wochen Ferien fühlt sich auch gar nicht so an, als ob ein langer freier Sommer beginnt. Erstens, weil die vergangenen drei Monate sich gar nicht viel anders anfühlten, wir waren ja sowieso ständig zusammen im Haus. Und zweitens, weil sich auch so gar nicht richtig Urlaubsstimmung einstellen mag. Zu ungewiss ist immer noch die Situation, wir wissen noch nicht einmal, ob wir unsere Segeltour so durchführen können, wie wir es möchten. Zumindest nicht, was das gemeinsame „Wohnen“ auf einer Yacht angeht. Weil wir zwei Familien und drei Haushalte sind. Das könnte knapp werden. Alle paar Tage schaut Edgar bange, ob sich die Regeln in den Niederlanden geändert haben. Und wenn es jetzt Schule macht, dass Ostwestfalen in manchen Gegenden lieber ausgeladen werden, da mag ich lieber nicht dran denken.

Ich hoffe, dass zumindest unser Grundstück doch noch etwas von der ungewöhnlichen Situation profitiert und wir dort einige Dinge in Angriff nehmen können. Aufholen, was verletzungsbedingt im Frühjahr nicht geklappt hat. Mal sehen. Der Sommer kommt und er wird irgendwann auch wieder gehen, egal, was wir daraus machen.